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Kántabrer bis Kante (Bd. 6, Sp. 575 bis 576)
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Artikelverweis Kántabrer (Cantabri), altes iberisches Volk in Nordspanien, dessen rauhes Gebirgsland westlich von den Asturiern, östlich von den Vaskonen begrenzt wurde. Sie wurden von Augustus durch den kantabrischen Krieg (2519 v. Chr.) unterjocht. Nach ihnen wurde der Biscayische Meerbusen das Kantabrische Meer genannt.
 
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Kantābrisches Gebirge, allgemeine Bezeichnung des Küstengebirges von Nordspanien (s. Karte »Spanien«), das, zum pyrenäischen System gehörig, im S. der Bidassoamündung beginnt und sich als ein mächtiger, reichgegliederter Gebirgszug in der Richtung nach W. bis zum Paß von Leitariegos unfern der Quellen des Sil erstreckt. Das Gebirge, das in einen östlichen kantabrischen und einen westlichen asturischen Zug eingeteilt wird, besteht fast durch weg aus zwei Parallelketten, nämlich aus dem Hauptgebirgszug, der Fortsetzung der Pyrenäenkette, und aus der viel niedrigern Küstenkette. Der östlichste Teil der Hauptkette wird gegen S. durch die Hochebene von Vitoria (Plateau von Alava) von der parallel streichenden Sierra de Andia geschieden, welche die nördliche Begrenzung der zum Ebrobassin abfallenden Terrasse vom Navarra bildet. Bis zum tief eingeschnittenen Quertal der Besaya, durch das die Eisenbahn von Madrid nach Santander führt, besteht das Gebirge fast gänzlich aus Schichten der Kreideperiode, besonders aus Kalk. Das Gebirge ist in diesem Teile wild und schroff, aber nicht von beträchtlicher Höhe. Die höchsten Gipfel sind hier: die Pena de Amboto (1358 m), die wegen ihrer Höhlen und ihres Pflanzenreichtums berühmte Pena de Gorbea (1538 m) und der Monte Valnera (1718 m). Bedeutend höher schwillt die westliche Hälfte des Gebirges an. Zu beiden Seiten des Besayatales besteht dasselbe aus Buntsandstein und andern Sedimenten der Trias; an diese schließt sich westlich eine mächtig entwickelte Formation von Jurakalk an, welche die reiche Kohlenflöze enthaltenden Steinkohlengebirge Asturiens überlagert. Der Jurakalk bildet die erhabensten Gipfel des Gebirges, die Pena Prieta (2531 m) und nordwestlich die das ganze Jahr mit Schnee bedeckten Picos oder Peñas de Europa (Torre de Cerredo 2678 m, Pena Vieja 2665 m). Im weitern Verlaufe des zwischen Asturien und Leon gelegenen Gebirgszuges erheben sich die Picos de Mampodre (2084 m), die Pena de Gulazones (1980 m) im O. des Passes von Pajares (1363 m), über den die Straße und, in einem Tunnel, die Eisenbahn (bis 1283 m) von Leon nach Oviedo führt, die Peña Ubiña (2302 m) und die Pena Rubia (1930 m). Dieses westliche Stück der asturischen Kette besteht aus devonischen Schiefern und Kalken. Vom Besayatal bis zu den Quellen des Sil entsendet die kantabrischasturische Kette nord- und südwärts eine Menge von Querjochen, die südlichen verbreitern sich oft in terrassenförmig abgedachten Plateaus. Solche von steilen felsigen Rändern oder Felsenmauern umgürtete Plateaus heißen Parameras. Die asturische Kette enthält auch viele Alpenseen, die in der eigentlichen kantabrischen Kette gänzlich fehlen. An den Quellen des Sil teilt sich die Hauptkette in zwei Züge. Der eine von der Peña Rubia gegen SW. streichende Zug wird bei Quiroga vom Sil durchbrochen und erstreckt sich bis in die galicische Provinz Orense hinein, wo er sich zu einem rauhen Bergland ausbreitet, das den Raum zwischen den Flüssen Minho und Limia ausfüllt und sich südwestwärts stufenförmig zur portugiesischen Küste abdacht. Nördlich vom Durchbruchstal des Sil erreicht diese Kette in der Sierra de Picos noch 2004 m. Der zweite, gegen S. gerichtete Ast, die leonesische Kette, beginnt mit der schneebedeckten Sierra de Jistredo, wendet sich beim Teleno (1251 m) westwärts, löst sich in parallele, ostwestlich streichende Gebirgsketten auf und bildet ein reichgegliedertes, west- und südwärts sich absenkendes Bergland, das in der nordportugiesischen Bergterrasse seine Fortsetzung findet. Gleich der leonesischen Kette löst sich auch die asturische westwärts in eine vielverzweigte Bergterrasse auf, die den größten Teil Galiciens einnimmt, nicht über 1200 m erreicht und so wie das leonesische Gebirge größtenteils aus Granit zusammengesetzt ist. Fast das ganze Kantabrische Gebirge hat eine üppige Vegetation, die z. T. in dichten Laubholzwäldern besteht; nur im W. kommt Nadelholz vor. Der Gebirgszug wird außer von zahlreichen Fahrstraßen von fünf Eisenbahnen überschritten.

[Bd. 6, Sp. 576]



 
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Kantābrisches Meer, Teil des Atlantischen Ozeans, an der Nordküste Spaniens.
 
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Kantakuzēnos, griech. Fürstenfamilie, die im 14. Jahrh. den byzantinischen Thron bestieg, unter den Osmanen zu den vornehmsten Fanariotenfamilien gehörte und sich auch in Rußland und Rumänien (s. Cantacuzino) ausbreitete. Ihre namhaftesten Glieder sind:
   1) Johannes, als Kaiser von Byzanz Johannes VI. (134155), s. Meyers Johannes 6), S. 283.
   2) Matthias, Sohn des vorigen, wurde von seinem Vater 1353 zum Kaiser und Mitregenten erhoben, setzte nach dessen Abdankung den Kampf gegen Johannes V. Paläologos (s. Meyers Johannes 5) fort, wurde aber 1357 von den Serben gefangen genommen, an Johannes V. ausgeliefert und mußte abdanken; er starb 1383.
   3) Manuel, Bruder des vorigen, erhielt durch seinen Vater 1348 die Statthalterschaft im Peloponnes, behauptete sich dort nach dessen Sturz (1355) und wurde von Johannes V. als Despot von Misithra anerkannt. Er gab den Anstoß zu der massenhaften Einwanderung von Albanesen nach der verödeten Morea. Er starb 1380.
   4) Georg und Alexander, zwei Brüder, einem nach Rußland ausgewanderten Zweige der Familie angehörig, standen in russischen Kriegsdiensten und folgten als Mitglieder der Hetärie 1821 dem Fürsten Alexander Ypsilantis in die Moldau. Georg wurde Stabschef bei Ypsilantis, befehligte dann in Jassy und kehrte nach der Katastrophe Ende Juni nach Rußland zurück. Er starb 1857. Alexander, Ende April 1821 von Ypsilantis nebst dessen Bruder Demetrios nach Morea geschickt, schiffte sich in Triest ein und landete 19. Juni in Hydra, übernahm die Leitung der Kriegsangelegenheiten und bildete ein Korps Freiwilliger. Am 20. Juni begab er sich nach dem Peloponnes, nahm 4. Aug. die Festung Malvasia und zog dann vor Tripolizza, das er an der Spitze albanischer Krieger berennen half. Das Anerbieten der Kandioten, ihn zu ihrem Oberhaupt zu wählen, schlug er aus. Später erteilte ihm der Senat den Auftrag, die Bitte der griechischen Nation um russischen Schutz nach Petersburg zu überbringen; da er aber keine Pässe erhalten konnte, so blieb er in Dresden. 1828 kehrte er nach Griechenland zurück. Er starb 1841. Von ihm sind die »Briefe eines Augenzeugen der griechischen Revolution vom Jahr 1821 etc.« (Halle 1824).
 
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Kantalupe, s. Meyers Melone.
 
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Kantár (Kintál, ital. Cantaro), das türkische Zentnergewicht von verschiedener Größe, je nach Ort und Ware: in Konstantinopel früher 100 Rottel = 56,006 kg und meistens zu 44 Oken gerechnet, seit 1874 K. â'chary (K.-i-scherij) = 100 kg gesetzlich; in Serbien wie jener gleich dem Wiener Zentner angenommen; der neue griechische zu 45 Oken = 56,25 kg, der frühere von Syra zu 44 alten Oken = 56,448 kg. Der K. von Smyrna wog 45 Oken = 57,386 kg, der gewöhnliche von Aleppo u. Beirut 180 Oken, der große von Damaskus 100 Beiruter Rottel = 255,028 kg, der kleine 100 Damasker Rottel, 3/4 so viel, der K. von Bagdad 45 Rottel = 181,79 kg, der persische oder die Kamellast für den Verkehr mit Kleinasien 30 Karawen-Man = 220,32 kg, der vom Hedschas 9/10 des Suakimer = 118,218 kg. In Ägypten gab man dem K. 36100 gewöhnliche Oken zu 1,235 kg; der von Tripolis hat 40 Oken = 48,832 kg, aber für Eisen 5 mal und in Benghasi 11/4 mal so viel, der K. Attári von Tunis 2 Quintal zu 50 Rottel = 50,688 kg, der alte algerische K. Attári 100 Krämerpfund = 54,608 kg. Vgl. Cantaro.
 
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Kantara, El (El Kantarat el Chazne, d. h. »die Brücke des Schatzes«), Ort auf der gleichnamigen Landenge in dem ägypt. Gouvernorat Kanal am Ostufer des Suezkanals, zwischen den Seen Menzale und Balah, Station der Postdampfer Port Saïd-Ismailia, mit (1897) 579 Einw. Seit alten Zeiten passieren die von Ägypten nach Syrien ziehenden Karawanen diese Stelle, früher auf einer Brücke, die jetzt durch eine Fähre ersetzt ist.
 
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Kantāte (ital. Cantata), ursprünglich soviel wie Singstück überhaupt im Gegensatz zu Sonata und Toccata; jetzt insbes. ein aus Sologesängen, Duetten etc. und Chorsätzen bestehendes größeres Vokalwerk mit Instrumentalbegleitung. Die K. unterscheidet sich vom Oratorium und der Oper durch möglichsten Ausschluß des epischen und dramatischen Elements. Auf dem Gebiete der Kirchenkantate hat Sebastian Bach Typen von höchster Kunstschönheit in großer Anzahl geschaffen, von denen eine Definition nicht schwer zu geben ist. Danach ist die K. die Ausprägung einer Empfindung, einer Stimmung durch verschiedenartige Formen, die in dieser Einheit der Stimmung ihren höhern Zusammenhalt finden. Der Sologesang einzelner Stimmen in der Kirchenkantate führt nicht verschiedene Personen für sich redend ein, sondern auch sie reden im Namen der Gemeinde; den eigentlichen Kern aber bilden die Ensemblesätze und Chorsätze, besonders die Choräle. Historisch war Cantata zuerst kurz nach Erfindung der begleiteten Monodie (1600) der Name mehrgliederiger ausgedehnterer Sologesänge, in denen arioser Gesang mit rezitativischem abwechselte. Die ersten Kantaten (von Caccini u. a.) sind noch nicht als solche bezeichnet, doch wird seit 1620 (Al. Grandis »Cantade«) der Name häufiger und man unterschied nun die Kammerkantate (Cantata di camera) von der Kirchenkantate (Cantata di chiesa); doch blieben beide noch längere Zeit überwiegend in engerm Rahmen, führten statt einer zwei oder drei Singstimmen mit Continuo und einer oder zwei obligaten Begleitstimmen ein, entbehrten aber durchaus noch der charakteristischen Merkmale der erst nach 1700 in Hamburg in Nachahmung der größern Formen der Oper durch die Dichter Hunold und Brockes und die Komponisten Keiser und Telemann geschaffenen kirchlichen großen K., des Chors und des Orchesters. Die weltliche große K. entwickelte sich zuerst als Festkantate zu Hochzeitsfeiern, Huldigungen etc., die kirchliche erscheint vielfach unter dem Namen des Kirchenkonzerts. Bach hat die Mehrzahl seiner Kantaten als Konzerte bezeichnet, damit auf die wesentliche Rolle hindeutend, die darin die Instrumente spielen.
 
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Kantātemesse, die am Sonntag Cantate (s. d.) beginnende Buchhändlermesse in Leipzig; s. Meyers Buchhandel, S. 545 f.
 
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Kantbeitel, ein Stechbeitel zum Ausstechen tiefer Löcher mit einer auf dem Rücken hinlaufenden Rippe.
 
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Kante, der geradlinige Durchschnitt von zwei einen Körper begrenzenden Ebenen.

 

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