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Kanonĭkus bis Kanonizität (Bd. 6, Sp. 567 bis 568)
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Artikelverweis Kanonĭkus, s. Kanoniker.
 
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Kanonisation (griech.-lat. Canonizatio), die Aufnahme in den Kanon, d. h. das Verzeichnis der von der katholischen Kirche anerkannten Heiligen, also soviel wie Heiligsprechung; vgl. Heilige, S. 71.
 
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Kanōnisch, dem Kanon (s. d.) gemäß, darauf bezüglich, insbes. kirchlich oder päpstlich bestätigt.
 
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Kanōnische Bücher (Kanon), im Gegensatz zu den apokryphischen Büchern sowohl diejenigen Schriften, welche die nachexilischen Juden in die Sammlung ihrer heiligen Schriften aufnahmen und in ihren Gottesdiensten zur Verlesung brachten, als auch diejenigen neutestamentlichen Schriften, die seit der zweiten Hälfte des 2. Jahrh. dem alttestamentlichen Kanon als ebenbürtig zur Seite gesetzt wurden. Zu den kanonischen (auch protokanonischen, im Gegensatz zu deuterokanonischen, d. h. den später zugelassenen unter den apokryphischen) Büchern gehören 38 alttestamentliche Schriften, nämlich 17 Geschichtsbücher: die 5 Bücher Mosis, das Buch Josua, das Buch der Richter, das Buch Ruth, die 2 Bücher Samuelis, die 2 Bücher der Könige, die 2 Bücher der Chronik, die Bücher Esra, Nehemia und Esther; fünf Lehrbücher: das Buch Hiob, der Psalter, die Sprüche Salomos, der Prediger Salomo, das Hohelied Salomos; 16 prophetische Bücher: Jesaias, Jeremias und dessen Klagelieder, Hesekiel, Daniel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jonas, Micha, Nahum, Habakuk, Zephanja, Haggai, Sacharja, Maleachi; 27 neutestamentliche Schriften: die 4 Evangelien, die Apostelgeschichte, die 13 Briefe des Apostels Paulus, die beiden Briefe des Petrus, die 3 Briefe des Johannes, der Brief an die Hebräer, die Briefe des Jakobus und Judas und die Offenbarung des Johannes. Die Anerkennung des zweiten Briefes Petri, des zweiten und dritten des Johannes, der Briefe des Jakobus und Judas und der Offenbarung des Johannes fand in der alten Kirche vielfachen Widerspruch; sie hießen daher Antilegomena, im Gegensatz zu den Homologumena, d. h. den unbestritten für echt geltenden. Vgl. außer den sogen. »Einleitungen in das Alte und Neue Testament«: Kautzsch-Abriß der Geschichte des alttestamentlichen Schrifttums (Freiburg 1897); Budde, Der Kanon des Aleten Testaments (Gießen 1900); Reuß, Die Geschicht, der heiligen Schriften Neuen Testaments (6. Aufl., Braunschw. 1887); Zahn, Geschichte des neutestamentlichen Kanons (Erlang. 188892, 2 Bde.; Grundriß dazu, Leipz. 1901).
 
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Kanōnisches Alter, bestimmte Anzahl von Lebensjahren, die zur Erlangung eines hohen Kirchenamtes nötig sind, z. B. zum Episkopat vollendetes 30. Lebensjahr.
 
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Kanōnisches Recht (Jus canonicum, benannt nach den Rechtssatzungen [canones] der Kirche), das in Deutschland rezipierte Recht, welches sich innerhalb der christlichen Kirche ausbildete. Dasselbe entstand unter kirchlicher Autorität, namentlich durch die Beschlüsse der Konzile und durch die Dekretalen der Päpste. Das kanonische Recht enthält nicht bloß Satzungen über rein kirchliche Angelegenheiten, es umfaßt vielmehr auch eine bedeutende Summe strafrechtlicher, zivilrechtlicher und prozessualischer Vorschriften, was sich aus der Machtstellung der Kirche im Mittelalter erklärt. Außerdem enthält es auch Rechtsvorschriften über Gebiete, die heute ausschließlich der bürgerlichen Ordnung unterliegen. Bei uns in Deutschland ist das kanonische Recht rezipiert, wie es sich in dem Kodex des Jus canonicum, dem Corpus juris canonici (s. Meyers Corpus juris), vorfindet. Nicht gleichbedeutend mit kanonischem Recht ist übrigens der Ausdruck Kirchenrecht, d. h. der Inbegriff der auf die Kirche bezüglichen Rechtsnormen. Von besonderer Bedeutung für die katholische Kirche ist heute noch das kanonische Strafrecht. Vgl. Schulte, Geschichte der Quellen und Literatur des kanonischen Rechts (Stuttg. 187580, 3 Bde.).
 
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Kanōnische Stunden, s. Horae canonicae.
 
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Kanonisieren, heilig sprechen, s. Meyers Kanonisation.
 
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Kanonissen (Canonicae, Chorfrauen, franz. Chanoinesses), Frauen und Mädchen (Canonicae virgines), die bei einem Stift eine Pfründe genossen

[Bd. 6, Sp. 568]


und gemeinschaftliche Wohnung und Klausur hatten. Sie folgten in allem den Chorherren und ordneten sich den verschiedenen Kongregationen unter oder bildeten selbständige Vereine unter den Ordinarien, gehörten beinahe ganz dem Adel an, überboten die Domherren an Freiheit des Lebenswandels und machten ihre Anstalten beinahe durchgängig zu weltlichen Stiftern, so daß selbst nach dem Übertritt zum Protestantismus mehrere solcher Stifter, z. B. die von Gandersheim, Herford, Quedlinburg, Gernrode etc., als Pfründenanstalten für adlige Fräulein bestehen blieben. Auch die Teilhaberinnen an den in neuerer Zeit für diesen Zweck gestifteten Anstalten heißen K.
 
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Kanonist, ein Kenner oder Lehrer des Kanonischen Meyers Rechts (s. d.).
 
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Kanonizität (neulat.), zusammenfassender Name für den Komplex der Eigenschaften, vermöge deren ein Buch zu den Kanonischen Meyers Büchern (s. d.) gehört.

 

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