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Kalbe bis Kalbfelle (Bd. 6, Sp. 450 bis 451)
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Artikelverweis Kalbe (Calbe), 1) K. an der Saale, Kreisstadt im preuß. Regbez. Magdeburg, an der Saale, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Blankenheim, K.-Grizehne und Könnern-K., 54 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Schloß, Rettungshaus, Amtsgericht, Wollspinnerei, Tuch-, Wollwaren-, Papier-, Ofen-, Malz-, Brikett- und Zuckerfabrikation, Bierbrauerei, Ziegelbrennerei, Bergbau auf Braunkohlen, Gurken- und Zwiebelbau und (1900) 12,281 meist evang. Einwohner. 2) K. an der Milde, Stadt daselbst, Kreis Salzwedel, an der Milde, Knotenpunkt der Kleinbahnlinien Bismark-Beetzendorf und Gardelegen-K. a. d. M., hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Zementsteinfabriken, Molkereien, Hopfen- und Tabakbau, Bierbrauerei, eine Dampfsäge- und eine Dampfmühle und (1900) 1856 Einw.
 
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Kalbeck, Max, Dichter und Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1850 in Breslau, studierte daselbst Kunst- und Literaturgeschichte, ging 1872 nach München, war seit 1874 in Breslau als Musik- und Kunstreferent, einige Zeit auch als Archivar am schlesischen Provinzialmuseum tätig und siedelte 1879 als Musikkritiker nach Wien über. K. veröffentlichte mehrere Sammlungen formgewandter lyrischer Dichtungen, die freundliche Aufnahme fanden: »Aus Natur und Leben« (Bresl.

[Bd. 6, Sp. 451]


1870, 2. Aufl. 1872); »Neue Dichtungen« (das. 1872); »Wintergrün, eine Blumensprache in Versen« (das. 1872); »Nächte« (Hirschb. 1878; 2. Aufl., Berl. 1880); »Zur Dämmerzeit« (Leipz. 1881); »Gereimtes und Ungereimtes« (Berl. 1885); »Aus alter und neuer Zeit« (das. 1890). Außerdem schrieb er: »Neue Beiträge zur Biographie des Dichters Joh. Christ. Günther« (Leipz. 1879); »Das Bühnenfestspiel zu Bayreuth« (Bresl. 1877; 3. Aufl. als »R. Wagners Nibelungen«, 1882); »Richard Wagners Parsifal« (das. 1883), »Wiener Opernabende« (Wien 1885); »Humoresken und Phantasien« (das. 1896) und »Opernabende. Beitrag zur Geschichte und Kritik der Oper« (Berl. 1898, 2 Bde.); auch verfaßte er die Biographie »Johannes Brahms« (Bd. 1, Wien 1904). Einen geachteten Namen erwarb er sich als Opernlibrettist. Außer seiner neuen Verdeutschung des Textes von Mozarts »Don Juan« lieferte er Übersetzungen verschiedener Opern von Verdi, Smareglia, Mascagni, Smetana u. a. sowie eine Anzahl selbständiger Libretti, soz. B. zu Mozarts »Bastien und Bastienne«, Glucks »Maienkönigin« etc. Endlich gab K. noch »Ein deutsches Dichterbuch« aus Originalbeiträgen (Stuttg. 1873) und Daniel Spitzers »Letzte Wiener Spaziergänge« (Wien 1894, mit Charakteristik) heraus.
 
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Kalbefieber (Gebär-, Milchfieber), dem Kindbettfieber entsprechende Krankheit der Kühe, entsteht meist am dritten Tage nach der Geburt infolge der Aufnahme von Infektionsstoffen in den Geburtswegen und führt unter hohem Fieber meistens in wenigen Tagen zum Tode. Ganz davon verschieden ist die früher ebenso genannte Gebärparese (s. d.).
 
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Kalben der Gletscher, das Abbrechen der Stirnen bei den in das Meer mündenden Gletschern Grönlands; s. Meyers Gletscher, S. 30, und Eis, S. 474.
 
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Kälberfang, der Stich, der von vorn in die Vertiefung der Brust angebracht wird, um ein angeschossenes Stück Hochwild zu töten (abzufangen).
 
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Kälberkropf, Pflanze, s. Meyers Chaerophyllum und Meyers Anthriscus.
 
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Kälberlähme, s. Meyers Lähme.
 
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Kälbermagen (Kälberlab), s. Meyers Lab.
 
Artikelverweis Kälberrohr, s. Meyers Anthriscus.
 
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Kälberruhr (Kälberlähme), eine spezifische, mit Durchfall verbundene Krankheit neugeborner Kälber, entsteht in der Regel in den ersten drei Lebenstagen und endet nach 13 Tagen tödlich; im Überlebensfalle kümmern die Kälber häufig. Die K. überträgt sich in der Regel nicht von Kalb zu Kalb, dennoch herrscht sie in vielen Ställen fast ständig, so daß darin oft die Aufzucht ganz vernichtet wird. K. entsteht durch Bacterium coli commune, das sich im Darm fast aller Kälber findet und an sich unschädlich ist, aber giftig wird, sobald andre Einflüsse, Erkältung und namentlich ungeeignete Nahrung, die Darmschleimhaut schädigen. Die giftig gewordenen Bakterien werden mit den Exkrementen ausgeschieden, verbreiten sich im Stall, gelangen namentlich an die Euter der Kühe, werden so von gesunden Kälbern (beim Saugen) aufgenommen und stecken diese an. Da das der Kuh verabreichte Futter die Bestandteile der Milch beeinflußt, so erklärt es sich, daß gewisse Futterstoffe, wie Schlempe und Rübenschnitzel, der Milch nachteilige Eigenschaften verleihen können, infolge deren das Bacterium im Darm des Kalbes eine giftige Wirkung erhält. Zur Vorbeugung empfiehlt sich daher passende Fütterung der Kuh in den Tagen vor und nach der Geburt (Heu, Kleie etc.) und Schutz des Kalbes vor Aufnahme des im Stall etwa schon verbreiteten Ansteckungsstoffes. Dazu muß das Kalb schon bei der Geburt vor Verunreinigungen geschützt werden. Der Nabelstrang wird mit gekochtem Faden unterbunden und desinfiziert. Maul und Nase werden gereinigt. Dem Kalb wird während der ersten 36 Tage ein Maulkorb angelegt, der nur beim Tränken abgenommen wird. Das Kalb darf in dieser Zeit nicht saugen. Die Milch wird vielmehr aus den gereinigten Zitzen in eine Flasche gemolken und davon dem Kalbe gegeben, zuerst 0,5 Lit., nach 12 Stunden nochmals, am zweiten Tag 1,5, am dritten 2,5, am vierten 3 L. im ganzen. Eine neuerdings versuchte Schutzimpfung bedarf noch weiterer Erprobung.
 
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Kalbfelle, die Felle der Kälber der Rinder, kommen getrocknet und gesalzen in den Handel; die meisten K. liefern Rußland, Schweden, Norwegen, Deutschland (besonders Bayern), Österreich, Dänemark, Holland, Ungarn, Argentinien, während in England und Nordamerika das Kalbfleisch weniger beliebt ist, daher auch K. viel seltener sind. Auch Ostindien und Südamerika liefern K. Sie werden hauptsächlich auf lohgares Oberleder verarbeitet, seltener mit den Haaren gegerbt (rauhgares Kalbleder zu Tornistern, Jagdtaschen). Die Haare dienen als Polstermaterial.

 

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101) Lügde
 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
 ... rezitiert werden. Im Volksmund heißt die vor der Mitternachtsmesse zu Weihnacht feierlich gesungene Matutin Christmette , die ebenfalls feierlicher abgehaltene
 
105) Menzel
 ... den ersten Rang ein, die M. als Transparentbilder für die Weihnachtsausstellungen im Berliner Akademiegebäude malte: Christus unter den Schriftgelehrten (1851, existiert
 
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107) Meyer
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110) Narrenfest
 ... innocentium , Dezemberfreiheit ), im Mittelalter ein Volksfest um Weihnachten, besonders 28. Dez., 1. und 6. Jan., wahrscheinlich ein Rest
 
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