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Kangra bis Kanīna (Bd. 6, Sp. 558 bis 559)
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Artikelverweis Kangra, Distrikt in der Division Dschalandhar der britisch-ind. Provinz Pandschab, erstreckt sich von den Niederungen des Doab ostwärts über den Himalaja nach Tibet hinein, 23,488 qkm mit (1901) 768,124 Einw. (722,554 Hindu, 39,672 Mohammedaner); reich an vorzüglichem Eisen, auch Gold, Silber, Kupfer, Blei und Braunkohle, die aber wenig ausgebeutet werden; Salz- und heiße Schwefelquellen sind zahlreich Die weiten Waldungen enthalten Hölzer fast aller Zonen. Ackerbau wird nur in einem Teil der Provinz betrieben; zu Weizen, Reis und Mais sind in neuester Zeit Tee (jährlich 1 Mill. Pfd.), Zuckerrohr und Kartoffeln hinzugetreten. Hauptstadt ist Dharmsala, Gesundheitsstation der Briten, mit (1901) 6971 Einw. Die Stadt K. hat ein Fort mit britischer Besatzung, ist berühmt wegen ihrer Juwelier- und Emailarbeiten und hat (1901) 4746 Einw.
 
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Känguruh (Beutelhase, Macropus Shaw). Beuteltiergattung aus der Familie der Känguruhs (Halmaturidae), eigentümlich gebaute Tiere mit kleinem Kopf und kleiner Brust, kurzen, schwachen Vorderfüßen, sehr stark entwickelter Lendengegend, verlängerten, sehr kräftigen Hinterbeinen und verhältnismäßig mächtigem, sehr muskelkräftigem Schwanz. Der Hinterteil des Leibes vermittelt fast ausschließlich die sprungweise Bewegung, während die Vorderfüße hauptsächlich handartig benutzt werden. Die Hinterfüße haben vier starke, lange Zehen, von denen die vierte sehr groß und stark bekrallt ist, an den Vorderfüßen finden sich fünf bekrallte Zehen. Die Känguruhs bewohnen die grasreichen Ebenen Australiens, zum Teil dichtes Buschwerk oder Felsenklüfte; sie sammeln sich auf futterreichen Plätzen zu Herden, gehen schwerfällig humpelnd, sitzen gern auf Hinterfüßen und Schwanz mit schlaff herabhängenden Vorderfüßen, springen bei schneller Fortbewegung ausschließlich mit den Hinterbeinen und schnellen sich dabei 69 m weit fort. Dabei zeigen sie große Ausdauer und überwinden 23 m hohe Hindernisse mit Leichtigkeit. Die Känguruhs hören scharf; Gesicht und Geruch sind dagegen schwach entwickelt. Bezeichnend ist ihre große Ängstlichkeit, der sie oft zum Opfer fallen. Sie nähren sich von Gras und Baumblättern, Wurzeln, Rinde und Früchten. Die Fruchtbarkeit ist gering; das nach sehr kurzer Tragzeit geborne winzige (bei Macropus giganteus kaum 4 cm lange), ganz unentwickelte Junge wird von der Mutter in dem Beutel an einer der starren Zitzen festgesetzt, die im Munde des Jungen anschwillt und festhält, und nährt sich etwa acht Monate lang von der Muttermilch, ohne den Beutel zu verlassen. Geschieht dies endlich, so kehrt es noch lange beständig zur Mutter zurück. Die Känguruhs werden wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches und der Haut eifrig gejagt und sind durch rücksichtslose Verfolgung bereits sehr stark zurückgedrängt; sie ertragen die Gefangenschaft gut und pflanzen sich in zoologischen Gärten leicht fort. Das Riesenkänguruh (Boomer, M. giganteus Shaw, s. Tafel Meyers »Beuteltiere I«, Fig. 4), gegen 3 m lang, mit 90 om langem Schwanz, bis 150 kg schwer, erreicht in sitzender Stellung fast Manneshöhe, ist braungrau, an Vorderarmen, Schienbeinen und Fußwurzeln hell gelblichbraun, an den Zehen und der Schwanzspitze schwarz, an den langen, spitzen Ohren nußbraun; es bewohnt Neusüdwales und Vandiemensland, ist gegenwärtig aber wen zurückgedrängt. Von den kleinern Känguruhs (Wallabys)

[Bd. 6, Sp. 559]


ist das Pademelon (M. thetidis Waterh.) 1 m lang, mit 45 cm langem Schwanz, oberseits braungrau, unterseits weiß; es bewohnt Südqueensland, Neusüdwales und Victoria und wird wegen seines wohlschmeckenden Fleisches eifrig gejagt. Eine andre Art, Bennets Wallaby, hat sich in der Rheinprovinz über Winter im Freien erhalten und auch fortgepflanzt. Zu den Bergkänguruhs (Petrogale Gray) gehört das Felsenkänguruh (M. [P.] penicillatus Gray). Dies ist mit dem an der Spitze buschigen Schwanz 1,25 m lang, purpurgrau, am Kinn weiß, an der Brust grau, an Füßen und Schwanz schwarz; es bewohnt die Felsengebirge von Neusüdwales, hält sich am Tage verborgen und entgeht der Verfolgung meist durch seine außerordentliche Fertigkeit im Klettern. Große Kletterfertigkeit zeigen die Baumkänguruhs (Dendrolagus Schleg, s. Tafel Meyers »Australische Fauna«, Fig. 2), in Neuguinea und Nordqueensland, die große, kräftige Vorderbeine und gekrümmte Krallen besitzen. Das Bärenkänguruh (D. ursinus Schleg.), in Neuguinea, ist 1,25 m lang, mit 60 cm langem Schwanz, gedrungenem, kräftigem Leib, kurzem Kopf, straffen, schwarzen Haaren, unterseits und im Gesicht braun. Es lebt auf Bäumen und nährt sich hauptsächlich von Blättern, Knospen etc. Die kleinsten Arten der Familie gehören zu der Gattung Känguruhratte (Buschratte, Hypsiprimnus Ill.); sie haben einen verhältnismäßig kürzern Schwanz und kleine, runde Ohren und erreichen die Größe des Hafen. Sie bauen ein dickwandiges Grasnest in einer gegrabenen Höhlung im Boden und liegen darin den Tag über verborgen; nachts gehen sie nach Futter aus, das in Gras und Wurzeln besteht. Man findet sie in Australien und Vandiemensland. Die Felle der Känguruhs (die kleinern heißen Wallaby) werden, z. T. gefärbt, zu Futtern, Mussen, Kragen, als Besatz etc., auch als Imitation von Iltis, Skunks, Zobel benutzt.
 
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Känguruhdorn, s. Acacia.
 
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Känguruhgras, s. Themeda.
 
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Känguruhinsel (Kangaroo Island), Insel an der Südküste Australiens, zum brit. Staat Südaustralien gehörig, vor dem Golf von St. Meyers Vincent (s. d.), durch die westliche Investigatorstraße von der Yorkehalbinsel, durch die östliche Backstairspassage vom Kap Jervis getrennt, 140 km lang, 55 km breit, 4351 qkm groß, mit (1891) 598 Einw. Der armselige, fast überall wasserlose und mit dichtem Buschwerk besetzte Boden gibt nur spärliche Ernten. 1893 waren erst 725 Hektar unter Kultur. Der Viehstand betrug 23,161 Schafe, 700 Rinder. Die 1885 gemachten Goldfunde waren wenig bedeutend und nicht nachhaltig. Die Insel wurde 1801 von Flinders entdeckt und wegen der außerordentlich zahlreichen, jetzt längst ausgerotteten Känguruhs K. benannt. Auf den Vorgebirgen Willoughby und Kap Borda stehen Leuchttürme, ein Kabel führt zum Festland. S. Karte »Australien«.
 
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Känguruhratte, s. Meyers Känguruh.
 
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Känguruhwein, s. Meyers Cissus.
 
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Kaniki, blaugefärbtes Kalikogewebe zur Bekleidung der Negerinnen im Innern Afrikas, kommt aus Indien und zum kleinern Teil aus Europa.
 
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Kanile, s. Meyers Orgelpfeifen.
 
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Kanin, eine Halbinsel im nördlichen Rußland (s. Karte »Rußland«), zwischen dem Weißen Meer und der Tscheskajabai, 10,500 qkm (190 QM.) groß, endigt an der Nordwestseite mit dem Kanin Noß und ist eine niedrig gelegene, morastige Fläche, sogen. Tundra, die von vielen Seen, Bächen und Hügeln unterbrochen wird. Ehemals war K. eine Insel, die vom Festland eine schiffbare Wasserstraße abtrennte, die durch die Flüsse Tschescha (nach NO.) und Tschisch (nach SW.), die Abflüsse des Sees Parusnoje, gebildet wurde. Infolge der Hebung der russischen Nordküste hat sich der See allmählich in einen Sumpf verwandelt. Die Vegetation ist sehr arm; Bäume kommen gar nicht vor. K. wird nur von Samojeden bewohnt, die im Sommer im nördlichen Teil ein Nomadenleben führen und für den Winter sich in den südlichern Teil zurückziehen, wo sie drei Dörfer haben. Im Sommer finden sich hier auch Jäger ein, die eine reiche Beute an Seehafen, Seekälbern und einer Art von Seehunden (Phoca cristata) finden. Vgl. Herm. und Karl Aubel, Ein Polarsommer. Reise nach Lappland und K. (Leipz. 1874).
 
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Kanīna, Stadt im Sandschak Berat des türk. Wilajets Janina, 4 km südöstlich von Avlona, 379 m ü. M., im 10. Jahrh. erbaut, mit 45000 Einw.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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