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Kammbau bis Kammerberichte (Bd. 6, Sp. 517 bis 518)
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Artikelverweis Kammbau, s. Meyers Bodenbearbeitung, S. 122.
 
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Kammblümle, s. Meyers Nigritella.
 
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Kammdeckel (Kummetdeckel), s. Meyers Geschirr.
 
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Kämme im Maschinenwesen, s. Meyers Daumen.
 
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Kammeidechse, soviel wie Leguan.
 
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Kaemmel, Otto, Geschichtschreiber, geb. 25. Sept. 1843 in Zittau, studierte 186266 Philologie und Geschichte, wirkte als Lehrer am Gymnasium zu Plauen i. V. und Dresden-Neustadt, wo er zugleich 18771879 Privatdozent der Geschichte an der Technischen Hochschule war, und seit 1890 als Rektor des Nikolaigymnasiums in Leipzig. Er schrieb : »Heracleotica, Beiträge zur ältern Geschichte der griechischen Kolonisation im nördlichen Kleinasien« (Plauen 1869); »Der deutsche Volkskrieg gegen Frankreich 1870 und 1871« (Zwickau 187172,3 Bdchn.); »Joh. Haß, Stadtschreiber und Bürgermeister in Görlitz« (Preisschrift; Dresd. 1874); »Die Anfänge deutschen Lebens in Österreich bis zum Ausgange der Karolingerzeit« (Leipz. 1879); »Ein Gang durch die Geschichte Sachsens und seiner Fürsten« (Dresd. 1889); »Deutsche Geschichte« (das. 1889, 2. Aufl. 1904); »Italienische Eindrücke« (Leipz. 1895); »Christian Weise« (das. 1897); »Der Werdegang des deutschen Volkes« (das. 189698, 2 Bde.; 2. Aufl. 1904); »Kritische Studien zu Fürst Bismarcks Gedanken und Erinnerungen« (das. 1899); »Herbstbilder aus Italien und Sizilien« (das. 1900); »Der Kampf um das humanistische Gymnasium« (das. 1901); »Rom und die Campagna« (das. 1902). Auch verfaßte er neben einigen Unterrichtsbüchern (»Grundzüge der neuern Geschichte«, 2. Aufl., Dresd. 1895, und »Grundzüge der sächsischen Geschichte«, 2. Aufl., das. 1898) und der »Sächsischen Geschichte« in der Sammlung Göschen (Leipz. 1900) fünf Bände der von ihm mit andern herausgegebenen Neubearbeitung von Spamers »Illustrierter Weltgeschichte« (das. 189398) und ist Mitarbeiter der »Grenzboten«.
 
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Kämmen, das Abstreifen der Wolle des Hafen oder des Haares beim Fuchs in ungewöhnlicher Menge durch einen Streifschuß; ein Zahnrad mit Holzzähnen versehen.
 
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Kammer (altd. chámara, v. lat. camera, »Gewölbe, gewölbtes Zimmer«), ursprünglich bei den fränkischen Königen das Gemach, worin sie ihr besonderes Eigentum verwahrten; dann der Ort, wo die fürstlichen Angelegenheiten verhandelt wurden, und in übertragener Bedeutung auch die den fürstlichen Haushalt leitende Behörde (vgl. Kabinett). An der Spitze der K., die auch Kammerkollegium, Hofkammer, Rentkammer hieß, stand der Kämmerer (Camerarius, Kammermeister, auch Landschreiber genannt), der einer der ersten Hofbeamten war. Die Geschäfte der K. bestanden in der Beaufsichtigung und Leitung der eignen Güter der Fürsten, Kammergüter (Kammervermögen) im engern Sinne, der Domänen, in der Einbringung der herrschaftlichen Gefälle, Zehnten, Zinsen; ferner in der Verwaltung der Einkünfte aus der Jagd, den Straßen, der Münze und den übrigen Regalien. Die Einkünfte verwaltete der Fürst mit seiner K. unabhängig von seinen Ständen; mit ihnen wurden in erster Linie alle Regierungskosten bestritten; erst bei ihrer Unzulänglichkeit mußten die Stände mit der Bewilligung von Steuern eintreten. Zu dem Geschäftskreis der K., zu den sogen. Kammersachen, gehörte aber auch eine polizeiliche Tätigkeit, die notwendig mit der Sorge für Vermehrung der fürstlichen Einkünfte und der heutigen sogen. Volkswirtschaftspflege zusammenhing. Nach und nach wurden in größern Staaten die Kammern in verschiedene Behörden, Kammerkollegien, Hofkammern, Rentkammern, geteilt, woraus sich die Finanzministerien, die Finanzkämmereien, die Steuerkollegien, die Zolldirektionen, die Oberrechnungskammern etc. entwickelt haben, während das Polizeiwesen in das Ressort andrer Ministerien übergegangen ist. Den Kammern standen zuweilen zur Vertretung in Prozessen eigne Anwalte, Kammerkonsulenten, zur Seite. Zu Anfang des 19. Jahrh., bei Einführung der Repräsentativverfassungen, wurde in den meisten Staaten das liegende Kammervermögen zu Staatseigentum erklärt oder wenigstens in staatliche Verwaltung und Nutzung gezogen und den Fürsten dafür eine Zivilliste ausgesetzt. Vgl. Domäne und Kameralwissenschaft.
   In der parlamentarischen Sprache versteht man unter K. die Meyers Volksvertretung (s. d.) oder eine Abteilung derselben, daher man von Ein- und Zweikammersystem spricht, je nachdem der Landtag einheitlich oder aus einer Ersten und Zweiten K. zusammengesetzt ist. Endlich wird der Ausdruck K. vielfach für Kollegien, namentlich richterliche Kollegien, gebraucht; so sind z. B. in Deutschland bei den Landgerichten, Zivil- und Strafkammern, auch Kammern für Handelssachen gebildet (s. Meyers Gerichtsverfassung, S. 643); das Berliner Oberlandesgericht führt die Bezeichnung Meyers Kammergericht (s. d.); in Bayern teilen sich die Kreisregierungen in die Kammern des Innern und der Finanzen. Für die Vertretung der Interessen des Anwaltstandes bestehen Meyers Anwaltskammern (s. d.). Auch der Handels- und Meyers Gewerbekammern (s. d.) sowie der Meyers Landwirtschaftskammern (s. d.) ist zu gedenken.
 
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Kammer, im Militärwesen der Aufbewahrungsort für die Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke der Truppen, daher Bekleidungs-, Geschirr-, Regiments-, Bataillons-, Kompanie- etc. K. Unter Verantwortung der Bekleidungskommissionen werden sie von Kammerunteroffizieren verwaltet. Vgl. Bekleidungswirtschaft. Bei den ältesten für Hinterladung eingerichteten Geschützen (Kammerbüchse,

[Bd. 6, Sp. 518]


Kammergeschütz, Kammerstück, s. Meyers Geschütz, S. 698) heißt K. die lose Ladebüchse, die das Pulver enthielt; bei den Wurfgeschützen (Haubitzen, Mörser etc.) oder auch Kanonen der verengerte Raum für die Pulverladung (daher Kammergeschütze). Die deutschen Steilbahngeschütze mit Schraubenverschluß haben die K. in der Verschlußschraube. Handfeuerwaffen mit Vorderladung hatten eine K. in der Schwanzschraube (Kammerschwanzschraube). Bei Schrapnells und Minen heißt K. der zur Aufnahme der Sprengladung bestimmte Raum. Auf Schiffen die durch Quer- und Längswände (Schotten) gebildeten Räume, die als Magazine, Wohnräume etc. dienen, z. B. Munitionskammer in Kriegsschiffen, Postkammer in Postdampfern. In der Jägerei der mit Jagdzeug umstellte enge Raum, aus dem das Wild auf den Lauf vor die Schützen getrieben wird (s. Meyers Hauptjagen). Im Dachs-, Fuchs- und Kaninchenbau der erweiterte Raum am Ende einer Röhre. K. heißt endlich auch ein Zimmer zur Aufbewahrung von Kunstschätzen etc. (Kunst-, Schatz-, Antiquitätenkammer etc.).
 
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Kammerarrest, in der Marine soviel wie Stubenarrest.
 
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Kammerberichte. Um die uneingeschränkte Öffentlichkeit der parlamentarischen Verhandlungen zu sichern, bestimmen Art. 22 der deutschen Reichsverfassung und § 12 des Reichsstrafgesetzbuches, daß wahrheitsgetreue (schriftliche oder mündliche) Berichte sowohl über die Verhandlungen in den öffentlichen Sitzungen des Reichstags als auch über Verhandlungen eines Landtags oder einer Kammer eines zum Reiche gehörigen Staates von jeder Verantwortlichkeit frei bleiben. Es kann demnach nicht nur der Berichterstatter selbst nicht bestraft werden, sondern es ist auch die sogen. objektive Verfolgung ausgeschlossen. S. Meyers Presse (Preßgesetzgebung).

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
106) Messe
 ... Erlaubnis an einem Tage nur eine M. lesen, nur am Weihnachtsfest (25. Dez.) sind ihm drei Messen erlaubt. Nach den bestimmten
 
107) Meyer
 ... aus dem Familienleben: das Jubiläum eines hessischen Pfarrers (1843), der Weihnachtsabend, die Wochenstube, die Heimkehr des Kriegers, die Überschwemmung (1846), die
 
108) Michăel
 ... wegen freimütiger Äußerungen zum Tode verurteilt. Eine Verschwörung gegen Leo (Weihnachten 820) befreite ihn, und noch mit Ketten belastet wurde er
 
109) Mysterĭen
 ... auf Straßen und öffentlichen Plätzen, besonders zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Geschichtlich kann man die M. auf kirchliche Zeremonien des 8.
 
110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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