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Kapelle bis Kaperei (Bd. 6, Sp. 585)
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Artikelverweis Kapelle (v. lat. cupella, »kleines Gefäß«), ein gußeiserner Kessel mit halbkugelförmigem Boden, oben mit horizontal auswärts gebogenem Rand und mit einem seitlichen Ausschnitt, wird in einem Ofen (Kapellenofen) eingesetzt und dient zur Aufnahme von Schalen, Kolben, Retorten (für den Hals der letztern ist der Ausschnitt bestimmt), die, in trocknen Sand gebettet, andauernd und gleichmäßig erhitzt werden sollen. K. heißt auch ein aus Knochenasche oder ausgelaugter Asche (Kapellenasche) geschlagenes tiegelförmiges Schmelzgefäß der Probierer, auf dem silberhaltiges Blei unter Luftzutritt in Schmelzhitze erhalten (abgetrieben, kapelliert, kupelliert) wird. Bei dieser Kapellenprobe oxydiert sich das Blei, und das geschmolzene Bleioxyd wird von der porösen Kapellenmasse eingesogen, während das nicht oxydierte Silber auf dem Boden des Gefäßes als Kügelchen (Korn) zurückbleibt. Eine geringe Menge Silber geht mit dem Bleioxyd in die K. (Kapellenzug). Beim Silberfeinbrennen heißen die mit Mergel, Äscher, Knochenasche ausgeschlagenen Eisenschalen Teste, auch wohl Kapellen.
 
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Kapellenberg, höchster Berg des Elstergebirges, im südlichsten Zipfel des Königreichs Sachsen, nördlich von Franzensbad, ist 757 m hoch.
 
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Kapellenprobe, die Untersuchung einer Silberlegierung durch Abtreiben, s. Meyers Kapelle.
 
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Kapellenrecht, s. Meyers Gesandte, S. 672.
 
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Kapellentage (Capellae), an den Höfen katholischer geistlicher Fürsten und in Abteien die Tage, die an den Höfen katholischer weltlicher Fürsten etc. Hof- u. Kirchenfesttage heißen. Sie zerfallen je nach ihrer höhern oder niedern Bedeutung in verschiedene Grade.
 
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Kapellknaben (Chorknaben), die in einer Vokalkapelle (s. Meyers Kapelle) mitwirkenden Knaben, die bei größern Kapellen in der Regel freie Station haben und besonders eine gründliche musikalische Ausbildung erhalten; viele bedeutende Komponisten haben ihre Laufbahn als K. angefangen.
 
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Kapellmeister, s. Meyers Kapelle; Kapellmeistermusik, Spitzname für Kompositionen, die Routine in der Handhabung der technischen Mittel zeigen, aber Originalität und tiefern Gehalt vermissen lassen.
 
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Kapellton, s. Meyers Kammerton.
 
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Kápēlos (griech., Mehrzahl: Kap el oi), »Krämer«, im alten Griechenland verächtliche Bezeichnung für die Sophisten, die von ihren Schülern Bezahlung in Geld annahmen.
 
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Kaper, in Handelshäfen Angestellte von Kaufleuten, die einkommenden Schiffen entgegenfahren, um Geschäfte einzuleiten.
 
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Kaperei, ein Unternehmen von Privatpersonen unter der Autorität einer kriegführenden Macht, das darauf gerichtet ist, mittels besonders dazu ausgerüsteter Schiffe den feindlichen Seehandel zu schädigen und dem erlaubten Seehandelsbetrieb Neutraler entgegenzutreten. Die Schiffe, Kaper (corsaires, privateers, armateurs) genannt, werden zu den Seestreitkräften des betreffenden Landes gerechnet, das den Kaperbrief (lettre de marque, commission de guerre, engl. commission) ausgestellt hat. Ein Kaperbrief soll nur einer bestimmten Person und nur den Staatsangehörigen der kriegführenden Parteien erteilt werden. K. ohne Ermächtigung der kriegführenden Staaten wird als Seeraub (Piraterie) betrachtet, das gleiche gilt, wenn K. nach Ablauf oder Zurückziehung des Kaperbriefes oder nach Beendigung des Krieges noch weiter betrieben wird, wenn die Kaper mit ihrer Beute sich vor kein Prisengericht stellen, wenn sie von beiden kriegführenden Parteien Kaperbriefe annehmen, wenn der Heimatsstaat des Kapers K. verbietet, wenn der Kaperbrief von einem Prätenden ausgestellt ist, wenn die Kriegsgebräuche nicht beachtet, insbes. unter falscher Flagge gesegelt wird, wenn Kaperei im Flußgebiet des feindlichen Landes betrieben wird. Solange sich jedoch die Kaper an die Kriegsgesetze und Kriegsgebräuche halten und die in den Kaperbriefen enthaltenen Weisungen befolgen, werden sie als Teile der feindlichen Kriegsmacht betrachtet

[Bd. 6, Sp. 586]


und genießen den Schutz des Kriegsrechts. Mit Recht wurde seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. die Abschaffung der K. ernstlich angestrebt, zu einem greifbaren Ergebnis führte jedoch erst der Friedenskongreß von 1856, indem im Anschluß an denselben von den Bevollmächtigten der Kongreßmächte in dem ersten Satze der Pariser Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 der kurze und bündige Grundsatz aufgestellt wurde: Die Kaperei ist und bleibt abgeschafft. Dieser Deklaration sind später (mit Ausnahme der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Spanien und Mexiko) sämtliche Kulturstaaten beigetreten, trotzdem haben aber auch im nordamerikanisch-spanischen Kriege die beiden kriegführenden Mächte auf die Ausstellung von Kaperbriefen verzichtet. Vgl. La Mache, La guerre de course dans le passé, dans le présent et dans l'avenir (Par. 1901); Perels, Das internationale öffentliche Seerecht der Gegenwart, S. 177 ff. (2. Aufl., Berl. 1903).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
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 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
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 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
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107) Meyer
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109) Mysterĭen
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110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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