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Karāt bis Karatschew (Bd. 6, Sp. 614 bis 615)
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Artikelverweis Karāt (arab. Kirât, span. u. portug. Quilate), der getrocknete Same des Johannisbrotes (Ceratonia siliqua, griech. kerátion, arab. charub), womit man in Afrika das Gold, in Ostindien die Diamanten zu wiegen pflegte. Als Juwelengewicht zerfällt das K. in 4 Grän oder 64 Teile und wiegt in Holland und Rußland 205,894, in England 205,3, in Frankreich 205,5 (früher 205,873), in Spanien 205,42, in Portugal 205,782, in Toskana 196,494 und in Neapel 205,615 mg; das preußische = 205,537 und das österreichische = 206,103 mg sind gesetzlich abgeschafft, und beim Diamantenhandel gelten alle diese Maße als gleichwertig. In England machen 151,5 Carats ein Ounce, in Frankreich 144 eine Once Diamanten aus. Außerdem bediente man sich (jetzt selten) des Karats zur Bezeichnung (Karatierung) der Feinheit des Goldes (s. Meyers Probiergewicht). In Italien und der Türkei auch eine Stufe des frühern Handelsgewichts.
 
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Karatas Plum., Gattung der Bromeliazeen, Stauden mit stark dornig gezahnten Blättern, nistendem Blütenstand in einem zwischen den Herzblättern sitzenden rispigen Kopf und zu mehreren in der Achsel eines Hochblattes stehenden, röhrigen, oben dreispaltigen Blüten, jede mit einem Deckblatt. Von den 23 Arten in Westindien ist am bekanntesten K. Plumieri Morr. (Bromelia K. Jacq., Faserananas), die wegen ihrer eßbaren Frucht auch anderswo, z. B. in Brasilien, angebaut wird. Aus den Blättern bereitet man in Guayana und andern Ländern Südamerikas, auch in Mittelamerika eine weißlich e, ziemlich glänzende Faser, die etwas gröber und steifer, auch minder fest ist als Manilahanf und als Silkgras (Seidengras) in den Handel kommt.
 
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Karatassos, griech. Freiheitsheld, geb. 1766 in Dobra (Mazedonien), gest. 21. Jan. 1830 in Naupaktos, war 17901821 Armatol von Südmazedonien, trat im Frühjahr 1822 offen gegen die türkische Herrschaft auf und kämpfte in dem befestigten Nausa gegen die Übermacht, wobei sein Erstgeborner den Heldentod fand, die Gattin aber mit drei andern Kindern in Sklaverei geriet. K. mit zwei Söhnen schlug sich nach Missolunghi durch und kämpfte bis 1830 stets unbesiegt bei Peta, auf Euböa, Skiathos, bei Schoinolacka und Thermopylä. Sein zweiter Sohn, Demetrius Tsiamis K., geb. 1798, gest. 1861 in Belgrad, war während der Freiheitskriege Genosse aller Kämpfe seines Vaters, dann erster Adjutant des Königs Otto, seit 1856 Statthalter von Argolis. Er kommandierte die Aufständischen 1841 und 1854 in Mazedonien und starb auf einer Rundreise zur Vorbereitung eines Aufstandes gegen die Türken. Sein und seines Vaters Leben beschrieb N. Philippides (Athen 1879).
 
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Karatataren (Nogaier), s. Tataren.
 
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Karategin, Landschaft in Zentralasien, der östlichste Teil des Chanats Bochara, grenzt im N. und O. an das russische Ferghanagebiet, im S. an Darwas, im W. an Hissar, 21,535 qkm. An der Nordgrenze ziehen das Hissar- und das Serafschangebirge (Pik Baba 6000 m), an der Südgrenze die Peter I.-Kette (7600 m) und das Darwasgebirge hin, das Surchabtal einschließend. Das Klima ist rauh und

[Bd. 6, Sp. 615]


schneereich; während des langen Winters sinkt die Temperatur bis gegen -50°. Die Abhänge und Täler tragen Nußbäume, Ahorne, Ebereschen, Apfel- und Birnbäume, auch zieht man Maulbeer-, Aprikosen-, Pfirsich-, Kirschbäume, stellenweise auch Wein. Die Flüsse führen Goldsand. Getreide wird trotz der dichten Bevölkerung (Tadschik und Karakirgisen) noch ausgeführt. Bei der Ausdehnung der Weiden ist auch die Viehzucht (Ziegen, Pferde, Schafe, Rindvieh) bedeutend. Der Fürst, ein Vasall des Emirs von Bochara, führt den Titel Schah und wohnt in Harm (Garm), mit 340 Höfen, am rechten Ufer des Surchab. Bis 1868 soll K. unabhängig unter einem Schah aus den Nachkommen Alexanders d. Gr. gestanden haben. 1868 versuchte der Regent des Kuljab, Sary-Chan, ein Schutzbündnis gegen den Emir von Bochara abzuschließen. Schah Mozaffer ging darauf nicht ein und wurde infolgedessen von Sary-Chan gefangen genommen. Letzterer, durch einen Angriff des Emirs von Bochara gezwungen, nach Kuljab zurückzukehren, setzte den gefangenen Schah Mozaffer als seinen Regenten in K. ein. 1870 wurde K. von chokandischen Truppen eingenommen und Schah Mozaffer kriegsgefangen Chudojar-Chan übergeben. 1877 wurde K. vollständig von Bochara abhängig und erhielt von dort einen Bey.
 
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Karatheodori, Alexander (Isken der Pascha), türk. Staatsmann, geb. 20. Juli 1833 in Konstantinopel aus einer angesehenen griechischen Familie des Fanar, wurde in Konstantinopel und Paris ausgebildet, trat in den diplomatischen Dienst der Pforte und wurde von A (a)li Pascha in das Ministerium des Auswärtigen berufen. Nachdem er sich 1869 mit der Tochter des Fürsten Musuros von Samos vermählt hatte und einige Zeit Gesandter in Rom gewesen war, trat er 1876 als Musteschar (Unterstaatssekretär) in das Ministerium. Im Juni 1878 ward er als Bala mit dem Titel Pascha zum ersten Bevollmächtigten der Pforte auf dem Kongreß in Berlin ernannt. Danach führte er in Wien die Verhandlungen mit der österreichischen Regierung über die Okkupation Bosniens und ward im November zum Generalgouverneur von Kreta, 4. Dez. aber zum Minister des Auswärtigen unter Chaireddin Pascha ernannt. Im Juli 1879 wieder zurückgetreten, ward er 1885 zum Fürsten von Samos erhoben und 1895 wieder zum Gouverneur von Kreta ernannt, nahm jedoch 1896 wegen des Ausbruchs der Unruhen seine Entlassung.
 
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Karatierung, s. Karat und Meyers Goldlegierungen.
 
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Karätigkeit, s. Meyers Feingehalt.
 
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Karatowa, Stadt, s. Meyers Kratovo.
 
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Karatschai, Landschaft im Quellgebiete des Kuban und der Teberda, am Westfuß des Elbrus, von Karatschaiern (Bergtataren) bewohnt.
 
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Karatschew, Kreisstadt im russ. Gouv. Orel, am Sueshet (zur Desna) und an der Eisenbahn Riga-Orel, mit 10 Kirchen, einer Stadtbank, zahlreichen Ölpressen und Seilereien, Handel mit Hanf, Korn, Mohn- und Hanfsamen und (1897) 15,842 Einw.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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