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Karätigkeit bis Karawanenhandel (Bd. 6, Sp. 615 bis 616)
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Artikelverweis Karätigkeit, s. Meyers Feingehalt.
 
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Karatowa, Stadt, s. Meyers Kratovo.
 
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Karatschai, Landschaft im Quellgebiete des Kuban und der Teberda, am Westfuß des Elbrus, von Karatschaiern (Bergtataren) bewohnt.
 
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Karatschew, Kreisstadt im russ. Gouv. Orel, am Sueshet (zur Desna) und an der Eisenbahn Riga-Orel, mit 10 Kirchen, einer Stadtbank, zahlreichen Ölpressen und Seilereien, Handel mit Hanf, Korn, Mohn- und Hanfsamen und (1897) 15,842 Einw.
 
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Karatschi (Karachi, Kurrachee), Hauptort des gleichnamigen Distrikts (36,556 qkm mit [1901] 607,828 Einw.) der britisch-ind. Provinz Sind (Präsidentschaft Bombay), am äußersten Nordende des Indusdeltas, nahe dem Ostabfall der Pabberge Belutschistans, im Hintergrund einer Bai, zu der eine 5,6 km breite Einfahrt zwischen Manora Point (mit Leuchtturm und Fort) und der Insel Kiamari hindurchführt. Bei letzterer legen die Schiffe an; Endstation der Industalbahn. Ein 4,6 km langer Hafendamm verbindet die Insel mit der Stadt. Diese, durch eine vorzügliche Wasserleitung versorgt, ist im modernen englischen Stil erbaut, enthält mehrere Kirchen und Schulen, einen großen Palast des Commissioners, Bibliothek, Museum, fünf Banken, große Baumwollenpressen, Eisenwerke, ist Sitz eines deutschen Konsuls und einer Handelskammer und hat (1901) 116,663 Einw. (48,169 Hindu, 60,003 Mohammedaner, 6098 Christen), davon in der nahen Militärstation 8019 (2162 Christen). Die reichen Europäer bewohnen die Villenstadt Clifton. K. ist an die Stelle des jetzt weit von der Küste liegenden Schah Bandar getreten, doch verlangt der Hafen dauernd beträchtliche Kosten, um vor Versandung durch die der Küste entlang getriebenen Ablagerungen des Indus gesichert zu werden. K. ist der einzige Seehafen der Provinz Sind. Seine kommerzielle Bedeutung verdankt K. in erster Linie der überraschenden Zunahme des Weizenbaues im Pandschab, als dessen Ausfuhrhafen es gelten kann. Hauptsächlich werden ausgeführt: Weizen, Tee, Ölsaaten, Wolle, Baumwolle, Felle, Knochen und Knochenmehl; die gesamte Handelsbewegung belief sich 1901 auf 79 Mill. Rupien. Es liefen 1900: 162 Dampfer von 283,811 Ton. ein, darunter die der British India Steam Navigation Co., der Hall Line, der Messageries Maritimes und Hansa (Bremen). Die Stadt kam 1842 unter britische Herrschaft als unbedeutender Ort mit 14,000 Einw. unter dem Herrscher von Haidarabad.
 
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Karatsu, Hafenstadt in der japan. Provinz Hizen, auf der Insel Kiusiu, nördlich von Nagasaki an der Genkai-nada, mit 8000 Einw., die Kohlen und Porzellan ausführen, wurde 1889 dem Fremdhandel eröffnet (1900 Ausfuhr 370,190, Einfuhr 1087 Jen); Eisenbahnstation.
 
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Karaul (serb., spr. kara-ul, Karaghol, Karakol), Wache, Wachtposten; in der Türkei auch Name der Wachthäuser, die, mit einigen Gendarmen besetzt, an den Gebirgspässen etc. zur Sicherung der Landstraßen errichtet sind.
 
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Karausche (Carassius Nils.), Gattung aus der Ordnung der Edelfische und der Familie der Karpfen (Cyprinidae), karpfenähnliche, breite Fische mit endständigem Maul ohne Bartfäden, vier einreihig gestellten Schlundzähnen und rückwärts gesägtem Knochenstrahl in den Rücken- und Afterflossen. Die Seekarausche (Karutsche, Bauernkarpfen, Barutschel, Gareisl, C. vulgaris Nils., s. Tafel Meyers »Teichfischerei«, Fig. 8), bis 40 cm lang und über 1 kg schwer (die Teichkarausche meist nur 1015 cm), mit sehr stumpfer, engmäuliger Schnauze, sehr breiter Stirn und schwach ausgeschnittener Schwanzflosse, dunkel messinggelb, auf dem Rücken stahlblaugrün, auf den Flossen mit rötlichem Anflug, aber in der Färbung sehr variierend, findet sich in ruhigen, sumpfigen Gewässern des Flachlandes von Mitteleuropa und Mittelasien, gelegentlich auch im Brackwasser, gedeiht auch noch in kleinen Tümpeln und Torflöchern, lebt meist am Grund und nährt sich von kleinen Tieren und verwesenden Pflanzenstoffen, laicht im Mai und Juni an seichten Stellen meist in kleinen Gesellschaften und vermehrt sich sehr stark. Das Weibchen legt bis 300,000 Eier. Durch die Kultur sind zahlreiche Abarten entstanden, von denen eine mit sehr gestrecktem Leib als Giebel (Stein-, Teichkarausche, C. Gibelio) beschrieben wurde; eine andere Varietät ist durchweg goldgelb (Goldkarausche,

[Bd. 6, Sp. 616]


Goldkarpfen, Goldfisch). Auch erzeugt die K. regelmäßig Blendlinge mit dem Karpfen (Karausch-, Giebelkarpfen). Die K. eignet sich zur Zucht in moderigem Wasser und als Futter für Forellen. Besonders geschätzt ist sie in Rußland, wo sie alle Gewässer der Steppen bevölkert. Ihre Lebenszähigkeit gestattet, sie zu jeder Jahreszeit zu versenden. Zur Gattung K. gehört auch der Meyers Goldfisch (s. d.).
 
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Karavelle (Karawele, span. carabēla, griech. karabion, »Krabbe«), Fahrzeuge verschiedenster Form und Größe im 15. und 16. Jahrh. Die carabela redonda hatte Quersegel und die c. latina Lateinsegel. Karavellen waren die Schiffe des Kolumbus, Vasco da Gamas und der übrigen Seefahrer jener Zeit. Beschreibung der K. des Kolumbus in den »Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens« (Pola 1891, S. 503, und 1892, S. 114). Vgl. auch Tafel Meyers »Schiffstypen I«, Fig. 7.
 
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Karawane (v. pers. karwân, kerwân, eigentlich kâr-bân, »Handelsschutz«), Benennung der Reisegesellschaften im Orient, wo die Unsicherheit das Alleinreisen unmöglich macht. Die Karawanen sind zumeist Handelskarawanen (s. Meyers Karawanenhandel); in den Pilgerkarawanen ziehen die Gläubigen aus allen Teilen der islamischen Welt nach Mekka, Kerbela und andern berühmten Wallfahrtsorten. An der Spitze der K. befindet sich der Kerwan-Baschi (Karawanenoberhaupt), in einigen Ländern vom Fürsten dazu ernannt und sogar mit dem jus gladii bekleidet. Karawanenstraße nennt man jeden sichern Handelsweg. Karawansereien sind die öffentlichen Gebäude in den Städten und an der Handelsstraße, in denen jene Reisegesellschaften mit ihren Pferden und Kamelen Unterkunft finden. In Städten bestehen sie zumeist aus viereckigen, oft mit Pracht aufgeführten, ein oder zwei Stock hohen Gebäuden, deren Zimmer in den obern Stockwerken auf rund um einen Hof laufende Galerien sich öffnen. In diesen Zimmern wohnen die Kaufleute mit ihrer Ware, während das Erdgeschoß und die Kellerräume von den Tieren eingenommen werden. In der Mitte einer derartigen Herberge befindet sich meist ein Wasserbassin zum Tränken der Tiere und zu den Waschungen vor dem Gebet. Die Karawansereien, in der Türkei gewöhnlich Chane (s. Meyers Chan) genannt, sind zumeist fromme Stiftungen reicher Kaufleute, hoher Würdenträger und fürstlicher Personen. In der Türkei haben sich in der Errichtung solcher Gebäude besonders hervorgetan: Sultan Murad I., Mohammed II., Soliman der Prächtige und Achmed IV.; in Persien Schah Abbas II. und dessen Mutter, in Mittelasien Abdullah Chan Scheibani. Vgl. Vambéry, Sittenbilder aus dem Morgenland (Berl. 1876).
 
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Karawanenhandel, die Art des Handels, bei der die Beförderung von Waren durch Karawanen stattfindet, wie sie namentlich in Asien und Afrika seit alters betrieben wird. Während ein großer Teil von Asien und Nordafrika fast ausschließlich auf Kamel und Dromedar als Verkehrsmittel angewiesen ist, treten in Nordasien Pferd, Hund und Renntier, im Himalaja Yak und Schaf, im tropischen Afrika und auf den malaiischen Inseln der Mensch, in Südamerika das Maultier und in den Anden das Lama an seine Stelle. Ganz Vorderasien, die arabisch-kaspischen Steppen, die Kirgisensteppe und das Balchaschgebiet überspannend, reicht die Zone des Kamels über Innerasien bis nach Indien (Powindahkarawanen), Tibet und China hinein, selbst ganz Nordwestchina nördlich vom Yangtsekiang ist auf das Kamel als Verkehrsmittel angewiesen. Doch tritt in Persien vielfach das Maultier an seine Stelle, in Sibirien das Pferd und der Renntier- oder Hundeschlitten. Die wichtigste Karawanenstraße Zentralasiens zieht von Taschkent ins Ilital nach Kuldscha, dem größten Markt im nördlichen Tiënschan, folgt diesem Gebirge ostwärts und überschreitet es zwischen Barkul und Chami. Dann beginnt die Wüstenreise nach Sutschoufu, von wo die Straße den Nordrand des Nanschangebirges begleitet, bis sie den Huangho bei Lantschau erreicht. Das ist die berühmte Jiemönnpassage, die verhältnismäßig bequem aus Westasien nach China führt. Von Lantschau durchläuft sie Kansu und Nordschensi in der Richtung nach Singanfu im Tal des Hweiho, von wo die Waren einerseits nach Peking, anderseits nach dem Yangtsekiang gebracht werden. Eine zweite große Karawanenstraße, die den Handel zwischen China und Sibirien vermittelt, führt von Kiachta über Urga nach Kalgan und Peking. In Nordafrika ist das Kamel gleichfalls das Verkehrsmittel; die Zone der Dromedarkarawane reicht aus der Sahara bis in den Sudân hinein. Im zentralen tropischen Afrika wird das Kamel durch den Menschen abgelöst. Die Länder der Trägerkarawanen sind das ganze Kongobecken, die Hinterländer der Niederguineaküsten, teilweise auch die von Oberguinea, Ostafrika, das Seengebiet, das Obernilgebiet, die Länder zwischen dem Uëlle und dem Weißen Nil sowie alles Land bis südlich an den Sambesi und Kunene. Auch in Afrika haben sich, bedingt durch den Wüstencharakter der Sahara, über die nur wenige durch Anlage von Brunnen gangbare Wege führen, den Steppencharakter des Ostens und die Urwälder des Innern und des Westens sowie wegen der Notwendigkeit des Zusammenschlusses zahlreicher Menschen zu einer Expedition bestimmte Pfade herausgebildet, auf denen sich der Handel und Verkehr zwischen den einzelnen Ländern bewegt. Die Karawanenstraßen Afrikas vgl. Artikel »Afrika«, S. 146. In neuester Zeit hat der K. einige Einbuße erlitten durch die Eröffnung der Dampfschiffahrt auf tief ins Land eindringenden Flüssen sowie durch die Anlage von Eisenbahnen. Übrigens kann auch von einem K. zur See während des Altertums und Mittelalters gesprochen werden, indem damals zu gegenseitiger Sicherung vor Seeräubern eine Anzahl von Kauffahrteischiffen bei gemeinsamer Fahrt sich zu einer Admiralschaft zusammenschloß oder von Kriegsschiffen (Convoi) begleiten ließ. Vgl. Andree, Geographie des Welthandels, 2. Aufl., Bd. 1, S. 93 bis 306 (Stuttg. 1877).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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