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Holzweide bis Holzzeug (Bd. 6, Sp. 514 bis 515)
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Artikelverweis Holzweide, s. Meyers Waldweide.
 
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Holzweißig, Dorf im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Bitterfeld, am Roitzscher Bach, hat eine evang. Kirche, Dampfmühle, Strohhülsenfabrik, Braunkohlengrube und (1900) 4066 Einw.
 
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Holzwespen (Uroceridae Leach), Familie aus der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), Insekten mit fadenförmigen, vielgliederigen Fühlern, vollständig geäderten Flügeln, sitzendem, langgestrecktem Hinterleib, der in einem Afterdorn endigt, und meist hervorstehendem Legebohrer, der aus zwei seitlichen Platten und einem gesägten, unterhalb rinnenartig ausgehöhlten Stilett besteht. Mit letzterm bohren die Weibchen Holz an, um ihre Eier hineinzulegen. Die ungefärbten, sechsbeinigen Larven brauchen lange Zeit zu ihrer Entwickelung. Die wenig artenreiche Familie ist hauptsächlich in Europa und Nordamerika vertreten. Die gemeine Holzwespe (Kiefernholzwespe, Sirex juvencus L., s. Tafel Meyers »Hautflügler I«, Fig. 5) ist 2,5 cm lang, stahlblau, an den Beinen rotgelb, an den Flügeln gelb; das um die Hälfte kleinere Männchen hat einen breiten gelbbraunen Gürtel um den Hinterleib und dunkle Hinterbeine; die Riesen-o der Fichtenholzwespe (S. gigas L.), 2,54 cm lang, mit gelbem Hinterleib, beim Männchen mit schwarzer Spitze, beim Weibchen mit schwarzem Gürtel; an Kopf und Thorax matt schwarz, an Backen, Fühlern, Beinen gelb. Beide Arten erscheinen Ende Juni oder Anfang Juli und leben nur kurze Zeit; erstere legt ihr Ei besonders in Kiefern-, letztere in Fichtenstämme. Die Larven bohren geschlängelte, mit Spänen gefüllte Gänge von zuletzt 4 mm Durchmesser und leben bisweilen mehrere Jahre, so daß nicht selten aus verarbeitetem Nutzholz die Wespen ausschlüpfen. Diese nagen sehr kräftig und durchbohren selbst Bleiplatten (in Schwefelsäurefabriken). Die Halmwespe (Getreidehalmwespe, Cephus pygmaeus L., s. Tafel Meyers »Landwirtschaftliche Schädlinge II«, Fig. 14), 6,5 mm lang, glänzend schwarz, reichlich gelb gezeichnet, mit fast kugeligem Kopf und schwach keulenförmig nach vorn verdickten Fühlern, fliegt vom Mai ab und legt ihr Ei in einen der obersten Knoten des Roggen-, seltener des Weizenhalms; die Larve durchfrißt die Knoten und kriecht im Halm auf und ab, verspinnt sich zur Zeit der Ernte im untersten Teile des Halmes, überwintert und verpuppt sich im Kokon 14 Tage vor dem Erscheinen der Wespe. Die von Halmwespen heimgesuchten Pflanzen entwickeln verkümmerte, bleiche, ganz oder zum Teil leere Ähren. Vgl. Hartig, Die Familien der Blattwespen und H. (Berl. 1837).
 
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Holzwickede, Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Kreis Hörde, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Düsseldorf-Soest und Ruhrort-H., hat eine Präparandenanstalt, Rettungshaus, Eisenbahnreparaturwerkstätte, Steinkohlenbergbau und (1900) 4617 Einw.
 
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Holzwolle, Holzschliff (s. Meyers Holzstoff), der als Surrogat der Scherflocken zur Herstellung der Samttapeten dient; besonders das aus langen dünnen Fäden bestehende, entsprechend seiner vielseitigen Verwendung in 68 verschiedenen Dicken von 0,060,5 mm auf Holzwollmaschinen erzeugte Material. Zu den leistungsfähigsten Maschinen zur Erzeugung der H. gehört die vierfach wirkende Holzwollmaschine (s. Abbildung) von Anthon u. Söhne in Flensburg. Das Werkzeug derselben ist ein aufrechter Schlitten A, der zwischen genügender Führung vermittelst der Schubstange B von der zugleich als Schwungrad dienenden Kurbelscheibe C etwa 160 mal in der Minute hin und her bewegt wird. An beiden

[Bd. 6, Sp. 515]


Seiten dieses Schlittens befinden sich zwei Reihen m, m lanzettförmiger Messer (Ritzer) zum Einritzen des Holzes und daneben zwei Hobelmesser zum Abnehmen der Späne so gestellt, daß die Maschine beim Vor- und Rückgang, also an vier Stellen, Späne bildet, die unter die Maschine fallen. An jeder Seite des Schlittens gelangen zwei Holzstücke D, D zur Verarbeitung, die von gezahnten Walzen a, a, a, a vorgeschoben werden, die mit ihren Zähnen in die Stirnflächen der Holzstücke eingreifen und ruckweise, von den Schnecken i, i, i, i getrieben, Drehung erhalten. Die Einstellung derselben nach der Holzlänge (350500 mm) erfolgt durch wagerechte Schrauben mit den Handrädern h, h, h, h. Die Vorbereitung des Holzes besteht im Zuschneiden auf Länge mittels Kreissägen, Entrinden und Ausbohren der großen Äste. Zum Verpacken werden die Späne in einfachen Schraubenpressen zu Ballen zusammengepreßt. Nebst der allseitig bekannten Verwendung der H. als Packmaterial, wobei ganz seine Wolle vielfach mit Anilinfarben gefärbt wird, sowie für chirurgische, hygienische Zwecke (zum Frottieren, zu Bandagen, Scharpie etc.), für Filter, als Streu, zur Füllung von Matratzen etc., dient sie neuerdings besonders auch zur Anfertigung von Seilen als Ersatz der Stroh- und Heuseile. Feine H. soll sich ohne Bindemittel nur durch starken Druck in Formen zu einer festen Masse zusammenpressen lassen. Mit Wasserglas durchtränkt, gibt H. künstliche Holzplatten von großer Festigkeit und Gleichförmigkeit, wenn man die Masse trocknet, dann in Gipsmilch legt und hierauf scharf preßt. Die H. vermag viel Jauche auszusaugen, gibt dabei den Tieren ein weiches Lager und führt dem Boden humusbildende Substanzen zu. 100 Teile grobe H. nehmen 170, seine H. 223 Teile Wasser auf (zerschnittenes Roggenstroh 400, Torfstreu 600750). Eine Kuh bedarf täglich als Einstreue 2 kg, ein Pferd 3 kg H. Bei letzterm ist mit der Verwendung von H. der Vorteil verbunden, daß sie nicht, wie das Stroh, gefressen wird. Als schlechter Wärmeleiter hält sie auch Hühner ungemein warm, wenn man den Boden des hölzernen Hühnerstalles mindestens fußhoch mit grober H. belegt.
 
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Holzwürmer, im Holz, Splint und in der Rinde lebende Insektenlarven aus den Ordnungen der Schmetterlinge (Weidenraupe, Glasschwärmer), Käfer (Bohrkäfer, Borkenkäfer, Bockkäfer, Hirschkäfer) und Hautflügler (Holzwespen und hummelartige Bienen).
 
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Holzzellen, s. Meyers Holz, S. 490, und Pflanzenzelle.
 
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Holzzellulose, s. Meyers Holzstoff.
 
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Holzzement, schwarze, pechartige, bei gewöhnlicher Temperatur feste Masse, die beim Erhitzen leicht schmilzt und dann große Bindekraft besitzt, wurde von Häusler in Hirschberg in den Handel gebracht und dient zur Herstellung der sogen. Holzzementdächer. Die Dächer erhalten eine Neigung von höchstens 6 Proz. und bestehen aus wenigstens 2,5 cm starker gespundeter Schalung, die auf Sparren liegt, die 70 cm voneinander abstehen. Die Schalung wird schwach mit Sand bestreut und das ganze Dach mit starkem Papier überzogen. Nun erfolgt der erste Anstrich mit dem geschmolzenen H.; dann kommt eine zweite, dritte und vierte Lage Papier, jedesmal mit Anstrich dazwischen. Zuletzt wird gesiebte Steinkohlensche aufgestreut, und nachdem die Zinkblecheinfassungen an den Schornsteinen und Dachtraufen gehörig befestigt sind, schüttet man noch 2,54 cm gesiebten Kies auf. Diese Dächer sind billig, einfach, dauerhaft, leiten die Wärme schlecht, schützen vor Feuersgefahr von außen und gestatten, mit Erde überfahren, die Anlage von Gärten auf den Dächern. Als Dächer im künstlerischen Sinne sind sie natürlich nicht zu rechnen. Nach Lipowitz (»Die Portlandzementfabrikation«, Berl. 1868) kann man den H. auf die Weise bereiten, daß man Braun- oder Steinkohlenteer in einem eisernen Kessel nicht zu stark erhitzt und mittels eines Siebes eine Mischung von 500 g Schwefel auf 50 kg möglichst frischen Zement so lange einträgt, als der Teer noch streichbar-flüssig ist. Man braucht auf 50 kg Teer 80 -95 kg Zement.
 
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Holzzerkleinerungsmaschine, s. Meyers Holzspaltmaschine.
 
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Holzzeug, soviel wie Holzstoff.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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