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Holzung bis Holzwespen (Bd. 6, Sp. 512 bis 514)
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Artikelverweis Holzung, ein kleiner Wald, auch gleichbedeutend mit Wald überhaupt.
 
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Holzverarbeitung, die Umwandlung des in passenden Vorformen in den Handel gebrachten Holzes in Gebrauchsgegenstände, sondert sich nach einzelnen Gewerben (Zimmermann, Tischler, Böttcher, Stellmacher, Drechsler, Bildhauer, Holzschneider, Korbmacher etc.) sowie nach gewissen Erzeugnissen (Schuhstifte, Zündhölzer, Holzgewebe, Holzgeräte, Kistchen, Spielwaren, Modelle, Leisten, Bilderrahmen u. dgl.; vgl. Holzgeräte). In allen Fällen handelt es sich zunächst je nach der Bestimmung der Gebrauchsgegenstände um die Auswahl der Holzart und sodann um Berücksichtigung der Eigenschaften des Holzes, namentlich des Schwindens und des Quellens, wegen der damit verbundenen erheblichen Größen- und Formveränderungen (Schwinden und Werfen). Zur Vermeidung oder Einschränkung derselben läßt man die Faserrichtung mit den größern Dimensionen des Arbeitsstückes zusammenfallen, verarbeitet möglichst trocknes Holz, furniert die Gegenstände oder setzt sie aus mehreren und vielen Teilen zusammen (Parkett, Billardqueues, Stuhlsitze, Gußmodelle etc.). Zum Schutze gegen das Zerreißen erfolgt das Zusammenfügen oft so, daß einzelne Teile eine Beweglichkeit behalten (Füllungen in Türen, Verkleidungen u. dgl.).
   Zur weitern Verarbeitung des Holzes sind nebst den zahlreichen Werkzeugen Werkzeugmaschinen (Sägen, Hobelmaschinen, Fräsmaschinen, Bohrmaschinen etc.) in Gebrauch. Arbeitsstücke von gebogener Gestalt erhält man entweder aus krumm gewachsenem, aus krumm geschnittenem oder wegen der größern Festigkeit aus künstlich gebogenem Holz. Da das frisch gefällte Holz sehr biegsam ist und eingezwängt getrocknet die gebogene Form behält, so erzeugt man z. B. aus frischen gespaltenen Eichenstämmchen Radreifen etc. Fabrikmäßig (z. B. zur Anfertigung gebogener Möbel) wird das oberflächlich vorbearbeitete Holz in Wasserdampf erweicht, in eiserne Formen oder Gerüste von gewünschter Gestalt gezwängt und so eingepreßt getrocknet, wobei zum Einzwängen mitunter besondere mechanische Vorrichtungen (Holzbiegmaschine) gute Dienste leisten. Auch Faßdauben, Hölzer zu Kutschengestellen und Wagen überhaupt, zum Schiffbau etc. werden aus gebogenem Holz dargestellt (vgl. Exner, Das Biegen des Holzes, 3. Aufl., Weim. 1893; Andés, Die Holzbiegerei, Wien 1903). Das mit dem Hobel u. bearbeitete Holz unterliegt zur Verschönerung der Oberfläche dem Abziehen mit der Ziehklinge (federhartem Stahlblech), deren Kante durch Streichen mit einem glatten, glasharten Ziehklingenstahl einen seinen schabenden Grat erhält, dann dem Abschleifen mit Bimsstein und Leinölfirnis (oder Talg oder Wasser), mit Sand- oder Glaspapier mittels der Hand oder Schleifmaschinen, deren wirksamer Teil eine mit Filz gefütterte und mit Sandpapier überzogene rotierende Holzscheibe ist. Als letzte Arbeit folgt das Polieren oder bei ordinärer Arbeit Anstreichen und Lackieren. Zur Erzeugung dünner Brettchen für Kistchen wird nach dem Verfahren von E. Kirchner in Leipzig-Sellerhausen das wenn möglich noch vollkommen grün erhaltene Holz der Erle, Zeder, Buche, Tanne, Fichte, Kiefer, Espe etc. als Rundholz in Längen von etwa 1 m zunächst gedämpft und in nassem Zustand auf die Bretterschneidmaschine gebracht, die aus dem Schneidzeug und dem Stellzeug besteht. Das Schneidzeug ist ein scharfgeschliffenes Messer an einem Schieber, der mittels zweier Zugstangen so schräg ab- und aufwärts bewegt wird, daß es bei der Abwärtsbewegung eine Scheibe von dem vorgelegten Holz abtrennt. Das Stellzeug führt das Werkstück nach jedem Schnitt um die jedesmalige Brettstärke dem Messer entgegen. Zu dieser Bewegung dient ein Tisch mit Einspannvorrichtungen und mittels zweier horizontaler Schrauben verschiebbar, die, durch Kegelräder angetrieben, nach jedem Schnitt sich entsprechend drehen und den Tisch vorschieben. Diese Maschine liefert in der Minute 60 Brettchen in einer Länge bis 1 m, einer Breite bis 300 mm und einer Stärke von 18 mm. Diese nassen Bretter gelangen zwischen eisernen, mit Dampf geheizten Platten in eine Vortrockenpresse und darauf in eine hydraulische Dampftrockenpresse, die aus zehn eisernen Hohlplatten von 1 qm Fläche besteht, die, mit Dampf geheizt und mit Kupfer bedeckt, die zwischengelegten Bretter unter einem Druck von 70 Atmosphären in wenigen Minuten vollständig austrocknen und dabei eben pressen. Nach einem andern Verfahren (Frankenthaler Holzindustrie) geschieht die Zerteilung des gedämpften Holzes durch Abschälen des 1 m langen Stammes, indem letzterer vor dem Schneidzeug vorbei gedreht wird. Oft werden die Brettchen behufs Imitation wertvollerer Hölzer auch noch gefärbt und zwischen ziselierten Walzen mit einem bestimmten Muster versehen. Vgl. Stübling, Bearbeitung und Verwendung der Hölzer und plastischen Materialien (Berl. 1898) und Technischer Ratgeber auf dem Gebiete der Holzindustrie (Leipz. 1901); H. Fischer, Die Holzbearbeitungsmaschinen (das. 1901).
 
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Holzverband (Holzverbindung, hierzu Tafel Meyers »Holzverband«), die Verbindung zweier Hölzer durch eine geeignete Form ihrer Berührungsflächen ohne oder mit Anwendung besonderer Befestigungsmittel (hölzerner oder eiserner Nägel, Klammern, Schrauben, Bänder, Bügel, Schuhe u. dgl.). Werden die eisernen Befestigungsmittel zu gewissermaßen selbständigen Konstruktionsteilen, wie z. B. die Hängeeisen, Schuhe etc. bei Meyers Hängewerken (s. d.), so spricht man von Holzeisenverbänden. Der H. bezweckt entweder 1) eine Verlängerung von Hölzern in meist wagerechter oder lotrechter Richtung, oder 2) eine Verstärkung von Hölzern durch Verbindung derselben nach ihrer Dicke, oder 3) eine Zusammensetzung von Hölzern unter einem rechten, einem spitzen oder einem stumpfen Winkel. Nach den Grundformen der Berührungsflächen der Hölzer werden unterschieden: I. Der Stoß und zwar 1) der gerade Stoß, wenn er rechtwinklig ist (Fig. 1); er entspricht bei der Zusammensetzung von Bohlen in einer Ebene der stumpfen Stoßfuge (Fig. 1 a); 2) der schräge Stoß (Fig. 2) und 3) der Stoß auf Gehrung (Fig. 3), der bei der Zusammensetzung von Bohlen unter einem Winkel der schrägen Stoßfuge (Fig. 30) entspricht. Zu einiger Befestigung kann, wenn nicht geleimt wird, eine eiserne Klammer dienen (Fig. 1 b). II. Die Versatzung, und zwar 1) die gerade Versatzung (Fig. 4); 2) die schräge Versatzung (Fig. 5), der bei Verbindung längerer, zu verstärkender Balkenstücke die Verzahnung (Fig. 50) entspricht; 3) die gebrochene Versatzung (Fig. 6), der bei Verbindung von Bohlen zu einer Spundwand die Keilspundung (Fig. 63) entspricht. III. Das Blatt und zwar 1) das gerade Blatt mit geradem Stoß (Fig. 7), dem bei Verbindung von Bohlen zu einem Fußboden die Übersätzung (Fig. 70) entspricht; 2) das gerade Blatt mit schrägem Stoß (Fig. 711); 3) das schräg gestoßene gerade Blatt mit Zapfen (Fig. 70); 4) das schräge Blatt (Fig. 8) und 5) das Hakenblatt, das entweder a) ein gerades Hakenblatt mit geradem

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Stoß (Fig. 9), dem bei der Verstärkung von Balken die Verschränkung (Fig. 90) entspricht, oder b) ein gerades Hakenblatt mit schrägem Stoß (Fig. 100), oder e) ein verstecktes gerades Hakenblatt (Fig. 1011), oder d) ein schräges Hakenblatt (Fig. 10), oder e) ein verstecktes schräges Hakenblatt (Fig. 10 e) ist, 6) das schwalbenschwanzförmige Blatt mit Brüstung (Fig. 10d). IV. Der Zapfen und zwar 1) der Blattzapfen (Fig. 11), dem bei Zusammensetzung von Bohlen die Verzapfung (Fig. 11 a) entspricht; 2) der Schlitzzapfen (Fig. 12); 3) der gerade oder Nutzapfen (Fig. 13), dem bei der Verbindung von Bohlen zu einer Spundwand die quadratische Spundung (Fig. 130.) entspricht; 4) der zurückgesetzte gerade Zapfen (Fig. 1310, der an Ecken verwendet wird; 5) der doppelte gerade Zapfen (Fig. 136); 6) der Keilzapfen (Fig. 14), der in dem schwalbenschwanzförmig erweiterten Zapfenloch mittels kleiner, vorher lose eingesteckter Keile befestigt wird, und dem bei der Verbindung von Bohlen in einer Ebene das Nuten auf den Grat (Fig. 14a) entspricht; 7) der Brustzapfen (Fig. 15); 8) der Schwalbenschwanzzapfen (Fig. 16), der in das erweiterte Zapfloch eingeführt und dort vermittelst eines kleinen Brettstückes befestigt wird; ihm entspricht bei Verbindung von Bohlen unter einem Winkel die Verzinkung (Fig. 163); 9) der Kreuzzapfen (Fig. 17), dem bei der Verlängerung von Pfählen, die eine ruhende Last zu tragen haben, das Anschäften (Fig. 17a) entspricht. Fast alle Blatt- und Zapfenverbindungen müssen mittels Holznägel gesichert werden. V. Der Kamm und zwar 1) der einfache Kamm oder einfache Seitenkamm (Fig. 18) und 2) der doppelte oder Mittelkamm (Fig. 19), denen bei der Verbindung von Bohlen in einer Ebene Nut und Feder (Fig. 188 u. 19a) entsprechen; 3) der schwalbenschwanzförmige Kamm (Fig. 20), dem bei der Verbindung von Bohlen unter einem Winkel die verdeckte Verzinkung (Fig. 200) entspricht; 4) der weißschwanzförmige Kamm (Fig. 21); 5) der Kreuzkamm (Fig. 22). Soll die Oberfläche der nach V verbundenen Hölzer in einer Ebene liegen, so wird aus dem Kamm VI die Überblattung, und man spricht dann von einfacher (Fig. 23), versetzter (Fig. 24), schwalbenschwanzförmiger (Fig. 25), schräger (an Ecken; Fig. 26) Überblattung. Schräg gerichtete Hölzer werden mit wagerechten, die nicht in derselben Lotebene liegen, durch VII. Klauung (Aufklauung) verbunden; man unterscheidet einfache Ausklauung (Fig. 27) und Stegklauung (Fig. 28). Treffen sich zwei schräge Hölzer verschiedener Lotebenen, so wird VIII. Schiftung (Anschiftung) erforderlich. Fig. 29 zeigt die einfache Schiftung, Fig. 30 die Klauenschiftung. Bei Anwendung der unter I-VIII bezeichneten Verbindungsweisen von Hölzern spricht man von einem Stoßen, Versatzen, Verblatten, Verzapfen, Verzinken, Verkämmen, Aufklauen und Anschiften derselben. Die lotrechte Verlängerung zweier Hölzer wird durch Aufpfropfen hergestellt. Zur Sicherung der Verbindung dienen dabei ein eiserner Dorn (Fig. 31) oder Flacheisenschienen (Fig. 32) oder ein gußeiserner Schuh (Fig. 33) oder eine Überschneidung und Umlegung von eisernen Bändern (Fig. 34). Zur Aneinanderfügung von Hölzern mit ihren Langseiten dienen bei Balken die Verdübelung oder Verzahnung, s. Meyers Dübel und Meyers Träger. Vgl. außer den allgemeinen Handbüchern der Baukunde Kretschmar, Die Holzverbindungen (Wien 1885).
 
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Holzverkohlung, die Verkohlung des Holzes in Meilern zur Gewinnung von Holzkohle oder rationeller in Retorten, wobei außer Holzkohle auch Holzessig, Aceton, Methylalkohol und Leuchtgas gewonnen werden (s. Meyers Holzdestillation).
 
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Holzverzierungen, alle Mittel, um Holzwaren zu schmücken, bez. mit einem schönen Ansehen auszustatten. Dahin gehören das Polieren, Beizen, Anstreichen, Lackieren, Bronzieren, das Bemalen, die Brandtechnik, das Furnieren, Schnitzen etc. Die teure Handschnitzerei ist in neuerer Zeit vielfach durch mechanische Verfahren ersetzt worden, wobei man gewisse Eigenschaften des Holzes zweckmäßig benutzt. Durch Wasserdampf erwärmtes Holz nimmt leicht Eindrücke an, die nach dem Erkalten vollständig und dauernd zurückbleiben. Bei höherer Temperatur verändert das Holz seine Farbe zwischen Hellbraun und Tiefschwarz mit zahlreichen Abstufungen und Abtönungen dieser Farben. Zur Erzeugung von Reliefs preßt man das gehobelte und zweckmäßig vorgewärmte Holz zwischen erwärmten Preßplatten oder Walzen, wobei eine Walze mit den zu erzeugenden Verzierungen (natürlich umgekehrt) versehen ist, oder beide Walzen die Verzierungen in der Weise bekommen, daß die letztern auf der einen Walze positiv, auf der andern negativ erscheinen. Um mit einer Walze zahlreiche Abwechselungen hervorzubringen, setzt man die Walze aus Ringen von 260 cm Breite zusammen, die auf eine massive eiserne Walze geschoben werden und beliebig auszuwechseln sind. Die durch Zahnräder in Verbindung stehenden hohlen Walzen federn gegeneinander und werden durch Gasflammen erwärmt, die in ihrem Innern brennen. Die Wirkung läßt sich schwächen oder verstärken, je nachdem man den Druck verkleinert oder vergrößert, die Dauer der Pressung erniedrigt oder erhöht oder die Erwärmung kleiner oder größer wählt. Man kann die Verzierungen auch auf beiden Seiten erzeugen und auf diese letzte Weise aus dünnen Holzplatten (Furnieren) z. B. natürliche Holztapeten fabrizieren, die als Ledertapetenimitationen sehr geschätzt sind oder mit entsprechenden Unterlagen zu Stuhlsitzen, Sessellehnen, Einlagen, Täfelungen Verwendung finden. Aus massiven Stangen stellt man Friese, Hohlkehlen mit Eierstäben, Rahmenhölzer, unter gleichzeitiger Zuhilfenahme von Preßplatten aus Holzplatten Rosetten, Knöpfe, verzierte Damenbrettsteine, Schlüsselschilder, Verzierungen auf Dosendeckeln, Nachahmungen edler Hölzer u. dgl. in großer Mannigfaltigkeit her. Bei stärkerer Erwärmung der Formen steigert sich durch die eintretende Färbung des Holzes die Mannigfaltigkeit in überraschender Weise. Dies Verfahren (Pyrographie, Pyrotypie, Neoskulptur, Brandtechnik) hat sich in bemerkenswerter Weise entwickelt. Kleinere Muster werden mit erhöhten Stempeln, größere mit Platten, sich oft wiederholende mit Walzen eingebrannt. Zur Hervorbringung des Druckes (22 kg auf 1 qcm), der durchschnittlich nur 1 Sekunde ausgeübt wird, dient nebst Walzen eine hydraulische oder Kniehebelpresse. Bei bedeutenden Vertiefungen und Erhöhungen ist wiederholtes Pressen geboten und vor jeder neuen Pressung Entfernung der losgebröckelten Kohleteilchen durch Bürsten notwendig. Die schönsten Effekte erzielt man mit den beschriebenen Walzen, weil sich hierbei die Wirkungsdauer etc. am sichersten regeln und der gewünschten Tontiefe anpassen läßt. Um die vertieft liegenden eingebrannten Muster mit den nicht gebrannten Stellen in eine Ebene zu bringen, genügt abermaliges Pressen zwischen glatten Walzen, wodurch die erhabenen Stellen niedergedrückt werden. Um auch zylindrische oder profilierte säulenartige Stücke mit diesen Verzierungen zu versehen, werden die Arbeitsstücke

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zwischen Formplatten unter entsprechendem Druck gerollt. Die durch Brennen und Pressen erhaltenen Flächen unterliegen später den gewöhnlichen Nacharbeiten: Hobeln, Drehen, Schleifen, Polieren etc.
   Zur mechanischen Herstellung von Intarsien nach Casperding in Berlin bestreicht man Furniere aus edlen Hölzern einseitig mit Leim, preßt nach dem Trocknen des letztern mehrere solcher Furniere zu einem Paket zusammen und schneidet dieses mittels der Laubsäge nach der gewünschten Zeichnung (Arabesken) aus. Je ein so vorbereitetes Blatt wird darauf mit der Leimseite auf die zu verzierende Holzplatte gelegt und mit dieser derart zwischen erwärmten Platten gepreßt, daß die Verzierungsplatte vollständig in die volle Grundplatte eingedrückt wird. Matte Gravierungen in polierten Holzflächen erzeugt man auf mechanischem Weg, indem man die Verzierungen in zwei genau zusammenpassenden Metallformen ausarbeitet, und zwar so, daß die Matrize die Zeichnung 12 mm erhöht, die Patrize vertieft erhält. Sodann wird die Zeichnung in der Matrize aufgerauht, während die tiefliegende Grundfläche glatt bleibt. Zwischen diesen Formen wird die nicht sehr starke Holzplatte so lange gepreßt, bis die Matrize sich klar abgedrückt hat. Man bestreicht-dann die ganze Vorderseite der Platte mit mattem Öl- oder Wachslack, läßt vollständig trocknen, schleift den Lack von der ebenen Fläche wieder ab und poliert diese. Die lackierten Teile nehmen keine Politur an, heben sich daher von der polierten Fläche ab und erteilen ihr das früher durch mühsames Eingravieren in einen polierten Grund hervorgebrachte Ansehen einer matten Gravierung.
   Die Holzbrandmalerei besteht in der Anwendung kleiner hohler Platinkegel von etwa 3 mm Durchmesser, die über einer Spiritusflamme zum Glühen gebracht und dann im Glühen erhalten werden, indem man mittels eines Kautschukballes Benzindämpfe durch den Kegel bläst. Diese Platinkegel werden wie Zeichenstifte benutzt und erzeugen je nach ihrer leicht regulierbaren Temperatur mehr oder weniger tiefe und dunkle Brandlinien auf dem Holz. Diese Technik wird als Liebhaberkunst zu Füllungen an Kasten, Möbeln und im Wandgetäfel, bei Tischplatten, Truhen, Konsolen u. dgl. geübt und auch oft mit Holzmalerei verbunden, indem man die Umrisse einbrennt und die Figuren dann ausmalt. Zur Erleichterung des Verfahrens sind Apparate für Hand- und Fußbetrieb (so von Fritzsche in Leipzig) konstruiert worden. Vgl. F. Sales Meyer, Die Liebhaberkünste (3. Aufl., Leipz. 1902); v. Sabranski, Die Holzbrandtechnik (Wien 1891); Zeller, Die Brennmalerei (Straßb. 1895); Tapper, ABC der Holzbrandtechnik (2. Aufl., Innsbruck 1895); Laudien, Anleitung zur Brandmalerei (4. Aufl., Leipz. 1900); Gordon, Der Tiefbrand (das. 1902); Richter, Der Tiefbrand (2. Aufl., Ravensb. 1904); Vorlagen von Douzette (Leipz. 1893), Reiß (das. 1893), Horn (Berl. 1893), Lechleitner (Münch. 1902), eine umfangreiche Sammlung im Haberlandschen Verlag zu Leipzig.
 
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Holzwanzen, s. Meyers Wanzen.
 
Artikelverweis 
Holzwaren, s. Meyers Holzgeräte.
 
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Holzweibchen (Moosweibchen), im Volksglauben besonders Ober- und Mitteldeutschlands eine Art Waldgeister, Personifikationen des im Baume wirksamen Lebens, daher sie auch sterben, wenn dieser eingeht oder gefällt wird. Oft werden sie auch vom wilden Jäger verfolgt und als erlösungsbedürftig hingestellt.
 
Artikelverweis 
Holzweide, s. Meyers Waldweide.
 
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Holzweißig, Dorf im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Bitterfeld, am Roitzscher Bach, hat eine evang. Kirche, Dampfmühle, Strohhülsenfabrik, Braunkohlengrube und (1900) 4066 Einw.
 
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Holzwespen (Uroceridae Leach), Familie aus der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera), Insekten mit fadenförmigen, vielgliederigen Fühlern, vollständig geäderten Flügeln, sitzendem, langgestrecktem Hinterleib, der in einem Afterdorn endigt, und meist hervorstehendem Legebohrer, der aus zwei seitlichen Platten und einem gesägten, unterhalb rinnenartig ausgehöhlten Stilett besteht. Mit letzterm bohren die Weibchen Holz an, um ihre Eier hineinzulegen. Die ungefärbten, sechsbeinigen Larven brauchen lange Zeit zu ihrer Entwickelung. Die wenig artenreiche Familie ist hauptsächlich in Europa und Nordamerika vertreten. Die gemeine Holzwespe (Kiefernholzwespe, Sirex juvencus L., s. Tafel Meyers »Hautflügler I«, Fig. 5) ist 2,5 cm lang, stahlblau, an den Beinen rotgelb, an den Flügeln gelb; das um die Hälfte kleinere Männchen hat einen breiten gelbbraunen Gürtel um den Hinterleib und dunkle Hinterbeine; die Riesen-o der Fichtenholzwespe (S. gigas L.), 2,54 cm lang, mit gelbem Hinterleib, beim Männchen mit schwarzer Spitze, beim Weibchen mit schwarzem Gürtel; an Kopf und Thorax matt schwarz, an Backen, Fühlern, Beinen gelb. Beide Arten erscheinen Ende Juni oder Anfang Juli und leben nur kurze Zeit; erstere legt ihr Ei besonders in Kiefern-, letztere in Fichtenstämme. Die Larven bohren geschlängelte, mit Spänen gefüllte Gänge von zuletzt 4 mm Durchmesser und leben bisweilen mehrere Jahre, so daß nicht selten aus verarbeitetem Nutzholz die Wespen ausschlüpfen. Diese nagen sehr kräftig und durchbohren selbst Bleiplatten (in Schwefelsäurefabriken). Die Halmwespe (Getreidehalmwespe, Cephus pygmaeus L., s. Tafel Meyers »Landwirtschaftliche Schädlinge II«, Fig. 14), 6,5 mm lang, glänzend schwarz, reichlich gelb gezeichnet, mit fast kugeligem Kopf und schwach keulenförmig nach vorn verdickten Fühlern, fliegt vom Mai ab und legt ihr Ei in einen der obersten Knoten des Roggen-, seltener des Weizenhalms; die Larve durchfrißt die Knoten und kriecht im Halm auf und ab, verspinnt sich zur Zeit der Ernte im untersten Teile des Halmes, überwintert und verpuppt sich im Kokon 14 Tage vor dem Erscheinen der Wespe. Die von Halmwespen heimgesuchten Pflanzen entwickeln verkümmerte, bleiche, ganz oder zum Teil leere Ähren. Vgl. Hartig, Die Familien der Blattwespen und H. (Berl. 1837).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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