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Kantor bis Kanuri (Bd. 6, Sp. 580 bis 581)
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Artikelverweis Kantor (lat., »Sänger«), Vorsänger, daher auch: Praecentor, einer Kirche. In kleinen Gemeinden ist der K. oft zugleich Organist, Küster und Lehrer. In den ältern Zeiten, nach Einführung des Kirchengesanges, war die Stelle des Kantors eine der wichtigsten bei den Kathedralschulen. In größern Kirchen bekleidet der K. als Dirigent des Sängerchors auch jetzt noch eine musikalisch ehrenvolle Stellung (Thomaskantorat in Leipzig, Domkantoren etc.). Vgl. Laacke, Das Kantor-, Küster- und Organistenamt in seinen Rechtsverhältnissen (Bernb. 1884); Zimmer, Der K. und Organist im evangelischen Gottesdienst (Quedlinb. 1886); Vollhardt, Geschichte der Kantoren und Organisten von den Städten im Königreich Sachsen (Berl. 1899); Werner, Geschichte der Kantoreigesellschaften im Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Sachsen (Leipz. 1902).
 
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Kantring, s. Meyers Kanthaken.
 
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Kantschil, s. Meyers Zwergmoschustier.
 
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Kantschindschinga, Berg im Himalaja, s. Meyers Kintschindschinga.
 
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Kantschou (Gantschou), Stadt in der chines. Provinz Kansu, 400 km nordwestlich von Lantschou, nahe den Resten der großen Chinesischen Mauer und an der alten Handelsstraße von China mit dem Westen, umgeben von einer Stadtmauer, an die sich eine zweite halbkreisförmig anschließt, litt im Dunganenaufstand schwer, zählt aber angeblich schon wieder 150,000 Einw., hat jedoch die Blütezeit des Altertums und Mittelalters nie mehr erreicht.
 
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Kantschu (v. türk. Kamtschi), kurze, starke, aus Lederriemen geflochtene Peitsche mit kurzem Stil, am Handgelenk hängend getragen und in Rußland auch als Reitpeitsche gebräuchlich (vgl. Nogeika).

[Bd. 6, Sp. 581]



 
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Kantusche, s. Meyers Kontusch.
 
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Kanū (engl. canoe), das schmale, lange Fahrzeug vieler Naturvölker. Indianer und Grönländer bauen ihre Kanus aus Holzrippen oder Walfischknochen und überziehen sie mit Fellen; auch das Deck ist häufig aus Fell, mit einer Öffnung, die der im K. Sitzende mit seinem Körper ausfüllt. Zum Rudern bedienen sie sich langer Doppelriemen, mit denen sie geschickt und rasch fahren. Vgl. Schiffbau der Naturvölker. Ruder- und Segelkanus werden auch beim Ruder- und Segelsport verwendet.
 
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Kanüle (franz. canule), ein langer, gerader oder gebogener, hohler und an beiden Enden offener Zylinder von verschiedenstem Durchmesser, aus Gold, Platin, Silber, Stahl, Blei, Holz, Horn, Knochen, Pappe, Kautschuk verfertigt. Man benutzt Kanülen zum Durchleiten von Flüssigkeiten oder Luft; sie sind entweder vorn scharf (Pravazsche K.) und dienen dann direkt zum Einstechen durch die Haut in das Unterhautbindegewebe (wie bei subkutanen Einspritzungen) oder in die Muskeln, oder sie werden in gestochene (s. Meyers Trokar) oder geschnittene Wundkanäle zum Einspritzen von Flüssigkeiten oder zum Durchlassen von Luft (bei Luftröhrenschnitt) oder von Flüssigkeit (bei Wassersucht) oder von Eiter (bei eiteriger Pleuritis, auch bei tiefen oder tiefgelegenen Wunden) eingeführt. In letzterm Falle bezeichnet man die Kanülen meist als Drainröhren (Drains).
 
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Kanun (Qânûn, arab., aus dem Griech.), orientalisches, unsrer Zither nicht unähnliches Saiteninstrument; der Name deutet auf den antiken Kanon, d. h. das Monochord. Nach der andern Bedeutung des griechischen Kanon ist K. gleich Gesetz; daher K.-nameh, die Sammlung von Gesetzen, die Sultan Soliman I. el-Kanuni, d. h. der »Gesetzgeber«, veranstaltete; Kanundschi, Gesetzgeber, Archivar der Gesetzbücher.
 
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Kanuri (Kanori, »Leute des Lichtes«), das Hauptvolk von Meyers Bornu (s. d.), auch in Mittelafrika ausgebreitet. Nahe Verwandte der K. sind die Bewohner von Manga, Nguru und Kanem. Die K. sind eitel und putzsüchtig, aber rührige und unternehmende Kaufleute. Ihre Sprache, die sich mit der Sprache der Tibbu am nächsten berührt, ist durch die Arbeiten H. Barths und Koelles genauer bekannt geworden; sie ist reich entwickelt und von großem Wohlklang. Vgl. Nachtigal, Sahara und Sudân, 1. Teil (Berl. 1879).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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