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Karabiniere bis Karadžić (Bd. 6, Sp. 609 bis 610)
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Artikelverweis Karabiniere, ursprünglich soviel wie berittene Arkebusiere. Heinrich IV. teilte solche K. seiner schweren Reiterei zu, später waren sie bald in selbständige Abteilungen formiert, bald auf die Reiterregimenter verteilt. In der Napoleonischen Zeit und später gab es K. als schwere Reiterregimenter. Nach 1870 verschwand der Name in Frankreich. Seit 1876 führt ein königlich sächsisches schweres Reiterregiment den auch schon früher in dieser Armee üblich gewesenen Namen K. Belgien hat ein Regiment K. mit vier aktiven und drei Reservebataillonen. In Italien sind K. soviel wie Gendarm.
 
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Karabugas, abflußloser Golf des Kaspischen Meeres an dessen Ostküste (s. Karte »Persien«), der von ihm durch zwei schmale sandige Landzungen, zwischen denen ein schmaler Kanal hindurchführt, abgetrennt wird. Seine Oberfläche übersteigt 16,000 qkm. Die Tiefe schwankt zwischen 4 und 12 m, sinkt aber an der Einfahrt bis auf 1 m. Durch diese Einfahrt strömt das Wasser des Kaspischen Meeres beständig mit großer Geschwindigkeit in den Golf. v. Baer hat nachgewiesen, daß die starke Verdunstung der flachen, der Provinz Ostpreußen an Größe gleichkommenden Wasserfläche des Golfes die Erscheinung genügend erklärt. Der K. wird daher immer salziger (28,5 Proz. Salzgehalt, nach Baer empfängt er täglich 350,000 Ton. Salz), so daß Fische in ihm nicht mehr leben können und Salz in großen Massen sich an seinen Ufern ablagert. Vgl. Seidlitz, Der K.-Meerbusen (»Globus«, Bd. 76, 1899, Nr. 1317, mit Karte).
 
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Karachurma, s. Meyers Diospyros.
 
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Karácsonyi (spr. karātschonji), Johann, ungar. Historiker, geb. 15. Dez. 1858 in Gyula, wirkte, zum Priester geweiht, als Professor am bischöflichen Seminar in Großwardein und lebt jetzt als Professor der Kirchengeschichte in Budapest. Er ist Mitglied der ungarischen Akademie und gegenwärtig der beste Kenner des Árpádenzeitalters. Von seinen (in ungarischer Sprache erschienenen) Werken sind zu nennen. »Ungarn und das große Kirchenschisma« (1885); »Das Leben und Wirken des heiligen Gerhards« (preisgekrönt,

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1887); »Die Urkunden des heiligen Stephans und die Bulle Papst Silvesters II.« (preisgekrönt, 1891); »Geschichte des Békéser Komitats« (1896); »Die Landeseroberung und Siebenbürgen« (1896); »Die Ahnen Bethlen Gábors« (1897); »Die Goldene Bulle« (1899); »Der heilige Emerich« (1899); »Die ungarischen Geschlechter bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts« (preisgekrönt, Bd. 13, Budapest, Akademie, 190003); »Verzeichnis der unechten, falsch datierten und undatierten Urkunden bis zum Jahr 1400« (1900); »Denkmäler aus der Reformationszeit« (mit Vimyitai und Rapaics; Bd. 1 u. 2,1526 bis 1534, Budap. 1902); »Geschichte des heil. Stefan« (das. 1904).
 
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Karadagh, türk. Name von Montenegro. Auch Name eines Gebirgszuges im nordwestlichen Persien, südlich vom Grenzfluß Aras.
 
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Kara Dengiz, türk. Name des Schwarzen Meeres.
 
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Karadjordje (Karageorg), s. Meyers Czerny 1).
 
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Karadscha Dagh (Cerna Gora), Gebirge in Ostrumelien, nordöstlich von Philippopel, durch die Tundscha vom Balkan getrennt, bis 1440 m hoch; s. Balkan 1).
 
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Karadschitsch, s. Karadžić.
 
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Karadschowa, s. Meyers Moglena.
 
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Karadžić (spr. karádschitch), Vuk Stefanović, der Begründer der neuserbischen Schriftsprache und Literatur, geb. 7. Nov. 1787 in Trschitsch an der Drina im damals noch türkischen Serbien aus einer herzegowinischen Familie, gest. 7. Febr. 1864 in Wien. Obschon es in seinem Geburtsort an allen Bildungsmitteln fehlte, überwand doch der starke Wissensdrang des Knaben alle Hindernisse: aus einer altslawischen Bibel lernte er beim Hüten der Herde lesen, aus Schilf schnitzte er sich Federn, und aus Schießpulver bereitete er sich Tinte. Dabei sammelte er fleißig die Lieder, Sprichwörter und Erzählungen, die im Munde des Volkes lebten. Nachdem sich K. an dem serbischen Aufstand gegen die Türken 1804 beteiligt, begab er sich nach dessen Unterdrückung nach Karlowitz in Österreich und besuchte die dortige Schule, wo er Lateinisch und Deutsch lernte. Hierauf nahm er an einem neuen Aufstand gegen die Türken als Sekretär des serbischen Führers Nenadović teil, wurde Geheimsekretär des Senats in Belgrad und mit wichtigen politischen Missionen betraut. Als aber 1813 die Türken wieder das Übergewicht erlangten und der Held Karadjordje nach Österreich fliehen mußte, begab sich K. gegen Ende 1813 nach Wien. Hier wurde er von dem Slawisten Kopitar, der seine ausgezeichnete Begabung für Auffassung von Volksart und Volkssprache erkannte, bewogen, sich ausschließlich literarischen Arbeiten zu widmen. Die damalige serbische Schriftsprache war Meyers Kirchenslawisch (s. d.), vermischt mit serbischen Bestandteilen; K.' Bestreben war daher, die reine Volkssprache der Serben mit einfacher, verständlicher Orthographie an die Stelle jener zu setzen und zur Schriftsprache zu erheben. Zu diesem Zweck unermüdlich tätig, veröffentlichte er zunächst eine kleine Sammlung von Liedern in der serbischen Volkssprache (»Mala prostonarodna slaveno-srbska pesmarica«, Wien 1814), der er den ersten Versuch einer serbischen Grammatik (»Pismenica srbskogajezika«, das. 1814) und sein serbisches Wörterbuch (»Srbski rječnik«, mit lateinischer und deutscher Übersetzung der Wörter und vielen ethnologisch-historischen Erklärungen, das. 1818; 2. vermehrte Aufl. 1852; 3. Aufl., Belgrad 1898) folgen ließ. Als Einleitung war dem letztern Werk eine neue Bearbeitung seiner Grammatik beigegeben, die Jakob Grimm 1824 ins Deutsche übersetzte. Am meisten erregte er die allgemeine Aufmerksamkeit, auch des Auslandes, durch seine musterhafte Sammlung serbischer Volkslieder: »Srpske narodne pjesme« (Leipz. u. Wien 182333, 4 Bde.; 2. erweiterte Ausg., Wien 184165; dazu noch »Srpske pjesme iz Herzegovine«, das. 1866), die in viele fremde Sprachen übersetzt wurde (deutsch von Gerhard, Leipz. 1828, 2 Bde.; 2. Aufl. 1877; von Kapper, das. 1852, 2 Bde.; von Talvj, 2. Aufl., das. 1853, 2 Bde.). Eine neue Ausgabe der Volkslieder erschien in Belgrad 18911902 in 9 Bänden. Außerdem gab er für serbische Geschichte und Philologie den Almanach »Danica« (»Morgenstern«, Wien 182634, 5 Bde.) sowie »Serbische Volkssprüche« (»Srpske narodne poslovice«, 2. Aufl., das. 1849) und eine Sammlung serbischer Volksmärchen (»Srpske narodne pripovijetke«, das. 1853; 2. Aufl., das. 1870; neue Ausg., Belgrad 1897; deutsch von K.' Tochter Wilhelmine, Berl. 1854), heraus. Im Anschluß hieran (als Bd. 2) erschien 1900 in Belgrad (aus seinem handschriftlichen Nachlaß) »Serbische Sprichwörter« (»Srpske narodne poslovice«) 1828 wurde K. vom Fürsten Milosch von Serbien zur Ausarbeitung eines Gesetzbuches beauftragt, infolgedessen er nach Belgrad übersiedelte; doch konnte er das despotische Wesen des Fürsten auf die Dauer nicht ertragen und kehrte nach zwei Jahren nach Wien zurück. 183435 bereiste er Dalmatien und Montenegro (worüber er in dem Werk »Montenegro und die Montenegriner«, 1837, berichtete), 183738 Ungarn und Kroatien, später wiederholt Serbien. Von den Akademien der Wissenschaften in Wien, Berlin, Petersburg, Moskau etc. wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Von seinen Schriften ist noch seine mustergültige serbische Übersetzung des Neuen Testaments (Wien 1847) zu erwähnen. Anfangs vielfach angefochten, ist K. mit seinen Reformen jetzt allgemein durchgedrungen. Eine Sammlung seiner grammatischen und polemischen Schriften erscheint in Belgrad seit 1894 (bis jetzt 3 Bde. in 5 Teilen), seiner historischen und ethnographischen Schriften daselbst seit 1898 (bis jetzt 1 Band).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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