Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kapillaritätskonstante bis Kapitāle (Bd. 6, Sp. 589 bis 590)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kapillaritätskonstante, s. Meyers Kapillarität, S. 588.
 
Artikelverweis 
Kapillārlicht, elektrisches, nach Schott die Lichterscheinung, die beim Durchschlagen eines elektrischen Funkens durch eine enge Kapillare auftritt. Zu seiner Erzeugung dienen Kapillaren von wenigen Hundertstel Millimeter Durchmesser und etwa 6 cm Länge, die in Rohren von etwa 1 mm Durchmesser auslaufen, in die Aluminiumelektroden gesteckt werden. Beim Durchschlagen der Funken eines Induktors von 25 cm Funkenlänge erstrahlen die Kapillaren bei gewöhnlichem Atmosphärendruck in einem intensiven kontinuierlichen Lichte, das unter Berücksichtigung der Fläche die Helligkeit des Bogenlichts übertrifft. Bei andauernder Benutzung erwärmt sich die Kapillare, und unter Nachlassen der Helligkeit geht die Entladung durch die Glaswand vor sich, so daß man, um längeres Licht zu erzeugen, die Kapillaren mit einem Wasserbad umgeben muß. Das Spektrum des Kapillarlichts zeigt über einem kontinuierlichen Spektrum hellere Linien in Rot, Gelb, Grün und Blau nebst hierzu quer gelagerten schwarzen Linien, die von dicht nebeneinander liegenden Erweiterungen der Kapillare herrühren. Die Natur der Elektroden sowie der Glassubstanz ist ebenso wie eine Steigerung des Druckes ohne Einfluß auf das Licht.
 
Artikelverweis 
Kapiolani-Orden, königlich hawaïscher Orden, gestiftet vom König Kalakaua 30. Aug. 1880 zu Ehren Kapiolanis der Großen als Verdienstorden in sieben Klassen: Großkreuze, Großoffiziere erster und zweiter Klasse, Kommandeure, Offiziere, Ritter und zwei Medaillen. Die Dekoration ist ein vierarmiges, achtspitziges, rot emailliertes Goldkreuz, das zwischen den Armen goldene Königskronen zeigt. Auf dem roten Mittelschild befindet sich der Buchstabe K in Gold, umschlossen von einem weiß emaillierten Ringe mit dem Worte: »Kulia«. Auf dem obern Arme des Kreuzes ist ein kleines Medaillon mit dem Bilde der Königin. Im Avers steht beim Großkreuzstern auf dem Ringe »Kulia i Kanuu«, bei den andern Graden nur »Kulia«. Der achtstrahlige Silberstein trägt das beschriebene Kreuz. Das gelbe Band hat drei schmale rote Streifen und roten Rand. S. Tafel Meyers »Orden III«, Fig. 7.
 
Artikelverweis 
Kapitaï, Landschaft in Westafrika, s. Meyers Koba.
 
Artikelverweis 
Kapitāl, ein aus dem mittelalterlichen Latein stammendes Wort (Capitale = capitalis pars debiti), mit dem man zunächst den Hauptstamm (früher im Deutschen »Hauptgeld«) im Gegensatze zu den Zinsen, dann zinstragende Geldsumme überhaupt verstand. Der volkstümliche Sprachgebrauch hält heute noch vielfach an dieser Bedeutung fest, indem er nur die auf Ertrag angelegten Geldsummen als K. bezeichnet.
   I. Im Sinne der Volkswirtschaftslehre versteht man aber unter K. im Gegensatze zur Arbeit alle wirtschaftlichen Güter, die als Hilfsmittel der Produktion dienen. In diesem Sinne sind Roh- und Hilfsstoffe, Werkzeuge, Geräte, Maschinen etc. Kapitalien, wenn sie wirklich produktiv verwertet werden. Über die Frage, was K. ist, entscheidet demnach teils die Beschaffenheit des Gegenstandes, teils auch der Wille des Besitzers. In erweiterter Bedeutung nennt man auch Kapitalien alle Güter, die einer produktiven Anwendung fähig sind, und spricht insofern von totem, brach liegendem K., von der Kapitalverzehrung etc. Die meisten Kapitalgegenstände sind unter Mitwirkung menschlicher Arbeit entstanden. Man hat deshalb auch, indem man gleichzeitig die Kapitalgröße durch die auf die Erzeugung verwendete Arbeit bemessen wissen wollte, das K. schlechthin »angesammelte Arbeit« genannt. Doch ist die Gesamtheit der Arbeitsleistungen, aus denen ein Gut hervorgeht, keineswegs immer gleich der Summe, zu der wir letzteres beziffern. Auch können ohne menschliche Hilfe entstandene Naturobjekte als wertvolle Kapitalien Verwendung finden, wie z. B. Holz, landwirtschaftliches Gelände. Ob auch das Geld als K. im volkswirtschaftlichen Sinn anzusehen ist, ist streitig; die einen verneinen es, weil Geld kein eigentliches, unmittelbares Produktionsmittel sei, die andern bejahen es, weil es für Erhaltung des Tauschverkehrs und des ganzen Ganges der gesamten Produktion unentbehrlich sei. Oft spricht man auch in übertragenem Sinne vom Kapitalwerte des Menschen, indem man darunter die Summe seiner Erziehungs- und Bildungskosten begreift. Unter den in der Nationalökonomie üblichen Einteilungen des Kapitals sind die in stehendes und umlaufendes, Anlage- und Betriebskapital, die wichtigsten.
   1) Stehendes und umlaufendes K. Unter umlaufendem K. versteht man diejenigen Kapitalgüter, die bei einmaliger Verwendung zur Produktion vollständig aufgebracht werden, indem sie entweder, wie die Rohstoffe, in andre verwertbare Formen umgewandelt (Flachs, Garn, Leinwand, Bekleidungsgegenstände, Lumpen, Papier, Zierat), oder indem sie, wie die Hilfsstoffe, ganz oder teilweise zum Zweck der Produktion aufgezehrt werden (Steinkohlen und Holz), Das stehende K. dagegen läßt sich wiederholt zu einer längern Produktionsreihe verwenden (Maschinen, Geräte). Diese Unterscheidung ist zunächst von Bedeutung für die Kostenrechnung. Das umlaufende

[Bd. 6, Sp. 590]


K. ist seinem ganzen Betrag nach mit Einschluß der Zinsen, berechnet für die Dauer der Produktion bis zur Feilstellung des Produkts, im Preis des letztern zu ersetzen. Vom stehenden K. sind nur Zinsen und Abnutzung unter die Kosten zu stellen. Infolgedessen kann die privat- oder auch volkswirtschaftliche Umwandlung von umlaufendem K. in stehendes von Wichtigkeit für die Rentabilität werden. Sie bedeutet die Ersetzung vieler kleiner Ausgaben durch eine einmalige größere. Dazu ist das stehende K. oft weit leistungsfähiger und gibt zu vielen Ersparungen Veranlassung. Insofern sind wirtschaftliche Fixierungen, insbes. in Form der Meyers Maschinen (s. d.), ein gewaltiger Hebel für den Fortschritt und für die Steigerung unsrer Aufwandsfähigkeit. In einem etwas andern Sinne spricht A. Smith von stehendem und umlaufendem K. Nach diesem gehören zu ersterm die Dinge, die ihrem Besitzer, ohne ihn zu verlassen oder in andre Hände zu geraten, ein Einkommen abwerfen; das umlaufende K. aber wirkt erst dadurch für ihn werbend, daß er es weggibt. Hierher würden alle zum Verkauf bereiten Produkte, so auch Maschinen, gehören.
   2) Die Einteilung in Anlage- und Betriebskapital deckt sich in der Hauptsache mit den Begriffen des stehenden und umlaufenden Kapitals. Man stellt sich dabei mehr auf den Standpunkt praktischer Wirtschaftsführung. Unter dem Anlagekapital versteht man die Gesamtheit derjenigen Güter, die zur Herstellung einer gewerblichen Anlage (im weitesten Sinn) erforderlich oder in einer solchen dauernd enthalten sind, also Grund und Boden, Gebäude, Dampfkessel, Maschinen etc. Den Gegensatz zu demselben bildet das Betriebskapital, unter dem man im Geschäftsleben (vom privatwirtschaftlichen Standpunkt aus) zumeist die Summe Geldes, bez. geldwerter Forderungen betrachtet, die für dauernde Unterhaltung des Geschäfts durchschnittlich verfügbar sein muß.
   In übertragener Bedeutung spricht man endlich auch von einem immateriellen K., im Gegensatze zum materiellen, wobei man unter letzterm die sachlichen Produktions- und Erwerbsmittel, unter ersterm Kenntnisse, Fähigkeiten, Rechte und Verhältnisse, z. B. festen Kundenkreis, Besitz einer renommierten Firma, versteht, die wirtschaftlich produktiven Wert haben. Die wirtschaftliche Bedeutung des produktiven Kapitals beruht in der Sicherung der Produktionsmöglichkeit, indem das K. die zur Produktion nötigen Roh- und Hilfsstoffe und Werkzeuge enthält oder zu gewinnen ermöglicht, sodann in der Steigerung des Produktionserfolges, indem die verschiedenen Kapitalgüter die Produktion ergiebiger machen, die Produkte vermehren, verfeinern und verbilligen, endlich in der Wahrung des Produktionserfolges, wie er durch Schutzvorrichtungen zur Aufbewahrung und Konservierung der Produkte bewirkt wird.
   II. Scharf zu unterscheiden von der oben erwähnten, in der Volkswirtschaftslehre üblichen Auffassung des Begriffes K. ist die des Kapitals im historischrechtlichen oder privatwirtschaftlichen Sinn als Kapitalbesitz oder Erwerbskapital (Erwerbsvermögen), das als Stamm ökonomischer Machtmittel seinem Inhaber (dem Kapitalisten), auch wenn dieser sich nicht unmittelbar an der Güterproduktion beteiligt, Anteile an dem Gesamteinkommen in Form von Zinsen und Renten (Kapitalgewinn, s. d.) sichert und zwar auf Grund der sogen. kapitalistischen Produktionsweise, d. h. derjenigen, bei der Unternehmer, Grundbesitzer und Geldverleiher den Lohnarbeitern gegenüberstehen (s. Meyers Kapitalismus). Vgl. Hermann, Staatswirtschaftliche Untersuchungen (2. Aufl., Münch. 1870); Umpfenbach, Das K. in seiner Kulturbedeutung (Würzb. 1879); Rodbertus, Das K. Vierter sozialer Brief an v. Kirchmann (Berl. 1884); K. Marx, Das K. (Hamb. 1867 bis 1894, 3 Bde., Näheres s. Meyers Marx); v. Böhm-Bawerk: K. und Kapitalzins (Innsbr. 188489, 2 Bde.; 2. Aufl. 190002), dessen Artikel »K.« im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 5 (2. Aufl., Jena 1900) und Einige strittige Fragen der Kapitalstheorie (Wien 1900); Wittelshofer, Untersuchungen über das K. (Tübing. 1890); Jurnitschek, Über die wirkliche Entstehung der Kapitalien (Berl. 1897), und Literatur bei Artikel »Kapitalismus«.
 
Artikelverweis 
Kapitäl, Säulenknauf, s. Meyers Kapitell. In der Buchbinderei der mit Seide oder Zwirn bestochene, oben und unten am Rande des Rückens angeleimte Streifen Pergament oder Band.
 
Artikelverweis 
Kapitalbock, s. Meyers Geweih, S. 782.
 
Artikelverweis 
Kapitalbuchstaben, die großen, oft verzierten Buchstaben am Anfang von Kapiteln. S. auch Initialen und Paläographie (mit Tafel I, Fig. 1).
 
Artikelverweis 
Kapitälchen, Buchstaben aus der Antiqua (der lateinischen Schrift), die zwar von der Form der Versalien (Anfangsbuchstaben), aber nur von der Größe der gewöhnlichen Buchstaben (Gemeinen) sind und oft mit Benutzung eines Versalbuchstabens, z. B. FRANKLIN, angewendet werden.
 
Artikelverweis 
Kapitaldeckungsverfahren, s. Meyers Umlageverfahren.
 
Artikelverweis 
Kapitāle (franz. Capitale, »Hauptlinie«), Hauptstadt eines Landes. In der Befestigungskunst die gerade Linie, die den ausspringenden Winkel eines Bastions etc. halbiert. Mit dem Angriff geht man meist auf der K. vor, weil dort am wenigsten Feuer zu erwarten ist.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer