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Kaliumbichromāt bis Kaliumcyanāt (Bd. 6, Sp. 474 bis 475)
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Artikelverweis Kaliumbichromāt, Kaliumdichromat, s. Meyers Chromsaures Kali.
 
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Kaliumbikarbonāt, s. Meyers Kohlensaures Kali.
 
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Kaliumbisulfãt, s. Meyers Schwefelsaures Kali.
 
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Kaliumbitartrāt, s. Meyers Weinstein.
 
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Kaliumbromāt, bromsaures Kali (s. Meyers Brom).
 
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Kaliumbromīd (Bromkalium) KBr wird wie Kaliumjodid (s. d.) dargestellt, im großen aber durch Zersetzung einer konzentrierten kochenden Pottaschen- oder Kaliumsulfatlösung mit Eisenbromürbromid. Es bildet farblose, luftbeständige Kristalle vom spez. Gew. 2,76, schmeckt scharf salzig und löst sich leicht in Wasser. 100 Teile Wasser lösen bei

K. löst sich schwer in Alkohol, schmilzt bei 745° und verdampft bei höherer Temperatur. Feuchtes K. wird durch Chlor leicht, trocknes nur sehr langsam und bei hoher Temperatur in Chlorkalium übergeführt. Man benutzt es in der Photographie, besonders aber als Arzneimittel gegen Epilepsie, Veitstanz, Nervosität, Neurasthenie, Krampfzustände bei Infektionskrankheiten, Keuchhusten (als Inhalation) etc.; es wirkt antaphroditisch und erzeugt Anästhesie der Schleimhäute, besonders im Schlunde. Fortgesetzter Gebrauch von K. kann Hautausschläge, Schleimhautkatarrhe, Ernährungsstörungen, auch bedenkliche Depression des Nervensystems und des Herzens, Kräfteverfall, Gedächtnisschwäche herbeiführen.
 
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Kaliumchlorāt, chlorsaures Kali.
 
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Kaliumchlorīd (Chlorkalium, Digestivsalz) KCl findet sich als Sylvin u. als Doppelsalz mit Magnesiumchlorid im Carnallit KCl+MgCl2+6H2O, gelöst im Meerwasser und in den meisten Salzsolen, in der Pflanzenasche und daher in der rohen Pottasche, in der Rübenmelassenasche und im Kelp. Es entsteht bei Einwirkung von Chlor auf Kalium oder Kalilauge und beim Neutralisieren der letztern mit Chlorwasserstoffsäure (Salzsäure). Man gewinnt K. aus der Mutterlauge des Meerwassers und der Salinen, der Melassenasche, dem Kelp, bei der Reinigung des rohen Salpeters, hauptsächlich aber aus Staßfurter Abraumsalzen. Das rohe Salz, wie es von den Salzwerken in Staßfurt geliefert wird, enthält ca. 60 Teile Carnallit = 16 Proz. K., 2025 Teile Steinsalz, 1316 Teile Kieserit (schwefelsaure Magnesia), 1726 Teile Chlormagnesium etc. Der Rohcarnallit wird auf Steinbrechern und Mühlen zerkleinert und mittels Elevatoren in hochstehende Lösungskessel von 12 cbm Fassungsraum befördert, die kochende Lösung von Chlormagnesium (Mutterlauge früherer Operationen) enthalten und durch einströmenden Wasserdampf geheizt werden. Die erhaltene Lösung vom spez. Gew. 1,32 läßt man sich klären und bringt sie dann in schmiedeeiserne Kristallisierkasten, in denen sich ein Salz ausscheidet, das 5458 Proz. K. und 2025 Proz. Natriumchlorid enthält. Dies Salz wird durch Waschen mit kaltem Wasser auf 8085, durch wiederholtes Waschen auf 9095 Proz. K. gebracht (niedriggrädiges Chlorkalium). Der Rückstand vom Auflösen des Rohcarnallits mit 58 Proz. K. und der Schlamm aus den Klärgefäßen mit 3,54,5 Proz. K. werden zur Fabrikation von Dungstoffen benutzt. Die Mutterlauge aus den Kristallisierkasten wird eingedampft, wobei sich die Bühnensalze ausscheiden (anfangs Natriumchlorid, später immer mehr Kalisalze), die ebenfalls zu Kalidünger benutzt werden. Aus der hinreichend verdampften und geklärten Mutterlauge kristallisiert beim Abkühlen Carnallit, und es hinterbleibt die Endlauge mit nur 0,51,8 Proz. K. Der künstliche Carnallit wird in Wasser gelöst und die Lauge geklärt. Aus derselben kristallisiert beim Abkühlen ein Salz, das nach dem Decken mit Wasser 9298 Proz. K. enthält (hochgrädiges Chlorkalium). Die Mutterlauge von diesem Salz (Raffinatmutterlauge) geht wie alle Wasch- und Decklaugen in den Prozeß zurück. Von dem im Rohcarnallit enthaltenen K. gewinnt man auf

[Bd. 6, Sp. 475]


dieie Weise 7590 Proz. K. bildet farblose Kristalle vom spez. Gew. 1,945, schmeckt wie Kochsalz, ist luftbeständig, schmilzt bei 766° und verflüchtigt sich bei wenig höherer Temperatur. 100 Teile Wasser lösen bei

In Alkohol ist es schwer löslich. K. dient zur Darstellung von Kalisalpeter (aus Natronsalpeter), Alaun, chlorsaurem, chromsaurem, schwefelsaurem, kohlensaurem Kali (Pottasche), mit Salpeter und Salmiak zu Kältemischungen, als Dungmittel, selten als Arzneimittel.
 
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Kaliumchromacichlorīd s. Meyers Chromsaures Kali.
 
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Kaliumchromāt s. Meyers Chromsaures Kali.
 
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Kaliumcyanāt, s. Meyers Cyansäure.

 

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