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Hornblende bis Horncastle (Bd. 6, Sp. 559 bis 561)
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Artikelverweis Hornblende (Amphibol), Repräsentant einer Gruppe von Mineralien, Silikaten, die in mancherlei Beziehungen zu den Augitmineralien stehen (vgl. Augit, woselbst auch Näheres über die chemische Zusammensetzung und die Kristallisation der H. mitgeteilt ist). Die H. ist in ihren verschiedenen Gliedern charakterisiert durch die überaus gute Spaltbarkeit nach einem Prisma, dessen Winkel 1241/2° beträgt (im Gegensatz zu dem nahezu rechtwinkligen Spaltungsprisma des Augits), und durch die Härte 6. Rhombisch kristallisiert von den Hornblenden nur das dem Bronzit entsprechende Magnesiumeisensilikat (Mg, Fe)Si O3, der Anthophyllit, der derb in breitstängeligen Aggregaten von brauner und bräunlichgrüner Farbe besonders zu Kongsberg und Snarum in Norwegen (Snarumit) vorkommt. Tonerdefreie monokline Hornblenden sind der Tremolit und derAktinolith. Tremolit (Grammatit), weiß, grau, hellgrün, eingewachsen und in stängeligen, strahligen, faserigen und dichten Aggregaten, perlmutter- oder seidenglänzend, halbdurchsichtig bis durchscheinend, spez. Gew. 2,93, findet sich in körnigem Kalkstein und Dolomit (so am Campolongo im Tessin) und im Talkschiefer. Aktinolith (Strahlstein), dunkelgrün, durchscheinend bis kantendurchscheinend, eingewachsen und in strahligen Aggregaten, in Talk-, Chloritschiefer und auf gewissen Erzlagern. Feinstrahlige, faserige und verfilzte Varietäten des Aktinolith bilden den Hornblendeasbest (Amiant, s. Meyers Asbest). Eine dichte Varietät des Aktinoliths ist der Nephrit (s. d.), ein grasgrüner Aktinolith der Smaragdit, der, gewöhnlich aus Diallag hervorgegangen, in Gabbrogesteinen Aggregate kleiner Nadeln bildet und mit Omphacit (s. Augit) verwachsen im Eklogit vorkommt. Die H. im engern Sinn entspricht in ihrer Zusammensetzung,

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zumal im Gehalt an Tonerde und Eisenoxyd, dem gemeinen Augit (s. d.). Nach Farbe und Vorkommen unterscheidet man drei Arten: Pargasit (grüne H.), bläulichgrün bis dunkelgrün, auch braun, in kurzen, stark gerundeten Kristallen und Körnern eingewachsen im körnigen Kalk von Pargas in Finnland u. a. O.; gemeine H., dunkelgrüne und dunkelbraune bis schwarze, kurzsäulige Kristalle, ein- und aufgewachsen, auch in körnigen, stängeligen und faserigen Aggregaten, auf Magneteisenerzlagerstätten (Taberg, Nordmarken in Schweden) und wesentlicher Gemengteil vieler älterer Eruptivgesteine (Syenit, Granit, Diorit etc.) und kristallinischer Schiefer (Hornblendegneis, Hornblendeschiefer); basaltische H., bräunlichschwarz, undurchsichtig, mit stark glänzenden Spaltflächen, sowohl in Kristallen als in grobkristallinischen Körnern sehr verbreitet in jüngern vulkanischen Gesteinen, wie Basalt, Trachyt, Andesit (vgl. Tafel Meyers »Gesteine«, Fig. 4 u. 5) und in Tuffen und Aschen, zumal in der Eifel, in Böhmen, am Ätna etc. In der basaltischen H. wird öfters ein Gehalt an Alkalien (Natron bis 4 Proz., Kali bis 2 Proz.), an Titansäure (bis 5 Proz.) und an Fluor (bis 3 Proz.) beobachtet. Eigentliche Alkali- und zwar natronreiche Hornblenden sind der Riebeckit, Arfvedsonit und Glaukophan. Der dem Akmit (s. Augit) ähnlich zusammengesetzte Riebeckit findet sich in meist mikroskopisch kleinen schwarzen, blau durchscheinenden Prismen in manchen Graniten und Trachyten, auch in Asbestform als sogen. Meyers Krokydolith (s. d.) in indigblauen, parallelfaserigen, seidenglänzenden Massen am Oranje River im Kapland und in dünnen Überzügen auch an andern Orten. Der Arfvedsonit kommt sowohl in Kristallen als in strahlig-blätterigen Aggregaten von tiefschwarzer Farbe, in Spaltbarkeit und Glanz der basaltischen H. gleich, als wesentlicher Gemengteil in den Eläolithsyeniten und manchen Graniten in Grönland, Norwegen und Colorado vor. Der Glaukophan, an seiner graublauen Farbe und dem starken Pleochroismus leicht erkennbar, ist in säuligen Kristallen und in blätterig-stängeligen bis faserigen Aggregaten ein Gemengteil der sogen. Glaukophanschiefer (Insel Syra, Zermatt, Korsika etc.). Den Glaukophan in den Eklogiten in Piemont und speziell einen 21 Proz. Tonerde enthaltenden Glaukophan von St. Marcel in Piemont hat man Gastaldit genannt. Die einzige triklin kristallisierende H. ist der Änigmatit, der in seiner chemischen Zusammensetzung dem Arfvedsonit zwar ähnlich, aber reicher an Tonerde und Eisenoxyd ist, auch 12 Proz. Manganoxydul und 7,5 Proz. Titansäure enthält; er findet sich in samtschwarzen, großen Kristallen und derb, kristallinisch in Eläolithsyeniten der Halbinsel Kola, von Grönland und Arkansas, und in kleinen schwarzen, selten braun durchscheinenden Säulchen (Cossyrit genannt) in natronreichen trachytischen Gesteinen der Insel Pantelleria (früher Cossyra). Die nahe Verwandtschaft der H. zum Augit (s. d.) äußert sich auch noch darin, daß der Augit unter dem Einfluß der Atmosphärilien und geodynamischer Vorgänge sich in H. umwandelt, und zwar sehr häufig unter Beibehaltung seiner Form und derart, daß die grünen Hornblendefasern parallel der Vertikalachse des Augits liegen. Diese als Uralit bezeichnete Paramorphose ist gerade bei dem gemeinen Augit in den sogen. Uralitporphyren im Ural, im südlichen Tirol und in Norwegen etc. sehr verbreitet. Umgekehrt kristallisiert die H., wenn sie geschmolzen wird, bei langsamem Erkalten als Augit aus.
 
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Hornblende-Andesit, Gestein, s. Andesite.
 
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Hornblendebasalt, Gestein, s. Meyers Basalte, S. 414.
 
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Hornblendefels (Amphibolit, Amphibolfels, Hornblende- oder Amphibolschiefer), ein wesentlich nur aus dunkelgrüner Hornblende bestehendes, kristallinisch-schieferiges Gestein. Häufig enthält dasselbe noch Kalknatronfeldspat und nähert sich dann den Hornblende- oder Dioritgneisen, ferner Quarz und Biotit (Glimmeramphibolit). Außerdem finden sich Granat, Eisenkies, Magneteisen und als Zersetzungsprodukt der Hornblende gelbgrüner Epidot (Pistazit). Häuft sich der letztere, zumal lagenweise, so entsteht der Epidot- oder Pistazitfels oder -Schiefer. Alle diese Gesteine treten ziemlich häufig, aber meist wenig ausgedehnt oder mächtig als Einlagerungen in den archäischen Gneisen und Glimmerschiefern auf, ferner in Begleitung von Granatfels, körnigem Kalk und von Magneteisen- und andern Erzlagern, so im Erzgebirge (Schwarzenberg, Oberwiesenthal), im Odenwald, in den Vogesen, in den Alpen, in Skandinavien (Arendal) u. a. O. Zuweilen besteht der H. wesentlich aus gras- bis lauchgrünem Strahlstein oder Aktinolith (Strahlsteinschiefer, Aktinolithschiefer), so im Zillertal, in den savoyischen Alpen etc.
 
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Hornblendegneis, Gestein, s. Meyers Gneis.
 
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Hornblendegranit (Syenitgranit), s. Meyers Granit.
 
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Hornblendeschiefer, Gestein, s. Meyers Hornblendefels.
 
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Hornbostel, Theodor Friedrich von, österreichischer Minister und Großindustrieller, geb. 29. Okt. 1815 in Wien, gest. daselbst 2. Juni 1888, übernahm 1841 mit seinem Bruder Otto das Seidenfabrikgeschäft seines Vaters. Schon frühzeitig für gemeinnützige und gewerbliche Interessen tätig, nahm er unter anderm 1845 an der Leitung der Industrieausstellung in Wien teil und trat 1848 in den permanenten Bürgerausschuß. Im Ministerium Doblhoff war er vom Juli bis Oktober d. J. Handelsminister, wurde 1849 von der Stadt Reichenberg in den konstituierenden österreichischen Reichstag und nach dessen Auflösung zum Präsidenten der eben gegründeten Handelskammer in Wien gewählt. 18611883 war H. (1860 geadelt) erster Direktor der Wiener Kreditanstalt, die er 1856 mit begründet hatte, und gleichzeitig Verwaltungsrat der Elisabeth-Westbahn.
 
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Hornburg, Stadt im preuß. Regbez. Magdeburg, Landkreis Halberstadt, an der Ilse und der Kleinbahn Börßum-H., hat eine evang. Kirche im gotischen Stil, Burgruine, Zuckerfabrik, Fabrikation von landwirtschaftlichen Maschinen und (1900) 2458 meist evang. Einwohner.
 
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Hornby, Sir Geoffrey Thomas Phipps, brit. Admiral, geb. 1825, gest. 3. März 1895, Sohn des Admirals Sir Phipps H., der unter Nelson als Leutnant an Bord der Victory diente und sich in den Kriegen gegen Frankreich auszeichnete, trat im Alter von zwölf Jahren als Midshipman (Seekadett) in die englische Marine und rückte bis 1869 zum Konteradmiral und 1875 zum Vizeadmiral auf. Während des russisch-türkischen Krieges war er Befehlshaber der Mittelmeerflotte, erzwang die Durchfahrt durch die Dardanellen und stationierte sich unweit von Konstantinopel bei den Prinzeninseln; im Frühjahr 1880 wurde er von diesem Posten abberufen. 188184 war er Präsident der Marineschule in Greenwich; 1884 befehligte er die Marinestation zu Portsmouth, und seit 1886 war er erster Marineadjutant der Königin. Vgl. Mrs. Egerton, Admiral of the fleet Sir G. P. H. (Lond. 1896).

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Horncastle (spr. hórnkaßl), Stadt in der engl. Grafschaft Lindsey (Lincolnshire), mit schöner gotischer Kirche, Trümmern römischer Befestigungen, berühmtem Pferdemarkt, Handel in Getreide und Wolle und (1901) 4038 Einw.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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