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Karbamīd bis Karboformālglühblock (Bd. 6, Sp. 617 bis 618)
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Artikelverweis Karbamīd, soviel wie Harnstoff.
 
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Karbamīnsäure (Amidoameisensäure) CH3NC2 oder NH2. COOH ist im freien Zustande nicht bekannt, ihr Ammoniumsalz NH2. COONH4 ist im Hirschhornsalz, dem käuflichen kohlensauren Ammoniak, enthalten und entsteht aus Ammoniak und Kohlensäure: 2NH3+CO2 = NH2. CO2. NH4. Salze der K. finden sich im Hundeblut und entstehen aus Leucin und Tyrosin bei Behandlung mit übermangansaurem Kali. Das karbaminsaure Ammoniak fällt Salze der Erd- und Schwermetalle nicht; erst beim Erhitzen werden Karbonate ausgeschieden, indem das Karbaminsäuresalz durch Aufnahme von Wasser in kohlensaures Ammoniak übergeht. Beim Erhitzen im geschlossenen Rohr zerfällt es bei 130° in Harnstoff und Wasser. Die Ester der K. nennt man Urethane (s. Urethan). Karbaminsäurechloride s. Meyers Harnstoffchloride.
 
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Karbanīl (Phenylisocyanat) C7H5NO oder C6H5N. CO entsteht bei Einwirkung von Karbonylchlorid auf Anilin, von Phosphorsäureanhydrid auf Karbanilsäureester, von Kaliumcyanat und Kupfer auf Diazobenzolsalze. Es bildet eine farblose Flüssigkeit von scharfem, zu Tränen reizendem Geruch, siedet bei 166°, bildet mit Wasser Diphenylharnstoff, mit Alkoholen und Phenolen Ester der Karbanilsäure (Phenylkarbaminsäure) C7H7NO2 oder NH. C6H5. COOH. Diese Säure ist im freien Zustande nicht bekannt. Ihre Ester sind die Phenylurethane. Mit Ammoniak und Aminbasen bildet K. substituierte Harnstoffe.
 
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Karbatsche (türk. Kurbatsch), aus ledernen Riemen geflochtene Peitsche.
 
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Karbazōl (Diphenylenimid, Dibanzopyrrol) C12H9N oder C6H4. NH. C6H4 findet sich im Rohanthracen und entsteht aus Dämpfen von Diphenylamin oder Anilin im glühenden Rohr (daher Nebenprodukt bei der Darstellung des Anilins). Es bildet farblose Blättchen, löst sich in Alkohol und Äther, nicht in Wasser, schmilzt bei 238°, siedet bei 351°, ist sehr beständig, bildet nur mit Pikrinsäure ein beständiges Salz. Durch Behandlung des Karbazols mit Eisessig und Salpetersäure kann man ein Dinitrokarbazol und durch Reduktion dieser Verbindung Diamidokarbazol erhalten, das mit salpetrigsaurem Natron und Salzsäure eine Tetrazoverbindung liefert. Durch Paarung der letztern mit Salicylsäure erhält man Karbazolgelb.
 
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Karbīde (Karbüre, Karburete), Verbindungen von Metallen mit Kohlenstoff, entstehen beim Erhitzen von Metalloxyden mit Kohle auf sehr hohe Temperatur, besonders im elektrischen Ofen. Sie sind sehr hart und schwer schmelzbar; manche K. werden durch Wasser oder Säuren zersetzt und entwickeln dabei Kohlenwasserstoffe, wodurch die chemische Bindung des Kohlenstoffs im Karbid erwiesen ist. Einige K. finden technische Verwendung, wie das Calciumkarbid (s. d.) zur Darstellung von Acetylen und Cyanverbindungen, die bei Einwirkung von Stickstoff oder von Ammoniak auf das Karbid entstehen (s. Meyers Kalkstickstoff). Andre K. sind für die Metallurgie von großer Bedeutung, da ihre Beimischung die Eigenschaften des betreffenden Metalls in oft sehr hohem Grade beeinflußt, im allgemeinen wächst mit dem Gehalt an gebundenem Kohlenstoff die Härte, in der Regel auch die Schwerschmelzbarkeit des Metalls. In dieser Hinsicht sind am wichtigsten die Meyers Eisenkarbide (s. d.). Baryumkarbid BaC2 entsteht beim Erhitzen von Baryumkarbonat mit Magnesium und Kohle und kann durch Einwirkung des elektrischen Lichtbogens auf ein Gemisch von Baryt oder Baryumkarbonat und Kohle dargestellt werden. Es bildet eine dunkelfarbige kristallinische Masse, die mit Wasser in Baryumhydroxyd und Acetylen zersetzt wird (BaC2+2H2O = C2H2+Ba(OH)2). Ähnlich ist das Strontiumkarbid. Aluminiumkarbid Al4C3 wird aus Kaolin oder Aluminium und Kohle erhalten, bildet durchsichtige

[Bd. 6, Sp. 618]


gelbe Kristalle vom spez. Gew. 2,66 und gibt mit Wasser Aluminiumhydroxyd u. Methan (Al4C3+12H2O = 2Al2(OH)6+3CH4). Andre K. werden durch Säuren nicht zersetzt, wie das Siliciumkarbid (s. Kieselkarbid und Meyers Karborundum). Bor-, Chrom- und Molybdänkarbid s. d. Vgl. Ahrens, Die Metallkarbïde und ihre Verwendung (Stuttg. 1896).
 
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Karbimīd, s. Meyers Cyansäure.
 
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Karbinōl, soviel wie Methylalkohol CH3. OH. Nach derselben Nomenklatur ist Äthylalkohol Methylkarbinol CH2. CH3. OH und Isopropylalkohol Dimethylkarbinol CH. CH3. CH3. OH.
 
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Karbitz, Stadt in Böhmen, Bezirksh. Aussig, am Fuß des Erzgebirges und an der Aussig-Teplitzer Bahn, hat ein Bezirksgericht, bedeutenden Braunkohlenbergbau, Fabriken für Ultramarin, Knöpfe und Metallwaren, Gerberei, Dampfmühle, Elektrizitätswerk und (1900) 5473 deutsche Einwohner.
 
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Karbodynamīt, ein Dynamit aus 10 Teilen Korkkohle und 90 Teilen Nitroglyzerin, soll letzteres selbst nach langem Liegen in Wasser nicht verlieren. Das Wasser, das durch die Kohle aufgenommen und festgehalten wird, soll den Dynamit minder kräftig machen und Schutz gegen die Zündung vor Schlagwetter gewähren, auch soll der K. fast gar keine schädlichen Gase hinterlassen.
 
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Karboformālglühblock, s. Meyers Desinfektion, S. 669.

 

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