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Kanizsa bis Kanna (Bd. 6, Sp. 562 bis 563)
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Artikelverweis Kanizsa (spr. kannischa), 1) Groß-K. (magyar. Nagy-K., spr. nádj-), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Zala, am Fluß K., ehemals Festung, Knotenpunkt der Linien Wiener Neustadt-K., Pragerhof-Budapest und K.-Barcs der Südbahn, mit Piaristen- und Franziskanerkloster, lebhaftem Handel (namentlich mit Getreide, Holz und Leder), reger Industrie (Zement- u. Spiritusfabriken, Dampfmühle), mehreren Geldinstituten, Gerichtshof, Obergymnasium, Handelsschule, Honvédkaserne und (1901) 23,978 meist magyarischen und römisch-kath. Einwohnern. Vgl. Horvath, Geschichte der Stadt K. (magyar., Kanizsa 1862). 2) O- oder Alt-K., Großgemeinde im ungar. Komitat Bács-Bodrog, am rechten Theißufer und an der Bahnlinie Horgos-Zenta mit starkem Getreide- und Tabakbau, Getreidehandel, Rindvieh- und Schafzucht und (1901) 16,532 meist magyarischen, römisch-kath. Einwohnern. Gegenüber, am linken Theißufer, liegt Türkisch-K. (magyar Török-K.), Großgemeinde im ungar. Komitat Torontál, an der Bahnlinie Szegedin-Karlova-Groß-Becskerek, mit Getreidehandel, Schiffbrücke, Bezirksgericht und (1901) 7752 magyarischen und serbischen (römisch-kath. und griechisch-oriental.) Einwohnern.
 
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Kanizsai (spr. kannischai), ungar. Adelsgeschlecht. Zu nennen sind: Laurenz (de genere Osl), erhielt 1324 die Burg Kanizsa, von der er sich nunmehr benannte. Sein Sohn Stefan, Bischof von Agram, kämpfte unter Ludwig d. Gr. in Neapel. Ebenso sein Bruder Johann, dessen fünf Söhne sich als Feldherren, Geistliche oder Diplomaten auszeichneten. Johann (II.) wurde Primas von Gran (13871481), der erste, der als Erzbischof diesen Ehrentitel führte. Als er sich dem Prätendenten Ladislaus von Neapel anschloß und ihn zum König krönte, wurde er von König Siegmund einige Zeit gefangen gehalten. Nikolaus K. wurde 1397 Tavernikus, Ladislaus K. 1459 Woiwode von Siebenbürgen, sein gleichnamiger Sohn 1493 Banus von Kroatien. Georg K. erhielt 1498 dieselbe Würde, sein Sohn Ladislaus wurde nach 1526 Index Curiae. Mit Franz K. starb der Mannesstamm der K. 1532 aus. Seine einzige Tochter Ursula ehelichte 1536 Thomas Nadasdy.
 
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Kanjō (spr. kandschō), japan. Bezeichnung der von kommandierenden Generalen auf dem Kriegsschauplatz erteilten Belobigungsdiplome für hervorragende Tapferkeit. Nach dem Vorbild einer Verleihung an den Gründer der Fürstenfamilie Sasaki durch den Schôgun Yoritomo wurde das K. 1904 bei der Armee und Flotte eingeführt. Die Erteilung wird durch Armeebefehl bekannt gemacht und an den Kaiser berichtet.
 
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Kanjut (Kunschut), von Kaschmir abhängiges Ländchen am Westende des Karakorum, bewohnt von den kriegerischen Hunza und Nagar, nach deren Unterwerfung 1891/92 die Engländer den festen Ort Nilt zum Sitz der Verwaltung wählten. Der bedeutendste Ort ist das aus 1500 Häusern bestehende Baltit in 2560 m Höhe.
 
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Kankakee (spr. -kī), Hauptort der gleichnamigen Grafschaft des nordamerikan. Staates Illinois, am Kankakeefluß, 80 km südlich von Chicago, Bahnknotenpunkt, mit Staatsirrenanstalt, Strumpf-, Woll-, Leder-, Papierfabriken, Steinbrüchen und (1900) 13,595 Einwohnern.
 
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Kankan, Bezirkshauptstadt in Französisch-Guinea, unter 10°20' nördl. Br., am Milo, einem im Sommer schiffbaren, rechten Zufluß des Niger, mit über 2000 Einw. (Bambara und Soninke), zuerst 1827 von Caillié mit mehreren europäischen Faktoreien besucht.
 
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Kanker (Weberknecht, Schneider, Schuster, Geist, Tod, Phalangium L., Opilio Herbst), Gattung aus der Ordnung der Gliederspinnen und der Familie der Afterspinnen, Tiere mit sehr langen, dünnen Beinen, die leicht abbrechen und sich dann noch lange zuckend bewegen. Der Leib ist länglich eiförmig, und auf einem Höcker des Kopfbruststückes steht ein einziges Augenpaar. Die Gattung enthält über 30 Arten, die sich an Mauern, Baumstämmen etc. aufhalten und von Insekten und Spinnen leben, die sie besonders nachts erbeuten. Sehr häufig ist bei uns O. parietinus Herbst (Wandkanker), der auf Fichten die Schildlaus Chermes coccinea massenhaft vertilgt.

[Bd. 6, Sp. 563]



 
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Kankhurahanf, s. Ramie.
 
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Kankrīnischer Vers (Versus cancrinus), s. Palindrom.
 
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Kankroīd (v. lat. cancer, Krebs), der als flache, meist geschwürige Geschwulst auftretende Krebs der äußern Haut (s. Meyers Krebs).
 
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Kanna (Mehrz. Kannor), früheres Hohlmaß für trockne und flüssige Waren in Schweden u. Finnland (finnisch Kannu) zu 2 Stop von 4 Qvarter = 0,1 Kubikfot oder 2,617 Lit. Kannland hieß bis Ende 1862 in Schweden eine Fläche von 1000 QFot = 88,15 qm.

 

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