Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Kanzelmißbrauch bis Kanzleizeremoniell (Bd. 6, Sp. 582 bis 583)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Kanzelmißbrauch, das Vergehen, dessen sich ein Geistlicher oder sonstiger Religionsdiener schuldig macht, wenn er in Ausübung oder in Veranlassung der Ausübung seines Berufs öffentlich vor einer Menschenmenge oder in einer Kirche oder an einem andern zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte vor einer Mehrheit von Personen Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündigung oder Erörterung macht, oder in Ausübung seines Berufs Schriftstücke ausgibt oder verbreitet, in denen Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegenstand einer Verkündigung oder Erörterung gemacht sind. Dieser sogen. Kanzelparagraph (Reichsstrafgesetzbuch, § 130 a) verdankt seine Entstehung in der ersten Hälfte dem sogen. Kulturkampf (1871), in seiner zweiten dem bayrischen Kultusminister Freiherrn von Lutz, der dadurch die Altkatholiken zu schützen suchte (1876).
 
Artikelverweis 
Kanzelparagraph, s. Meyers Kanzelmißbrauch.
 
Artikelverweis 
Kanzen, s. Integral.
 
Artikelverweis 
Kanzlei (Kanzelei, lat. Cancellaria, franz. Chancellerie, engl. Chancery), ursprünglich der mit Schranken (cancelli) umgebene Ort, wo die öffentlichen Urkunden, landesherrlichen Reskripte, Gerichtsurteile etc. ausgefertigt wurden; der erste Beamte hieß gewöhnlich der Meyers Kanzler (s. d.). Später wurden die höhern Gerichte Kanzleien genannt, z. B. Justizkanzlei; ihre Vorsteher hießen Kanzleidirektoren, Kanzleipräsidenten. Jetzt wird unter K. gewöhnlich nur das Schreiberpersonal (Kanzlisten) der Behörden, Notare oder Anwalte verstanden, daher man von Ministerial-, Kabinetts-, Gerichts-, Amtskanzlei etc. spricht. Im Deutschen Reich ist die Reichskanzlei das Zentralbureau des Reichskanzlers, das den amtlichen Verkehr des letztern mit den Chefs der obersten Reichsämter vermittelt. In der Schweiz ist die Bundeskanzlei (Chancellerie fédérale) zur Wahrnehmung der Sekretariats- und Kanzleigeschäfte bei der Bundesversammlung und bei dem Bundesrat bestimmt. In Österreich bezeichnet man als K. auch die Geschäftslokale des Bankiers u. dgl. S. Kanzleisprache.
 
Artikelverweis 
Kanzleidirektor, s. Meyers Kanzlei.
 
Artikelverweis 
Kanzleiformat, Kanzleipapier, s. Meyers Papier.
 
Artikelverweis 
Kanzleischreiben (Lettre de chancellerie), die feierlichere Form der Mitteilungen von Souverän zu

[Bd. 6, Sp. 583]


Souverän. Das K. wird in förmlicher Weise abgefaßt, mit dem großen Staatssiegel versehen und meistens vom Minister des Auswärtigen gegengezeichnet. Minder feierlich ist das Kabinettsschreiben (s. Meyers Kabinett).
 
Artikelverweis 
Kanzleischrift, Schriftgattung (Deutsch), bei deren Zeichnung die geschriebene K. in edlen Formen nachgeahmt ist (s. Meyers Schriftarten). S. auch Meyers Schreibkunst.
 
Artikelverweis 
Kanzleisprache, deutsche, diejenige Art des schriftlichen Ausdrucks, die sich seit dem 14. Jahrh. in den deutschen Kanzleien entwickelte. Im 15. Jahrh. und im Beginn des 16. Jahrh. waren besonders die Sprache der kaiserlichen und der kursächsischen Kanzlei von maßgebendem Einfluß. Diese bildeten denn auch die Grundlage zu Luthers Bibelübersetzung und damit auch der neuhochdeutschen Schriftsprache. Kanzleistil, eine Art des sprachlichen Ausdrucks, die sich von der lebendigen Rede des Gebildeten, namentlich durch altertümlichen Wortschatz, formelhafte Redewendungen, verwickelten Periodenbau und langes Ausspinnen der Sätze unterscheidet.
 
Artikelverweis 
Kanzleistil, s. Kanzleisprache.
 
Artikelverweis 
Kanzleizeremoniell, s. Meyers Zeremoniell.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
Artikel 101 bis 110 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer