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Holland bis Holländer Hühner (Bd. 6, Sp. 478 bis 479)
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Artikelverweis Holland, Grafschaft in Ostengland, der südliche Teil von Lincolnshire, am Wash, fruchtbare Marschlandschaft (s. Meyers Fens), hat 1063 qkm (19,3 QM.) mit (1901) 77,610 Einw. (73 auf 1 qkm). Hauptstadt ist Meyers Spalding (s. d.).
 
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Holland, Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, Grafschaft Ottawa, am Black River, von Holländern gegründet, mit dem Hope College (13 Dozenten, 206 Studierende), Hausratfabriken, Steinbrüchen und (1900) 7790 Einw.
 
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Holland, 1) Henry Richard Fox Vassall, Lord, brit. Staatsmann, geb. 21. Nov. 1773, gest. 22. Okt. 1840, studierte in Oxford und unternahm sodann größere Reisen. Dabei lernte er in Italien die Gattin Sir Godfrey Websters, Elisabeth Vassall (gest. 16. Nov. 1845), kennen, verführte sie und wurde deshalb zu einer Entschädigung von 6000 Pfd. Sterl. verurteilt; 1797 heiratete er sie und nahm ihren Familiennamen Vassallan. Im Oberhaus bekämpfte er Pitts kriegerische Politik gegen Frankreich sowie seine Repressivmaßregeln in England und Irland und drang auf eine Reform der Parlamentswahl. Nach dem Frieden von Amiens (1802) lebte er aus Gesundheitsrücksichten mehrere Jahre in Spanien; Früchte seines dortigen Aufenthalts waren die trefflichen Biographien von Guillem de Castro und Lope de Vega (Lond. 1805; 2. Aufl. 1817, 2 Bde.) und die Übersetzung dreier spanischer Komödien (das. 1807). Nach Pitts Tod (1806) trat er als Geheimsiegelbewahrer in das sogen. »Ministerium aller Talente« ein, das sich aber bald nach Fox' Tode wieder auflöste. In den Jahren 1814 und 1815 bereiste er den Kontinent und hatte im Februar 1815 in Neapel eine Unterredung mit Murat, über die er in »A letter to a Neapolitan nobleman« berichtete. In den Jahren 181618 befürwortete H. im Parlament die Beschwerden der Freunde des Kaisers Napoleon über dessen Behandlung auf St. Helena. 1828 unterstützte er die Emanzipation der Katholiken und trat im November 1830 unter Grey als Kanzler des Herzogtums Lancaster in das Kabinett; in gleicher Eigenschaft war er auch Mitglied des Ministeriums Melbourne. Sein Haus war ein Sammelplatz von Künstlern und Gelehrten. Er schrieb eine Biographie seines Oheims Charles Fox, die er mit dessen Werk »History of the early part of the reign of King James II.« (Lond. 1808) veröffentlichte; auch gab er die »Memoirs of Waldegrave« (1822, 2 Bde.) heraus. Über seine parlamentarische Tätigkeit vgl. »Opinions of Lord H. in the house of Lords« (1841). Sein Sohn Henry Edward Fox, Lord H., geb. 7. März 1802, gest. 18. Dez. 1859, war seit 1838 englischer Gesandter beim Deutschen Bunde, dann bis 1846 in Toskana und später in Holland. Er gab Reiseerinnerungen seines Vaters (»Foreign reminiscences«, 1850) und dessen »Memoirs of the Whig party during my time« (185254, 2 Bde.) heraus. Nach seinem Tod erschienen von ihm: »Recollections of past life« (1871) und »Fragmentary papers on science and other subjects« (1875). Beiträge zur Geschichte der Familie H. gab die Fürstin Marie Liechtenstein in dem Werk »Holland House« (Lond. 1873, 2 Bde.).
   2) Josiah Gilbert, amerikan. Schriftsteller, geb. 24. Juli 1819 in Belchertown (Massachusetts), gest. 12. Okt. 1881 in New York, studierte Medizin, praktizierte einige Jahre und trat dann in die Redaktion des »Springfield Republican« ein, wo er unter dem Pseudonym Timothy Titcomb durch seine Briefe und Essays populär wurde, die später unter verschiedenen Titeln in Buchform erschienen. Er schrieb auch die Dichtungen »Bitter sweet« (1858), »Kathrina« (1867), »The mistress of the manse« (1874), einen Band Gedichte: »Garnered sheaves« (1873), die Romane »Miss Gilbert's career« (1860), »Arthur Bonnicastle« (1873), »Nicholas Minturn« (1876), »Sevenoaks« etc., und »Life of Abraham Lincoln« (1865, neue Ausg. 1887). H. gründete »Scribner's Magazine« (1870), später »Century«. Seine gesammelten Werke erschienen zuletzt 1897 in New York in 16 Bänden. Vgl. Plunkett, Life of Josiah Gilbert H. (New York 1884).
   3) Wilhelm, Germanist und Romanist, geb. 11. Aug. 1822 in Stuttgart, gest. 22. Aug. 1891 in Tübingen, studierte in Tübingen und Berlin und ließ sich, nachdem er ein Jahr lang in Paris gearbeitet, 1847 als Dozent in Tübingen nieder, wo er später Professor wurde. Auf romanischem Gebiet veröffentlichte er: »Crestien von Troies« (Tübing. 1854), Chrétiens »Chevalier an Lyon« (Hannov. 1862; 3. Aufl., Braunschw. 1886), »Bruchstücke aus der Chronik des Alonso de Palencia« (Tübing. 1850) und »La estoria de los siete infantes de Lara« (das. 1860); auf deutschem (in den Veröffentlichungen des Literarischen Vereins in Stuttgart): »Meister Altswert« (mit Keller, 1850), die »Schauspiele des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig« (1855), das »Buch der Beispiele der alten Weisen« (1860), die »Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans« (Bd. 2 bis 7,186782), die »Schreiben des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz und der Seinen« (1884). Mit Keller und Pfeiffer gab er »Uhlands Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage« (Stuttg. 18651873, 8 Bde.) heraus; auch hat er von Uhlands poetischen Werken zuerst kritische Ausgaben geliefert und als Probe eines Kommentars zu Uhlands Gedichten

[Bd. 6, Sp. 479]


die Schrift: »Über Uhlands Ballade Merlin der Wilde« (das. 1876); ferner: »Zu Ludwig Uhlands Gedächtnis, Mitteilungen aus seiner akademischen Lehrtätigkeit« (Leipz. 1886).
   4) Sir Henry Thurstan, s. Meyers Knutsford.
   5) Jan, Pseudonym, s. Vitringa.
 
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Holland, Preußisch-, s. Meyers Preußisch-Holland.
 
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Holländer, Maschine zum Mahlen des Rohmaterials für die Papierfabrikation (s. Meyers Papier). Auch ein Windrad (Holländermühle), s. Meyers Windrad; dann der Leiter einer Meyers Holländerei (s. d.).
 
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Holländer, Felix, Schriftsteller, geb. 1. Nov. 1868 zu Leobschütz in Oberschlesien, studierte in Berlin 1887 bis 1892 deutsche Literatur, Philosophie und Nationalökonomie, ging 1892 als Hauslehrer nach Schweden, machte 1893 eine Studienreise nach Italien, war dann längere Zeit als Theaterkritiker tätig, begründete die Zeitung »Die Welt am Montag«, deren erster Herausgeber er war, und wirkt jetzt als Dramaturg und künstlerischer Beirat des Neuen und des Kleinen Theaters in Berlin. H. machte sich vor allem als geistvoller Erzähler modernen Stils bekannt; dahin gehören außer mehreren Novellen die wiederholt ausgelegten und in mehrere fremde Sprachen übersetzten Romane: »Jesus und Judas« (Berl. 1891), »Magdalene Dornis« (das. 1892), »Frau Ellin Röte«, Eheroman (das. 1893), »Sturmwind im Westen«, Berliner Roman (das. 1896), »Erlösung« (das. 1899), »Das letzte Glück« (das. 1899), »Der Weg des Thomas Truck« (das. 1902, 2 Bde.), »Traum und Tag« (das. 1904). Auch verfaßte er das Drama »Katzengold« (Berl. 1892), mit Hans Land das Schauspiel »Die heilige Ehe« (das. 1898) und mit Lothar Schmidt die Tragikomödie: »Ackermann« (das. 1903), die auf dem Kleinen Theater in Berlin mit starkem Anteil gegeben wurde.
 
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Holländer, fliegender, s. Meyers Fliegender Holländer.
 
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Holländerblau, s. Meyers Neublau.
 
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Holländerei, in Norddeutschland eine Milchwirtschaft (Meierei) oder das Gebäude, in dem sie betrieben wird. Holländer heißt der Leiter der Wirtschaft. Die Bezeichnung stammt aus dem 11. und 12. Jahrh., wo sich Holländer, die mit der Milchwirtschaft vertraut waren, mehrfach in Deutschland ansiedelten und gewisse Vorrechte erhielten. In andern Gegenden Deutschlands spricht man in ähnlichem Sinne von Schweizereien.
 
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Holländereien, verderbt aus »Hauländereien«, s. Meyers Hauländer Wirtschaften.
 
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Holländer Hühner, s. Meyers Huhn.

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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