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Kâma bis Kambangan (Bd. 6, Sp. 500 bis 501)
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Artikelverweis Kâma (auch Manmatha), in der ind. Mythologie der Gott der Liebe, dem griechischen Eros zu vergleichen und nach einigen ihm nachgebildet. Er reitet auf einem Papagei und verwundet mit einem Pfeil aus Blumen, der von einem Bogen aus Zuckerrohr abgeschossen wird. Er heißt auch Ananga (»der Körperlose«), weil er der Sage nach einst von Çiva im Zorn zu Asche verbrannt wurde und seitdem seinen eigentlichen Körper verloren hat. Seine Gattin ist die schöne Rati (»Wollust«).
 
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Kamaïen, Kamail, s. Cam...
 
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Kamala (Wurus, Waras), leichtes, lockeres rotes Pulver, besteht im wesentlichen aus den zinnoberroten Drüschen, welche die kirschgroßen Früchte der Euphorbiazee Mallotus philippinensis (Rottlera tinctoria) bedecken. Man gewinnt es in Indien durch Schütteln oder Abreiben der Früchte. K. ist geruch- und geschmacklos, enthält als Beimengungen Sternhaare, Bruchstückchen der Früchte und Blätter, Staub etc. Sie wird von Wasser kaum angegriffen, gibt an Alkohol, Äther und Kalilauge ein rotes Harz ab, enthält Spuren von ätherischem Ol, Zitronen- und Oxalsäure, im wesentlichen aber Harze (Kamalarot) und Rottlerin C22H20O6. Letzteres bildet gelbe Kristalle, löst sich in Wasser, Alkohol und Äther, in wässerigen Alkalien mit tiefroter Farbe, ist nicht flüchtig und entsteht auch bei Behandlung von Aloin mit Salzsäure. K. dient in Indien seit alter Zeit zum Färben der Seide und gibt ein schönes Orangebraun; seit der Mitte des 19. Jahrh. wurde es in Europa als Bandwurmmittel benutzt, und seit 1872 ist es auch bei uns offizinell. Vor dem Kusso hat es den Vorzug, daß es weniger leicht Übelkeit und Erbrechen erregt. Auch gegen Hautkrankheiten ist es benutzt worden.
 
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Kamaldŭlenser-Einsiedler (Kamaldulisten oder Romualdiner), ein vom heil. Romuald (s. d.) 1012 gestifteter geistlicher Orden mit der Regel des heil. Benedikt (daher weiße Benediktiner), der nach seinem ersten Sitz, Camaldoli (Campo Maldoli bei Arezzo in den Apenninen), benannt und 1072 von Papst Alexander

[Bd. 6, Sp. 501]


II. bestätigt wurde. Die K. tragen einen weißen langen Rock, ein Skapulier, eine runde Kapuze und Schuhe. Der Genuß von Fleisch war untersagt. Während der großen Fasten pflegten viele, dem Beispiel des Stifters nacheifernd, ein 40tägiges Schweigen zu beobachten. Gegen die Benediktinische Regel führte Romuald das beschauliche, aller Einwirkung nach außen fremde Einsiedlerleben ein, was dem Orden im Verlauf der Zeit sehr nachteilig ward. Denn kaum hatte sich 1300 die Kamaldulenser-Einsiedelei San Michele di Murano bei Venedig zu einem förmlichen Kloster erhoben (Kamaldulenser-Cönobiten), als sich demselben sogleich die Kamaldulenser-Observanten, d. h. die der ursprünglichen Regel treu Gebliebenen, feindlich gegenüberstellten, und seitdem zerspaltete sich der Orden in langjährigen Zwistigkeiten in mehrere Kongregationen, jede mit eigenem General (Major) und eigenen Satzungen. Der Orden, der nie sehr zahlreich war, hat jetzt nur noch etwa 200 Mitglieder in sechs Niederlassungen, davon fünf in Italien, eine in Bielang in der Diözese Krakau. Papst Gregor XVI. war ein Kamaldulenser. Vgl. Heimbucher, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 1 (Paderb. 1896).
 
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Kamant, Volksstamm in Abessinien, s. Meyers Falascha.
 
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Kamaon, ind. Landschaft, s. Meyers Kumaon.
 
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Kamaran, kleine Inselgruppe im Roten Meer, an der arabischen Küste, 130 qkm groß, unter britischer Hoheit. Die ärmliche Fischerbevölkerung (100 Einw.) lebt in sieben kleinen, elenden Dörfern. Albuquerque besetzte K. 1513 nach seinem unglücklichen Angriff auf Aden zeitweilig; als 1858 das Kabel nach Bombay gelegt wurde, nahm England von der Insel Besitz.
 
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Kamaschen, s. Meyers Gamaschen.
 
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Kamassinzen, s. Samojeden.
 
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Kamazīt, soviel wie Balkeneisen, s. Meyers Meteorsteine.
 
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Kambangan, Insel, s. Meyers Banjumas.

 

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