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Kantharidīn bis Kanton (Bd. 6, Sp. 578)
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Artikelverweis Kantharidīn (Kantharidenkampfer) C10H12O4, der wirksame Bestandteil der Spanischen Fliege, findet sich auch in einigen andern Käfern bis zu 0,49 Proz. und wird aus Spanischen Fliegen erhalten, indem man diese mit gebrannter Magnesia verreibt, trocknet, die Masse mit verdünnter Schwefelsäure übersättigt und das K. mit Äther auszieht. Es bildet farb- und geruchlose Tafeln, schmeckt sehr bitter, löst sich in kochendem Alkohol und in fetten Ölen, kaum in Wasser und gibt beim Kochen mit Alkalien Kantharidinsäure C10H14O5, die aus ihren Salzen durch Schwefelsäure gefällt wird und beim Erhitzen ihrer Lösung in K. und Wasser zerfällt. Mit Jodwasserstoff bildet K. isomere Kantharsäure, die bei Destillation mit Kalk Kantharen (Dihydroxylol) liefert. K. zieht auf der Haut Blasen, innerlich bewirkt es Magen- und Darmentzündung und starke Reizung des Harn- und Geschlechtssystems. Kantharidins aure s Kali hat Liebreich seit 1891 gegen tuberkulöse Prozesse (Lupus, Lungen- und Kehlkopftuberkulose) benutzt.
 
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Kanthăros, becherartiges Trinkgeschirr der alten Griechen mit weit ausgeschweiften Henkeln, besonders bekannt als Attribut des Dionysos (s. Abbildung).
 
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Kanthölzer (Eckhölzer, Balken), Nutzholz von rechteckigem oder quadratischem Querschnitt.
 
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Kantiges Gebiß, s. Meyers Zahnkrankheiten.
 
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Kantilēne (ital. Cantilena), soviel wie Melodie, eine längere gesangreiche Stelle in einer größern Komposition. In Italien ist Cantilena soviel wie Gassenhauer, abgedroschenes Lied.
 
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Kantillation (lat.), der singende Vortrag, besonders das singende Ablesen der Kollekten, Responsorien und andrer geistlicher Texte vor dem Altar.
 
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Kantillen (spr. -tilljen, franz. Cannetilles, auch Bouillon), ein zu Borten, Quasten, Epauletten etc. und Stickereien verwendetes Fabrikat aus seinem, schraubenartig zu einem Röhrchen gewundenem echten, unechten, runden oder geplätteten Gold- oder Silberdraht. Jener liefert die matten K., der geplättete Draht (Lahn) die Glanzkantillen. Dieser Draht wird schraubenartig auf eine Nadel gewickelt, die durch ein gewöhnliches Spulrad in schnelle Umdrehung versetzt wird, wobei die fertige Kantille sich von der Nadel herunterschiebt und in beliebiger Länge erzeugt werden kann. Die Stärke der Nadel richtet sich nach dem Zweck, zu dem die K. bestimmt sind. Ist die Nadel kantig, so kräuseln sich die K. (krause K., Krausbouillon).
 
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Kantīne (franz.), eigentlich Feldflasche; jetzt Bezeichnung für die Verkaufsstellen in den Kasernen, in denen die Soldaten ihre täglichen Bedürfnisse kaufen können. Die Kantinen stehen unter Kontrolle des Kommandeurs des betreffenden Truppen teils. Danach auch Bezeichnung für Speisewirtschaften in Fabriken etc.
 
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Kantinenwagen, s. Meyers Marketender.
 
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Kant-Laplacesche Theorie, s. Kosmogonie und Meyers Welt.
 
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Kanton (franz., spr. -tóng), Landbezirk, Unterabteilung eines größern Bezirks, in Frankreich Bezeichnung für die aus mehreren Gemeinden bestehenden Unterabteilungen des Arrondissements; in der Schweiz, wo der Name seit der Mitte des 16. Jahrh. den ältern Namen »Ort« allmählich verdrängte, Bezeichnung für die einzelnen (selbständigen) Bundesglieder der Eidgenossenschaft; daher Kantönligeist etc., soviel wie engherziger Partikularismus etc. Über K. in militärischer Beziehung s. Meyers Kantonverfassung.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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