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Horst bis Hortense (Bd. 6, Sp. 568)
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Artikelverweis Horst, 1) Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Steinburg, an der Staatsbahnlinie Altona-Kiel, hat eine evang. Kirche, Wollspinnerei, Torsstreufabrik, Elektrizitätswerk und (1900) 2278 Einw. 2) (H. am der Emscher) Dorf im preuß. Regbez. Münster, Kreis Recklinghausen, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bismarck-Osterfeld und H.-Karnap, hat eine kath. Kirche, Maschinenfabrikation, Ziegelbrennerei, Steinkohlenbergbau und (1900) 11,284 Einw. 3) (H. an der Ruhr) Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Hattingen, an der Ruhr, hat eine kath. Kirche, ein Eisenhüttenwerk, Mühlwerke, Bierbrauerei, Ziegeleien, Steinbrüche und (1900) 5129 Einw. 4) Dorf (aus Groß- und Klein-H. bestehend) im preuß. Regbez. Stettin, Kreis Greifenberg, an der Ostsee, am Eiersberger See und an der Kleinbahnlinie Greifenberg-H., hat ein Seebad, Leuchtturm, Fischerei und 350 Einw.
 
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Horst, 1) Ulrich Angelbert, Freiherr von der, Befehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee, geb. 16. Nov. 1793, gest. 9. Mai 1867 in Braunschweig, jüngerer Bruder des preußischen Generals Wilhelm, Freiherr v. d. H. (17861874), trat 1806 in das preußische Heer, machte 1812 den Feldzug nach Rußland mit, diente seit November 1812 in der russisch-deutschen Legion, trat dann wieder in preußische Dienste und zeichnete sich 1815 in dem Feldzuge gegen Frankreich bei Ligny aus. Als Major zog er 1846 mit gegen Mieroslawski, schied aber wegen seiner Verheiratung mit einer Polin 1847 aus dem aktiven Dienst, trat im Frühjahr 1850 in das schleswig-holsteinische Heer und kommandierte zuerst das Jägerkorps und dann nach Wiederausbruch des Krieges die 3. Infanteriebrigade. In der Schlacht bei Idstedt (25. Juli) focht er erfolgreich bei Oberstolk, durchbrach die Linie der Dänen und drohte ihnen den Rückzug nach Flensburg abzuschneiden, leistete, selbst als man ihm einen Teil seiner Streitkräfte entzogen, dem Feind noch tapfern Widerstand und erhielt von der Statthalterschaft nach Willisens Entlassung 8. Dez. 1850 das Oberkommando übertragen. Durch die Wendung der Geschicke Schleswig-Holsteins an allen irgend bedeutendern Operationen gehindert, löste er die Armee auf u. erhielt 1856 durch Bundesbeschluß eine lebenslängliche Pension.
   2) Julius, Freiherr von, österreich. General und Minister, geb. 12. April 1830 in Hermannstadt, gest. 5. Febr. 1904 in Graz, trat früh in die Armee, war 1864 Major im 1. Infanterieregiment, ward 1867 in das Kriegsministerium versetzt und wurde hier der hervorragendste Mitarbeiter an der damals von Grund auf reformierten Heeresorganisation und bei der Ausarbeitung des Wehrgesetzes. 1871 wurde er Oberst und war seit 1871 Landesverteidigungsminister im Ministerium Adolf Auersperg, dann unter Stremayr und zu Beginn des Ministeriums Taaffe. Allein seine entschieden freisinnige und deutsche Gesinnung zwang ihn 1880 zum Rücktritt. Er zog sich nach Graz zurück und trat nur zeitweilig literarisch durch glänzende Artikel über schwebende Armeefragen hervor, zuletzt 1903 während des Streites um die ungarische Kommandosprache. Im Dezember desselben Jahres wurde er ins Herrenhaus berufen.
 
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Hörsteine (Gehörsteine, Otolithen), s. Meyers Gehör, S. 482 u. 483.
 
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Horsthausen, Bauerschaft im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Bochum, hat Steinkohlenbergbau, Ammoniak- und Benzolfabrikation und (1900) 3813 Einw.
 
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Horstmann, August, Chemiker, geb. 20. Nov. 1842 in Mannheim, habilitierte sich 1867 als Privatdozent in Heidelberg und erhielt 1872 eine Professur daselbst. Er lieferte wichtige Arbeiten für die theoretische Chemie, namentlich wendete er zuerst die Prinzipien der Wärmetheorie, besonders den sogen. zweiten Hauptsatz, auf chemische Vorgänge an und gelangte dadurch zu einer allgemeinen Formulierung der Bedingungen des chemischen Gleichgewichts. Er schrieb zur 3. Auflage von Graham-Ottos »Lehrbuch der Chemie« die theoretische Chemie, einschließlich der Thermochemie (Bd. 1, Abt. 2, Braunschw. 1885).
 
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Horstmar, Stadt im preuß. Regbez. Münster, Kreis Steinfurt, am Fuß der Schöppinger Berge und an der Staatsbahnlinie Dorsten-Quakenbrück, 115 m ü. M., hat eine kath. Kirche, Synagoge, Seidenweberei, Ziegelbrennerei und (1900) 997 Einw. H. kam 1269 an das Bistum Münster und gehört gegenwärtig zur Standesherrschaft des Fürsten zu Salm-H.
 
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Hort., bei Pflanzennamen Abkürzung für hortorum oder hortulanorum, deutet an, daß der Name der Pflanze in den Gärten entstanden, von den Gärtnern festgestellt ist.
 
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Horta, Hauptstadt der Insel Fayal (s. Meyers Azoren).
 
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Hortation (lat.), Ermahnung; hortativ oder hortatorisch, ermahnend, ermunternd.
 
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Horten (Karl-Johansvärn), Hafenplatz im norweg. Amt Jarlsberg und Laurvik, am westlichen Ufer des Christianiafjords, mit der Bahnlinie Drammen-Skien durch Zweigbahn verbunden, Hauptstation der norwegischen Kriegsflotte, mit Festungswerken, großen Werften und Magazinen und (1900) 8898 Einwohnern.
 
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Hortense (Hortensia), Eugenie Beauharnais, Gemahlin Ludwig Bonapartes, Exkönigs von Holland, Mutter Napoleons III., geb. 10. April 1783 in Paris, gest. 5. Okt. 1837. Sie war eine Tochter des Generals Alexandre Beauharnais und der nachmaligen Kaiserin Josephine Tascher de la Pagerie und wuchs nach der Hinrichtung ihres Vaters unter ärmlichen Verhältnissen heran, erhielt aber nach der Vermählung ihrer Mutter mit Napoleon I. durch Madame Campan in Ecouen eine angemessene Erziehung. Durch geistige und körperliche Vorzüge ausgezeichnet, erwarb sie sich nach der Rückkehr zu ihrer Mutter die Gunst Napoleons in hohem Grade. Während sie Duroc liebte, mußte sie 4. Jan. 1802 auf ihres Stiefvaters Wunsch dessen Bruder Ludwig bei raten und lebte mit diesem in einer höchst unglücklichen

[Bd. 6, Sp. 569]


Ehe. Sie hielt sich seit ihres Gemahls Erhebung zum König von Holland nur zeitweise im Haag auf, wo sie ein Liebesverhältnis mit dem Admiral Verhuel hatte, kehrte, als ihr Gemahl 1810 die Krone niederlegte, nach Paris zurück, wo sie, wiewohl ihre Mutter inzwischen von Napoleon geschieden war, mit diesem in gutem Einvernehmen stand. Ludwig XVIII. ernannte sie zur Herzogin von St.-Leu mit einer Dotation von 400,000 Frank. Die Rückkehr Napoleons 1815 begrüßte sie mit Freuden und ward deshalb nach dessen zweitem Sturz aus Frankreich ausgewiesen. Sie lebte eine Zeitlang in Augsburg, sodann in Italien und ließ sich endlich 1817 in Arenenberg im Thurgau nieder. Ihrer Ehe mit Ludwig Napoleon entsproßten drei Söhne, von denen sie nur der dritte überlebte: Napoleon Ludwig Karl, Ludwig Napoleon, Karl Ludwig Napoleon (III). Die Frucht eines Verhältnisses mit ihrem Großstallmeister Grafen Flahault war der nachmalige Herzog von Meyers Morny (s. d.). H. dichtete und komponierte mehrere noch jetzt im Munde des französischen Volkes lebende Lieder, unter andern das bekannte »Partant pour la Syrie«, und schrieb: »La reine H. en Italie,en France eten Angleterre pendant l'année 1831« (Par. 1833, neue Ausg. 1861). Ihre Leiche wurde neben der ihrer Mutter in der Kirche zu Rueil bei Malmaison beigesetzt. Vgl. Derosne, Mémoires sur la reine H. (Par. 1863); Fourmestraux, La reine H. (das. 1864); Turquan, La reine H. (das. 1896; deutsch, Leipz. 1897); Mlle. Caroline d'Arjuzon, H. de Beauharnais (3. Aufl., Par. 1902) und Madame Louis Bonaparte (das. 1901).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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