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Kaoko bis Kapazität (Bd. 6, Sp. 584)
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Artikelverweis Kaoko (Kaokofeld), der Nordwesten von Deutsch-Südwestafrika (s. diese Karte bei Artikel »Herero«), an der Küste des Atlantischen Ozeans, südlich vom Kunene bis zum Ugabfluß mit hafenlosem, sandigem und wüstem Küstengebiet. In dem terrassenförmig aufsteigenden Berglande, das im Elendekagebirge 1320 m erreicht, ist in den Betten der zahlreichen, allerdings nur periodisch fließenden Flüsse Wasser durch Nachgraben leicht zu erlangen; es hat vorzügliche Weiden. Die Bewohner sind im N. um Zesfontein Toopnaar-, in der Mitte um die Missionsstation Franzfontein die Swartbooi-Hottentotten, im S. einige Bergdamara. Das ganze Land ist überaus schwach besiedelt und bildet das Konzessionsgebiet der Kaoko-Land- und Minen-Gesellschaft südlich bis zum Ugab; es wurde durch G. Hartmann erforscht. Vgl. Hartmann, Das Kaokogebiet (in den »Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin«, 1897) und Meine Expedition 1900 in das nördliche Kaokofeld (Berl. 1903).
 
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Kaolīn (Kaolinit, nach dem chinesischen Kaoling, Porzellanerde), ein natürlich vorkommendes Tonerdesilikat, selten in kleinen, sechsseitigen, tafelförmigen Schüppchen und in feinschuppigen Aggregaten von schneeweißer Farbe (Nakrit) auf Erzgängen (Freiberg, Marienberg etc.), häufiger in derben, kryptokristallinischen Massen, z. T. in Afterkristallen nach Orthoklas, Porzellanspat, Leucit, Beryll etc., sehr weich, leicht zerreiblich und abfärbend, im Bruch meist feinerdig, von matter, meist rötlich-, gräulich-, grünlich- und gelblichweißer Farbe. Das spezifische Gewicht des Kaolins ist 2,2. Mit Wasser angerührt, wird es plastisch und läßt sich formen. Vor dem Lötrohr wie im Ofenfeuer ist es unschmelzbar; doch sintert es zusammen und brennt sich weiß. Von Säuren wird es wenig angegriffen, nur Schwefelsäure schließt es vollständig auf. Das reine K. enthält 46,5 Proz. Kieselerde, 39,6 Tonerde und 13,9 Wasser, entsprechend der Formel H4Al2Si2O9. In der Regel ist es aber durch feinverteilten Quarz, unzersetzten Feldspat und durch andre Substanzen (Kalk, Eisenoxyd etc.) verunreinigt und nähert sich dann manchen Arten von Meyers Ton (s. d.). Besonders häufig entsteht K. aus Orthoklas; es ist deshalb verbreitet in dem Granit, so bei Schneeberg in Sachsen, bei Karlsbad in Böhmen, auf Elba, bei Limoges in Frankreich (Material der Porzellanfabrik in Sèvres bei Paris), bei St. Stephens und St. Austell in Cornwall, ferner im Gneis, wie am Bacher in Steiermark, zu Schwarzbach im Böhmerwald, sodann in verschiedenen, dem Granit gleich zusammengesetzten Porphyren und Pechsteinen, so bei Morl und Trotha bei Halle (Material der Berliner Porzellanmanufaktur), bei Meißen (Material der Meißener Fabrik), und im Trachyt, z. B. bei Unghvar in Ungarn. Im Gneis von Obernzell, Griesbach, Diendorf etc., bei Passau ist das K. vornehmlich aus Porzellanspat hervorgegangen (Passauer Porzellanerde, Material der Fabriken in Nymphenburg und Regensburg). Außerdem findet es sich auch auf sekundärer Lagerstätte, so über dem Liaskalk von Dignac im Depart. Charente, auf der Höhe des Sollings bei Neuhaus und Lenne in Braunschweig, dann als Bindemittel von Sandsteinen (Kaolinsandsteine); die Kohlensandsteine bei Pilsen in Böhmen und gewisse Lagen des Buntsandsteins am Thüringer Wald (Sandberg bei Steinheid, Tabarz, Elgersburg) enthalten K. in solcher Reinheit und Menge, daß es lohnt, es durch Ausschlämmen aus dem zerpochten Gestein auf den sogen. Massenmühlen für Porzellanmanufaktur zu gewinnen. Eine dichte Porzellanerde von flachmuscheligem bis unebenem Bruch und der Härte 23, die besonders auf Erzgängen und in Porphyren und Melaphyren vorkommt, hat man Steinmark genannt (s. auch Meyers Bolus).
 
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Kaolinsandstein, s. Meyers Sandstein und Kaolin.
 
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Kaotsche, Volk, s. Meyers Uiguren.
 
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Kap (franz. cap, ital. capo, span. cabo, v. lat. caput, Kopf, Gipfel; Vorgebirge), der vorspringende Teil eines Ufers oder einer Küste und insbes. jede Spitze, in die er verläuft. Diese Spitze ist abgerundet oder besitzt, zumal an felsigen Ufern, schroffe, schneidende Formen. Im letztern Falle wird sie auch wohl Landspitze genannt. Die Kaps sind oft wichtig als Schutzmittel der Buchten gegen die Stürme, und ein großer Teil der besten Häfen verdankt ihnen seine Sicherheit. Daher sind auch die Orte in der Nähe der Kaps häufig Zentralpunkte des Handels und von militärischer Wichtigkeit, weil gerade die geschützten Buchten am sorgfältigsten gegen Angriffe von der See aus zu verteidigen sind und die Landvorsprünge die Anlage von Verteidigungsmitteln begünstigen. In dieser Hinsicht sind besonders solche Kaps berühmt, die an Meerengen angrenzen (Gibraltar) oder an sonstigen für die Schiffahrt wichtigen Punkten liegen, z. B. das K. der Guten Hoffnung. Im gewöhnlichen Leben ist K. schlechthin Bezeichnung für das letztgenannte Vorgebirge, daher die Ausdrücke Kapstadt (Cape Town), Kapwein, Kapgummi etc.
 
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Kapābel (lat.), fähig, imstande.
 
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Kapăneus, einer der Sieben gegen Theben, Sohn des Hipponoos, vermaß sich beim Sturm auf die Stadt, daß er auch gegen Zeus' Willen Theben verbrennen und selbst dessen Blitzen trotzen werde, und ward auf der Sturmleiter vom Blitz getroffen. Seine Gemahlin Euadne stürzte sich, als er auf den Scheiterhaufen gelegt ward, in die Flammen. Sein Sohn war Sthenelos (s. d.).
 
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Kapaun, ein kastrierter Haushahn, s. Meyers Huhn, S. 619, und Hahnrei.
 
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Kapauta, See, s. Meyers Urmisee.
 
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Kapazitanz, s. Meyers Elektrische Induktion, S. 625.
 
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Kapazität (lat.), Fähigkeit, etwas in sich aufzunehmen, z. B. Wärmekapazität (s. Meyers Wärme), elektrische K. eines Leiters (s. Meyers Elektrische Kapazität). Vitale K., K. der Lungen, die Luftmenge, die nach einer möglichst tiefen Einatmung bei stärkster Anstrengung ausgeatmet werden kann, s. Meyers Atmung, S. 54; dann besonders Bezeichnung für das geistige Fassungsvermögen, die Begabung eines Menschen; daher auch für jemand, der namentlich in einem bestimmten Fach etwas Hervorragendes leistet.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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