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Homozérk bis Hondecoeter (Bd. 6, Sp. 526 bis 527)
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Artikelverweis Homozérk, s. Meyers Flossen.
 
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Hompesch, 1) Karl, Freiherr von, geb. um 1740, gest. 1812 in Windsor, schloß sich, nachdem er aus der österreichischen Armee 1788 als Offizier ausgetreten war, der ungarischen Opposition gegen Joseph II. an und nahm an der Adelsverschwörung des Barons Orczy (1788) lebhaften Anteil; die Wiener Polizei, die in H. einen Agenten des preußischen Kabinetts vermutete, verhaftete H. in Wien, als er eben nach Weimar reisen wollte, um dem Großherzog die ungarische Krone anzutragen. Joseph II. begnadigte ihn unter der Bedingung, daß er fortan im Ausland leben werde. H. trat dann in die Dienste Friedrich Wilhelms II. von Preußen und bereitete einen Aufstand in Ungarn vor. Diesen Plänen machte aber Josephs Tod ein Ende. Als Minister Hertzberg am

[Bd. 6, Sp. 527]


Reichenberger Kongreß sich bereit erklärte, H. an Österreich auszuliefern, entfloh H. nach England. Die Aufhellung seines abenteuerlichen Lebens verdanken wir Ed. Meyers Wertheimer (s. d.).
   2) Ferdinand, Freiherr von, der letzte Großmeister des Johanniterordens, geb. 9. Nov. 1744 auf Bollheim bei Düsseldorf, gest. 12. Mai 1805 in Montpellier, Sprößling des alten, jetzt gräflichen Geschlechts H., im Jülichschen, kam in seinem 16. Jahr als Page des Großmeisters nach Malta, ward Ordensritter, erhielt das Großkreuz und bekleidete 25 Jahre lang die österreichische Gesandtenstelle bei seinem Orden. Durch den Einfluß Österreichs 1797 zum Großmeister gewählt, als der erste Deutsche, der diese Würde bekleidete, übergab er dem General Bonaparte 12. Juni 1798 ohne Widerstand Malta und segelte mit den Hauptreliquien des Ordens 17.18. Juni nachts nach Triest ab, von wo er (15. Okt.) gegen die Übergabe der Insel als von ihm nicht anerkannt protestierte, dankte 6. Juli 1799 ab, legte seine Würde in die Hand des Kaisers Paul I. von Rußland und erlangte die vom Konsul Bonaparte bewilligte Jahresrente von 300,000 Frank. Sein Neffe Johann Wilhelm von H., Sohn des 1800 verstorbenen kurbayrischen Staats- und Konferenzministers Franz Karl von H., geb. 14. Sept. 1761, gest. 9. Dez. 1809, erwarb sich in der kritischen Periode seit 1806 als bayrischer Finanzminister große Verdienste um sein Vaterland.
   3) Alfred, Graf von, ultramontaner Politiker, geb. 16. Sept. 1826 auf Schloß Voordt in Belgien, studierte, übernahm aber die Verwaltung seines Ritterguts Rurich bei Linnich. Er war 186770 Mitglied des norddeutschen Reichstags und ist seit 1874 als Abgeordneter im deutschen Reichstag Mitglied der Zentrumsfraktion, deren Vorsitzender er 1893 nach dem Rücktritt des Grafen Ballestrem wurde; doch ist sein Einfluß in der Partei gering, und er hat nur die offiziellen Erklärungen der Partei im Hause zu verlesen. H. ist auch Mitglied des preußischen Herrenhauses.
 
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Homran (Hamran, »die Roten«; Einzahl: Homrani oder Homri), ein den Meyers Bedscha (s. d.) verwandter Nomadenstamm in den Steppen zwischen dem obern Setit und obern Mareb im östlichsten Sudân und dem nordwestlichen Abessinien. In ihrer sehr dunkeln Hautfarbe tritt ein rotbrauner Ton hervor, daher ihr Name; ihr Haar frisieren sie in eigentümlicher Weise. Mit wenigen andern Stämmen stellen sie die berühmten Schwertjäger oder Agagir, die mittels eines langen, geraden Schwertes mit Kreuzgriff zu Pferd und zu Fuß Großwild erlegen.
 
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Höms, Stadt im türk. Wilajet Syrien, ist in fruchtbarer Ebene unweit des rechten Ufers des Nahr el Asi (Orontes), 50 km südlich von Hama, ein Hauptmarkt für die umwohnenden Stämme, mit Seidenweberei,-Produktion von Goldwaren, Baumwolle, Sesam, Öl etc. und hat 36,000 Einw. Mit seinen verfallenen Mauern, Türmen und engen Straßen macht es einen düstern Eindruck. H. ist das Emesa (s. d.) der Alten. Hier 7. Juli 1831 Sieg Ibrahim Paschas über den Statthalter von Haleb.
 
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Homuncŭlus (Homuncio, lat.), Menschlein; kleiner, elender Mensch; in Goethes »Faust« ein durch chemischen Prozeß erzeugter Mensch, nach der Schrift des Paracelsus: »De generatione rerum naturalium«, worin eine ausführliche Anleitung zur chemischen Erzeugung des H. gegeben wird.
 
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Hon (ungar.), Vaterland.
 
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Hon., in England gebräuchliche Abkürzung für Meyers Honourable (s. d.).
 
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Honau (spr. chŏnan), eine der innern Provinzen Nordchinas, zwischen 31,5 und 37° nördl. Br., im S. von den Zuflüssen des Han, im O. vom Hwaiho und seinen Zuflüssen bewässert, im N. vom Hwangho durchzogen, 176,000 qkm groß mit etwa 22 Mill. Einw. (125 auf 1 qkm). Der Osten ist eben, den Westen erfüllen aus metamorphischen Formationen und Granit zusammengesetzte Bergketten, deren bedeutendste, der Funjuschan, bis 2400 m aufsteigt, aber von zwei nur 240 und 330 m hohen Pässen durchschnitten wird; das an sein Südostende sich anschließende Hwaigebirge ist viel niedriger. Dagegen erreicht der Sungschan, der mittlere der fünf heiligen Berge Chinas, im N. des Funiu 2440 m. Zwischen Funiu und dem Hwangho erstreckt sich ein verworfenes, hoch mit Löß bedecktes Schollenland. Den Norden durchzieht der Hwangho mit dem Loho, die übrigen Flüsse gehen wie der Schaho mit seinen Quellflüssen zum Hwaiho oder, wie Paiho und Tangho, zum Hankiang. Das Klima ist mild, der bis zu den Kuppen der höchsten Hügel angebaute, reichlich bewässerte Boden (Löß) äußerst fruchtbar; namentlich die Ebene von Hwaikingfu gilt als der Garten Chinas. Hauptprodukte sind Weizen, Mais, Reis, Hirse, Mohn (zur Opiumgewinnung), Baumwolle, die herrlichsten Früchte, darunter die meisten europäischen, sowie Kakifeigen (Diospyros Kaki), Buddhahandzitronen, wilde Seide u. a. Der südliche Teil der Provinz birgt große Eisenerzlager, in deren Nähe auch Kohlen. Man gewinnt Kupfer; Zinnober, Talk, Solquellen sind vorhanden, große Steinsalzlager werden vermutlich noch erschlossen werden. Von den Gewerben ist vornehmlich die Seidenfabrikation von Bedeutung. Luschan ist Sitz einer starken Glaswarenindustrie. Hauptstadt ist Meyers Kaiföng (s. d.). Die Provinz wurde 1887 durch Überschwemmungen des Hwangho äußerst schwer betroffen. Die Stadt H., 190 km westlich von Kaiföng, links am Lobo, liegt im Knotenpunkt mehrerer wichtiger Handelsstraßen, ist reich an Ruinen und an Gräbern der Fürsten früherer Dynastien, deren Residenz Loyang hier lag.
 
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Honberg, Schloßruine, s. Meyers Tuttlingen.
 
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Honda, 1) San Bartolomeo de, Stadt im Depart. Tolima der Republik Kolumbien, 210 m ü. M., an der Mündung des Guali in den Magdalenenfluß und am Fuß der Stromschnellen (Salto de H.), mit denen die Schiffahrt endet, ist daher ein nicht unwichtiger Handelsplatz. Die rings von Bergen umgebene Stadt hat ein sehr heißes Klima (29,5°), enge, schmutzige Straßen und 3000 Einw. H. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls und Sammelplatz für die nach Bogota und Manizales bestimmten Waren sowie den Tabak von Ambalema. Eine kleine Eisenbahn verbindet H. mit dem Dörfchen Yeguas, von einer andern, bis Bogotá geplanten wurden nur 5 km vollendet. 2) Hafenplatz an der Bahia Honda (Bayahonda) der Halbinsel Meyers Goajira (s. d.).
 
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Hondecoeter (spr. -kūter), Name einer holländ. Malerfamilie, deren ältestes Mitglied, Ägidius oder Gillis de H., geboren in Antwerpen, von 1610 bis zu seinem Tode (September 1638) in Amsterdam tätig war. Er war ein tüchtiger Landschaftsmaler. Sein Sohn Gijsbert, der um 163032 als Meister in die Malergilde zu Utrecht trat, malte Tierbilder, besonders Federvieh. Er starb 1653. Der berühmteste der Familie ist Melchior, geb. 1636 in Utrecht, gest. 3. April 1695 in Amsterdam, Schüler seines Vaters Gijsbert H. und seines Onkels Joh. Bapt. Weenix. Er hielt sich von 165963 im Haag, später aber in

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Amsterdam auf, wo er auch mehrere Säle in Patrizierhäusern mit seinen Bildern dekorierte. Auch für das Schloß Loo hat er im Auftrage des Statthalters, Prinzen Wilhelm III. von Oranien, dekorative Gemälde ausgeführt. Bilder von ihm, Tierdarstellungen aller Art, kommen in allen Hauptgalerien vor; sie zeichnen sich durch große Naturtreue, Lebendigkeit, geistvollen Vortrag und harmonisches Kolorit bei meisterhafter Komposition aus. Anfangs Wild (totes und lebendes) malend, bildete er später als seine Spezialität die Schilderung des Federviehes aus, das er mit großer Virtuosität und Feinheit zu charakterisieren wußte, namentlich in der Darstellung von Hühnerhöfen und Weihern mit Wasservögeln, weshalb er den Beinamen »der Raffael der Vögel« erhielt. Sein berühmtestes Bild ist der unter dem Namen la plume flottante (die schwimmende Feder) bekannte Teich mit Wasservögeln im Reichsmuseum zu Amsterdam. Eine Darstellung der Menagerie des Prinzen Wilhelm III. befindet sich im königlichen Museum des Haag. Er hat auch radiert.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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