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Holzbauer bis Holzblau (Bd. 6, Sp. 501 bis 502)
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Artikelverweis Holzbauer, Ignaz, Komponist, geb. 1711 in Wien, gest. 7. April 1783 in Mannheim, bildete sich hauptsächlich durch Selbststudium aus, wurde 1745 als Musikdirektor am Hoftheater in Wien angestellt, folgte aber 1750 einem Ruf als Hofkapellmeister nach Stuttgart. Diese Anstellung vertauschte er drei Jahre später mit einer gleichen in Mannheim, das damals unter Stamitz als Kammermusikdirektor am Zenit seines Ruhmes stand. Zwar war H. Dirigent der Oper und selbst fleißiger Opernkomponist, von dessen 14 Opern die einzige deutsche »Günter von Schwarzburg« besonders bekannt wurde (Neuausgabe von H. Kretzschmar in den »Denkmälern deutscher Tonkunst«, Bd. 8 u. 9); aber er schrieb auch zahlreiche kirchliche Werke und eine Menge Symphonien, Konzerte etc., deren Gehalt indes nicht bedeutend ist.
 
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Holzbearbeitung, s. Meyers Holzverarbeitung.
 
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Holzbeizen, Flüssigkeiten zum Färben des Holzes, die man nach dem Abziehen des Holzes kalt oder warm (mit Pinsel oder Schwamm) mehrmals aufträgt oder mit kleinen Holzarbeiten kocht. Nach dem Beizen schleift man mit Bimsstein ab und beizt abermals. Oft werden die Beizen auch während des Schleifens aufgetragen. Vgl. Stübling, Technischer Ratgeber auf dem Gebiete der Holzindustrie (Leipz. 1901).
 
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Holzberechtigung, das an den Besitz eines Grundstückes oder Gebäudes geknüpfte Recht, Holz aus einem fremden Walde zu holen. Unterschieden wird je nach Verwendung des Holzes Brennholz- und Nutzholzberechtigung, letztere außerordentlich vielgestaltig nach Art und Umfang. Die Entstehung der H. beruht namentlich im Westen Deutschlands auf dem Untergang der Markgenossenschaften, indem die frühern Markgenossen, die Miteigentümer an der Markgenossenschaft waren, das Miteigentum aufgaben und sich mit dem Recht begnügten, Holz je nach Bedarf aus dem Walde zu entnehmen. Andre Holzberechtigungen entstanden durch Verleihungen und durch Verträge, sehr viele weitere aber durch Ersitzung und Verjährung. S. auch Meyers Waldservituten.
 
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Holzbibliothek, s. Meyers Holzsammlung.
 
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Holzbiegmaschinen, s. Meyers Holzverarbeitung.
 
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Holzbiene (Xylocopa Latr.), Hautflüglergattung aus der Familie der Bienen (Apidae), hummelähnliche Insekten mit breitem, behaartem Hinterleib, leben nur in zwei Geschlechtern (ohne Arbeiterinnen), nagen Brutröhren in altes Holz und bilden in diesen durch Querwände Zellen, die sie mit Honig und Pollen füllen. Etwa 100 Arten in den heißern Zonen aller Erdteile. In Südeuropa, auch noch in Süddeutschland, findet sich X. violacea Fab. (s. Tafel Meyers »Hautflügler II«, Fig. 2), etwa 25 mm lang, schwarz, mit schwarzen, violett schimmernden Flügeln.
 
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Holzbildhauerei (Holzschnitzerei), die Kunst, plastische, d. h. runde und halberhabene Gegenstände aus Holz zu fertigen, wobei verschiedene Werkzeuge (Meißel, Bohrer, Stemmeisen, Raspeln, Sägen etc.) benutzt werden. Ursprünglich war jeder Bildhauer zugleich Holzschnitzer. Die ältesten Kultusbilder der Griechen und andrer Völker waren aus Holz geschnitzt. In Ägypten stand die H. zu allen Zeiten in hoher Blüte, was zahlreiche Funde lehren (s. Tafel Meyers »Bildhauerkunst I«, Fig. 5). Da im Altertum jedoch nur Kultuszwecke u. dgl. die Verwendung des Holzes bedingten, datiert der Anfang der H. in künstlerischem Sinn erst seit dem christlichen Mittelalter. Sie erstreckte sich zunächst auf Möbel für kirchlichen und weltlichen Gebrauch, deren Stil und Ornamentik durch die jeweilig herrschende Architektur (byzantinisch, romanisch, gotisch) bestimmt wurde. Am reichsten begann sich die H. an dem Chorgestühl der Kirchen zu entfalten, das dann in der Renaissanceperiode Gegenstand einer üppigen figürlichen und ornamentalen Dekoration wurde. In deutschen und italienischen Kirchen sowie in den Museen sind noch zahlreiche Beispiele von Chorgestühlen vorhanden, bei denen sich oft zu der H. noch Intarsia oder Holzmosaik gesellt. Daneben kommen geschnitzte Andachtsbilder (Madonnen [Tafel VIII, Fig. 2 u. 7], Heilige, Kalvarienberge) mit Baldachinen und Tabernakeln und besonders bemalte und vergoldete, oft sehr figurenreiche Altarschreine in Betracht. In Deutschland sind die beiden Syrlin (Chorgestühl im Münster zu Ulm), Veit Stoß (Tafel VIII, Fig. 6), Hans Brüggemann (Schleswiger Altar, Tafel VIII, Fig. 9), in Italien Giuliano und Benedetto da Majano, Baccio d'Agnolo, Stefano da Bergamo und die Familie de' Marchis die namhaftesten Holzbildhauer des 15. und 16. Jahrh. für kirchliche Zwecke. Um dieselbe Zeit wurden auch die profanen Möbel immer reicher gestaltet, und schließlich erstreckte sich die H. auf ganze Zimmerausstattungen (Täfelungen, Decken), wovon noch mehrere vollständig erhaltene Beispiele (Seidenhofzimmer im Landesmuseum zu Zürich, Fredenhagensches Zimmer in Lübeck, Hirschvogelhaus in Nürnberg, zwei Zimmer im Berliner Kunstgewerbemuseum) glänzendes Zeugnis ablegen. Andre Spezialitäten der H. waren in dieser Zeit Truhen, Bilderrahmen, Kunstschränke sowie Schmuckkästchen und Möbel jeglicher Gattung. Auch in der Barockzeit blühte die H., bis sie in der Rokokoperiode für Zimmerausschmückungen allmählich durch die Stuckdekoration verdrängt wurde. Neuerdings hat sie wieder einen Aufschwung genommen, wird aber meist als ein Zweig der Möbeltischlerei kultiviert. Nur in Italien, wo besonders Frullini (s. d.) für den künstlerischen Betrieb der H. durch Beispiel und Lehre viel getan hat, und in einigen Gebirgsländern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (Berner Oberland) ist die H. noch eine besondere, in hoher Blüte stehende Kunst. Vereinzelte Versuche, die H. wieder zur Kunst zu erheben, sind in neuerer Zeit auch von Tüshaus in Düsseldorf, Pfretzschner in Berlin, G. Busch in München und in größerm Umfang besonders von G. Riegelmann in Berlin gemacht worden. S. die Tafeln »Möbel I-III«. Vgl. J. Lessing, Holzschnitzereien des 15. und 16. Jahrhunderts (Berl. 1882) und Vorbilderhefte aus dem königlichen Kunstgewerbemuseum in Berlin (Heft 18 u. 17, das. 188895); Hefner-Alteneck, Ornamente der Holzskulptur

[Bd. 6, Sp. 502]


(Frankf. 188182); Stockbauer, Die Holzschnitzerei (Leipz. 1887); Paukert, Die Zimmergotik in Deutsch-Tirol (das. 188994); Metzger, Handbuch der H. (Weim. 1892); de Lostalot, Les arts du bois (3. Aufl. Par. 1893); B. Riehl, Geschichte der Stein- und Holzplastik in Oberbayern (Münch. 1902).
 
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Holzbildhauerschulen (Holzschnitzerschulen ), s. Meyers Holzindustrieschulen.
 
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Holzbirnen, die herben Früchte des wilden Birnbaums, s. Meyers Birnbaum.
 
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Holzblau, mit Blauholz (s. Meyers Kampescheholz) hervorgebrachtes Blau.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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