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Honover bis Hood (Bd. 6, Sp. 536 bis 537)
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Artikelverweis Honover, eine von Anquetil-Duperron herrührende Verunstaltung der Worte Ahuna-vairya (s. Meyers Ahunavairya).
 
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Hont, Komitat in Ungarn, am linken Donauufer, wird von den Komitaten Bars, Sohl, Neograd, Pest und Gran, bez. von der Donau begrenzt und umfaßt 2650 qkm (48,1 QM.) mit (1901) 130,734 meist slowakischen und magyar. (römisch-katholischen u. evangelischen) Einwohnern. Sitz des Komitats, das nach dem südöstlich von der Eipel bei dem Dorf H. gelegenen, jetzt verfallenen Schloß H. benannt wird, ist der Markt Meyers Ipolyság (s. d.). Das ehemalige Komitat Kis- Hont (spr. kisch-hont) wurde 1802 mit dem Komitat Gömör (s. d.) vereinigt.
 
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Honte (Westerschelde), die (jetzt einzige) Mündung der Meyers Schelde (s. d.) in den Niederlanden.
 
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Honter (Honterus), Johannes, Reformator des siebenbürgischen Sachsenlandes, geb. 1498 in Kronstadt, gest. daselbst 23. Jan. 1549 als Stadtpfarrer. Er hat die Reformation in Kronstadt und Hermannsburg begründet, die Sachsen zu einem evangelischen Kirchenverband vereinigt und ihnen 1547 eine Kirchenordnung gegeben, die 1550 von der Landessynode bestätigt wurde. Honters »Ausgewählte Schriften« gab Netoliczka heraus (Wien 1898); sein Denkmal (von Harro Magnussen) wurde 1898 in Kronstadt enthüllt. Vgl. Höchsmann, Johannes H., der Reformator Siebenbürgens (Wien 1896).
 
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Honteux (spr. ongtȫ, weibl. honteuse), Scham erregend oder empfindend, schändlich; partie honteuse, der Teil einer Sache, dessen man sich zu schämen hat, Schandfleck; parties honteuses, Schamteile.
 
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Hontheim, Johann Nikolaus von, kath. Theolog, geb. 27. Jan. 1701 aus einem alten Patriziergeschlecht in Trier, gest. 2. Sept. 1790, besuchte die Jesuitenschule in Trier und widmete sich hier, in Löwen und Leiden dem Studium der Rechte, trat dann in den geistlichen Stand, machte sich in Rom mit der römischen Kurialpraxis bekannt und wurde 1728 ordentlicher Beisitzer am Generalvikariat, bald darauf Professor der Pandekten und des Kodex in seiner Vaterstadt, 1738 Vorstand des Koblenzer Offizialats, 1742 Geheimrat des Erzbischofs Franz Georg und 1748 Weihbischof des Erzbistums Trier. Die zehn letzten Jahre seines Lebens verweilte er meist auf seiner Herrschaft Montquintin (Luxemburg), wo er auch starb. Seiner »Historia Trevirensis diplomatica« (Trier 1750, 3 Bde.; dazu: »Prodromus«, das. 1757, 2 Bde.) folgte unter dem Pseudonym Justinus Febronius das berühmte Buch »De statu ecclesiae et legitima potestate romani pontificius liber singularis« (Frankf. 1763), worin er klar und gelehrt in Anlehnung an die Grundsätze des Gallikanismus (s. Meyers Gallikanische Kirche) die Anmaßungen der Kurie darlegte und die Unterordnung des Papstes unter ein allgemeines Konzil sowie die Einsetzung der Bischöfe in die ihnen von den Päpsten entrissenen Rechte forderte. Das Werk, das er dem Papst selbst gewidmet hatte, wurde öfters nachgedruckt und in mehrere Sprachen übersetzt, vom Papst aber verboten und in Rom verbrannt. Als H. endlich als Verfasser entdeckt war, nötigte man den 77jährigen Mann 1778 zum Widerruf, der jedoch, wie sein »Febronii commentarius in suam retractationem« (Wien 1781) bewies, nicht ernstlich gemeint war. Vgl. O. Mejer, Febronius, Weihbischof v. H., und sein Widerruf (2. Ausg., Tübing 1885); Küntziger, Fébronius et le febronianisme (Brüssel 1889).
 
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Honthorst, Gerard van, holländ. Maler, geb. 4. Nov. 1590 in Utrecht, gest. daselbst 27. April 1656, war ein Schüler Abraham Bloemaerts, vollendete aber seine Ausbildung in Rom, wo er besonders Caravaggios Werke studierte. 1622 trat er in die Utrechter Malergilde, 1637 in die des Haag ein, wo er bis 1652 tätig war. Um 162021 hatte er sich in London aufgehalten, wo er für Karl I. arbeitete und der vertriebenen Königin Elisabeth von Böhmen und ihren Kindern Unterricht erteilte. 1628 kehrte er noch einmal dorthin zurück, um ein allegorisches Bild mit Bildnissen der königlichen Familie zu malen. Die Prinzen von Oranien, Friedrich Heinrich u. Wilhelm II., ernannten ihn zum Hofmaler und gaben ihm zahlreiche Aufträge. In seinen Werken mischen sich die Einflüsse Bloemaerts und Caravaggios. Zumeist wendete er nächtliche Beleuchtung durch Kerzen- oder Lampenlicht an, weshalb er von den Italienern den Beinamen Gherardo dalle notti erhielt. Solche Bilder pflegen eine etwas schwere gelbe Farbe im Licht und wenig durchsichtige Schatten zu haben. Vortrefflich, von klarer, vertriebener Behandlung, einfacher und natürlicher Auffassung sind die bessern seiner Bildnisse, deren er seit 1637 eine große Zahl gemalt hat. Von den geschichtlichen und Genrebildern seiner ersten Periode sind hervorzuheben: die Befreiung Petri, Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht und das Puffspiel (Berliner Museum), Christus vor Pilatus (Hofmuseum in Wien), die Verleugnung Petri (Wien, Galerie Liechtenstein), der Zahnarzt (Dresdener Galerie), das Konzert (Paris, Louvre), der fröhliche Musikant (Amsterdam, Reichsmuseum), der verlorne Sohn und Ceres die Proserpina suchend (München, Pinakothek). Sein Bruder Wilhelm (geb. 1604 in Utrecht, gest. daselbst 19. Febr. 1666), ebenfalls Geschichts- und Bildnismaler, hielt sich von 164664 am Berliner Hof auf, wo er den Großen Kurfürsten und Mitglieder seiner Familie malte. Seine in den Galerien von Berlin, Amsterdam und Schwerin befindlichen Bildnisse gleichen

[Bd. 6, Sp. 537]


denen Gerards, sind indes noch etwas glätter und verschmolzener in der Ausführung.
 
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Höntrop, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Gelsenkirchen, an der Staatsbahnlinie Ruhrort-Holzwickede, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Denkmal Kaiser Wilhelms I., Steinkohlenbergbau und (1900) 5203 Einw.
 
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Honvéd (ungar., »Vaterlandsverteidiger«), die 1848 vom ungarischen Ministerium zur Landesverteidigung organisierten Truppen, zunächst Infanterie, dann auch Kavallerie und Artillerie. Als durch Gesetz vom 5. Dez. 1868 die ungarische Landwehr ins Leben gerufen wurde, übertrug man auf diese den Namen H. Die Dienst- und Kommandosprache der H. ist die ungarische, für die kroatisch-slawonischen Truppenteile die kroatische. Auch führen die H. ungarische, bez. kroatisch-slawonische Fahnen. 1893 wurde in Budapest zur Erinnerung an die Taten der ungarischen Nationalarmee in der Revolution 184849 ein Honvéddenkmal enthüllt. Vgl. Österreichisch-Ungarische Monarchie (Heerwesen).
 
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Hooch (Hoogh), Pieter de, holländ. Maler, geb. um 1630 in Utrecht, gestorben bald nach 1677 in Amsterdam, bildete sich unter dem Einfluß von J. Duck, später von Rembrandt, war anfangs in Delft tätig, wo er 1655 in die Malergilde aufgenommen wurde, und später in Amsterdam. Die Lebensumstände dieses Hauptmeisters der holländischen Genremalerei, dessen Gemälde mit den höchsten Preisen bezahlt werden, sind noch nicht genügend aufgeklärt. Seine Spezialität war die Darstellung von Innenräumen holländischer Bürgerhäuser, in denen er den Zauber des Sonnenlichts u. des Helldunkels mit außerordentlicher Virtuosität spielen ließ, und die er mit wenigen, aber sein beobachteten Figuren bei ruhiger Beschäftigung staffierte. Gewöhnlich stellte er zwei oder mehrere zusammenhängende Räume mit meisterhafter Behandlung der Perspektive dar. Auch hat er Höfe und Gärten mit Figuren gemalt. Die Bilder ous der ersten, etwa bis gegen 1670 reichenden Periode seines Schaffens zeichnen sich durch einen warmen, goldigen Ton aus, der später einem kalten bläulichen w ich. Auch sind die Bilder der spätern Zeit manieriert in der Auffassung. Seine Hauptwerke sind: die Speisekammer, die Briefleserin, die Magd mit dem Besen, Inneres mit einer Frau, die ein Kind ankleidet, die Musikstunde und ein Herr und eine Dame vor einem Hause sitzend (Amsterdam, Reichsmuseum), das Konzert (Rotterdam), Interieur mit Dame und Herrn (Brüssel, Herzog von Arenberg), holländische Wohnstube mit Frau und Kind in der Wiege (Berlin, Museum), lesende Frau (München, Pinakothek), Kartenpartie (Paris, Louvre), Dame und Köchin und ein Konzert (Petersburg, Eremitage), der Hof eines holländischen Hauses, der Vorplatz eines holländischen Hauses und Innenraum mit zwei Herren und einer Dame (London, Nationalgalerie) und eine holländische Familie im Garten (Wien, Akademie). Viele Bilder befinden sich in englischen Privatsammlungen.
 
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Hood (spr. hudd), 1) Samuel, Viscount, brit. Admiral, geb. 12. Dez. 1724, gest. 27. Jan. 1816, begann seine Laufbahn als Schiffsjunge und hatte sich beim Ausbruch des Siebenjährigen Krieges zum Kapitän zur See emporgeschwungen. Als Befehlshaber der Fregatte Vestalin eroberte er 1758 die französische Fregatte Bellona. Während des nordamerikanischen Krieges 1779 zum Baronet und 1780 zum Konteradmiral erhoben, kämpfte er im Februar 1782 bei St. Christoph und im April unter dem Admiral Rodney bei Guadeloupe erfolgreich gegen die Franzosen und nahm 19. April vier französische Kriegsschiffe an der Durchfahrt von Mona. Er ward 1782 durch die Ernennung zum irischen Peer belohnt und trat 1784 ins Unterhaus. 1787 ward er zum Vizeadmiral, 1788 zum Lord der Admiralität ernannt. Beim Beginn des französischen Krieges erhielt er den Oberbefehl im Mittelmeer, nahm 27. Aug. 1793 Toulon, eroberte 1794 Korsika und operierte dann gegen die Flotte des Admirals Martin, der ihm jedoch entkam. 1794 ward er zum Admiral, 1796 zum englischen Peer mit dem Titel Viscount H. und zum Gouverneur des Hospitals von Greenwich ernannt. Sein jüngerer Bruder, Alexander H., geb. 1727, gest. 2. Mai 1814, zeichnete sich gleichfalls als Seeheld aus, avancierte 1796 zum Admiral und wurde 1794 zum Baron und 1801 zum Viscount von Bridport erhoben.
   2) Thomas, engl. Humorist, geb. 23. Mai 1799 in London, gest. daselbst 3. Mai 1845, war kurze Zeit Kaufmann, dann Kupferstecher, seit 1821 ausschließlich Schriftsteller. Nachdem er früh für belletristische Blätter geschrieben, übernahm er die Leitung des »London Magazine«, gründete später »Hood's Magazine« und leitete endlich »New Monthly«. Sein Humor glänzte in der Gedichtsammlung »Whims and oddities« (1827), im »Comic Annual« (1830) und in der Satire auf die englischen Touristen: »Up the Rhine« (1839). Eine Schöpfung romantischer Phantasie ist »The plea of the midsummer fairies« (1828). Aber auch die Schwester des Humors, die Wehmut, war ihm eigen, und sie machte ihn zum Dichter des sozialen Elends. Dahin gehören die Ballade »The dream of Eugene Aram« (1829; deutsch, Bromb. 1841), »The song of the shirt« (1843, im« »Punch«), welche die Not der Londoner Nähterinnen schildert, und »The bridge of sighs« (1845, beide deutsch von Freiligrath). In der prosaischen Erzählung war H. minder glücklich. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien 186973 in 10 Bänden, 1882 bis 1884 in 11 Bänden; zwei Bände »Poetical works« in Moxons »Popular poets«, mit Memoir von Rossetti; eine Auswahl 1897 in 2 Bänden. Die bedeutendsten Gedichte übertrug Harrys ins Deutsche (Hannov 1859). Vgl. »Memorials of H.«, herausgegeben von seiner Tochter (neue Ausg., Lond. 1893); Oswald, Thomas H. und die soziale Tendenzdichtung seiner Zeit (Wien 1904).
   3) Edwin Paxton, engl. Schriftsteller und Kanzelredner, geb 1820 in Westminster, gest. 12. Juni 1885, wirkte viele Jahre hindurch als Prediger einer Independentengemeinde in London und schrieb zahlreiche popularisierende Bücher historischen, moralphilosophischen und religiösen Charakters; daneben mehrere gediegene Biographien (Wordsworth, Swedenborg, Cromwell und besonders Thomas Carlyle, 18) 5). Auch als Redner genoß er große Popularität.
   4) Tom, engl. Dichter und Schriftsteller, Sohn von H. 2), geb. 19. Jan. 1835 in Lake House (Essex), gest. 20. Nov. 1874, studierte seit 1853 in Oxford und begann dort mit Erfolg seine dichterische Laufbahn mit »Pen and pencil pictures« (1856), dem eine zweite Gedichtsammlung: »Quips and cranks« (1861), sowie zahlreiche Novellen und Romane nachfolgten, z. B.: »A disputed inheritance« (1863); »A golden heart« (1867), sein bester Roman, und »The lost link« (1868). Seit 1865 leitete H. die Herausgabe des »Fun«.
   5) Robin, s. Meyers Robin Hood.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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