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Horomēter bis Horribilicribrifax (Bd. 6, Sp. 565 bis 566)
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Artikelverweis Horomēter (griech.), Stundenmesser.
 
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Horópter (griech., »Sehziel«), der Inbegriff aller derjenigen Punkte im Raum, die bei einer bestimmten Augenstellung einfach (nicht doppelt) gesehen werden (s. Meyers Gesicht, S. 731 [Einfachsehen]).
 
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Horos (ägypt. Hor), ägypt. Gott, der ursprünglich im Delta heimisch war und seine Hauptkultusstätte in der Stadt Behtet (heute Damanhûr) hatte. Nach der Gründung des ägyptischen Nordstaates wurde H. zum Schutzgott dieses Reiches, während im Südstaate Set zum Hauptgott wurde. Die unterägyptischen Könige hielten sich für die irdischen Vertreter des H. und nannten sich geradezu H. Das Tier, in dem sich H. verkörperte, war der Sperber. Als Ägypten zu einem Staate (mit der Hauptstadt Heliopolis) vereinigt worden war, wurden H. und Set die gemeinsamen Schutzgottheiten des Reiches, dessen Könige sich nunmehr als »H. und Set« bezeichneten. Doch trat bei dem politischen Übergewicht der nördlichen Reichshälfte über die südliche auch der nördliche Hauptgott H. in den Vordergrund. Sein Kultus verbreitete sich weithin und fand in verschiedenen Städten des Landes Ausnahme. Bei der von der Priesterschaft von Heliopolis in vorgeschichtlicher Zeit vorgenommenen Ausgestaltung der ägyptischen Religion wurde H. als »der im Horizont Befindliche« zum Sonnengott gemacht und als dieselbe Person wie Atum, der Stadtgott von Heliopolis, erklärt. Zahlreich waren die Mythen, die sich an H. knüpften. Ursprünglich hielt man ihn und Set für Söhne des Sonnengottes, die lange miteinander um den Besitz Ägyptens gestritten hätten, bis sie sich das Land teilten, so daß H. die eine, Set die andre Hälfte erhielt. Durch die Priesterschaft von Heliopolis wurden H. und Set mit Osiris und dessen großem Mythenkreis zusammengebracht. H. wurde zu einem Sohne des Osiris und der Isis, Set zu einem Bruder des Osiris gemacht. Als Osiris von Set ermordet worden war, flüchtete Isis in die Sümpfe des Delta und gebar hier den H.; herangewachsen zog H. aus, um den Tod seines Vaters zu rächen. Er besiegte den Set und wurde König der Menschen, während Osiris unter dem Schutze seines Sohnes als Herr der Ewigkeit die Herrschaft über die Toten antrat (s. Meyers Osiris). Die in den verschiedenen Städten als Lokalgötter verehrten H. wurden durch Beinamen voneinander geschieden; so wurde Haroëris »H. der Große« in den oberägyptischen Städten Kûs und Kom Ombo, Harsomtus »H. der Vereiniger beider Länder (d. h. Ägyptens)« in Dendera und Edfu als Sohn der mit Isis identifizierten Hathor, »H. der im Horizont Befindliche«, in Heliopolis verehrt etc. Auch Harsiesis »H. Sohn der Isis« war eine besondere Kultform des H. Als »Beschützer seines Vaters« Osiris wurde H. Harnetjot (griech. Harendotes) genannt. Dementsprechend waren auch die Kultbilder der einzelnen H. verschieden; so wurde z. B. »H. der im Horizont Befindliche« als Mensch mit Sperberkopf, die Sonne auf dem Haupte tragend, dargestellt, während Harsomtus mit Sperberkopf und Doppelkrone abgebildet wurde (s. Fig. 1 und Tafel Meyers »Bildhauerkunst I«, Fig. 8). Als Stadtgott von Edfu stellte man sich H. als Sonne mit Flügeln vor, ein Bild, das vielfach auf Türen Platz fand, um die Feinde abzuwehren. Der jugendliche, noch in der Pflege seiner Mutter Meyers Isis (s. d.) befindliche H. heißt Harpechrot, »H. das Kind« (griech. Harpokrates); wie jedes ägyptische Kind, wird er nackend dargestellt, eine Locke an der rechten Schläfe tragend und am Finger lutschend (Fig. 2; vgl. auch die Abbildung bei dem Artikel »Isis«). Dies mißverstehend, haben die Griechen aus Harpokrates einen Gott des Schweigens gemacht.
 
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Horoskŏp (griech., »Stundenschauer«), im astrologischen Sinne der in der Geburtsstunde eines Menschen ausgehende Punkt der Ekliptik, der auf Charakter und Schicksal bestimmend wirken soll (s. Meyers Astrologie, S. 5). Daher: das H. stellen, soviel wie das Schicksal eines Menschen prophezeien.

[Bd. 6, Sp. 566]



 
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Hořowitz (tschech. Hořovice, spr. hórscho-), Stadt in Böhmen, an der Staatsbahnlinie Prag-Pilsen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine Dechanteikirche mit gotischem Presbyterium, ein altes und ein neueres Schloß (von 1737) des Fürsten von Hanau mit Park, Bierbrauerei, Fabriken für Eisengußwaren, Emailgeschirr und Zündwaren und (1900) 3575 tschech. Einwohner.
 
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Horowitz, Leopold, ungar. Maler, geb. 1839 in Kaschau, studierte 185360 auf der Kunstakademie in Wien und ging dann zu seiner weitern Ausbildung über Berlin, Dresden und München nach Paris, wo er während eines achtjährigen Aufenthalts sowohl als Genre-wie als Porträtmaler tätig war. Die Motive zu seinen Genrebildern nahm er damals vorzugsweise aus dem Kinderleben; der Erstgeborne ist sein Hauptwerk dieser Gattung. In seinen Bildnissen schloß er sich anfangs an Rembrandt, später an van Dyck an, dem er namentlich in seinen Damenbildnissen an Vornehmheit der Auffassung, tiefer, seelenvoller Charakteristik und Schmelz des Kolorits gleichkommt. 1868 nahm er seinen Wohnsitz in Warschau, wo er auch Szenen aus dem polnischen und jüdischen Volksleben (Gebetstunde in einer Synagoge am Gedenktage der Zerstörung Jerusalems) malte. Porträtaufträge führten ihn häufig nach Budapest, Wien und Berlin, wo er als Bildnismaler besonders von den Damen des hohen Adels sehr geschätzt wird. Seine glänzendsten Schöpfungen sind die Porträte der Fürstin Sapieha, der Gräfin von der Groeben, der Fürstin Radziwill, der Gräfin v. Wedel und des Museumsdirektors F. v. Pulszky in Budapest. H. lebt jetzt in Wien.
 
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Horrénd (lat.), grauenerregend, schrecklich.
 
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Horreur (franz., spr. orrör), Schauder, Abscheu; auch etwas Abscheuliches; Greuel.
 
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Horrībel (lat.), schauderhaft, schrecklich.
 
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Horribĭle dictu (lat.), furchtbar zu sagen; horribile visu, schrecklich anzusehen.
 
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Horribilicribrifax, Titel und Name der Hauptperson eines Lustspiels von Andreas Gryphius (s. d.); allgemeiner soviel wie Bramarbas.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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