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Kaffziegel bis Kaftan (Bd. 6, Sp. 425 bis 426)
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Artikelverweis Kaffziegel, s. Meyers Kappziegel.
 
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Käfigvögel, s. Meyers Stubenvögel.
 
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Kafilldesinfektor, von de la Croix in Antwerpen erfundener und durch Rietschel und Henneberg zu Berlin in Deutschland eingeführter Apparat zur unschädlichen Beseitigung und gleichzeitigen Ausnutzung von Tierleichen, Fleischabfällen etc. Der Apparat ist für Schlachthöfe bestimmt, eignet sich aber auch für größere Schlächtereien, Abdeckereien etc. Er besteht aus einem zylindrischen, doppelwandigen, luftdicht verschließbaren Sterilisator mit durchlöchertem, falschem Boden, der die Fleischteile etc. aufnimmt. Wird nach Verschluß des Behälters zwischen die doppelten Wände Dampf von 5 Atmosphären geleitet, so findet eine Trocknung des Inhalts statt, und die durch den Siebboden abfließende Flüssigkeit wird durch den im Rezipienten sich entwickelnden Dampf in einen zweiten Zylinder gedrückt. Nach etwa 1 Stunde leitet man den Dampf direkt in die Fleischmasse und nach abermals 6 Stunden drückt man durch den Dampf alle noch vorhandene Flüssigkeit und das ausgeschiedene Fett in den Rezipienten. In diesem und dem damit verbundenen Kondensator werden Dämpfe und Gase durch kaltes Wasser niedergeschlagen; nicht verdichtbare Gase gelangen aus dem Kondensator in die Feuerung. Der fast trockne Inhalt des Sterilisators ist geruchlos und wird nach weiterm Trocknen gemahlen und als Dünger benutzt. Aus dem Inhalt des Rezipienten gewinnt man Fett und Leim. Der K. ist groß genug, um ganze Kadaver aufnehmen zu können, und eignet sich daher besonders zur gefahr- und geruchlosen Beseitigung der Leichen an ansteckenden Krankheiten gestorbener Tiere und genußuntauglichen Fleisches.
 
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Kafiller (Kaviller), soviel wie Abdecker. Das der Gaunersprache entlehnte Wort K. ist wohl aus dem neuhebr. kefál, abdecken, abziehen, entstanden.
 
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Kâfir (arab., »Ungläubiger«), Name der Nichtmuslime im Meyers Koran (s. d.). Im Munde der osmanischen Türken wurde K. zu Giaur, dem in der Türkei üblichen Schimpfnamen für Christen und Juden. Von dem Worte K. ist auch der Name der Meyers Kaffern (s. d.) in Südafrika herzuleiten.
 
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Kafir, afrikan. Sprache, s. Meyers Bantu.
 
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Kafiristan (»Land der Ungläubigen«), Berglandschaft an der Grenze von Indien und Afghanistan (s. Karte »Zentralasien«), diesem zur Aufsicht unterstellt und von Truppen des Emir bewacht, im O. von Tschitral und dem Lahorigebirge begrenzt, etwa

[Bd. 6, Sp. 426]


13,000 qkm mit 120,000 Einw. Das durchaus gebirgige Land wird ganz durch von N. nach S. streichende, schneebedeckte Ketten erfüllt, zwischen denen in anmutigen Tälern die stürmischen Flüsse Alingar, Kunar u. a., teilweise Goldsand führend, zum Kabul fließen. Das Klima ist gemäßigt. Die Abhänge sind bis zum Gipfel bewachsen, meist mit Nadelholz; im Tal gedeihen Reis, stellenweise Zuckerrohr, ferner Platanen, Apfel- und Birnbäume, die Weinrebe; Bienenzucht ist allgemein. Höher hinauf folgen Maulbeer-, Walnußbäume und Getreide. K. ist reich an Wild; das lohnendste Haustier ist das dickschwänzige Schaf. Die Einwohner sind teils die von den später eingedrungenen Mohammedanern so benannten Meyers Kâfir (s. d.), teils die aus Kaschmir eingewanderten weißen Hunnen oder Yue-tschi (vgl. Hunnen, S. 658) türkisch-tatarischer Herkunft, der schönste, kräftigste Menschenschlag unter diesen Bergbewohnern. Dazu kommen im untern Teil der Täler die Afghanen vom Stamm der Meyers Jusufzai (s. d.), die sich hier im 8. Jahrh. n. Chr. ansiedelten. Das Land ist erst in neuester Zeit einigermaßen erforscht worden. Sajjad Schah machte 1882 ethnographische Forschungen, und 1883 gelang es Mac Nair, als dem ersten Europäer, unter der Maske eines indischen Arztes Aufnahmen und Höhenmessungen zu machen. In größerm Maßstab sind die Forschungen in den letzten Jahren im Anschluß an die militärischen Unternehmungen der Engländer gegen die Bergvölker gefördert worden. Vgl. Downes, Kafiristan (Lahor 1873); Leitner, Kafiristan (das. 1881); G. S. Robertson, The Kafirs of the Hindoo Kush (Lond. 1896), und namentlich W. Broadford in »Blackwoods Magazine«, Bd. 161.
 
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Kafis (span. Cahiz, ital. Caffiso), Hohlmaß in Tripolis zu 20 Tiberi, von sehr verschiedenem Inhalt bis 406 Lit.; früher auch in Tunis für Getreide etc. = 16 Uiba oder 495,9 L., auch mehr.
 
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Kafr (Kefr, arab.), soviel wie Dorf.
 
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Kafr-el-Zaiyāt, Distriktshauptort in der ägypt. Provinz (Mudirieh) Gharbieh, am rechten Ufer des Damiettearms des Nils und an der Eisenbahnlinie Damanhur-Tanta, Dampferstation mit lebhaftem Getreide- und Baumwollenhandel und (1897) 10,231 Einwohnern.
 
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Kaftan (türk., »Oberrock«), ehedem ein vom Sultan als Auszeichnung verliehenes Staatskleid, ähnlich dem von den Herrschern in Persien und Mittelasien noch heute vergebenen Meyers Chal'at (s. d.). Nur bei den untern und mittlern Volksklassen der Türkei ist der K. als Oberkleid noch im Gebrauch; in den weiter östlich gelegenen, islamischen Ländern hat das Kleidungsstück andre Namen (Tschapan, Chal'at, Dschubbe). Von Persien und Mittelasien ist der K. im 13. Jahrh. durch das untere Wolgagebiet nach Rußland, Polen und Ungarn gedrungen; in den zwei erstgenannten Ländern gehörte er lange zur Nationaltracht und wird dort noch heute von den orthodoxen Juden getragen.

 

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 ... ( Villa Ludihi ) feierte Karl d. Gr. 784 das Weihnachtsfest.
 
102) Lyra
 ... als Pastor prim . in Gehrden (Hannover), komponierte eine Weihnachtskantate, liturgische Altarweisen und Lieder (gesammelt als »Deutsche Weisen«, 5 Hefte),
 
103) Mannhardt
 ... »Die Götter der deutschen und nordischen Völker« (das. 1860) und »Weihnachtsblüten in Sittte und Sage« (das. 1864). Aus Gesundheitsrücksichten zog er
 
104) Matutinum
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110) Narrenfest
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