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Holzdächer bis Hölzfällung (Bd. 6, Sp. 502 bis 504)
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Artikelverweis Holzdächer, s. Meyers Dachdeckung.
 
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Holzdarre, Vorrichtung zum Trocknen des Holzes behufs der Konservierung, s. Meyers Holz, S. 494.
 
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Holzdestillation, die trockne Destillation des Holzes zur Gewinnung von Meyers Holzessig (s. d.), Aceton, Methylalkohol, Holzteer, Meyers Leuchtgas (s. d.) und Holzkohle (s. Meyers Kohle).
 
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Holzdiebstahl, Forstdiebstahl, s. Meyers Forststrafrecht.
 
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Holzdraht, dünne, drahtähnliche Stäbchen, aus Holz mit einem Hobeleisen hergestellt, dessen schmales Eisen statt der Schneide trichterartige, an der engen Öffnung scharfkantige, unter der Hobelsohle liegende Röhrchen besitzt, wovon jedes, indem es mit jener engen Öffnung in das Holz eindringt, ein Stäbchen herausschneidet, dessen Querschnitt dem des Röhrchens gleicht. Man fertigt den H. aus leicht spaltendem, langfaserigem Holz von Nadelbäumen, aus Weiden-, Pappel-, Lindenholz und benutzt ihn namentlich zur Herstellung von Zündhölzern und zu Holzgeweben, indem man ihn mit Garn zusammenflechtet. Die Gewebe werden meist aber auf schmalen, kurzen Webstühlen hergestellt und hauptsächlich zu Tischdecken, Hüten, Ofenschirmen, Jalousien u. dgl. verarbeitet. Man fertigt auch Holzgewebe nur aus H., wobei die die Kette und den Einschlag bildenden Drähte kleine quadratische Öffnungen entstehen lassen (Siebplatten). Eine besondere Gattung sehr dünnen, fadenartigen Holzdrahtes kommt als Meyers Holzwolle (s. d.) in den Handel.
 
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Holzemme (Holtemme), linker Nebenfluß der Bode, entspringt im Harz an der Ostseite des Brockens, am Renneckenberg, fließt in ihrem Oberlauf mit vielen Kaskaden durch ein tiefes, steil abfallendes Tal (die vielbesuchte Steinerne Renne), verläßt bei Wernigerode das Gebirge, fließt in nordöstlicher Richtung an Halberstadt vorüber und mündet unterhalb Gröningen nach einem Laufe von 45 km.
 
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Holzerde, die aus verfaultem Holz entstandene humusreiche Erde, die sich in hohlen Bäumen, in Wäldern, auf Holzschlägen, auf Holzplätzen, in Holzschuppen etc. findet und, wenn das Holz völlig verwest ist, zur Erziehung von mancherlei Topfpflanzen dient. In ihrem Wert wird sie meist überschätzt.
 
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Hölzernes Gelächter, s. Meyers Strohfiedel.
 
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Holzertragstafeln, Tafeln, die den Massenzuwachsgang normaler gleichalteriger Holzbestände für die verschiedenen Holzarten und Standortsklassen von der Jugend bis zum Alter darstellen. Sie dienen den Zwecken der Forsteinrichtung, Waldwertberechnung und Rentabilitätsrechnung und werden vorzugsweise dazu gebraucht, um den Holzvorrat und Holzzuwachs, ferner den künftigen Holzertrag der Bestände zu ermitteln. Außerdem sind sie ein Hilfsmittel der Bonitierung. Brauchbare Ertragstafeln sind veröffentlicht für die Fichte von Lorey (Frankf. 1899) und Schwappach (Berl. 1890), für die Kiefer von Weise (das. 1880) und Schwappach (das. 1896), für die Rotbuche von Baur (das. 1881), Schuberg (»Aus deutschen Forsten. Die Rotbuche«, Tübing. 1894) und Schwappach (Berl. 1893), für die Weißtanne von Lorey (Frankf. 1884) und Schuberg (Tübing. 1888), für die Erle von Schwappach (Neudamm 1902); für verschiedene Holzarten von Burckhardt (»Hilfstafeln für Forsttaxatoren«, 3. Aufl., Hannov. 1873) und von Kunze (als Supplemente zum »Tharandter forstlichen Jahrbuch«).
 
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Holzessig (Holzsäure), die bei der trocknen Destillation des Holzes auftretende braune, sauer und scharf empyreumatisch riechende und schmeckende, wässerige Flüssigkeit, deren Hauptbestandteil Essigsäure ist. Holz wird behufs der Gewinnung von Holzkohle, Teer und Leuchtgas der trocknen Destillation unterworfen, und in diesen Fällen erhält man den H. stets als Nebenprodukt. Die alte Meilerverkohlung, bei der nur Holzkohle gewonnen wurde, ist jetzt auf wenige Länder beschränkt, in denen das Holz geringen Wert hat. Meist wird eine rationelle Destillation ausgeführt,

[Bd. 6, Sp. 503]


bei der man Essigsäure, Aceton, Methylalkohol erhält, die in der Industrie so vielfache Verwendung finden (während die Benutzung der Holzkohle, z. B. zu schwarzem Schießpulver, an Bedeutung verloren hat), daß gegenwärtig die Gewinnung der flüssigen Destillationsprodukte weitaus am wichtigsten ist.
   Die Ausbeute an H. bei der Verkohlung des Holzes in Retorten ist abhängig von der Art und Beschaffenheit (Wassergehalt) des Holzes, von der Chargengröße, der Art und Weise des Feuerns, der Temperatur und Zeitdauer der Verkohlung, dem Druck in der Retorte und der Konstruktion der letztern. Auf trocknem Boden gewachsene und im Winter geschlagene Laubhölzer geben die größte Ausbeute an H., und man verarbeitet daher besonders möglichst trocknes, gesundes Holz von Eichen, entrindeten Birken und speziell Rotbuchen in mehr oder weniger zerkleinertem Zustand. Nadelhölzer eignen sich weniger zur Gewinnung von H., liefern aber Terpentinöl und so viel Harz und Teer, daß besondere Vorrichtungen zum schnellen Abführen derselben aus Retorten und Kondensationsanlagen nötig werden. Bei der Verkohlung muß die Temperatur ganz langsam auf 350° gesteigert werden, wobei die entwickelten Dämpfe möglichst schnell (event. durch Saugvorrichtungen) aus der Retorte zu entfernen und den Kondensationsanlagen zuzuführen sind.
   Zur Verkohlung von Laubhölzern benutzt man in Deutschland am häufigsten liegende zylinderförmige Retorten aus Schmiedeeisen, die an der Stirnseite mit einer eisernen, luftdicht schließenden Tür, am entgegengesetzten Ende mit einem Ableitungsrohr für die Destillationsprodukte versehen sind und in 24 Stunden zweimal beschickt werden. In dem Ofen liegen zwei Retorten, die von einer gemeinsamen Feuerung geheizt werden, und zur bessern Ausnutzung der Wärme stellt man mehrere derartige Ofen nebeneinander auf. Zur Heizung benutzt man das bei der Verkohlung des Holzes entwickelte Gas, außerdem Steinkohlen und unter Umständen Holzteer, der durch Dampf erhitzt und dann zerstäubt wird. Nach beendeter Verkohlung wird die Holzkohle in einem luftdicht verschließbaren Dunstsammler gebracht und die Retorte neu beschickt. Die bei der Verkohlung entwickelten Gase und Dämpfe durchströmen eine in Wasser mit beständigem Zufluß liegende Schlangenröhre, aus der Teer und H. abfließen, während die nicht verdichteten Gase in die Retortenfeuerung, zu den Verdampfpfannen, Trockenvorrichtungen etc. geleitet werden. Man läßt den Rohessig möglichst lange stehen, um den Teer recht vollständig abzuscheiden, und führt ihn dann den Destillationsapparaten zu. Bisweilen werden zur Verkohlung des Holzes auch stehende Retorten angewendet, schmiedeeiserne Zylinder, von denen je zwei eine gemeinsame Feuerung haben. Über dem Retortenofen läuft auf Schienen ein Kranwagen, der die abdestillierte, verschlossene und ausgehobene Retorte dem Kohlensammler zuführt, während ein zweiter Kranwagen eine neu beschickte Retorte in den Ofen bringt. Durch die strahlende Wärme des Mauerwerks wird die Destillation sofort wieder eingeleitet.
   Zur Verkohlung der Nadelhölzer, bei der Terpentinöl und Harz so abgeleitet werden müssen, daß sie in den eigentlichen Holzdestillationsprozeß gar nicht eintreten, benutzt man die HesselschenThermokessel, stehende Retorten, die fest eingemauert sind und nur von der Mantelfläche, nicht vom Boden aus, geheizt werden. Von dem mittlern, freiliegenden Teil des Bodens führt ein Ableitungsrohr nach dem Teersammelgefäß. Außerdem ist jede Retorte mit Vorrichtung zur Einführung von direktem, eventuell überhitztem Dampf und dicht über dem Boden mit einer Einrichtung zum Herausnehmen der Kohle versehen. Die leichter flüchtigen Destillationsprodukte passieren einen oder mehrere Teerscheidekörper, aus denen der hier verdichtete Teer ebenfalls in den Teersammler fließt. Die aus dem Teerscheidekörper entweichenden Dämpfe und Gase gelangen in zwei Kühlsysteme, von denen eins das Terpentinöl, das andre den H. und leichtern Teer verdichtet. Die nicht verdichteten Gase gehen in die Feuerung. Zur Gewinnung des Terpentinöls wird bei Beginn der Destillation mäßig gefeuert und in die Retorten direkter, nötigenfalls überhitzter Dampf geleitet, der die Terpentinöldämpfe fortführt; sie werden mit Kalkmilch gewaschen und dann im Kühler verdichtet. Sobald kein Terpentinöl mehr erscheint, stellt man den Dampf ab und führt nun die Destillation durch Außenfeuerung zu Ende. Das rohe Terpentinöl wird in mit überhitztem oder gewöhnlichem Dampf geheizten Destillationsapparaten von Kreosot getrennt und schließlich in Kolonnenapparaten rektifiziert. Aus dem harzhaltigen Teer wird Kienöl abgeschieden.
   Abfallhölzer aus Sägemühlen, Holzfarbstoff- und Gerbstoffabriken finden nur geringe Verwendung als Brennmaterial, Verpackungsmaterial, zur Herstellung von Desinfektionspulvern, Oxalsäure, Füllung von Puppenbälgen etc. Sehr große Mengen bleiben unbenutzt, können aber vorteilhaft auf H. verarbeitet werden. Die möglichst trocknen (etwa 15 Proz. Wasser enthaltenden) Sägespäne preßt man in einem Zylinder unter einem Druck von 10001500 Atmosphären in Scheiben, die durch besondere Einrichtungen vielfach durchbohrt werden. Diese Scheiben verkohlt man in liegenden Retorten und gewinnt eine Kohle, die hinreichend fest ist, um transportiert werden zu können. Man führt auch in den Retortenhals vorgewärmte Luft ein, die anfangend auf die Gase und Dämpfe in der Retorte wirken und vorhandenen Aldehyd, der niemals zur Verdichtung gelangt, zu Essigsäure oxydieren soll. Vgl. Klar, Die moderne Holzdestillation (in der Zeitschrift »Die chemische Industrie«, 1897). Nach ältern Angaben erhält man aus dem Holz von

Der rohe H. (Acetum pyrolignosum crudum), vom spez. Gew. 1,0151,03, enthält 59 Proz. Essigsäure, 610 Proz. Holzgeist, außerdem Buttersäure, Aceton, Essigsäuremethyläther, Phenol (Karbolsäure), Ammoniaksalze, Brandöle und Brandharze. Er wirkt stark fäulniswidrig und dient zur Konservierung von Fleisch und Wurst (Schnellräucherung), von Holz und Tauen, zum Einbalsamieren (schon bei den Ägyptern), in der Veterinärpraxis bei Klauenseuche, Maulfäule, Räude, Krätze, auch als äußerliches Arzneimittel bei Wunden, Krebsgeschwüren, Frostbeulen etc., zur Bereitung von holzessigsaurem Eisen (durch Auflösen von Eisenfeilspänen etc.), Bleizucker,

[Bd. 6, Sp. 504]


essigsaurer Tonerde, essigsaurem Kalk und essigsaurem Natron. Für den innerlichen Gebrauch bei Magenerweichung, Tuberkulose etc. bereitet man durch fraktionierte Destillation den rektifizierten H. (Acetum pyrolignosum rectificatum), eine klare, farblose oder gelbliche Flüssigkeit von brenzligem, saurem Geruch und Geschmack. Die bei weitem größte Menge des Holzessigs wird auf Meyers Essigsäure (s. d.) verarbeitet, wobei man Methylalkohol und Aceton als Nebenprodukte gewinnt.
 
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Hölzfällung, das Niederlegen der Bäume, geschieht allein mit der Axt (Umschroten) oder mit der Säge (vgl. Sägemaschine), besonders bei schwächern Stämmen, am häufigsten aber mit Säge und Axt, wobei man die Fallrichtung am sichersten beherrscht. Der stehenbleibende Stumpf mit der Wurzel wird durch das Stockroden gewonnen. Beim Baumroden wird rings um den unverletzten Stamm ein Teil der Wurzeln frei gelegt und abgehauen, worauf man den Baum mit Hilfe eines Seiles oder einfacher Maschinen niederlegt. Die Zeit der H. wird vielfach durch wirtschaftliche, klimatische und andre Verhältnisse bestimmt; über den Einfluß der Fällungszeit auf die Beschaffenheit des Holzes s. Meyers Holz, S. 494.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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