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Kapitation bis Kapitolinische Wölfin (Bd. 6, Sp. 592 bis 593)
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Artikelverweis Kapitation (lat.), s. Meyers Capitatio.
 
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Kapitay (Kapital), Landschaft in Westafrika, s. Meyers Koba.
 
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Kapitel (lat. capitulum, Diminutiv von caput, »Kopf«), die den einzelnen Abschnitten, in die man Schriften behufs bequemern Nachschlagens einteilte, gleichsam als Kopf vorangeschriebene Inhaltsangabe, dann diese Abschnitte oder Abteilungen selbst. Die Einteilung der Bücher in K. ist neuere Einrichtung; die Alten kannten nur die in Bücher. Zuerst ward die Bibel in K. eingeteilt; die jetzige Einteilung geht auf den Kardinal Hugo a St. Caro im 13. Jahrh. zurück. Auf die Profanschriftsteller soll diese Einteilungsart Reuchlins Lehrer Johannes de Lapide zu Ende des 15. Jahrh. übertragen haben. K. nennt man auch die Unterabteilungen für je einen Verwaltungszweig, in welche die Hauptrubriken des Meyers Budgets (s. d.), wie der Domänenetat, der Kultusetat etc., zerfallen.
 
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Kapitel, in Klöstern der Saal, wo den Mönchen früher täglich ein Abschnitt (K.) ihrer Regel vorgelesen, später aber jede wichtigere Klosterangelegenheit, z. B. die Wahl eines Abtes u. dgl., verhandelt ward, weshalb bei Mönchsorden und geistlichen Ritterorden solche Versammlungen selbst K. (Ordenskapitel) heißen (vgl. Chordienst). Es waren entweder Generalkapitel, wobei der ganze Orden durch Deputierte, oder Provinzialkapitel, bei denen die Deputierten der Provinz eines Ordens zur Beratung zusammenkamen, oder endlich Kloster- und Hauskapitel, wozu bloß die Kapitularen oder Konventualen, d. h. die stimmfähigen Mitglieder des Klosters, sich versammelten, um spezielle Angelegenheiten desselben zu erörtern. K. (Domkapitel) heißt das Kollegium der Kanoniker (Kapitularen, Stifts- oder Domherren) an einer bischöflichen oder erzbischöflichen Kirche, das sich in der Regel aus einem Propst, Dechanten (Dekan), Scholastikus, Kantor, Kustos und einer Anzahl Domherren zusammensetzt und dem Bischof beratend zur Seite steht, bei Erledigung oder Sedisvakanz des bischöflichen Stuhls die auf die interimistische Verwaltung der Diözese bezügliche Jurisdiktion ausübt, bez. durch einen binnen achttägiger Frist von ihm zu erwählenden, aber selbständigen Kapitels- oder Kapitularvikar als Bistumsverweser ausüben läßt, den neuen Bischof wählt etc. und das Hoch- oder Domstift (s. Meyers Stift) bildet. K. heißen oder hießen ferner die Logen der höhern Grade der Freimaurerei; früher führten auch Versammlungen bei andern Gesellschaften, die eine Zunft ausmachten, z. B. der Tuchscherer etc., diesen Namen. Vgl. P. Schneider, Die bischöflichen Domkapitel (Mainz 1885).
 
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Kapitell (Kapitäl, Kapital, lat. capitellum, »Köpfchen«), der oberste Teil einer Säule, der Säulenkopf oder Säulenknauf, der etwas über den Säulenschaft vorspringt, den Kopf vom Schafte der Säule scheidet und zugleich die letztere mit dem von der Säule getragenen Gebälk oder Gewölbe in Verbindung bringt. Je nach dem Stil, dem die Säule angehört, ist das K. ausgebildet (s. Meyers Säule, mit Tafel Meyers »Säulenordnungen«, und Baustil).
 
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Kapitellīden, Familie der Borstenwürmer, s. Meyers Ringelwürmer.
 
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Kapitelmünzen, Münzen der ein erledigtes Bistum etc. vertretenden Kapitel, durch eine darauf bezügliche Inschrift gekennzeichnet.
 
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Kapitōl (lat. Capitolium), die Burg des alten Rom und als solche sowie als Stätte des römischen Nationalheiligtums der religiös-politische Mittelpunkt des Reiches, lag auf der südwestlichen Kuppe des kapitolinischen Hügels (Mons Capitolinus), der sich aus der Tiberniederung zu 50 m Höhe ü. M. erhebt und durch das Tal Velabrum von dem südöstlich liegenden palatinischen Hügel getrennt wird (vgl. den Plan des alten Rom bei Art. »Rom«). Dieser kleinste der sieben Hügel Roms (sein Umfang beträgt wenig über 1000 m) besteht aus drei Teilen: dem südwestlichen Gipfel mit dem Palast Caffarelli (jetzt deutsche Botschaft), dem nordöstlichen mit der Kirche Santa Maria in Araceli und der beide trennenden Vertiefung mit den Museen. Der nur auf der Südostseite nach dem Forum zu durch einen fahrbaren Weg (Clivus Capitolinus) zugängliche, sonst überall steil abfallende Berg wurde der Sage nach bereits durch Servius Tullius mit einem Mauerring umgeben, von dem an der Nordwestseite noch Überbleibsel gefunden wurden. Aber erst die Tarquinier erhoben den Berg, bez. dessen Südwestkuppe durch den Bau des Jupitertempels zu seiner staatlichen Bedeutung als idealen Hauptes der, Siebenhügelstadt. Unter Tarquinius Priscus begonnen, wurde der Bau kurz nach der Vertreibung des Tarquinius Superbus 509 vollendet. Daß derselbe an Stelle des Palastes Caffarelli gestanden hat, ist durch

[Bd. 6, Sp. 593]


die 1865, 1875 und 1876 unter Leitung von Jordan und Lanciani angestellten Ausgrabungen endgültig erwiesen worden. Über der Erde befindet sich jetzt nur ein Stück des Fundaments; auch sind dem Tempel angehörige Architekturfragmente aus Marmor gefunden worden. Seine Vorhalle hatte dreimal sechs Säulen, die nach etruskischer Weise weit (9,210,9 m von Zentrum zu Zentrum) voneinander abstanden; an den beiden Seiten zog sich je eine Säulenreihe entlang. Das Tempelhaus selbst war 30,5×28,75 m groß und durch Längswände in drei Zellen für Jupiter, Minerva und Juno geteilt. Der Tempel wurde wiederholt durch Feuer zerstört, aber immer wieder und unter Beibehaltung des alten Grundplans, jedoch in größerer Höhe und mit prächtigerer Ausstattung aufgebaut, so 69 v. Chr. durch Q. Lutatius Catulus, 70 n. Chr. durch Vespasian und zehn Jahre später durch Domitian, der ihn mit prächtigen Säulen von pentelischem Marmor schmückte. Erst im Mittelalter ging er dann allmählich durch Plünderung zugrunde. Der umgebende Tempelhof (Area Capitolina), in dem sich unter andern Tempel des Jupiter Custos und des Fides und zahlreiche Denkmäler befanden, war mit einer Mauer umgeben. Außerhalb dieser an der Südecke des Hügels lag der Tarpejische Fels, von dem in älterer Zeit die Staatsverbrecher hinabgestürzt wurden. Auf dem nordöstlichen, 49 m hohen Hügel war die Burg (Arx) errichtet; 344 v. Chr. wurde hier ein Tempel der Juno Moneta erbaut, mit dem später auch das Münzamt verbunden wurde. Nach dem Forum zu war die obenerwähnte Einsattelung begrenzt durch das großartige Tabularium mit dem Staatsarchiv, von Quintus Lutatius Catulus 78 v. Chr. errichtet, dessen Unterbau aus Peperinquadern in das Untergeschoß des jetzigen Senatorenpalastes verbaut ist. Mit dem Erwachen des städtischen Freiheitsgeistes wurde das K. wieder politisches Zentrum der Stadt; über den Trümmern des Tabulariums erhob sich im 12. Jahrh. der Senatorenpalast, 1348 wurde die große Treppe von Araceli angelegt. Die jetzige Gestalt des Kapitols beruht auf den Plänen Michelangelos, den Papst Paul III. mit einer würdigen Ausschmückung der alten Nationalstätte betraute, der selbst aber nur die herrliche Doppeltreppe vor dem Senatorenpalast ausführen konnte. Auf der früher schroff abfallenden Nordwestseite des Hügels führt seitdem von der modernen Stadt her (neben der Treppe von Araceli) eine breite Rampe hinauf zur Einsattelung, der Piazza di Campidoglio. Am obern Ende der Rampe stehen auf kräftigen Piedestalen die antiken Statuen von Kastor und Pollux mit ihren Pferden, während die Mitte des Platzes die schöne, einst ganz vergoldete bronzene Reiterstatue des Kaisers Mark Aurel einnimmt. Im Hintergrund erhebt sich der Senatorenpalast mit der erwähnten Freitreppe, schöner Brunnenanlage und viereckigem Turm, südwestlich der Konservatorenpalast (mit einer ausgezeichneten Sammlung antiker Bronzen, Marmorstatuen, Reliefs, einer etruskischen Sammlung, Büsten berühmter Männer, einer Gemäldesammlung), gegenüber das berühmte kapitolinische Museum (Museo Capitolino), das eine ausgezeichnete Sammlung von Antiken, eine Schöpfung der Päpste, enthält. Vgl. Jordan, K., Forum und Sacra Via (Berl. 1881) und Topographie der Stadt Rom, Bd. 1, Abt. 2 (das. 1885); Righetti, Descrizione del Campidoglio (Rom 183550, mit 390 Tafeln); Helbig, Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1899); Hülsen, Bilder aus der Geschichte des Kapitols (Rom 1899); Rodocanachi, Le capitole romain antique et moderne (Par. 1904).
   Nach dem Vorbilde des Kapitols in Rom besaßen übrigens auch andre Städte des römischen Reiches Kapitole als munizipale und religiöse Zentren, z. B. Verona, Benevent, Cirta und Lambäsis in Numidien, Visontio etc. (vgl. Kuhfeldt, De capitoliis imperii romani, Berl. 1883), wie denn auch der Palast des Vereinigten Staaten-Kongresses in Washington den Namen K. führt.
 
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Kapitolinische Hochzeit, antike marmorne Einfassung eines Brunnens im kapitolinischen Museum zu Rom (im 18. Jahrh. vor der Porta del Popolo gefunden), auf der die zwölf Götter in feierlichem Zug und in archaisierender Auffassung dargestellt sind. Die Hochzeit der Athene und des Herakles soll das Motiv der Darstellung bilden.
 
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Kapitolinisches Museum, s. Kapitol.
 
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Kapitolinische Wölfin, Bronzefigur einer Wölfin mit den (im 16. Jahrh. durch Guglielmo della Porta hinzugefügten) saugenden Zwillingen Romulus und Remus im Konservatorenpalast auf dem Kapitol in Rom. Sie wird von einigen für ein Werk etruskischer Künstler aus der Zeit um 300 v. Chr. von andern für eine Arbeit des 5. Jahrh. v. Chr. gehalten. Nach andrer Vermutung soll sie mittelalterlichen Ursprungs sein, was aber nach der Beschaffenheit der unberührten Teile der stark zerstörten und restaurierten Figur nicht wahrscheinlich ist.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
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