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Kara Giorg bis Karăjan (Bd. 6, Sp. 611 bis 612)
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Artikelverweis Kara Giorg, Pseudonym, s. Meyers Brühl 3).
 
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Karagola, Ort im Distrikt Purniah, Division Bhagalpur der britisch-ind. Provinz Bengalen, am linken Gangesufer, berühmt wegen seiner zehntägigen Messe, die 3040,000 Menschen aus ganz Indien und Nepal zusammenführt.
 
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Karagös (türk., eigentlich »Schwarzauge«, arab. Karakus oder Chajâl), eine dem chines. Schattenspiel ähnliche, mit unserm Kasperletheater zu vergleichende Volksbelustigung der Türken, bei welcher der Spieler hinter einer erhellten transparenten Leinwand Puppen herumtanzen läßt; die Benennung stammt von der Hauptperson der das Auftreten der Marionetten begleitenden, meist obszönen Dialoge, dem K., einem Hanswurst gröbster Sorte von der Erscheinung des auf der römischen Bühne heimischen Priap; die übeln Späße bilden im Fastenmonat Ramadân eine beliebte Abendunterhaltung für jung und alt. Vgl. v. Luschan im »Internationalen Archiv für Ethnologie«, Bd. 2 (Leiden 1889).
 
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Karagunides (»Schwarzröcke«), griech. Name walachischer, aber Griechisch sprechender und wegen ihrer Räubereien gefürchteter Hirten in Akarnanien, die in sieben Dörfern westlich des Aspropotamos ansässig geworden sind und auch Ackerbau betreiben, während sie im Sommer mit ihren Herden das Gebirge aufsuchen.
 
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Karagwé (Karagué), Landschaft in Deutsch-Ostafrika, am Westufer des Victoria Niansa, zwischen 1° und 2°40' südl. Br., im N. und W. begrenzt vom Kagera (gegen Budu und Ruanda), im O. von der Urigi-Luenssingasenke, im S. vom Gebiete der Ussul, besteht aus einer bis 1800 m hohen Schollenlandschaft mit Parksteppe, die durch zahlreiche steilwandige Täler gegliedert wird. Die Schichten von Schiefertonen, Sandsteinen und Quarziten sind in ihrer Lagerung stark gestört und aufgefaltet. Die Bevölkerung (ca. 30,000) besteht aus wenigen herrschenden Wahinda und den eingesessenen Wanyambo, welche die Hauptmasse der Bevölkerung bilden. Bedeutendster Ort und Handelsplatz, an dem sich viele arabische Händler niedergelassen haben, ist Kafuro.
 
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Karai, Ladislaus, ungar. Diplomat unter Matthias Corvinus, seit 1468 Propst von Ofen. Er (nicht Lad. Geréb) berief 1471 den Nürnberger Buchdrucker Andr. Heß nach Ofen, der dann die erste Druckerei Ungarns errichtete. Er starb um 1485. Vgl. die Abhandlung von Fraknói (Budap. Akademie, 1897).
 
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Karaïben, s. Kariben.
 
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Karaïbenfisch, s. Meyers Sägesalmler.
 
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Karaïskakis, Georgirs, griech. Freiheitsheld, geb. 1782 in Sklylikaria bei Arta als Armatole, gest. 4. Mai 1827, erwarb sich die Gunst Ali Paschas, in dessen Garde er 1807 eintrat, schloß sich nach dessen Sturz (1822) dem griechischen Aufstand an und kämpfte, klein, aber feurig und begabt, in Ätolien. Als 1825 Missolunghi bedrängt wurde, bezog K., den seine Geliebte in Amazonentracht begleitete, bei Salona ein Lager; als die Festung dennoch fiel, ward K. zum Oberanführer in Rumelien ernannt und zwang durch kleinen Krieg die türkischen Truppen bald zur Räumung. Hierauf wandte er sich mit 6000 Mann nach Livadien, siegte bei Dobrena und im Dezember 1826 bei Arachova, wo er aus den Köpfen von 2000 Türken eine Pyramide errichtete. Scharen von Freiwilligen strömten nun zu K.' Fahnen. Schon hatte er durch neue Siege bei Volizza und Lepanto den Weg nach W. geöffnet und Chaidara erreicht, als im Januar 1827 die Türken bei Distomo erschienen. K. trat den Rückweg an, schlug 18. Febr. bei Karistos den Feind, fiel aber bei dem Versuch, die Akropolis zu entsetzen, unweit der vom Piräeus nach Athen führenden Straße. Dort ward ihm 4. Mai 1835 ein Denkmal errichtet. Panagiotis Sutsos hat K. zum Gegenstand eines Trauerspiels gemacht. Vgl. Paparrhigopulos, Georg K. (griech., Athen 1877).
 
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Karaïsmus, Lehre der Karaïten od. Meyers Karäer (s. d.).

[Bd. 6, Sp. 612]



 
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Karăjan, Theodor Georg von, Germanist, geb. 22. Jan. 1810 in Wien von griechischen Eltern, gest. 28. April 1873, studierte in seiner Vaterstadt und arbeitete hierauf 182932 in der Kanzlei des Kriegsministeriums, 183241 im Archiv des Finanzministeriums. Seit 1841 bei der kaiserlichen Hofbibliothek angestellt, ward er im Mai 1848 ins deutsche Parlament gewählt. Im November 1850 erhielt er die Professur der deutschen Sprache und Literatur an der Wiener Hochschule, die er jedoch infolge der Verordnung des Grafen Thun, daß kein Akatholik an der Universität in Wien ein akademisches Ehrenamt bekleiden dürfe, niederlegte. Er wurde 1851 Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er seit 1848 war, 1854 Kustos der Hofbibliothek, 1866 Präsident der Akademie, 1870 zweiter Vorstand der Hofbibliothek. K. hat sich namentlich durch Ausgaben älterer deutscher Literaturwerke Verdienste erworben. Dahin gehören: »Frühlingsgabe für Freunde älterer Literatur«, ein Sammelwerk (Wien 1839; 2. Aufl. u. d. T. »Der Schatzgräber«, Leipz. 1842); Michael Behaims »Buch von den Wienern« (Wien 1843) und dessen »Zehn Gedichte zur Geschichte Österreichs und Ungarns« (1849); ferner »Seifried Helbling« (1844); »Deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrhunderts« (1846); »Wolfgang Schmelzls Lobspruch der Stadt Wien« (1849); »Zwei bisher unbekannte deutsche Sprachdenkmale aus heidnischer Zeit« (1858) u. a. Außerdem veröffentlichte er unter anderm: »Zur Geschichte des Konzils von Lyon 1245« (Wien 1850); »Das Verbrüderungsbuch des Stiftes St. Peter zu Salzburg« (das. 1852); »Über Heinrich den Teichner« (das. 1855); »Maria Theresia und Graf Sylva-Tarouca« (das. 1859); »Joseph Haydn in London 1791 und 1792« (das. 1861); »Abraham a Sancta Clara« (das. 1867); »Kaiser Leopold I. und Peter Lambeck« (das. 1868); »Zu Seifried Helbling und Ottacker von Steiermark« (das. 1870). Vgl. Vahlen im »Almanach der Wiener Akademie« vom J. 1874, S. 195213. Sein ältester Sohn, Max Theodora. K., geb. 1833, seit 1859 Professor der Philologie an der Grazer Universität, schrieb: »Über die Handschriften der Scholien zur Odyssee« (Wien 1857).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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