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Kantonreglement bis Kanū (Bd. 6, Sp. 580 bis 581)
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Artikelverweis Kantonreglement, s. Meyers Kantonverfassung.
 
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Kantonsystem, s. Meyers Kantonverfassung u. Heer, S. 43.
 
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Kantonverfassung (Kantonsystem), die von Friedrich Wilhelm I. durch das Reglement vom 1. Mai (15. Sept.) 1733 (Kantonreglement) eingeführte Militärverfassung, nach der das ganze Land in Kantone (Kreise) eingeteilt war, in denen jedem Infanterie- und Kavallerieregiment eine bestimmte Anzahl Feuerstellen zur Entnahme seines Rekrutenbedarfs zugewiesen war. Die anfänglich festgesetzte Zahl von 5000 Feuerstellen für ein Infanterie- und 1800 für ein Kavallerieregiment wurde später vermehrt. Im Frieden durften denselben jährlich 30, im Kriege 100 Mann entnommen werden. Durch die K. wurde bestimmt: Alle Einwohner des Landes sind verpflichtet, in dem Regiment zu dienen, zu dessen Kanton sie gehören. Ausgenommen waren Söhne der Edelleute, der vermögendsten Bürger, Predigersöhne, die Theologie studierten. Ländlichen Besitzern, Kolonisten etc. wurden Vergünstigungen, bez. Befreiung von der Dienstpflicht zugebilligt, später auch der Woll- und Tuchfabrikation, um diese zu heben. Jeder im Kanton geborne Knabe wurde vom Pfarrer in eine Liste eingeschrieben und diese dem Regiment mitgeteilt. Mit dem 20. Lebensjahr wurde der Kantonpflichtige gemeinsam von Militär- und Zivilbehörden gemustert und zu lebenslänglicher, später 20jähriger Dienstpflicht ausgehoben. Später wurden auch Städte und Landesteile von hervorragender industrieller Tätigkeit von der Kantonpflichtigkeit befreit, z. B. Berlin, Potsdam, Breslau, Magdeburg etc. Bei Übergang zur allgemeinen Wehrpflicht wurden dann jene Befreiungen etc. aufgehoben. Ein ähnliches System war früher in Österreich und bis 1874 auch in Rußland im Gebrauch. Vgl. Territorialsystem.
 
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Kantor (lat., »Sänger«), Vorsänger, daher auch: Praecentor, einer Kirche. In kleinen Gemeinden ist der K. oft zugleich Organist, Küster und Lehrer. In den ältern Zeiten, nach Einführung des Kirchengesanges, war die Stelle des Kantors eine der wichtigsten bei den Kathedralschulen. In größern Kirchen bekleidet der K. als Dirigent des Sängerchors auch jetzt noch eine musikalisch ehrenvolle Stellung (Thomaskantorat in Leipzig, Domkantoren etc.). Vgl. Laacke, Das Kantor-, Küster- und Organistenamt in seinen Rechtsverhältnissen (Bernb. 1884); Zimmer, Der K. und Organist im evangelischen Gottesdienst (Quedlinb. 1886); Vollhardt, Geschichte der Kantoren und Organisten von den Städten im Königreich Sachsen (Berl. 1899); Werner, Geschichte der Kantoreigesellschaften im Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Sachsen (Leipz. 1902).
 
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Kantring, s. Meyers Kanthaken.
 
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Kantschil, s. Meyers Zwergmoschustier.
 
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Kantschindschinga, Berg im Himalaja, s. Meyers Kintschindschinga.
 
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Kantschou (Gantschou), Stadt in der chines. Provinz Kansu, 400 km nordwestlich von Lantschou, nahe den Resten der großen Chinesischen Mauer und an der alten Handelsstraße von China mit dem Westen, umgeben von einer Stadtmauer, an die sich eine zweite halbkreisförmig anschließt, litt im Dunganenaufstand schwer, zählt aber angeblich schon wieder 150,000 Einw., hat jedoch die Blütezeit des Altertums und Mittelalters nie mehr erreicht.
 
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Kantschu (v. türk. Kamtschi), kurze, starke, aus Lederriemen geflochtene Peitsche mit kurzem Stil, am Handgelenk hängend getragen und in Rußland auch als Reitpeitsche gebräuchlich (vgl. Nogeika).

[Bd. 6, Sp. 581]



 
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Kantusche, s. Meyers Kontusch.
 
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Kanū (engl. canoe), das schmale, lange Fahrzeug vieler Naturvölker. Indianer und Grönländer bauen ihre Kanus aus Holzrippen oder Walfischknochen und überziehen sie mit Fellen; auch das Deck ist häufig aus Fell, mit einer Öffnung, die der im K. Sitzende mit seinem Körper ausfüllt. Zum Rudern bedienen sie sich langer Doppelriemen, mit denen sie geschickt und rasch fahren. Vgl. Schiffbau der Naturvölker. Ruder- und Segelkanus werden auch beim Ruder- und Segelsport verwendet.

 

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 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
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103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
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