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Kaposvár bis Kappel (Bd. 6, Sp. 601 bis 602)
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Artikelverweis Kaposvár (spr. káposchwār), Stadt mit geordnetem Magistrat und Sitz des ungar. Komitats Somogy, am Kapos, Knotenpunkt an der Bahnlinie Budapest-Agram-Fiume, mit Schloßruine, Kathedrale im romanischen Stil, Nonnenkloster, großer Infanteriekaserne, bedeutenden Pferdemärkten, Dampfmühlen, Zuckerfabrik, Ziegeleien, Wein- und Tabakbau, Gerichtshof, Finanzdirektion, Obergymnasium, Taubstummeninstitut und 18,218 magyarischen (meist römisch-kath.) Einwohnern.
 
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Káposztafalu, s. Meyers Kapsdorf.
 
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Káposztás-Megyer (spr. kāpoßtāsch-médjer), Pußta mit Villenkolonie im ungar. Komitat Pest, nordöstlich von Budapest; hier befinden sich königliche Stallungen und die Meute für die Hofjagden, ferner das große Wasserwerk für Budapest.
 
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Kapp (Mehrzahl Kappar), früher in Schweden und Finnland ein Hohlmaß zu 1/36 Korntonne oder 13/4 Kannor = 4,58 Lit., sowie ein Feldmaß = 154,27 qm. In Livland hatte eine Tonnstelle 35 und eine Loofstelle 25 Kappen zu 1600 QFuß oder 148,64 qm.
 
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Kapp, 1) Christian, philosoph. Schriftsteller, geb. 1790 in Bayreuth, gest. 31. Dez. 1874 in Heidelberg, war 182236 außerordentlicher Professor der Philosophie in Erlangen, seit 1839 Honorar-, 1840 bis 1844 ordentlicher Professor der Philosophie in Heidelberg. Er hat als Jünger Hegels »in sich alle bedeutenden philosophischen Anschauungen der alten u. neuen Zeit vereinigt«. In den Schriften: »Christus und die Weltgeschichte« (Heidelb. 1823, anonym), »Über den Ursprung der Menschen und Völker« (Nürnb. 1829) und in dem anonym erschienenen Pamphlet »Schelling und die Offenbarung« (Leipz. 1843) bewährte er sich als ebenso scharfsinniger wie erbarmungsloser Gegner. Vgl. L. Feuerbach, Dr. Christian K. und seine literarischen Leistungen (anonym, Mannh. 1839); »Briefwechsel zwischen L. Feuerbach und Chr. K.«, 18321848 (das. 1876).
   2) Ernst, Geograph, geb. 15. Okt. 1808 in Ludwigstadt (Oberfranken), gest. 30. Jan. 1896 in Düsseldorf, studierte Philologie und wurde Gymnasiallehrer in Minden, mußte aber 1848 seine Stellung aufgeben u. ließ sich in Texas nieder. In den 1860er Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und nahm seinen Wohnsitz in Düsseldorf. Er schrieb: »Vergleichende allgemeine Erdkunde« (Braunschw. 1845, 2 Bde.; 2. Aufl. 1868) und »Grundlinien einer Philosophie der Technik« (das. 1877).
   3) Friedrich, Geschichtschreiber und Politiker, geb. 13. April 1824 in Hamm, gest. 27. Okt. 1884 in Berlin, studierte 184245 die Rechte, ward Referendar, nahm aber 1848 seinen Abschied und beteiligte sich am Septemberaufstand in Frankfurt a. M., flüchtete 1849 nach Paris, wurde Erzieher im Hause von A. Herzen und folgte diesem nach Genf. Ende 1849 wanderte er nach New York aus, wo er sich, als Advokat 185070 praktizierend, auch politisch im Sinne der republikanischen Partei betätigte. Im Mai 1870 nach Deutschland zurückgekehrt, ward er bald in den Reichstag und in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt, in denen er zur nationalliberalen Partei, später zu den Sezessionisten und zuletzt zur neuen Deutschen freisinnigen Partei gehörte. Er schrieb: »Leben des amerikanischen Generals Friedr. Wilh. v. Steuben« (Berl. 1858); »Geschichte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten von Amerika« (Hamb. 1861); »Leben des amerikanischen Generals Johann Kalb« (Stuttg. 1862); »Der Soldatenhandel deutscher Fürsten nach Amerika« (das. 1864, 2. Aufl. 1874); »Geschichte der deutschen Einwanderung in Amerika« (Leipz. 1868, Bd. 1); »Friedrich d. Gr. und die Vereinigten Staaten von Amerika« (das. 1871); »Aus und über Amerika. Tatsachen und Erlebnisse« (das. 1876, 2 Bde.); »Justus Erich Bollmann. Ein Lebensbild aus zwei Weltteilen« (das. 1880); »Die Deutschen im Staat New York während des 18. Jahrhunderts« (New York 1884). Von der im Auftrag des Börsenvereins der deutschen Buchhändler verfaßten »Geschichte des deutschen Buchhandels« erschien nur der 1. Band (Leipz. 1886). Vgl. G. v. Bunsen, Friedrich K. (Gedächtnisrede, Berl. 1885).
   4) Gisbert, Elektrotechniker, geb. 2. Sept. 1852 in Mauer bei Wien, studierte am Polytechnikum in Zürich, arbeitete dann als Ingenieur in Augsburg, Wien, Pola und London, wurde daselbst 1882 Direktor der Fabrik von Crompton u. Komp. und lebte seit 1885 als Ingenieur in London. 1894 wurde er Generalsekretär des Verbandes deutscher Elektrotechniker und liest an der Technischen Hochschule in Charlottenburg über Dynamobau. Er schrieb: »Electric transmission of energy« (Lond. 1886, 4. Aufl. 1894; deutsch, 3. Aufl., Berl. 1899); »Dynamos, alternators, and transformers« (Lond. 1893; deutsch, Berl. 1894); »Dynamomaschinen für Gleich- und Wechselstrom« (4. Aufl., Berl. 1904); »Transformatoren für Wechselstrom und Drehstrom« (2. Aufl., das. 1900); »Elektromechanische Konstruktionen« (2. Aufl., das. 1902); »Normalien, Vorschriften und Leitsätze des Verbandes deutscher Elektrotechniker« (das. 1904), auch redigiert er die »Elektrotechnische Zeitschrift«.
 
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Kappadokĭen (altpers. Katpa-tuka, d. h. Land der Tucha), im Altertum eine Landschaft Kleinasiens, umfaßte zur Zeit der Perserherrschaft das Gebiet vom

[Bd. 6, Sp. 602]


Salzsee Tatta im W. bis zum Euphrat im O. und vom Taurusgebirge im S. erst bis aus Schwarze Meer, später nur bis an den mittlern Halys (Kyzyl Irmak). Hier erhebt sich der Argäos, die größte Gipfelhöhe Kleinasiens, zu 3960 m. Das Land brachte Weizen und Wein reichlich hervor; die Stutereien waren berühmt wegen ihrer schönen, leichten Pferde, die wie bei den Perserkönigen, so später im Zirkus von Byzanz sehr geschätzt waren. Die Assyrer machten schon unter Tiglatpilesar I. (11201100) in K. Eroberungen. In der Perserzeit zerfiel es in zwei Satrapien, aus denen in der Diadochenzeit Königreiche wurden: Groß- (Cappadocia ad Taurum) und Kleinkappadokien (C. ad Pontum, das nachherige Reich Pontos). Die Bewohner des am Pontus Euxinus gelegenen Teils, mit assyrischen Kolonisten gemischt, hießen bei den Griechen Leykosyrer (»weiße Syrer«) wegen ihrer hellern Hautfarbe; die des Innern waren die eigentlichen Kappadokier, ein Volk arischer Abkunft, tapfer und mutig, aber auch verschlagen. Tiberius schlug 17 n. Chr. das eigentliche K. als Provinz zum römischen Reich (s. Karte »Römisches Weltreich«). Eine selbständige Rolle spielte K., das im übrigen die Geschicke Kleinasiens teilte, erst unter der Dynastie Dānischmend. Kurz nach 1086 eroberte Ahmed Gumuschtegin, der Sohn des Turkmenen al-Dānischmend (= Schulmeister) Tailu, von Malatia und namentlich von Siwar (griech. Sebaste) aus, Hochkappadokien und das benachbarte Kleinasien bis Kastamuni; er starb 1104, nachdem er im Sommer 1100 den Fürsten Bohemund I. von Antiochia bei der Belagerung Malatias gefangen und erst nach drei Jahren gegen 100,000 Goldstücke freigegeben hatte. Sein Sohn Mohammed Abu' l-mozaffar Malik Ghazi hatte nach anfänglicher Freundschaft mit den westlichen Seldschuken von Ikonion (s. Meyers Konia) viel von deren Sultan Kilidsch Arslan (s. d.) zu erdulden, der ihm 1106 sogar Malatia wegnahm. Aber als dieser 1107 vor Mossul gescheitert war, lebte die Dynastie Dānischmend wieder auf; im Februar 1130 gelang es Ghazi sogar, Bohemund II. von Antiochia in Kilikien entscheidend zu schlagen. Doch 1142/43 ging Malatia endgültig an die Seldschuken verloren; Jāgy Bassan (Yagupasan) Abu 'l-mozaffar, der Bruder und seit eben jener Zeit Nachfolger Mohammeds, wurde trotz seiner Verheiratung mit einer Tochter des Seldschuken Masud von Ikonion (112756) nur in einem Reste des ehemaligen Reichs anerkannt, da außerdem in Kaisarî und Siwas du'l-Nūn (Danunes), der älteste Sohn Mohammeds, herrschte (bis 1174). Dem Jagy Bassan folgten 1165 sein Sohn Abu Mohammed Dschemal Ghazi (gest. 1167) und Ibrahim (gest. 1169), der zweite Sohn Mohammeds, mit seinem Sohne Abu 'l-Kadir Ismail (ebenfalls 1169 gestorben). 1174 fiel der letzte Sproß der Dynastie Dānischmend, Ismail, der Sohn du 'l-Nūns, dem erneuten Ansturme des Seldschuken Kilidsch Arslan II. zum Opfer, und K. bildete fortan einen Teil des Sultanats Ikonion. Nur der Zwiespalt der Byzantiner und der fränkischen Kreuzfahrer hatte die rechtzeitige Zerstörung dieses vorgeschobenen Postens des Islams verhindert; von hier aus haben die osmanischen Türken Kleinasien und Konstantinopel erobert. Für die Aufhellung der Frühgeschichte Kappadokiens ist neuerdings (1901) vor allem Waldemar Belck tätig gewesen. Vgl. E. Chantre, Missionen Cappadoce, 18931894 (Par. 1898).
 
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Kapparidazeen (Kapernsträucher), dikotyle, etwa 350 Arten umfassende Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Rhöadinen, zunächst mit den Kruziferen verwandt, von denselben durch vier bis viele Staubgefäße und die ring-, schuppen- oder röhrenförmige Blütenachse verschieden, Kräuter oder Holzpflanzen mit einfachen oder gefingerten Blättern und vierzähligen Blüten. Sie sind in der tropischen und subtropischen Zone einheimisch und zeichnen sich, wie die Kreuzblütler, durch scharfe Stoffe aus, wegen deren manche in ihrem Vaterland als Heilmittel dienen. Am wichtigsten ist der Kapernstrauch (s. Capparis).
 
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Kappbaum, soviel wie Holm.
 
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Kappe (lat. capa), im Mittelalter ein mantel- oder kuttenartiges Oberkleid mit Kapuze; im 16. und 17. Jahrh. ein kurzer (spanischer) Mantel; dann eine Art der Kopfbedeckung und verallgemeinert endlich jede haubenartige Überdeckung oder Bekrönung, z. B. bei Dächern, Schornsteinen etc.; preußische und böhmische K., s. Meyers Gewölbe, S. 811; bei Futter- und freistehenden Mauern deren schräge Bedeckung; bei Wehren und Deichen deren oberer Teil (s. Meyers Deich, S. 589); s. auch Meyers Bergbau (Grubenausbau), S. 667.
 
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Kappe, soviel wie Hammel, s. Meyers Schaf.
 
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Kappel, 1) Dorf im schweizer. Kanton Zürich, mit 697 Einw., merkwürdig durch die Schlacht bei K. 11. Okt. 1531, in der die Katholiken der fünf Orte einen entscheidenden Sieg über die Züricher erfochten und der Reformator Zwingli fiel, dem 1838 ein Denkmal auf der Walstatt errichtet wurde. Nach K. werden die beiden ersten Religionskriege der Schweiz 1529 und 1531 die Kappeler Kriege genannt, da im ersten Kriege dort 26. Juni der Friede geschlossen wurde. 2) Dorf im schweizer. Kanton St. Gallen, Bezirk Obertoggenburg, unweit Ebnat, 637 m ü. M., an der Eisenbahnlinie Wyl-K.-Ebnat, hat eine reformierte und eine kath. Kirche, bedeutende Stickereiindustrie, Weberei, Färberei und (1900) 2175 meist reformierte Einwohner. 1854 brannte der Ort fast ganz nieder. 3) (K. indem Tal) Gemeinde im bad. Kreis und Amt Freiburg, im Schwarzwald, 375 m ü. M., hat eine kath. Kirche und (1900) 587 Einw. Dazu das Kibbad, 450 m ü. M., mit Stahlquelle. Südlich der Erzkasten oder Schauinsland (1286 m). 4) Früher selbständiger Ort, 1900 der Stadt Chemnitz einverleibt.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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