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Kannenbäckerland bis Kannstattrasse (Bd. 6, Sp. 564)
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Artikelverweis Kannenbäckerland, im Volksmund ein Strich des Engerngaues am westlichen Abhang des Westerwaldes im preuß. Regbez. Wiesbaden, der sich durch die Mächtigkeit (710 m) seiner ausgedehnten Tonlager auszeichnet. Dort werden, namentlich in den Dörfern Ransbach, Mogendorf, Grenzhausen, Dernbach, Höhr, Hillscheid etc. in den Ämtern Selters und Montabaur des Kreises Unterwesterwald, alljährlich Millionen von Steingutwaren, Mineralwasserkrügen, feuerfesten Steinen etc. gebrannt und in alle Welt versendet. Dazu eine bedeutende Ausfuhr von Tonschollen in die Steingut- und Porzellanfabriken Deutschlands, Frankreichs, Englands, Skandinaviens, Rußlands etc. In neuerer Zeit brennt man auch große Röhren für Wasserleitungen sowie feinere Gegenstände aller Art.
 
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Kannenkraut, s. Equisetum.
 
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Kannenstaude (Kannenträger), s. Nepenthes.
 
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Kannetjes (»Kännchen«), s. Meyers Jakobäa-Kannetjes.
 
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Kannibālen (v. span. Canibal, für Caribe), ursprünglich die menschenfressenden Bewohner der Karibischen Inseln; später überhaupt für rohe, grausame Menschen und Menschenfresser gebraucht. Daraus entstand kannibalisch und Kannibalismus sowie durch Umstellung Shakespeares Meyers Caliban (s. d.). Über Kannibalismus s. Meyers Anthropophagie.
 
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Kanninefaten (Cannenefates), germ. Volksstamm, westlich von den stammverwandten Batavern (s. d.) auf deren »Insel« (Betuwe) wohnend. 4 n. Chr. von Tiberius bezwungen, nahmen sie Kriegsdienste in den römischen Heeren. Unter C. Caligula empörten sie sich, verbanden sich 69 unter Brinno mit Julius Civilis gegen die Römer, zerstörten 71 die römische Flotte und schlugen die den Römern beistehenden Nervier.
 
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Kannland s. Meyers Kanna.
 
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Kannor s. Meyers Kanna.
 
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Kannstatt (Cannstatt), früher Oberamtsstadt im württemb. Neckarkreis, zu beiden Seiten des Neckar, 4 km von Stuttgart, mit dem es durch eine elektrische Straßenbahn verbunden ist, seit 1904 mit Stuttgart vereinigt, in fruchtbarer, lieblicher Gegend, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bretten-Friedrichshafen u. K.-Nördlingen, 220 m ü. M., hat in den neuern Stadtteilen schöne Straßen, 2 evangelische und eine kath. Kirche, eine Kirche der Methodisten, Synagoge, zwei Brücken über den Neckar, darunter die schöne König Karl-Brücke, schöne Anlagen um den Kursaal mit einem Reiterstandbilde des Königs Wilhelm I. und (1900) 26,497 Einw., davon 3570 Katholiken und 484 Juden. K. besitzt eine große Eisenbahnwagenwerkstätte, eine Motorwagen- und Motorbootfabrik (Daimlerwerke) und eine Bäckereimaschinenfabrik, Eisengießereien, Fabriken für Blechwaren, Bronze und Blattmetall, Feuerwehrrequisiten, elektrotechnische Apparate, mechanische Weberei, Trikotweberei, Wollspinnerei, Band-, Gurk-, Bettfedern-, Tapezierwaren-, Tuch-, Zigarren- und Korsettfabrikation, 2 chemische Fabriken, Bierbrauerei, Ziegeleien und vortrefflichen Obst- und Weinbau. Besondere Bedeutung erhält K. durch seine kochsalzhaltigen Mineralquellen und Heilanstalten. Von den erstern sind die Sulzerainquellen (früher Wilhelmsbrunnen) mit dem von König Wilhelm erbauten, jetzt renovierten Kursaal und Trinkhalle, die Frösnerschen Quellen (Männlein und Weiblein), die Karls- und Wiesenquelle und auf der Neckarinsel die Inselquelle und der Sprudel am wichtigsten. Ihre Temperatur beträgt 17,520,6°. Man benutzt die Quellen zum Trinken und Baden bei Katarrhen der Schleimhäute, Unterleibsleiden aller Art, fehlerhafter Blutmischung und Schwächezuständen des Nervensystems. Daneben werden vielfach Molken, auch Flußbäder im Neckar und im Stadtbad angewendet. Schon die Römer kannten und benutzten die Quellen, wie die Ausgrabung eines römischen Bades und andrer Altertümer in der Nähe von K. bezeugt. Von den Heilanstalten sind die Veielsche Flechtenheilanstalt und eine Wasserheilanstalt. verbunden mit Sanatorium für Nervenkranke, und ein Tierspital bemerkenswert. K. ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Hauptsteueramtes, hat ein Gymnasium, Oberrealschule, 3 Musikschulen und ein Theater. Bei Gelegenheit des auf dem Wasen zwischen Berg und K. alljährlich 28. Sept. gefeierten Volksfestes finden auch Pferderennen statt. Bemerkenswert sind die in dem Kalktuff häufig vorkommenden Höhlen, oft von 10 m Länge, mit fossilen Mammut- und andern Tierknochen. In der Nähe sind besonders erwähnenswert: die königlichen Lustschlösser Rosenstein und Wilhelma, jenes 182430 erbaut, in edlem Stil, mit Bildergalerie und Park, dieses 184251 erbaut, in maurischem Stil, mit prachtvollen Gärten und reichen Gewächshäusern. Östlich von der Stadt liegt der Meyers Rothenberg (s. d.), westlich ein zum obergermanischen Limes gehöriges Römerkastell. K. wird zuerst 708 erwähnt. Kaiser Ludwig der Bayer verlieh ihm 1330 die Rechte der Reichsstadt Eßlingen. Bis zur Mitte des 14. Jahrh. war hier das Landgericht für die Grafschaft Württemberg. Am 21. Juli 1796 siegten hier die Franzosen unter Moreau über die Österreicher unter Erzherzog Karl. Vgl. Veiel, Der Kurort K. und seine Mineralquellen (Kannst. 1875); Ströhmfeld, K. in Wort und Bild (das. 1896); Beck, Kannstatter Chronik über die 2. Hälfte des 19. Jahrh. (das. 1900); »Beschreibung des Oberamts K.« (hrsg. vom königlichen statistischen Landesamt, Stuttg. 1895).
 
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Kannstatter Quellsalz, Badesalz, aus etwa 2 Teilen Glaubersalz und 3 Teilen Bittersalz bestehend.
 
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Kannstattrasse, s. Meyers Menschenrassen.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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