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Kapitäl bis Kapitalkonto (Bd. 6, Sp. 590 bis 591)
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Artikelverweis Kapitäl, Säulenknauf, s. Meyers Kapitell. In der Buchbinderei der mit Seide oder Zwirn bestochene, oben und unten am Rande des Rückens angeleimte Streifen Pergament oder Band.
 
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Kapitalbock, s. Meyers Geweih, S. 782.
 
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Kapitalbuchstaben, die großen, oft verzierten Buchstaben am Anfang von Kapiteln. S. auch Initialen und Paläographie (mit Tafel I, Fig. 1).
 
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Kapitälchen, Buchstaben aus der Antiqua (der lateinischen Schrift), die zwar von der Form der Versalien (Anfangsbuchstaben), aber nur von der Größe der gewöhnlichen Buchstaben (Gemeinen) sind und oft mit Benutzung eines Versalbuchstabens, z. B. FRANKLIN, angewendet werden.
 
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Kapitaldeckungsverfahren, s. Meyers Umlageverfahren.
 
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Kapitāle (franz. Capitale, »Hauptlinie«), Hauptstadt eines Landes. In der Befestigungskunst die gerade Linie, die den ausspringenden Winkel eines Bastions etc. halbiert. Mit dem Angriff geht man meist auf der K. vor, weil dort am wenigsten Feuer zu erwarten ist.
 
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Kapitalgewinn, im allgemeinen der Gewinn, der aus einem Kapital (s. d.) durch Verleihung in Form von Meyers Zinsen (s. d.) oder bei eigner Verwendung, hier zumeist vermischt mit dem Meyers Unternehmergewinn (s. d.), gezogen wird. Die Leibzinsen umfassen nicht immer den vollen K., da der Entleiher mit Hilfe der geliehenen Summen noch einen höhern Gewinn als den schuldigen Zins erzielen kann.
 
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Kapitalisierung, die Umrechnung von zeitlich begrenzten oder ewigen Renten in eine auf einmal fällige Summe. Bei ewigen Renten geschieht sie in der Weise, daß der Rentenbetrag mit einem dem Zinsfuß entsprechenden Kapitalisierungfaktor multipliziert wird, z. B. mit 25 oder 331/3, wenn der Zinsfuß 4 oder 3 Proz. beträgt. Doch kapitalisiert man auf diese Weise nicht allein Leibzinsen und feste Geldrenten, sondern auch Erträge von Grund und Boden, Häusern etc. Die durch Rechnung gefundene Summe stellt dann die Kapitalgröße dar, zu welcher der die Rente abwerfende Gegenstand zu veranschlagen ist. Unter K. oder Kapitalisation versteht man häufig auch den Prozeß privatwirtschaftlicher Kapitalbildung. Eine solche K. schließt den Begriff des Sparens auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus in sich. Denn es wird der Produktion eine solche Richtung gegeben, daß im ganzen weniger Genußmittel erzeugt und weniger persönliche Dienstleistungen während der Kapitalbildung verrichtet werden, als ohne die letztere möglich sein würde. Der Kapitalbesitz, insbes. der private Kapitalbesitz, kann sich vergrößern durch produktive Tätigkeit seines Inhabers, ebenso aber auch ohne eine solche durch günstige Gestaltung der Konjunkturen. Die private K. erfolgt entweder durch

[Bd. 6, Sp. 591]


Fixierung oder durch Umwandlung in Geld und bei genügend entwickeltem Kreditsystem in zinstragende Forderungsrechte. Sie bewirkt freilich im letztern Fall nur dann eine Mehrung des volkswirtschaftlichen Kapitals, wenn der Schuldner die ihm überlieferten ökonomischen Machtmittel wirtschaftlich als Kapital verwendet. Dies ist aber, da heute der Produktivkredit den Konsumtivkredit überwiegt, meist der Fall. Insofern kann man sagen, daß die genannte Art der K. nicht allein die Wirkung privaten Sparens ist, indem auf Genüsse, die augenblicklich hätten erzielt werden können, zugunsten eines zukünftigen Konsums oder auch im Interesse einer Erhöhung der ökonomischen Machtstellung verzichtet wurde, sondern daß sie auch eine Vergrößerung des volkswirtschaftlichen Kapitals zur Folge hat. Aus diesem Grund ist die kapitalbildende Ersparung von großer Wichtigkeit für den Einzelnen wie auch für die Gesamtheit. Der Trieb zum Sparen ist bedingt durch die Möglichkeit einer vorteilhaften Anlegung des Ersparten (Kassen, gesunder Kredit), durch die Gewißheit, seinen Zweck zu erreichen (Rechtssicherheit), durch die Notwendigkeit, späterer Not vorzubeugen (Familie), durch den Stand der intellektuellen und moralischen Bildung, Volkscharakter, Sitte, religiöse Anschauungen, Familiensinn, Verantwortlichkeitsgefühl etc. Vgl. die Literatur bei Artikel »Kapital«.
 
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Kapitalismus, zumeist Bezeichnung für die kapitalistische Produktionsweise gegenüber der sozialistischen und kollektivistischen. Man versteht darunter jene Produktionsweise, die unter der Herrschaft und Leitung des Eigentümers des Kapitals, des Kapitalisten, vor sich geht. In der Tat bildet heute die Verfügung über ein ausreichendes Kapital eine unentbehrliche Bedingung für eine erfolgreiche Produktion und verschafft den Inhabern des Kapitals eine erhebliche Überlegenheit über die besitzlosen Arbeiter. Der kapitalbesitzende Unternehmer bestimmt Umfang und Richtung der Produktion, leitet und überwacht die Ausführung, stellt die Arbeiter an und entläßt sie. Er wird so ohne unmittelbare Arbeitsleistung zunächst Eigentümer des ganzen Produkts, während er die Arbeiter mit dem Arbeitslohn abfindet. Die Arbeiter erhalten also nicht das volle Produkt, sondern müssen den größern Teil desselben an den kapitalistischen Unternehmer abgeben. Dagegen richten sich hauptsächlich die Anklagen, die von seiten des Sozialismus gegen die »kapitalistische Produktionsordnung« erhoben werden. Man weist auch auf die sonstigen zahlreichen Unvollkommenheiten und Übelstände des K. hin, auf die durch die vielen Sonderinteressen der Kapitalisten hervorgerufene Planlosigkeit der Produktion, die Überproduktion und Krisen mit all ihren schädlichen Folgen begünstige. Namentlich Karl Marx hat den Nachweis zu erbringen gesucht, daß die kapitalistische Produktionsweise nicht das Endziel der wirtschaftlichen Entwickelung, sondern nur eine Stufe derselben sein könne, die über kurz oder lang durch eine sozialistische oder kommunistische ersetzt werden müsse. Daß der K. auch schlimme Seiten aufweist, kann nicht geleugnet werden, aber ebenso gewiß ist, daß die freie Betätigung persönlicher Kräfte und Interessen, die einen Grundzug des K. bilden, auch ihre vorteilhaften Seiten hat, und daß der kapitalistische Unternehmer, indem er das Risiko der Produktion auf sich nimmt, eine wichtige Funktion in der Staatswirtschaft ausübt. Namentlich ist es in hohem Maße fraglich, ob eine andre, etwa sozialistische Organisation eine gleiche Steigerung der Produktivkräfte zu bewirken vermöchte. Das Wort K. wird übrigens auch gebraucht, um die Herrschaft der Geldinteressen zu bezeichnen (s. Meyers Geldherrschaft). So spricht man z. B. von K. in der Gelehrtenwelt. Vgl. Jentsch, Weder Kommunismus noch K. (Leipz. 1894); Sombart, Der moderne K. (das. 1902, 2 Bde.); Strieder, Zur Genesis des modernen K. (das. 1904), und Literatur bei Artikel »Kapital«.
 
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Kapitalist, s. Kapital, S. 590.
 
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Kapitalkonto, in der Buchhaltung dasjenige Konto, welches das Geschäftsvermögen, bez. den Inhaber des Geschäfts darstellt; vgl. Buchhaltung, S. 539.

 

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