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Kapellenrecht bis Kapernāum (Bd. 6, Sp. 585 bis 586)
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Artikelverweis Kapellenrecht, s. Meyers Gesandte, S. 672.
 
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Kapellentage (Capellae), an den Höfen katholischer geistlicher Fürsten und in Abteien die Tage, die an den Höfen katholischer weltlicher Fürsten etc. Hof- u. Kirchenfesttage heißen. Sie zerfallen je nach ihrer höhern oder niedern Bedeutung in verschiedene Grade.
 
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Kapellknaben (Chorknaben), die in einer Vokalkapelle (s. Meyers Kapelle) mitwirkenden Knaben, die bei größern Kapellen in der Regel freie Station haben und besonders eine gründliche musikalische Ausbildung erhalten; viele bedeutende Komponisten haben ihre Laufbahn als K. angefangen.
 
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Kapellmeister, s. Meyers Kapelle; Kapellmeistermusik, Spitzname für Kompositionen, die Routine in der Handhabung der technischen Mittel zeigen, aber Originalität und tiefern Gehalt vermissen lassen.
 
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Kapellton, s. Meyers Kammerton.
 
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Kápēlos (griech., Mehrzahl: Kap el oi), »Krämer«, im alten Griechenland verächtliche Bezeichnung für die Sophisten, die von ihren Schülern Bezahlung in Geld annahmen.
 
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Kaper, in Handelshäfen Angestellte von Kaufleuten, die einkommenden Schiffen entgegenfahren, um Geschäfte einzuleiten.
 
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Kaperei, ein Unternehmen von Privatpersonen unter der Autorität einer kriegführenden Macht, das darauf gerichtet ist, mittels besonders dazu ausgerüsteter Schiffe den feindlichen Seehandel zu schädigen und dem erlaubten Seehandelsbetrieb Neutraler entgegenzutreten. Die Schiffe, Kaper (corsaires, privateers, armateurs) genannt, werden zu den Seestreitkräften des betreffenden Landes gerechnet, das den Kaperbrief (lettre de marque, commission de guerre, engl. commission) ausgestellt hat. Ein Kaperbrief soll nur einer bestimmten Person und nur den Staatsangehörigen der kriegführenden Parteien erteilt werden. K. ohne Ermächtigung der kriegführenden Staaten wird als Seeraub (Piraterie) betrachtet, das gleiche gilt, wenn K. nach Ablauf oder Zurückziehung des Kaperbriefes oder nach Beendigung des Krieges noch weiter betrieben wird, wenn die Kaper mit ihrer Beute sich vor kein Prisengericht stellen, wenn sie von beiden kriegführenden Parteien Kaperbriefe annehmen, wenn der Heimatsstaat des Kapers K. verbietet, wenn der Kaperbrief von einem Prätenden ausgestellt ist, wenn die Kriegsgebräuche nicht beachtet, insbes. unter falscher Flagge gesegelt wird, wenn Kaperei im Flußgebiet des feindlichen Landes betrieben wird. Solange sich jedoch die Kaper an die Kriegsgesetze und Kriegsgebräuche halten und die in den Kaperbriefen enthaltenen Weisungen befolgen, werden sie als Teile der feindlichen Kriegsmacht betrachtet

[Bd. 6, Sp. 586]


und genießen den Schutz des Kriegsrechts. Mit Recht wurde seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. die Abschaffung der K. ernstlich angestrebt, zu einem greifbaren Ergebnis führte jedoch erst der Friedenskongreß von 1856, indem im Anschluß an denselben von den Bevollmächtigten der Kongreßmächte in dem ersten Satze der Pariser Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 der kurze und bündige Grundsatz aufgestellt wurde: Die Kaperei ist und bleibt abgeschafft. Dieser Deklaration sind später (mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Spanien und Mexiko) sämtliche Kulturstaaten beigetreten, trotzdem haben aber auch im nordamerikanisch-spanischen Kriege die beiden kriegführenden Mächte auf die Ausstellung von Kaperbriefen verzichtet. Vgl. La Mache, La guerre de course dans le passé, dans le présent et dans l'avenir (Par. 1901); Perels, Das internationale öffentliche Seerecht der Gegenwart, S. 177 ff. (2. Aufl., Berl. 1903).
 
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Kaperkreuzer, s. Meyers Kreuzer.
 
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Kapern (Kappern), s. Capparis; unechte K., s. Tropaeolum.
 
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Kapernāum (Kapharnaum, »Dorf des Nahum«), bedeutende Stadt in Galiläa, im Stammgebiet Naphtali, nicht weit vom Einfluß des Jordans in den See Genezareth, beim heutigen Tell Hum. Die Stadt hatte eine Synagoge, in der Jesus öfters lehrte, wie er sich denn überhaupt in der letzten Zeit seines Lebens regelmäßig zu K. aufhielt, daher die Stadt »seine Stadt« heißt. Da die Einwohner von K. das Essen seines Fleisches (Joh. 6,52) in grobsinnlicher Weise verstanden haben sollen, so ward denen, die das heilige Abendmahl wie eine andre gewöhnliche Speise nahmen, kapernaïtische Lehre und kapernaïtisches Essen schuld gegeben.

 

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