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Kanem bis Kangas (Bd. 6, Sp. 557 bis 558)
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Artikelverweis Kanem, Landschaft Innerafrikas, im N. und NO. des Tsadsees (s. Karte bei »Guinea«), ehemals ein blühendes, selbständiges Reich, jetzt zum Tsadsee-Territorium des französischen Kongo gehörig, 56,660 qkm groß. Das Land ist im NO. sandige Ebene mit tiefen, dicht bewaldeten Einsenkungen, im SO. sind die Täler von großer Schönheit und mit üppiger Vegetation bedeckt. Die etwa 100,000 Seelen starke Bevölkerung besteht aus Tibbu, Kanembu, Kanuri, Arabern u. a.; im N. nomadisieren die räuberischen Aulad Meyers Soliman (s. d.). Sie verdrängten die von N. eingewanderten Kanembu auf die Inseln des Tsadsees oder nach Bornu oder machten sie hörig. Die Kanembu sind jetzt stark mit Negern vermischt, tragen nur ein Schurzfell, verhüllen aber das Gesicht wie die Tuareg. Hauptort ist Mao (s. d.). Den Wühlereien, die Mitglieder der Senusisekte gegen das erfolgreiche Vorgehen der Franzosen im Westsudân angezettelt hatten, begegnete der Befehlshaber der französischen Truppen am Schari, Oberst Destenave, durch einen Zug nach K., der durch die Besiegung der Senusi und der mit ihnen verbündeten Tuareg und Tubu bei Bir Amani (Bir Alali) im Januar 1902 seinen Zweck völlig erreichte; doch hatte die französische Besatzung (2 Kompanien und eine halbe Eskadron) im Juni und Dezember 1902 Angriffe der Senusi und ihrer Bundesgenossen auszuhalten. Vgl. Nachtigal, Sahara und Sudân,

[Bd. 6, Sp. 558]


Bd. 2 (Berl. 1881); v. Bülow, Bericht über politische Verhältnisse im mittlern Sudân (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin«, 1904).
 
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Kanembu, Bewohner der Landschaft Meyers Kanem (s. d.).
 
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Kanĕon, runder od. ovaler Brot- oder Fruchtkorb der Griechen (s. Abbildung); vgl. Kanephoren.
 
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Kanephōren (griech., »Korbträgerinnen«), in Athen erlesene Jungfrauen, die bei Festprozessionen, besonders der Panathenäen, Opfergeräte in Körben auf dem Kopfe trugen. Ihre plastische Darstellung, namentlich als Gebälkträgerinnen, wie am Erechtheion in Athen, war sehr beliebt.
 
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Kaneszieren (lat.), grau werden (vor Alter); Kaneszenz, das greisenhafte Ergrauen.
 
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Kanetra, s. El Kanetra.
 
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Käneus, im griech. Mythus ein Lapithe, ursprünglich eine Jungfrau Känis, die ihr Liebhaber Poseidon in einen Mann verwandelte und mit Unverwundbarkeit begabte, ward in der Kentaurenschlacht von den Feinden so mit Fichtenstämmen bedeckt, daß er in die Erde sank.
 
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Kanevas (franz. canevas, spr. kann'wa, v. lat. cannabis, »Hanf«; Kannefaß), ursprünglich eine Hanfleinwand mit erhabenen Streifen, Rippen etc., jetzt meist ein leinenes, baumwollenes, wollenes oder seidenes (auch gemischtes) Gewebe aus stark gedrehtem Garn und mit regelmäßigen viereckigen Öffnungen, die als Grundlage für Wollstickereien (Stramin) dient. Seidener K. wird aus zweifädigem, mit einem wenig gedrehten Seidenfaden auf einer Maschine umwundenem Baumwollenzwirn hergestellt. Man benutzt K. auch zu Fliegen- und Luftfenstern, leichtem Unterfutter etc. K. heißt auch das Netz zu topographischen Karten; auch im allgemeinen der Entwurf oder die Grundlage zu etwas Auszuführendem. In der italienischen Stegreifkomödie bezeichnet man mit K. (ital. canavaccio) die Verteilung des Stoffes in Akte und Szenen, die dann von den Schauspielern durch Improvisation ausgefüllt wurden. Man braucht dafür auch den Ausdruck Scenario.
 
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Kanevasstickerei, nach dem Grundstoff genannt, auf dem quadratisch abgesetzte Muster meist in farbiger Wolle im Kreuz- oder petit point-Stich gestickt werden, ist zuerst in Deutschland am Ende des 13. Jahrh. geübt worden. Man wandte sie zu Rücklaken für Chorgestühl und zu Kissen, später zu Stuhlbezügen an. Den breitesten Raum auf dem Gebiete weiblicher Handarbeit nahm die K. zu Mitte der 30er Jahre des 19. Jahrh. ein, wo ihre naturalistischen Muster, deren Einfügung in ein offenes Netzgewebe unstilistisch ist, viel zur Geschmacklosigkeit der Zeit beitrugen.
 
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Kanew, Kreisstadt im russ. Gouv. Kiew, an der Mündung der Kanewka in den Dnjepr, hat 2 griechisch-katholische und eine römisch-kath. Kirche, 5 Synagogen und (1897) 8892 Einw. Etwa 7 km von K. steht am Dnjepr auf einem Hügel das Grabmal des berühmten kleinrussischen Dichters T. Schewtschenko (gest. 11. März 1861).
 
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Kangas, bedruckte baumwollene Tücher, 1,25 × 1,85 m groß, zur Bekleidung der Frauen in Sansibar.

 

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