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Karakolieren bis Karamsin (Bd. 6, Sp. 612 bis 613)
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Artikelverweis Karakolieren (franz.), s. Meyers Deutsche Reiter.
 
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Karakorūm, 1) (tibet. Nyentschen Tangla, »Steppenpaß der großen Wildnis«, im W. auch Mustagh, »Eisgebirge«) Gebirgskette in Zentralasien, das zweithöchste Gebirge der Erde, zieht vom Pamirplateau nördlich und parallel zum westlich m Himalaja in südöstlicher Richtung, bildet die Nordgrenze von Kaschmir und die Wasserscheide zwischen den Becken des Indus und des Tarim. Der K. besteht aus weiten Hochtälern mit Talsohlen bis zu 5210 m Höhe; die sie begleitenden Berge erreichen im Meyers Dapsang (s. d.) oder Godwin Austen-Pik 8620 m, von dem die mächtigsten Gletscher der Erde (Biafo und Baltoro) ausgehen. Der 5580 m hohe Karakorumpaß verbindet das Tal des Schajok mit dem des Jarkand; westlicher liegt der Mustaghpaß. Die Schneegrenze liegt auf der Nordseite bei 5500 m, auf der Südseite bei 5800 m (s. Karte »Zentralasien«). Vgl. Schlagintweit, Die Pässe über die Kammlinien des K. (Münch. 1874); Conway, Climbing and exploration in the Karakorum-Himalayas (Lond. 1894); Eckenstein, The Karakorams and Kashmir (das. 1896); F. u. W. Workman, In the ice world of Himalaya (das. 1900). 2) (Chara-Cheem, »schwarze Festungsmauer«) die Ruinen des Hoflagers der ehemaligen Mongolenchane von Dschengis-Chan bis 1264 im nördlichen Asien, im Gebiete der Chalka, 8 km vom Orchonfluß, im W. von Urga, bestehen aus viereckigen, 500 Schritt langen Wällen von Tonerde. d'Anville verlegt K. weiter nach SO.
 
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Karakūm (kirgis., »schwarzer Sand«), Sandwüste im russischen Turkistan, zwischen Aralsee, den Flüssen Sir Darja und Sary Su und dem Arakal-Barbisee. 370 km lang und 140 km breit, besteht aus kahlen Flugsandhügeln und Depressionen mit Resten von Meeresmuscheln; die dürftige Vegetation gestattet Herden den Aufenthalt. S. die Karten »Persien« und »Zentralasien«.
 
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Karakurte, s. Meyers Malmignatte.
 
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Karakus, das Schattenspiel in islamischen Ländern, aus türk. Meyers Karagös (s. d.).
 
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Karalēne, ein 1811 beim Gute Kummetschen, im Kreis Insterburg des preuß. Regbez. Gumbinnen, angelegtes evang. Lehrerseminar.
 
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Karaman (Karaman Ili), Landschaft im südlichen Kleinasien (s. Karte »Kleinasien«), umfaßt das heutige Liwa Konia oder die alten Landschaften Lykaonien, Isaurien und Teile von Kappadokien. Der Norden und Nordwesten wird von der Salzsteppe mit dem Tüz-Tschöllü (Salzsee), der Westen und Süden von den Taurusketten eingenommen. Im westlichen Teile liegen mehrere Seen: Akschehr Göl, Ejerdir Göl, Beischehr Göl etc. K. hat seinen Namen von einem Stamm K., der einst über K. herrschte, 1466 aber den Türken untertänig wurde. Die Stadt K. (das alte Laranda), 90 km südöstlich von Konia, am Nordfuße des Taurus 990 m hoch gelegen, ist Station der Bagdadbahn, hat viel Fontänen, 7 Moscheen, ein Kastell, Baumwollweberei, Teppichknüpferei uno 78000 Einw.
 
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Karambolieren (franz.), beim Meyers Billard (s. d., S. 877) seinen Ball so spielen, daß er mit mehreren (wenigstens zwei) Bällen zusammenprallt oder sie berührt; im übertragenen Sinn von Personen gebraucht, die in unliebsamer Weise zusammentreffen. Karambolage (spr. -āsch'), das Karambolieren.

[Bd. 6, Sp. 613]



 
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Karămel (griech. ?), braune amorphe Masse, die beim Erhitzen des Zuckers auf 190220° entsteht; sie schmeckt bitter, zieht an der Luft Feuchtigkeit an, ist löslich in Wasser und Alkohol, nicht gärungsfähig. K. färbt große Mengen Wasser oder Weingeist braun und wird als Zuckercouleur (Couleur) zum Färben von Likören, Bier, Essig, Rum, Obstwein, Bratensaucen etc. benutzt. Diese Zuckercouleur bereitet man aus Stärkezucker oder Stärkesirup, der mit etwa 2,5 Proz. Ätznatron und 5 Proz. Wasser (für Essigcouleur mit kohlensaurem Ammoniak) gekocht wird, bis er sich in eine dunkelbraune, sich aufblähende Masse verwandelt hat, die man mit Wasser vermischt, bis sie Sirupskonsistenz angenommen hat. Die Zuckercouleur muß den verschiedenen Zwecken angepaßt werden, Rumcouleur muß sich in starkem Spiritus, Biercouleur in Bier klar lösen etc. Vgl. Aßmuß, Die Fabrikation der Zuckercouleur (Berl. 1866).
 
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Karamellen (Brustkaramellen; franz. caramel. span. caramelo, Zuckerkandis, v. mittellat. canna mellis, Honig- oder Zuckerrohr), sogen. Hustenbonbons (mit Eibisch- und Süßholzwurzelextrakt etc.).
 
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Karamsin, Nikolai Michailowitsch, der berühmteste russ. Geschichtschreiber, geb. 12. Dez. 1766 zu Michailowka im Gouv. Orenburg, gest. 3. Juni 1826 in Zarskoje Selo, erhielt seine Bildung in Moskau, trat sodann zu Petersburg in Militärdienste, widmete sich aber bald den Wissenschaften. Nachdem er mit seinen »Blättern für Kinderlektüre« und »Lektüre der Kinderschriften« (Mosk. 178589, 2 Bde.) als Schriftsteller aufgetreten, unternahm er 1789 eine Reise durch Deutschland, die Schweiz und Frankreich und kehrte 1791 nach Moskau zurück, wo er zunächst mit andern das »Moskauische Journal« (179192) begründete, dann die »Aglaja« (179495, 2 Bde.; deutsch von Biedenfeld, Leipz. 1819), eine Sammlung romantischer und historischer Erzählungen, »Meine Bagatellen« (179498), eine Sammlung seiner kleinern poetischen und prosaischen Arbeiten, und die »Briefe eines reisenden Russen« (Mosk. 17971801, 6 Bde.; deutsch von Richter, Leipz. 1802, 6 Bde.) veröffentlichte. Es folgten die »Aeonidae« (Mosk. 1799), eine Sammlung von Gedichten, das »Ausländische Pantheon« (1798), eine Art Literaturzeitung, und das »Pantheon russischer Autoren« (1801). 1803 zum Reichshistoriographen ernannt, arbeitete er seitdem ununterbrochen an seinem Hauptwerk, der »Geschichte des russischen Reiches« (Petersb. 181629, 12 Bde., von denen der letzte von Bludow vollendet ist; 6. Aufl., das. 185053), einem bis jetzt insbes. in bezug auf die Form unübertroffenen Nationalwerk, zu dessen Abfassung der Staat ihm alle Archive öffnete, und dessen Druck der Kaiser mit einer namhaften Summe unterstützte. Die beste Übersetzung ist die französische von Saint-Thomas und Jauffret, von K. selbstdurchgesehen (Par. 181920, 8 Bde.); eine deutsche Übertragung, nach der zweiten Originalausgabe, erschien Riga 182027, eine andre Leipzig 182331. Karamsins Werk reicht nur bis 1611. Sein literarischer Nachlaß erschien 1862 in Petersburg. Zu Simbirsk ward ihm 1845 ein Denkmal gesetzt. Seine Biographie schrieb Pogodin (Mosk. 1800, 2 Bde.).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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