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Kapurthalā bis Kapuzinerkraut (Bd. 6, Sp. 606 bis 607)
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Artikelverweis Kapurthalā, Tributärstaat in der britisch-ind. Provinz Pandschab, 1549 qkm mit (1901) 314,351 Einw. (178,326 Mohammedaner, 93,652 Hindu, 42,101 Sikh), wozu in Audh 1813 qkm mit 249,301 Einw. kommen, über die der Radscha (vom Sikh-Stamm) keine Hoheitsrechte ausübt. Hauptprodukte sind Zuckerrohr, Baumwolle, Weizen, Mais, Tabak. Die Einkünfte des Staates betragen 20 Mill. Rupien, wovon 1,5 Mill. als Tribut an die englische Regierung zu zahlen sind; außerdem hat der Radscha 1112 Mann mit 13 Geschützen zu stellen. Die Hauptstadt K. hat (1901) 18,519 Einw.
 
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Kapusta (russ.), Kopfkohl, Kappes; s. Meyers Kohl.
 
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Kapustin, Michael Nikolajewitsch, russischer Rechtsgelehrter, geb. 1827, gest. 23. Nov. 1899, studierte die Rechte, war Direktor des juristischen Demidow-Lyzeums in Jaroslaw, als er 1883 zum Kurator des Dorpater Lehrbezirks vom Zaren Alexander III. ernannt wurde. Mit großem Organisationstalent ausgerüstet, verlegte er den Sitz des Kuratoriums von Dorpat nach Riga, um von der Berührung mit den deutschen Professoren frei zu sein, und bewirkte es, unterstützt von dem fanatischen Russifikator Senator Manassein, daß die deutsche Unterrichtssprache in der Universität Dorpat und in den Schulen durch die russische verdrängt wurde. Nach Vollendung seiner Aufgabe wurde er 1890 Kurator des Petersburger Lehrbezirks, hielt dem jetzigen Zaren Nikolaus II. und dem Thronfolger Großfürsten Georg Vorlesungen über das Völkerrecht und war Schiedsrichter im französisch-holländischen Guayanastreit und dem englisch-amerikanischen Streit über den Robbenfang im Beringmeer, nahm aber 1898 aus Anlaß der Studentenunruhen seine Entlassung. Er schrieb: »Die diplomatischen Beziehungen Rußlands zu Westeuropa im 17. Jahrhundert«, »Von der Bedeutung der Nationalität im Völkerrecht«, »Das altrussische Bürgschaftsgesetz«, »Ein Blick auf den Stand der politischen Wissenschaft in Europa«, »Abriß der Rechtsgeschichte in Westeuropa«, »Ethnographie und Recht« u. a.
 
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Kaputt gehen (Kapores) nach den einen vom französischen capot (Matsch im Kartenspiel), wahrscheinlicher vom hebräischen kapparoth (Opfer) herkommende Redensart aus der großen Gruppe derjenigen, die das allmähliche Verderben und Herunterkommen einer Person oder eines Geschäftsunternehmens als fortschreitenden Vorgang darstellen. Man vergleiche »Um die Ecke gehen, Pleite- und Flöten gehen (beides vom hebr. pletah, Flucht), Futsch-, vor die Hunde-, zum Kuckuck-, zum Teufel-, in die Wicken etc. gehen.«
 
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Kapuvár, Großgemeinde im ungar. Komitat Ödenburg, an der Rabnitz und der Raab-Ödenburger Bahn, mit Schloß und Musterwirtschaft des Fürsten Esterhazy, Bezirksgericht und (1901) 6642 magyarischen (römisch-kath.) Einwohnern.
 
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Kapuze (mittellat. caputium), Kleidungsstück, das den Kopf rings umgibt und als Kragen die Schultern bedeckt, hinten zugespitzt, vorn unter dem Kinn geknöpft; wird besonders von Frauen und Mönchen getragen (bei letztern an die Kutte angenäht) und gab dem Kapuzinerorden den Namen. Vgl. Gugel.
 
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Kapuzināde (franz.), possenhafte, derbe Strafpredigt nach Art derer der Meyers Kapuziner (s. d.); berühmt ist die Kapuzinerpredigt in »Wallensteins Lager« von Schiller.
 
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Kapuziner (Capucini ordinis fratrum minorum), ein Zweig des Franziskanerordens, der unter allen Kongregationen die strengste Regel hat. Die K. tragen braune, wollene Kutten mit langen, spitzen Kapuzen (daher ihr Name) und Sandalen an den bloßen Füßen. Gestiftet 1525 vom Pater Matteo di Bassi (Baschi) im Observantenkloster Monte Falco in Urbino, 1528 vom Papst Clemens VII. bestätigt, konstituierten sie sich 1529 als extremer, das Proletariat unter den Mönchen darstellender Bettelorden. Mit der Zeit fanden sie in verschiedenen Ländern Eingang, 1593 auch in Deutschland. Erst 1619 erhielten sie eigne Generale. Als burleske Volksprediger (daher der Ausdruck »Kapuzinade«) und geschickte Bettler verspottet und durch körperliche wie geistige Verwahrlosung herabgekommen, haben sie das Schicksal der Orden im 18. wie im 19. Jahrh. geteilt, bis der Aufschwung des Ultramontanismus auch ihnen wieder neue Kräfte zuführte. 1904 zählte der stark im Wachsen begriffene Orden in 57 Provinzen (in Deutschland die rheinisch-westfälische und die bayrische) 706 Klöster mit 9773 Mitgliedern (darunter 6222 Priester und Kleriker). Er leitet über 600,000 Tertiarier (s. d.). Kapuzinerinnen gibt es seit 1538, zurzeit noch einige Klöster in Frankreich, Italien, Spanien und Amerika. Vgl. die seit 1884 in Rom erscheinenden »Analecta Capucinorum«; Steidl, Die Missionen der Kapuziner in der Gegenwart (Meran 1890); Heimbucher, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 1 (Paderb. 1896).

[Bd. 6, Sp. 607]



 
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Kapuzineraffe, s. Meyers Rollschwanzaffe.
 
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Kapuzinerbart, Pflanze, s. Cichorium.
 
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Kapuzinerkraut, s. Meyers Nigella.

 

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