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Holzzölle bis Homaxŏne Tiere (Bd. 6, Sp. 515 bis 516)
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Artikelverweis Holzzölle, Zölle auf rohes, verarbeitetes Holz und gemeine Holzwaren. Holz ist ein wenig transportfähiges, gleichzeitig aber auch ein für die Technik und den häuslichen Verbrauch unentbehrliches Gut. Dementsprechend wurde früher vielfach die Ausfuhr von Holz beschränkt oder gar verboten. Eine Änderung trat in dieser Beziehung mit dem Ausbau und der Verbesserung der Transportwege ein, an Stelle des im 18. Jahrh. noch vielfach üblichen Ausfuhrzolles trat der Einfuhrzoll. Einen solchen kannte auch der preußisch-deutsche Zolltarif. In diesem war ursprünglich (1818) ein Unterschied zwischen den östlichen und westlichen Provinzen von Preußen gemacht worden. Dann unterschied man weiches und hartes Holz, für welch letzteres höhere Sätze galten als für ersteres, ferner zwischen Einfuhr zu Wasser und Einfuhr zu Land. Letztere konnte, weil von geringer Bedeutung, freigelassen werden. 1865 wurden die bestehenden H. aufgehoben. Gelegentlich der Tarifreform von 1879 wurden solche von neuem eingeführt, und zwar wurde jetzt, entsprechend der Umgestaltung des Verkehrswesens, kein Unterschied mehr zwischen Land-

[Bd. 6, Sp. 516]


und Wasserweg gemacht. Hartholz und Weichholz wurden gleich hoch belastet. 1885 wurden die Zölle, weil sie der deutschen Forstwirtschaft keinen genügenden Schutz gegen die Einfuhr von außen böten, erhöht, durch die seit 1892 abgeschlossenen Handelsverträge wieder teilweise ermäßigt. Jetzt sind die Sätze (in Klammern die vertragsmäßigen): Holzborke, Gerberlohe 0,50 Mk. für 100 kg (frei); Bau- und Nutzholz a) roh oder lediglich in der Querrichtung bearbeitet, eichene Faßdauben 0,20 Mk. für 100 kg, 1,20 Mk. für 1 Festmeter (gebunden); b) in der Richtung der Längsachse beschlagen, Faßdauben, die nicht unter a) fallen; ungeschälte Korbweiden und Reifstäbe, Naben, Felgen und Speichen 0,40 Mk. für 100 kg (0,30), 2,40 Mk. für 1 Festmeter (1,80); c) in der Längsachse gesägte, nicht gehobelte Bretter, gesägte Kanthölzer und andre Säge- und Schnittwaren 1 Mk. für 100 kg (0,80), 6 Mk. für 1 Festmeter (4,80). Zölle auf Nutzholz, bez. Nutzholzartikel bestehen auch in Österreich (Werkholz ist frei), Rußland (für geschnittenes und behauenes Holz), Frankreich, Belgien, Dänemark, Schweiz, Nordamerika (in den letzten fünf Ländern als echte Finanzzölle). Nach dem deutschen Zolltarifsgesetz vom 25. Dez. 1902 ist die Differenzierung der H. wieder erheblich größer, namentlich wird wieder zwischen hartem und weichem Holz unterschieden. Danach werden zu entrichten sein: für Bau- und Nutzholz roh oder lediglich in der Querrichtung bearbeitet 0,20 Mk. für 100 kg oder 1,80 Mk. für das Festmeter hartes, 1,20 Mk. für das Festmeter weiches Holz; für dasselbe, in der Längsrichtung beschlagen oder sonst mit der Axt vorgearbeitet oder zerkleinert, 0,50 Mk. für 100 kg oder 4 Mk. für das Festmeter hartes, 3 Mk. für das Festmeter weiches Holz; dasselbe in der Längsrichtung gesägt, nicht gehobelt, 1,25 Mk. für 100 kg oder 10 Mk. für das Festmeter hartes, 7,50 Mk. für das Festmeter weiches Holz; Eisenbahnschwellen, mit der Axt bearbeitet, nur auf einer Längsseite gesägt, nicht gehobelt, 0,40 Mk. für 100 kg, bez. 3,20 und 2,40 Mk. für das Festmeter; Naben, Felgen, Speichen 1 Mk. für 100 kg oder 8 Mk. für das Festmeter; Faßholz 0,30 Mk. von 100 kg Eichenholz, 0,40 Mk. von anderm harten Holz, 0,40 Mk. von weichem Holz, bez. 2,40,3,20 und 2,40 Mk. vom Festmeter; Korbweiden und Reifenstäbe, ungeschält, 0,55 Mk., beide geschält 4 Mk. für 100 kg; Gerbrinden 1,50 Mk., Quebrachsholz und andres Gerbholz 7 Mk., sonstige Gerbstoffe 3 Mk. für 100 kg. Vgl. Lehr, Die deutschen H. und deren Erhöhung (Frankf. a. M. 1883); Danckelmann, Die Nutzholzzölle (Berl. 1883).
 
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Holzzucker, s. Meyers Xylose.
 
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Holzzunge, s. Meyers Aktinomykose.
 
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Hom, s. Meyers Haoma.
 
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Hom., bei Tiernamen Abkürzung für Sir Everard Home (s. d. 3).
 
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Homagiāl (vom mittellat. homagium, »Huldigung«, von homo, Mann, d. i. Lehnsmann, Vasall), zur Lehnspflicht etc. gehörig; Homagialeid, soviel wie Lehnseid, der Huldigungseid des Lehnsmannes (s. Meyers Lehnswesen).
 
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Homalopsidae (Süßwasserschlangen), s. Meyers Schlangen.
 
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Homann, Johann Baptist, verdienstvoller Geograph und Kartenzeichner, geb. 22. März 1664 zu Kammlach in Bayern (Schwaben), gest. 1. Juli 1724 in Nürnberg, besuchte, von seinen Eltern für das Kloster bestimmt, die Jesuitenschule zu Mindelheim, entfloh aber 1687 aus einem Würzburger Kloster nach Nürnberg, wo er zur protestantischen Kirche übertrat. 1691 wurde er Notar, hatte aber in den nächsten Jahren infolge zweimaligen Rücktritts zum Katholizismus und seiner zeitweiligen Ausweisung aus Nürnberg viel Not auszustehen. In seinen Mußestunden beschäftigte er sich mit Kupfer- und Landkartenstecherei und gründete infolge des Beifalls, den seine Arbeiten fanden, 1702 einen förmlichen Landkartenverlag, der rasch eine große Ausbreitung gewann. Er lieferte nach und nach gegen 200 Karten, meist Kopien niederländischer oder französischer Originale, namentlich einen Atlas von 40 Karten (1707), den »Atlas von hundert Charten« (1712), den »Großen Atlas« (126 Blatt, 1716) und die »Tabula novissima totius Germaniae« (4 Blatt), die bedeutendste seiner 17 Originalkarten (vgl. auch Art. »Erdkunde«, S. 11, nebst Karte I, Fig. 6), daneben noch kleine Armillarsphären, Taschengloben, künstliche Uhren und andre mechanische Kunstwerke. Die königliche Gesell schaft der Wissenschaften in Berlin erwählte ihn 1715 zu ihrem Mitglied; Kaiser Karl VI. ernannte ihn zum kaiserlichen Geographen; Peter d. Gr. bestellte ihn 1723 als seinen Agenten. Vgl. Sandler, Joh. Bapt. H. (in der »Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin«, 1886) und »Die homännischen Erben« (»Zeitschrift für wissenschaftliche Geographie«, 7. Bd., 1890). Sein Sohn Johann Christoph, geb. 22. Aug. 1703 in Nürnberg, setzte das Geschäft seines Vaters fort, starb aber schon 1730. Er hatte seinen Universitätsfreund Michael Franz und seinen Schwager Jak. Ebersperger zu Erben eingesetzt; später kam das Geschäft an G. P. Monath und 1813 an Chr. Fr. Fembo, mit dessen Tode (11. Sept. 1848) es einging.
 
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Homărus, der Meyers Hummer (s. d.).
 
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Homatropīn (Phenylglykolyltropein) C16H21, NO3 oder C8H14N. O. CO. C7H7O. Alkaloid, das aus Atropin dargestellt wird, indem man aus diesem gewonnenes Tropin an Mandelsäure bindet, das Salz anhaltend mit verdünnter Salzsäure erwärmt und dem alkalisch gemachten Produkt das H. durch Chloroform entzieht. H. bildet farblose Prismen, verhält sich dem Atropin ähnlich, schmilzt bei 98° und wirkt auch auf das Auge wie Atropin, doch geht die Wirkung nach 20 Stunden wieder vorüber. Man benutzt das bromwasserstoffsaure Salz bei Augenkrankheiten. Dies ist ein weißes kristallinisches geruchloses, in Wasser leicht lösliches Pulver.
 
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Homaxŏne Tiere (v. griech.-lat. homaxonius, gleichachsig), Tiere, welche die Kugel als Grundform haben.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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