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Holkar bis Holländer (Bd. 6, Sp. 476 bis 479)
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Artikelverweis Holkar, Familie mahratthischen Ursprungs, die den Thron des britisch-indischen Vasallenstaates Indore innehat. Mulhar-Rao (geb. 1693), ein Schäfer oder Landbauer, der als Soldat unter dem Peschwa des Mahratthenbundes diente, wurde ein bedeutender Heerführer und 1724 mit Indore belehnt. Dschaswant Rao H. kämpfte 1804 und 1817 nicht unrühmlich gegen Wellesley und Hislop; doch übernahmen seit 1818 die Briten die Vormundschaft über Indore. Der gegenwärtige Maharadsch-dhiradsch, Sir Shivadschi Rao H. Bahadur (geb. 1860), regiert seit 1886. Vgl. Aber ich-Mackey, The chiefs of Central India (Kalkutta 1879); Schmidt im 2. Bande von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1902).
 
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Holkham (spr. hóllkäm), s. Meyers Wells next the Sea.
 
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Holkodont (v. griech. holkos, »Furche«, und odus, »Zahn«), die in einer gemeinschaftlichen Rinne des Kiefers stehenden Zähne.
 
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Holl, 1) Elias, Architekt, geb. 28. Febr. 1573 in Augsburg als Sohn des Maurermeisters Hans H., dessen Handwerk er erlernte, gest. daselbst 6. Jan. 1646, wurde 1596 Meister und machte im Winter von 1600 auf 1601 eine Reise nach Venedig, wo die Bauwerke der italienischen Spätrenaissance, insbes. Palladios, so mächtig auf ihn einwirkten, daß seine künstlerische Tätigkeit nach seiner Rückkehr in die Vaterstadt davon völlig beeinflußt wurde. Nachdem er 1602 seine Fähigkeit an dem Zunfthaus der Bäcker bewährt, wurde er in demselben Jahr als Werkmeister in den Dienst der Stadt genommen, in deren Auftrag er unter anderm das Zeughaus (s. Tafel Meyers »Architektur XI«, Fig. 4), den Wertachbrücken-Torturm und das Siegelhaus (1605), den Klinkertorturm (1608), den Fischertorturm und das Metzgerhaus (1609), das Rathaus, sein Hauptwerk (161520), den roten Torturm und das Heilige Geist-Spital erbaute. Weil er nach der religiösen Umwälzung in Augsburg als Protestant an seinem Bekenntnis festhielt, wurde er 1631 aus dem städtischen Dienst entlassen. H. ist einer der hervorragendsten Vertreter der italienischen Richtung in der deutschen Renaissancearchitektur. Er hat eine Selbstbiographie hinterlassen, die Rechenschaft über seine umfangreiche Tätigkeit ablegt. Vgl. Leybold, Das Rathaus der Stadt Augsburg (2. Aufl., Berl. 1892); Vogt, Elias H. (Bamb. 1890).
   2) Frank, engl. Maler, geb. 1845 in Kentishtown (London), gest. 31. Juli 1888 in London, erhielt den ersten Unterricht in der Kunst von seinem Vater, einem Kupferstecher, bezog mit 15 Jahren die Schule der königlichen Akademie und gewann daselbst 1863 die goldene Medaille und ein zweijähriges Stipendium für die beste historische Komposition. Seinem ersten Bild: Aus der Kirche vertrieben, folgten 1865 die Farnkrautsammler, 1867 der Rekonvaleszent, 1869 eine ergreifende Familienszene: der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen. Die Königin gab ihm daraufhin den Auftrag für ein andres: keine Kunde von der See (1871), worin H. eine Seemannsfrau, in ängstlicher Erwartung nach der See ausschauend, schilderte. Diesem folgten 1872 das Dorfbegräbnis und 1873 ein Ruheplatz in einer Eisenbahnstation, 1874: im Stiche gelassen (Hauptbild), 1876 der Erstgeborne, 1877 der Heimgang und 1878 in Newgate verhaftet. Dann wendete sich H. fast ausschließlich der Bildnismalerei zu, in der er durch Energie und Lebendigkeit der Charakteristik und durch Kraft des Kolorits Hervorragendes geleistet hat.
 
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Hollabrunn (Oberhollabrunn), Marktflecken in Niederösterreich, am Göllersbach und der Österreichischen Nordwestbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit Obergymnasium, fürsterzbischöflichem Knabenseminar, Sparkasse, Spital, Siechenanstalt, Obst- und Weinbau, Kunststeinfabrik und (1900) 4143 Einw.
 
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Holland, im weitern Sinn gewöhnlicher Name für das Königreich der Niederlande (s. d. und Karte), im engern Sinne nur dessen nordwestlichster Teil, der westlich und nördlich von der Nordsee, östlich von dem Zuidersee, den Provinzen Utrecht und Gelderland, südlich von Nordbrabant und Zeeland umschlossen wird und in die Provinzen Nord- und Südholland zerfällt. Das Gebiet derselben entspricht etwa dem Umfang der ehemaligen Grafschaft H.
   Die Provinz Nordholland bildet in ihrem größten Teil eine Halbinsel, die im S. durch eine Landenge mit dem Festland zusammenhängt, und um die sich im N. die Reihe der Inseln Wieringen, Texel, Vlieland anschließt. Sie umfaßt das alte Westfriesland, das Wasserland und einen Teil des Ken nemerlandes, während der östliche, höhere und hügelige, an Utrecht grenzende Teil der Provinz Gooiland genannt wird. Die Provinz wird im N. und W. von der Nordsee, im O. von dem Zuidersee und der Provinz Utrecht, im S. von Südholland umschlossen und enthält 2770 qkm (50,3 QM.). Die Bevölkerung beläuft sich auf (1899) 968,131 Seelen, 350 auf 1 qkm, von denen 67,5 Proz. der reformierten und 27,5 Proz. der römisch-katholischen Kirche angehören. Die Provinz zerfällt in die Gerichtsbezirke: Amsterdam, Alkmaar, Haarlem. Hauptstadt ist Haarlem.
   Südholland, die bevölkertste und mit Nordholland wohlhabendste Provinz des Königreichs, grenzt nördlich an Nordholland, östlich an Gelderland und Utrecht, südlich an Nordbrabant und Zeeland, östlich

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an die Nordsee und umfaßt 3022 qkm (54,8 QM.). Der vom Alten Rhein durchflossene Landstrich heißt Rhein land (der Garten von H.), der südwestlich davon liegende Delfland, die Insel südlich von Rotterdam Ysselmonde, die kleinere im W. Rozenburg; die südlich von der Maas liegende heißt im W. Voorne, in der Mitte Beijerland, im O. Stryen, die südwestlichste große Overflakkee, im Nordwestteil Goeree. Die Bevölkerung beläuft sich auf (1899) 1,144,448 Seelen, 378 auf 1 qkm, von denen 73,5 Proz. der reformierten und 24,5 Proz. der römisch-katholischen Kirche angehören. Die Provinz zerfällt in die Gerichtsbezirke: Haag, Dordrecht, Rotterdam. Hauptstadt ist Haag.
   [Geschichte.] Der Name H. (vielleicht = onland, Unland, unfruchtbare Gegend, oder = Holtland, Holzland), anfangs auf die Umgegend von Dordrecht beschränkt, später allgemeiner Name des Landes, das zum deutschen Herzogtum Niederlothringen gehörte, taucht in der Geschichte zuerst im 11. Jahrh. auf. Seit der Mitte des 9. Jahrh. etwa hauste in dem Gau Kennemerland ein Grafengeschlecht, das sein Gebiet allmählich über die Gaue zwischen Flie und Schelde ausbreitete. In fortwährenden Kriegen mit den Westfriesen auf den Inseln, die sich damals von Alkmaar vis nach Friesland erstreckten, mit den Bischöfen von Utrecht und den Grafen von Flandern führten jene Gaugrafen, die meist Dietrich oder Florenz hießen, ein unruhiges Leben; Dietrich III. stiftete 1018 eine Zollstelle bei Dordrecht und hatte deswegen mit dem Lothringer Herzog einen rühmlichen Krieg zu bestehen; Dietrich IV. widerstand 1046 selbst dem Kaiser Heinrich III. Unter ihm und seinem Neffen Dietrich V. kommt der Name H. für die ganze Grafschaft auf. Um 1070 bemächtigte sich das Stift Utrecht in Verbindung mit Herzog Gottfried dem Buckligen von Lothringen beinahe der ganzen Grafschaft. Aber Dietrich V. bekam sie wieder, teilweise durch die Hilfe seines Stiefvaters Grafen Robert des Friesen von Flandern (1076). In der Mitte des 12. Jahrh. singen die 150jährigen Kriege mit Flandern wegen Zeeland an. Nach dem Tode des Grafen Dietrich VII. (1203) bestritt dessen Bruder Wilhelm seiner Tochter Ada die Erbfolge. Ada vermählte sich mit dem Grafen Ludwig von Looz, wurde aber besiegt und gefangen, und Wilhelm behielt die Grafschaft nach einem blutigen Bürgerkrieg. Dieser Wilhelm I. (120328) mischte sich in den Krieg zwischen Frankreich und England und focht bei Bouvines (1214) auf deutscher Seite; später zeichnete er sich bei dem sechsten (Damietter) Kreuzzug aus. Sein Enkel Graf Wilhelm II. wurde 1247 von der päpstlichen Partei zum deutschen König erwählt. Als er im Begriff stand, sich die Kaiserkrone zu holen, wurde er von den Friesen bei Hoogwoude getötet (1256). Sein Sohn Florenz V. suchte den Adel durch die seit dem Anfang des Jahrhunderts in der Grafschaft emporgekommenen Städte zu bezwingen, unterwarf die Westfriesen bis zum Flie und erwies sich als Bauernfreund (»der keerlen God«). Früher auf englischer Seite, ging er später zu den Franzosen über, wurde 1296 von einigen Edelleuten, die vielleicht mit Eduard I. von England verbunden waren, aufgehoben, aber bei der Verfolgung der Missetäter durch das dem Grafen gewogene Landvolk von den Fliehenden ermordet. Mit seinem jungen Sohne, Johann I., starb das alte Grafengeschlecht aus (1299).
   Es folgte der Hennegauer Graf Johann II., der Sohn einer Schwester Wilhelms II. Dieser behauptete sich gegenüber dem deutschen König Albrecht 1. im Besitz der Grafschaft, auch wider den Grafen von Flandern. Doch erst sein Sohn Wilhelm III. (1306 bis 1337) besiegte die Flandrer und nötigte sie 1323 zu einem Frieden, wobei die Zeeländer Inseln endgültig bei H. verblieben. Er war also eigentlich der erste souveräne Graf von H. und Zeeland. Auch die Friesen unterwarfen sich ihm, selbst bis zu dem Lauwers. Als Schwiegervater Kaiser Ludwigs des Bayern und Schwager König Eduards von England genoß er großes Ansehen im Reich. Auch das Niederstift von Utrecht wurde ihm zeitlich vom Bischof als Pfandbesitz eingeräumt. Sein Sohn Wilhelm IV., ein unruhiger Kriegsmann, fand 1345 den Tod gegen die aufständischen Friesen bei Stavoren. Mit diesem starb der Hennegauer Mannesstamm aus.
   Der Kaiser schenkte die Grafschaft (s. die »Geschichtskarte von Deutschland II«, im 4. Bd.) seiner Gemahlin Margarete, einer Schwester des letzten Grafen. Diese setzte bald nach dem Tode des Kaisers ihren Sohn Wilhelm, Herzog von Bayern, als Statthalter ein, aber in den bald darauf entstandenen Adelswirren (Hoeksche und Kabeljausche, s. Meyers Hoeksche) erklärte sich dieser zum Grafen, während eine starke Partei der Kaiserin Margarete beistand. Danach wurde die Kaiserin, nach einem Sieg bei Veere, 1351 bei Brielle gänzlich geschlagen und mußte sich aus H. und Zeeland nach Hennegau zurückziehen. Wilhelm nannte sich seitdem Graf von H. und Zeeland und wurde 1354 von seiner Mutter anerkannt. So kam das bayrische Haus an die Regierung. Wilhelm V. erhielt nach dem Tode seiner Mutter auch Hennegau (1355), wurde aber wahnsinnig, und schon 1358 übernahm sein Bruder Albrecht für ihn die Regierung als Ruwaert (Vogt) bis zu Wilhelms Tod (1389); dann folgte Albrecht dem Kinderlosen als Graf. Er suchte die Fehden zu beschwichtigen und war ein glänzender Fürst, wie auch sein Sohn Wilhelm VI. Albrecht führte vergebliche Kriege wider Friesland (13961404), auch sein Sohn Wilhelm konnte die Friesen nicht unterwerfen und hatte mit dem Herrn von Arkel eine blutige Fehde. Er war, wie sein Vater, ein treuer Bundesgenosse der emporstrebenden burgundischen Macht. Vor seinem Tode (1417) ließ er seine Tochter Jakobäa (Jacqueline), die, bis 1415 mit Johann, Dauphin von Frankreich, verheiratet, sich nach dessen Tod mit dem Herzog Johann von Brabant vermählte, zur Erbin und Gräfin von H. erklären. Während die Hoekschen diese Bestimmung anerkannten, unterstützten die Kabeljauschen den Vatersbruder Jakobäas, Johann, Herzog von Bayern, der früher Bischof von Lüttich gewesen war, aber den geistlichen Stand verlassen hatte, um die Regierung anzutreten, und verhalfen ihm in der Tat zum Besitz von H. Jakobäa, die den elenden Johann von Brabant verlassen und den Herzog Humfried von Gloucester geheiratet hatte, bekriegte nun in Gemeinschaft mit diesem ihren Oheim und ihren vorigen Gemahl, der ihr Hennegau vorenthielt; doch vergebens. Sie geriet in Gefangenschaft und wurde ihrem Oheim Philipp von Burgund ausgeliefert, der sich auf die Erbschaft Jakobäas Hoffnung machte. Zwar gelang es ihr, aus der Gefangenschaft zu entkommen, und auch der Herzog Johann von Bayern starb 1425; allein der Herzog von Brabant wurde zum Grafen von H. und Herzog Philipp von Burgund zum Ruwaert und nächsten Erben der Grafschaft H. und Zeeland erklärt. Jakobäa verteidigte sich noch eine Zeitlang heldenmütig; als sich jedoch auch der Herzog von Gloucester von ihr scheiden ließ, sank ihr der Mut.

[Bd. 6, Sp. 478]


In einem 1428 mit Philipp von Burgund zu Delft geschlossenen Sühnevertrag erkannte sie diesen als Regenten von H. und Zeeland sowie als Nachfolger an und behielt sich selbst bloß den Grafentitel und einige Einkünfte vor. Sie starb 1436. Philipp war nun im ungestörten Besitz der ganzen Erbschaft, und H. teilte seitdem die Schicksale Meyers Burgunds (s. d., S. 633). Mit diesem kam es durch die Heirat Marias, der Erbtochter von Burgund, an das Haus Habsburg, dann durch den Sohn Karls V., Philipp II., an Spanien, riß sich 1581 mit andern Provinzen von der spanischen Herrschaft los und war eine der sieben Provinzen, die bald die Republik der Vereinigten Meyers Niederlande (s. d.) bildeten. Durch Gewerbe und Handel blühte H. schnell empor und war die bevölkertste und reichste Provinz der Republik. Es trug mehr als die Hälfte der Kosten für die gemeinsame Regierung und übte auf die Politik der Republik auch durch seinen obersten Beamten, den Ratpensionär, einen maßgebenden Einfluß aus. Die reichen Handelsstädte, namentlich Amsterdam, waren die Hauptstützen der aristokratischen Staatspartei, welche die Herrschaft der Oranier bekämpfte. 1798 wurde es in drei Departements geschieden, 1801 wieder vereinigt. 180610 bildete die Provinz H. einen Teil des Königreichs H., wurde nach der Abdankung Ludwig Bonapartes ein Teil von Frankreich (wo es zwei Departements bildete), gelangte 1813 wieder in den Besitz des Hauses Oranien u. bildete seitdem die Provinz H. des Königreichs der Meyers Niederlande (s. d.), seit 1840 geteilt in die zwei Provinzen Südholland und Nordholland (s. oben, S. 476).
 
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Holland, Grafschaft in Ostengland, der südliche Teil von Lincolnshire, am Wash, fruchtbare Marschlandschaft (s. Meyers Fens), hat 1063 qkm (19,3 QM.) mit (1901) 77,610 Einw. (73 auf 1 qkm). Hauptstadt ist Meyers Spalding (s. d.).
 
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Holland, Stadt im nordamerikan. Staat Michigan, Grafschaft Ottawa, am Black River, von Holländern gegründet, mit dem Hope College (13 Dozenten, 206 Studierende), Hausratfabriken, Steinbrüchen und (1900) 7790 Einw.
 
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Holland, 1) Henry Richard Fox Vassall, Lord, brit. Staatsmann, geb. 21. Nov. 1773, gest. 22. Okt. 1840, studierte in Oxford und unternahm sodann größere Reisen. Dabei lernte er in Italien die Gattin Sir Godfrey Websters, Elisabeth Vassall (gest. 16. Nov. 1845), kennen, verführte sie und wurde deshalb zu einer Entschädigung von 6000 Pfd. Sterl. verurteilt; 1797 heiratete er sie und nahm ihren Familiennamen Vassallan. Im Oberhaus bekämpfte er Pitts kriegerische Politik gegen Frankreich sowie seine Repressivmaßregeln in England und Irland und drang auf eine Reform der Parlamentswahl. Nach dem Frieden von Amiens (1802) lebte er aus Gesundheitsrücksichten mehrere Jahre in Spanien; Früchte seines dortigen Aufenthalts waren die trefflichen Biographien von Guillem de Castro und Lope de Vega (Lond. 1805; 2. Aufl. 1817, 2 Bde.) und die Übersetzung dreier spanischer Komödien (das. 1807). Nach Pitts Tod (1806) trat er als Geheimsiegelbewahrer in das sogen. »Ministerium aller Talente« ein, das sich aber bald nach Fox' Tode wieder auflöste. In den Jahren 1814 und 1815 bereiste er den Kontinent und hatte im Februar 1815 in Neapel eine Unterredung mit Murat, über die er in »A letter to a Neapolitan nobleman« berichtete. In den Jahren 181618 befürwortete H. im Parlament die Beschwerden der Freunde des Kaisers Napoleon über dessen Behandlung auf St. Helena. 1828 unterstützte er die Emanzipation der Katholiken und trat im November 1830 unter Grey als Kanzler des Herzogtums Lancaster in das Kabinett; in gleicher Eigenschaft war er auch Mitglied des Ministeriums Melbourne. Sein Haus war ein Sammelplatz von Künstlern und Gelehrten. Er schrieb eine Biographie seines Oheims Charles Fox, die er mit dessen Werk »History of the early part of the reign of King James II.« (Lond. 1808) veröffentlichte; auch gab er die »Memoirs of Waldegrave« (1822, 2 Bde.) heraus. Über seine parlamentarische Tätigkeit vgl. »Opinions of Lord H. in the house of Lords« (1841). Sein Sohn Henry Edward Fox, Lord H., geb. 7. März 1802, gest. 18. Dez. 1859, war seit 1838 englischer Gesandter beim Deutschen Bunde, dann bis 1846 in Toskana und später in Holland. Er gab Reiseerinnerungen seines Vaters (»Foreign reminiscences«, 1850) und dessen »Memoirs of the Whig party during my time« (185254, 2 Bde.) heraus. Nach seinem Tod erschienen von ihm: »Recollections of past life« (1871) und »Fragmentary papers on science and other subjects« (1875). Beiträge zur Geschichte der Familie H. gab die Fürstin Marie Liechtenstein in dem Werk »Holland House« (Lond. 1873, 2 Bde.).
   2) Josiah Gilbert, amerikan. Schriftsteller, geb. 24. Juli 1819 in Belchertown (Massachusetts), gest. 12. Okt. 1881 in New York, studierte Medizin, praktizierte einige Jahre und trat dann in die Redaktion des »Springfield Republican« ein, wo er unter dem Pseudonym Timothy Titcomb durch seine Briefe und Essays populär wurde, die später unter verschiedenen Titeln in Buchform erschienen. Er schrieb auch die Dichtungen »Bitter sweet« (1858), »Kathrina« (1867), »The mistress of the manse« (1874), einen Band Gedichte: »Garnered sheaves« (1873), die Romane »Miss Gilbert's career« (1860), »Arthur Bonnicastle« (1873), »Nicholas Minturn« (1876), »Sevenoaks« etc., und »Life of Abraham Lincoln« (1865, neue Ausg. 1887). H. gründete »Scribner's Magazine« (1870), später »Century«. Seine gesammelten Werke erschienen zuletzt 1897 in New York in 16 Bänden. Vgl. Plunkett, Life of Josiah Gilbert H. (New York 1884).
   3) Wilhelm, Germanist und Romanist, geb. 11. Aug. 1822 in Stuttgart, gest. 22. Aug. 1891 in Tübingen, studierte in Tübingen und Berlin und ließ sich, nachdem er ein Jahr lang in Paris gearbeitet, 1847 als Dozent in Tübingen nieder, wo er später Professor wurde. Auf romanischem Gebiet veröffentlichte er: »Crestien von Troies« (Tübing. 1854), Chrétiens »Chevalier an Lyon« (Hannov. 1862; 3. Aufl., Braunschw. 1886), »Bruchstücke aus der Chronik des Alonso de Palencia« (Tübing. 1850) und »La estoria de los siete infantes de Lara« (das. 1860); auf deutschem (in den Veröffentlichungen des Literarischen Vereins in Stuttgart): »Meister Altswert« (mit Keller, 1850), die »Schauspiele des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig« (1855), das »Buch der Beispiele der alten Weisen« (1860), die »Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans« (Bd. 2 bis 7,186782), die »Schreiben des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz und der Seinen« (1884). Mit Keller und Pfeiffer gab er »Uhlands Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage« (Stuttg. 18651873, 8 Bde.) heraus; auch hat er von Uhlands poetischen Werken zuerst kritische Ausgaben geliefert und als Probe eines Kommentars zu Uhlands Gedichten

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die Schrift: »Über Uhlands Ballade Merlin der Wilde« (das. 1876); ferner: »Zu Ludwig Uhlands Gedächtnis, Mitteilungen aus seiner akademischen Lehrtätigkeit« (Leipz. 1886).
   4) Sir Henry Thurstan, s. Meyers Knutsford.
   5) Jan, Pseudonym, s. Vitringa.
 
Artikelverweis 
Holland, Preußisch-, s. Meyers Preußisch-Holland.
 
Artikelverweis 
Holländer, Maschine zum Mahlen des Rohmaterials für die Papierfabrikation (s. Meyers Papier). Auch ein Windrad (Holländermühle), s. Meyers Windrad; dann der Leiter einer Meyers Holländerei (s. d.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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