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Kandt bis Kanephōren (Bd. 6, Sp. 557 bis 558)
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Artikelverweis Kandt, Richard, Afrikareisender, geb. im Dezember 1867 in Posen, studierte Medizin, war dann Assistent an einer Irrenanstalt in Bayreuth, lebte später als Arzt in München und bereitete sich darauf in Berlin für eine Reise nach Deutsch-Ostafrika vor, die er 1897 antrat. Er zog über Tabora in die Grenzgebiete zwischen dem deutschen Schutzgebiet und dem Kongostaat, wo er am Südufer des Kiwusees 1899 die zoologische Station »Bergfrieden« gründete. 1901 schloß er sich der deutschen Grenzkommission unter Hauptmann Herrmann an, 1902 kehrte er nach fünfjähriger Abwesenheit nach Deutschland zurück. Er gab eine Karte des Kiwusees (Berl. 1902) und eine Schilderung der Expedition u. d. T. »Caput Nili. Eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils« (das. 1904) heraus.
 
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Kane (spr. kēn), Elisha Kent, berühmter nordamerikan. Polarfahrer, geb. 3. Febr. 1820 in Philadelphia, gest 16. Febr. 1857 in Havana, ging 1844 als Arzt der nordamerikanischen Gesandtschaft nach China, besuchte die Philippinen, Ostindien, Ägypten, Südafrika und Dahomé, nahm 1846 am mexikanischen Kriege teil, war darauf bei der Küstenvermessung des Mexikanischen Meerbusens tätig und begleitete 1850 bis 1852 als Arzt und Naturforscher die von Meyers Grinnell (s. d.) zur Auffindung Franklins ausgerüstete Expedition. Größere Ergebnisse als diese erzielte die zweite, von K. selbst befehligte Grinnell-Expedition, die am 30. Mai 1853 mit der Advance von New York ausbrach und durch den Smithsund zur Rensselaerbai in 78°37' nördl. Br. gelangte. Hier fror das Schiff ein; der Matrose Morton erreichte aber zu Schlitten 24. Juni 1854 unter 80°40' nördl. Br. offenes Wasser, das K. als das offne Polarmeer ansah. Unter Preisgabe des Schiffes und nach vielen Beschwerden kehrte K. 1855 nach New York zurück. Später besuchte er England und Cuba. Er veröffentlichte: »The United States Grinnell Expedition in search of Sir John Franklin« (New York 1854); »The second Grinnell Expedition« (Philad. 1856, 2 Bde.; deutsch im Auszug, 3. Aufl., Leipz. 1874; auch als »K., der Nordpolfahrer«, 8. Aufl., das. 1904). Vgl. Elder, Elisha Kent K. (Philad. 1857); Kutzner, Ein Weltfahrer (3. Aufl., Leipz. 1890).
 
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Kanea (Canea), Hauptstadt von Kreta, s. Meyers Chania.
 
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Kaneelstein, ein Kalktongranat, s. Granat, S. 221.
 
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Kanēl (Kaneel), in der Sprache der frühern Vermittler des Gewürzhandels, der Venezianer oder Portugiesen (cannella oder canella), Bezeichnung aromatischer Rinden, jetzt sowohl für ceylanischen als auch (seltener) für chinesischen Zimt gebraucht.
 
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Kanēlbaum, s. Winterana.
 
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Kanellazeen, dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Cistifloren, wenige Holzgewächse des tropischen Amerika und Afrika mit abwechselnden, ganzrandigen Blättern, in Trugdolden stehenden, regelmäßigen Blüten, deren 20 oder mehr Staubgefäße zu einer Röhre vereinigt sind, und Beerenfrüchten. Die auf den Antillen einheimische Canella alba liefert die zimtartig riechende Kanellrinde.
 
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Kanem, Landschaft Innerafrikas, im N. und NO. des Tsadsees (s. Karte bei »Guinea«), ehemals ein blühendes, selbständiges Reich, jetzt zum Tsadsee-Territorium des französischen Kongo gehörig, 56,660 qkm groß. Das Land ist im NO. sandige Ebene mit tiefen, dicht bewaldeten Einsenkungen, im SO. sind die Täler von großer Schönheit und mit üppiger Vegetation bedeckt. Die etwa 100,000 Seelen starke Bevölkerung besteht aus Tibbu, Kanembu, Kanuri, Arabern u. a.; im N. nomadisieren die räuberischen Aulad Meyers Soliman (s. d.). Sie verdrängten die von N. eingewanderten Kanembu auf die Inseln des Tsadsees oder nach Bornu oder machten sie hörig. Die Kanembu sind jetzt stark mit Negern vermischt, tragen nur ein Schurzfell, verhüllen aber das Gesicht wie die Tuareg. Hauptort ist Mao (s. d.). Den Wühlereien, die Mitglieder der Senusisekte gegen das erfolgreiche Vorgehen der Franzosen im Westsudân angezettelt hatten, begegnete der Befehlshaber der französischen Truppen am Schari, Oberst Destenave, durch einen Zug nach K., der durch die Besiegung der Senusi und der mit ihnen verbündeten Tuareg und Tubu bei Bir Amani (Bir Alali) im Januar 1902 seinen Zweck völlig erreichte; doch hatte die französische Besatzung (2 Kompanien und eine halbe Eskadron) im Juni und Dezember 1902 Angriffe der Senusi und ihrer Bundesgenossen auszuhalten. Vgl. Nachtigal, Sahara und Sudân,

[Bd. 6, Sp. 558]


Bd. 2 (Berl. 1881); v. Bülow, Bericht über politische Verhältnisse im mittlern Sudân (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen zu Berlin«, 1904).
 
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Kanembu, Bewohner der Landschaft Meyers Kanem (s. d.).
 
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Kanĕon, runder od. ovaler Brot- oder Fruchtkorb der Griechen (s. Abbildung); vgl. Kanephoren.
 
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Kanephōren (griech., »Korbträgerinnen«), in Athen erlesene Jungfrauen, die bei Festprozessionen, besonders der Panathenäen, Opfergeräte in Körben auf dem Kopfe trugen. Ihre plastische Darstellung, namentlich als Gebälkträgerinnen, wie am Erechtheion in Athen, war sehr beliebt.

 

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 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
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 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
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 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
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110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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