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Homoród-Almás bis Homran (Bd. 6, Sp. 526 bis 527)
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Artikelverweis Homoród-Almás (spr. hómorōd-állmāsch), Markt, s. Meyers Almás 3).
 
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Homoseisten, s. Meyers Erdbeben, S. 902.
 
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Homosexualität (griechisch-lat.), die geschlechtliche Hinneigung zu Personen desselben Geschlechts, meist auf Grundlage einer angebornen perversen Empfindung, seltener als Folge von Ausschweifungen, so daß ungewöhnliche Reize zu Hilfe genommen werden, um die entnervte Geschlechtssphäre zu erregen. Die männlichen Homosexualen, oft sein entwickelte, ästhetisch hoch kultivierte Personen, kommen in allen Gesellschaftskreisen vor, ihre Neigung zum gleichen Geschlecht ist oft eine rein ideale, und viele leben keusch. Sie betonen, daß sie wohl biologisch, aber nicht ethisch als minderwertig zu betrachten seien. Sie erkennen sich gegenseitig an gewissen Sinnesempfindungen und Bewegungen, sie finden sich zusammen in gewissen Pensionaten, Bädern und halten zuweilen gemeinsame Vergnügungen unter der Maske von Karnevalsscherzen, Damenimitationen, Herrenabenden etc. ab. Ein preußischer Assessor, Ulrichs, schilderte die eigentümlichen Empfindungen und Schicksale dieser »Enterbten des Liebesglückes« in einer Broschüre und brachte für die Homosexualen den Namen Urninge auf (s. Meyers Urningsliebe). Die Gesetzgebung in Deutschland (§ 175 des Reichsstrafgesetzbuches) und Österreich belegt den Geschlechtsverkehr zwischen Männern mit Strafe, während er zwischen weiblichen Personen vor dem Gesetz nicht strafbar ist. Die weiblichen Homosexuellen sind wohl kaum seltener als die männlichen. Die Liebesbündnisse dieser Tribaden sind durch eine auffallende Neigung zur Eifersucht und durch den Umstand gekennzeichnet, daß auch im äußerlichen Verkehr der eine Teil mehr die Rolle eines Mannes spielt. In weiblichen Strafanstalten sind derartige Bündnisse nicht selten. Versuche, über die Zahl der Homosexuellen annähernd richtige Vorstellungen zu gewinnen, führten übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß der Prozentsatz der Homosexuellen etwa 1,52 Proz. der Bevölkerung beträgt. Dazu kommen von etwa 4 Proz. Bisexuellen noch 0,7 Proz. überwiegend Homosexuelle. Durch Krafft-Ebing (»Psychopathia sexualis«) ist die H. dem psychiatrischen Verständnis näher gebracht worden; es läßt sich aber nicht leugnen, daß entnervte Genußmenschen das durch derartige Schriften erregte mitleidige Interesse dazu benutzen, sich als geborne Homosexuelle zu gebärden, um ihren unsaubern Lüsten frönen zu können. Neuerdings entwickeln Anhänger der Ansicht, daß die H. auf angeborner Grundlage beruhe, unter dem Namen »wissenschaftlich-humanitäres Komitee« eine lebhafte Agitation, um den § 175 des Deutschen Reichsstrafgesetzbuches zu beseitigen. Vgl. Sexualpsychologie.
 
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Homospōr (griech.) nennt man die Gefäßkryptogamen mit gleichartigen Sporen.
 
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Homostylīe (griech.), Verhalten der Blüten, deren Staubfäden und Griffel immer gleiche Längenverhältnisse aufweisen; Gegensatz: Heterostylie (s. Meyers Blütenbestäubung, S. 90).
 
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Homo sum, nil humani a me alienum puto (lat.), »Ich bin ein Mensch, ich halte nichts Menschliches mir für fremd«, Ausspruch des alten Chremes in Terenz' »Heautontimorumenos« (I, 1, 25). Die Anfangsworte (»Homo sum«) Titel eines Romans von Georg Ebers.
 
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Homousios (homusios) und homöusios (griech.), »gleich im Wesen« und »ähnlich im Wesen«; Homousia, Gleichheit, und Homöusia, Ähnlichkeit im Wesen; daher Homousiasten (oder Homousianer), die Anhänger der Lehre von der Gleichheit (Athanasianer), und Homöusiásten (oder Homöusianer), die Anhänger der Lehre von der Ähnlichkeit des Wesens Christi mit dem Gottes (Eusebianer). Vgl. Arianischer Streit.
 
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Homozentrisch (griech.), mit gemeinsamem Zentrum (Mittelpunkt).
 
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Homozérk, s. Meyers Flossen.
 
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Hompesch, 1) Karl, Freiherr von, geb. um 1740, gest. 1812 in Windsor, schloß sich, nachdem er aus der österreichischen Armee 1788 als Offizier ausgetreten war, der ungarischen Opposition gegen Joseph II. an und nahm an der Adelsverschwörung des Barons Orczy (1788) lebhaften Anteil; die Wiener Polizei, die in H. einen Agenten des preußischen Kabinetts vermutete, verhaftete H. in Wien, als er eben nach Weimar reisen wollte, um dem Großherzog die ungarische Krone anzutragen. Joseph II. begnadigte ihn unter der Bedingung, daß er fortan im Ausland leben werde. H. trat dann in die Dienste Friedrich Wilhelms II. von Preußen und bereitete einen Aufstand in Ungarn vor. Diesen Plänen machte aber Josephs Tod ein Ende. Als Minister Hertzberg am

[Bd. 6, Sp. 527]


Reichenberger Kongreß sich bereit erklärte, H. an Österreich auszuliefern, entfloh H. nach England. Die Aufhellung seines abenteuerlichen Lebens verdanken wir Ed. Meyers Wertheimer (s. d.).
   2) Ferdinand, Freiherr von, der letzte Großmeister des Johanniterordens, geb. 9. Nov. 1744 auf Bollheim bei Düsseldorf, gest. 12. Mai 1805 in Montpellier, Sprößling des alten, jetzt gräflichen Geschlechts H., im Jülichschen, kam in seinem 16. Jahr als Page des Großmeisters nach Malta, ward Ordensritter, erhielt das Großkreuz und bekleidete 25 Jahre lang die österreichische Gesandtenstelle bei seinem Orden. Durch den Einfluß Österreichs 1797 zum Großmeister gewählt, als der erste Deutsche, der diese Würde bekleidete, übergab er dem General Bonaparte 12. Juni 1798 ohne Widerstand Malta und segelte mit den Hauptreliquien des Ordens 17.18. Juni nachts nach Triest ab, von wo er (15. Okt.) gegen die Übergabe der Insel als von ihm nicht anerkannt protestierte, dankte 6. Juli 1799 ab, legte seine Würde in die Hand des Kaisers Paul I. von Rußland und erlangte die vom Konsul Bonaparte bewilligte Jahresrente von 300,000 Frank. Sein Neffe Johann Wilhelm von H., Sohn des 1800 verstorbenen kurbayrischen Staats- und Konferenzministers Franz Karl von H., geb. 14. Sept. 1761, gest. 9. Dez. 1809, erwarb sich in der kritischen Periode seit 1806 als bayrischer Finanzminister große Verdienste um sein Vaterland.
   3) Alfred, Graf von, ultramontaner Politiker, geb. 16. Sept. 1826 auf Schloß Voordt in Belgien, studierte, übernahm aber die Verwaltung seines Ritterguts Rurich bei Linnich. Er war 186770 Mitglied des norddeutschen Reichstags und ist seit 1874 als Abgeordneter im deutschen Reichstag Mitglied der Zentrumsfraktion, deren Vorsitzender er 1893 nach dem Rücktritt des Grafen Ballestrem wurde; doch ist sein Einfluß in der Partei gering, und er hat nur die offiziellen Erklärungen der Partei im Hause zu verlesen. H. ist auch Mitglied des preußischen Herrenhauses.
 
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Homran (Hamran, »die Roten«; Einzahl: Homrani oder Homri), ein den Meyers Bedscha (s. d.) verwandter Nomadenstamm in den Steppen zwischen dem obern Setit und obern Mareb im östlichsten Sudân und dem nordwestlichen Abessinien. In ihrer sehr dunkeln Hautfarbe tritt ein rotbrauner Ton hervor, daher ihr Name; ihr Haar frisieren sie in eigentümlicher Weise. Mit wenigen andern Stämmen stellen sie die berühmten Schwertjäger oder Agagir, die mittels eines langen, geraden Schwertes mit Kreuzgriff zu Pferd und zu Fuß Großwild erlegen.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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