Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Holcus bis Hölderlin (Bd. 6, Sp. 473 bis 474)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Holcus L. (Honiggras), Gattung der Gramineen, ausdauernde Gräser mit ziemlich kleinen, bleich lilafarbenen oder hellgrünen, zweiblütigen Grasährchen, in denen die untere Blüte fruchtbar, die obere männlich und mit einer Rückengranne versehen ist. Bei der wehrlosen untern Blüte erhärtet die Deckspelze zuletzt. Die Rispen ziehen sich nach der Blüte wieder zusammen, und an den Halmen sind mindestens die Knoten sein behaart. Acht Arten in Europa und Nordafrika, eine im Kapland. H. lanatus L. (gemeines Honiggras, s. Tafel Meyers »Gräser II«, Fig. 1), ohne Ausläufer, weich behaart, mit hellvioletten Grasährchen und hakenförmigen Grannen, wächst besonders auf etwas feuchten oder moorigen Wiesen, bringt viel Heu, hat aber keinen hohen Futterwert; es eignet sich zum Besäen von ärmerem Sandland, selbst wenn dieses etwas trocken ist, aber nicht für bindigen Boden. H. mollis L. (Waldhoniggras) treibt Ausläufer, hat hellgrüne Grasährchen und gekniete Grannen, ist nur an den Halmknoten behaart, wächst auf Sandboden und Waldrändern, liefert kein Grumt, hat aber etwas größere Nährkraft.
 
Artikelverweis 
Holda (Frau H., Hulda, Holle, die »Holde, Gnädige«), nach dem z. T. noch jetzt fortlebenden Volksglauben in Franken, Hessen und Thüringen ein geisterhaftes Wesen, ursprünglich eine altdeutsche Göttin (Hypostase der Frija?). Sie weilt nach den Sagen gern an Seen oder in Brunnen und strähnt dort ihr goldiges Haar. Aber gleich Wodan fährt sie auch schreckhaft im Unwetter durch die Lüfte und gehört zum Wütenden Heer. Daran knüpft sich, daß sie, sonst ein holdes, freundliches Wesen, zuweilen auch als fürchterlich und abschreckend dargestellt wird, als eine häßliche, langnasige Alte mit struppigem Haar, gleichsam als eine alte Hexe, mit deren Namen man die Kinder schreckt. Sie steht dem Spinnen vor und hält in den sogen. Meyers Zwölften (s. d.) ihren Umzug. In den Sagen vom Kyffhäuser tritt sie neben dem verzauberten Kaiser (Wodan?) auf. Die Redeweise, wenn es schneit, zu sagen: »Frau Holle schüttelt ihr Bett«, ist fast in ganz Deutschland bekannt. Vgl. auch Frigg und Quellenkultus.
 
Artikelverweis 
Holde, soviel wie Grundholde.
 
Artikelverweis 
Holdefleiß, Friedrich Wilhelm, Agrikulturchemiker, geb. 7. Okt. 1846 zu Bernstedt im Mansfelder Seekreis, studierte in Halle, habilitierte sich daselbst 1876 als Privatdozent, wurde 1878 Direktor der agrikulturchemischen Versuchsstation des landwirtschaftlichen Zentralvereins für Schlesien in Breslau und 1881 außerordentlicher, 1892 ordentlicher Professor und Direktor des landwirtschaftlichen Instituts an der Universität, 1896 Direktor des Instituts für landwirtschaftliche Tierproduktionslehre daselbst. Er schrieb: »Über die Bestimmung des Stärkemehls in den Kartoffeln nach dem spezifischen Gewicht« (in den »Landwirtschaftlichen Jahrbüchern«, Berl. 1876); »Untersuchungen über den Stallmist« (2. Aufl., Breslau 1889); »Das Knochenmehl, seine Beurteilung und Verwendung« (Berl. 1890); »Die Rinderzucht Schlesiens« (Bresl. 1896).
 
Artikelverweis 
Holden (gute Dinger), eigentlich die guten Hausgeister, Koben- (d. h. Haus-) holden (s. Meyers Kobold). Im altdeutschen Aberglauben aber auch euphemistische Bezeichnung einer Art böser Elfen, die in Gestalt kleinen Ungeziefers, von Maden, Engerlingen etc., durch den Meyers Hexenschuß (s. d.) in den Leib eines Menschen gezaubert werden konnten etc.
 
Artikelverweis 
Holden, Edward Singleton, Astronom, geb. 5. Nov. 1846 in St. Louis (Missouri), studierte in Washington, trat 1866 in die Militärakademie zu Westpoint, wurde 1871 Artillerieleutnant und 1872 dem Ingenieurkorps zugeteilt; gleichzeitig war er Lehrer an der Militärakademie. 1873 wurde er Astronom an der Marinesternwarte in Washington, 1881 Direktor der Washburnsternwarte in Madison, 1886 Direktor der Licksternwarte auf dem Mount Hamilton, welche Stellung er 1898 niederlegte. 1901 wurde er Bibliothekar der Militärakademie in Westpoint. H. begründete die Astronomical Society of the Pacific und lieferte Untersuchungen über die Nebelflecke, speziell den Orionnebel, sowie vorzügliche Mondphotographien. Er schrieb: »Monograph of the central parts of the nebula of Orion« (Washingt. 1882); »Sir William Herschel, his life and works« (New York 1881; deutsch, Berl. 1882); »Memorials of William Cranch Bond, etc.« (1897); »Elementary astronomy« (1899); außerdem: »Mogul emperors of Hindustan, 13981707« (1894), »Primer of

[Bd. 6, Sp. 474]


heraldry« (1898) u. a., und unter dem Namen Singleton eine Reihe belletristischer Werke.
 
Artikelverweis 
Holder, soviel wie Holunder.
 
Artikelverweis 
Holder, Alfred, Philolog, geb. 4. April 1840 in Wien, studierte 185862 in Heidelberg und Bonn, war seit 1863 Lehrer in Baden und Holland, erhielt 1867 eine Stellung an der Hofbibliothek in Karlsruhe und wurde 1870 Hofbibliothekar, 1872 Bibliothekar der Hof- und Landesbibliothek daselbst. Seine Hauptwerke sind: Ausgaben von Horaz (mit O. Keller, Leipz. 186470, 2 Bde.; Bd. 1 in 2. Aufl. 1899) und den »Scholia antiqua in Horatium« (mit O. Keller, Bd. 1: »Porfyrio«, Innsbr. 1894), von Cäsar (»Bellum Gallicum«, Freib. i. Br. 1882; »Bellum civile«, Leipz. 1898), Tacitus' »Germania« (das. 1878), Avienus (Innsbr. 1887), Jordanes (Freib. i. Br. 1881), Beda (»Historia ecclesiastica«, das. 1882), der »Inventio sanctae crucis« (Leipz. 1889), des Saxo Grammaticus (Straßb. 1886), der »Lex Salica« (Leipz. 187980, 6 Bdchn.), Einharts »Vita Karoli imperatoris« (Freib. i. Br. 1882), »Waltharius« (mit J. V. v. Scheffel, Stuttg. 1874), »Beowulf« (1. Teil, 3. Aufl., Freib. 1895; 2. Teil, 2. Aufl., das. 1899), Nithard (das. 1882), »Dat lyden ende die passie ons herren Jhesu Christi« (Groningen 1877); »Altkeltischer Sprachschatz« (Leipz. 1896ff.). Auch gab er den Nachlaß von Adolf Meyers Holtzmann (s. d. 2) und den dritten Band der »Handschriften der badischen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe« (Karlsr. 1895) heraus.
 
Artikelverweis 
Hölder, 1) Julius von, württemberg. Staatsmann, geb. 24. März 1819 in Stuttgart, gest. daselbst 30. Aug. 1887, studierte in Tübingen die Rechte, trat 1842 in den württembergischen Justizdienst, ward als Regierungsrat im Ministerium des Innern 1849 in die Zweite Kammer gewählt, wo er sich der demokratischen Partei anschloß, schied, bei den Neuwahlen 1850 wegen Opposition gegen die Regierung von Stuttgart nach Ellwangen versetzt, aus dem Staatsdienst und ließ sich als Advokat in Stuttgart nieder. 1855 wieder in die Zweite Kammer gewählt, bildete er die Fortschrittspartei, befehdete die klerikale Politik des Ministeriums Linden, förderte die deutschen Einheitsbestrebungen, brachte 1866 die Bildung der »deutschen Partei« zustande, an deren Spitze er für die Sache der deutschen Einheit wirkte, und wurde 1875 Präsident der Kammer. 187181 Reichstagsabgeordneter, gehörte er zur nationalliberalen Partei, schied 1879, da er ihre Opposition in der Zollreform mißbilligte, aus und wurde 1881 württembergischer Minister des Innern.
   2) Alfred von, Buchhändler, geb. 14. Aug. 1835 in Wimpffen am Neckar, begründete 1862 in Wien ein Verlagsgeschäft (Firma »Alfred H.«) und erwarb dazu das Sortiment der Beckschen Universitäts- und k. k. Hofbuchhandlung (gegründet 1809 daselbst), das er unter dieser Firma fortführt; Teilhaber am Sortiment sind seit 1898 seine Söhne Oskar von H. und Konstantin von H. Der Verlag, einer der bedeutendsten in Österreich, umfaßt so ziemlich alle reinen und angewandten Wissenschaften und zählt zu seinen Autoren die glänzendsten Namen. Von den im Hölderschen Verlag erscheinenden Fachzeitschriften erwähnen wir: »Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes«; »Zeitschrift für Schulgeographie«; »Zeitschrift für Privat- und öffentliches Recht«; »Tschermaks mineralogische u. petrographische Mitteilungen«; »Statistische Monatsschrift«, hrsg. von der k. k. Statistischen Zentralkommission; »Zentralblatt für das gewerbliche Unterrichtswesen in Österreich«; »Abhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien«; »Wiener klinische Rundschau«.
   3) Eduard, Pandektist, geb. 27. Nov. 1847 in Stuttgart, studierte in Tübingen, wurde 1872 außerordentlicher, 1873 ordentlicher Professor in Zürich, ging 1874 in gleicher Eigenschaft nach Greifswald, 1880 nach Erlangen und folgte nach Windscheids Tode 1893 einem Rufe als Lehrer des römischen Rechts an die Universität Leipzig. Er schrieb außer zahlreichen Rezensionen und kleinern Aufsätzen: »Die Theorie der Zeitberechnung nach römischem Recht« (Götting. 1873); »Institutionen des römischen Rechts« (Tübing. 1877; 3. Aufl., Freiburg 1893); »Beiträge zur Geschichte des römischen Erbrechts« (Erlangen 1881); »Savigny und Feuerbach« (Berl. 1881); »Das Wesen der Korrealobligation« (Freiburg 1884); »Zum allgemeinen Teil des Entwurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches« (das. 1888); »Pandekten. Allgemeine Lehren. Mit Rücksicht auf den Zivilgesetzentwurf« (das. 188691) und bearbeitete in dem von ihm mit andern herausgegebenen »Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich« den allgemeinen Teil (Münch. 1900).
 
Artikelverweis 
Holder-Egger, Oswald, deutscher Geschichtsforscher, geb. 19. Aug. 1851 in Bischofswerder (Westpreußen), studierte 187074 in Berlin und Göttingen Geschichte, wurde 1875 Mitarbeiter an den Monumenta Germaniae historica, 1888 Mitglied ihrer Zentraldirektion, 1890 als solcher Reichsbeamter mit dem Titel Professor und ist gegenwärtig stellvertretender Vorsitzender der Zentraldirektion in Berlin. Behufs der von ihm zu bearbeitenden Ausgaben mittelalterlicher langobardischer und deutscher Geschichtsquellen (Lampert v. Hersfeld, Monumenta Erphesfurtensia) unternahm H. seit 1883 mehrmals Studienreisen nach Nordfrankreich, Belgien, Italien und Dänemark und trat in nahe Beziehung zu Georg Waitz und W. Wattenbach.
 
Artikelverweis 
Hölderlin, Johann Christian Friedrich, einer der eigentümlichsten deutschen Dichter der klassischen Dichtungsperiode, geb. 20. (nicht 29.) März 1770 in Lauffen am Neckar, gest. 7. Juni 1843 in Tübingen, verlor als zweijähriger Knabe seinen Vater, der Klosterbeamter war, und zog einige Jahre später mit seiner Mutter nach Nürtingen, wo sich diese mit dem Kammerrat Gock verheiratete, der aber ebenfalls schon 1779 starb. Hölderlins reger Natursinn entwickelte sich frühzeitig in den schönen Umgebungen jener Stadt, in der er sich, von der Mutter treu gepflegt, aber ohne die männliche Leitung eines Vaters zum Studium der Theologie vorbereitete; er studierte seit 1784 auf den Seminaren zu Denkendorf und Maulbronn, seit 1788 auf der Universität Tübingen, wo er sich mit Hegel und Schelling befreundete. Schon hier bildete er sich in der Opposition mit den Forderungen der Welt aus seinem von früh auf gepflegten Naturkultus und aus den Idealen der Griechenwelt eine ideale Welt, in der er, fern von lärmender Geselligkeit, mit wenigen vertrauten Freunden lebte. Strenge philosophische Studien führten ihn zu einem Pantheismus, der seinem Naturkult erst die rechte Weihe gab und mit den Vorstellungen griechischer Weisen harmonierte. Dazu stimmten die Schwärmerei für Rousseaus »Contrat social« und für die französische Revolution und die Begeisterung für den Dichter des »Don Carlos«, an dem H. sein lebenlang mit der innigsten Verehrung hing. In die Zeit vor dem Abschluß dieser eigentümlichen Entwickelung des Dichters fallen jene Jugendgedichte,

[Bd. 6, Sp. 475]


in denen sich seine Abhängigkeit von Klopstock und später von Schiller kundgibt. Viel eigentümlicher und bedeutender war das in Schillers »Neuer Thalia« (1793) abgedruckte Fragment des »Hyperion«. Die unbefriedigte Liebe der ruhelosen Seele zu einem in sich selbst ganz befriedigten Wesen, zur Melite, ist der Vorwurf dieses Fragments; in ihr sucht H. seiner Unruhe gegenüber die Ruhe, nach der er sich sehnte, konkret zu gestalten. Nach Beendigung seiner Studien lebte H. bis zum Frühjahr 1795 erst als Hauslehrer bei dem Freiherrn v. Kalb teils in Waltershausen im Grabfeld, teils in Jena und Weimar mit einem Zögling, der wegen Kränklichkeit nichts leisten konnte, dann als Privatgelehrter im Verkehr mit Schiller, Fichte und Niethammer in Jena. Da jedoch seine Hoffnung, in Jena eine Stellung zu finden, getäuscht wurde, kehrte er in die Heimat zurück, wo er doppelt schmerzlich den Gegensatz seiner Welt zu den Verhältnissen fühlte. Da verschaffte ihm ein alter Freund, Sinklair in Homburg, eine sehr angenehme Hauslehrerstelle im Hause des Bankiers Gontard in Frankfurt a. M., die er im Januar 1796 antrat. Dort ergriff ihn eine tiefe und reine Neigung zu der geistvollen und liebenswürdigen Hausfrau (Susette, geborne Borkenstein, von H. unter dem Namen »Diotima« gefeiert); da jedoch diese Neigung Mißdeutungen ausgesetzt war, entschloß sich H. im September 1798, Frankfurt zu verlassen. Der glücklichen Zeit seines Aufenthalts in Frankfurt verdanken wir die ersten beiden Bücher seines Romans in Briefen: »Hyperion, oder der Eremit in Griechenland« (Stuttg. 179799, 2 Bde.; 2. Aufl. 1822). In Homburg, wo er sich, bei seinem Freund Sinklair lebend, bis zum Sommer 1800 aufhielt, beschäftigte ihn außer dem 2. Bande des »Hyperion« das Drama »Empedokles«, das jedoch unvollendet blieb. War schon im »Hyperion« eine oft zu breite Entwickelung der eigentümlichen Weltanschauung und Empfindungsweise des Dichters und Mangel an Handlung zu tadeln, so leidet das dramatische Werk noch mehr an diesem Übelstand. »Empedokles« »kann nur durch die in herrlichster sprachlicher Fassung dargebotenen Einzelgedanken fesseln (vgl. W. Böhm, Studien zu Hölderlins »Empedokles«, Berl. 1903). Auch das längere Gedicht »Emilie vor ihrem Brauttag« gehört in diese Zeit; es ist gewissermaßen ein in versifizierten Briefen abgefaßtes Idyll in höherm Tone. Bis 1800, wo H. seinen Freund Sinklair verließ, sind auch die meisten und besten seiner kleinern Gedichte entstanden. Es sind fast durchaus gedanken- und bilderreiche, tief empfundene Gedichte von der schönsten, meist antiken Form; aber der streng abgeschlossene, der Wirklichkeit entfremdete Ideenkreis des Dichters, der eigentümliche, alle Realität zurückweisende Schwung seiner Gedanken und seiner Sprache machen sie nur denen genießbar, die sich mit Liebe in seine Eigentümlichkeit versenken. Als H. im Sommer 1800 in die Heimat zurückkehrte, war er trübsinniger und reizbarer als je und auch leiblich sehr gealtert. Ein viermonatiger Aufenthalt in der Schweiz, wo er Unterricht gab, bis zum April 1801, übte nur vorübergehend wohltätige Wirkung auf ihn aus. Im Dezember 1801 ging er als Hauslehrer nach Bordeaux, kam aber schon im Sommer 1802 geisteskrank nach Nürtingen zurück. Zwei Jahre wurde er hier im mütterlichen Hause gepflegt; als er etwas ruhiger erschien, zog ihn Sinklair nach Homburg, wo er die Stelle eines Bibliothekars erhielt. In guten Stunden beschäftigte er sich hier mit einer Übersetzung des Sophokles, von der zwei Stücke: »Antigone« und »König Ödipus« (1804), auch gedruckt wurden; meist war er aber trüb- und irrsinnig, manchmal hatte er sogar Wutanfälle. Daher brachte man ihn 1806 in eine Irrenanstalt nach Tübingen und bald darauf, nach mißlungener Kur, zu einem braven Bürger, dem Tischler Zimmer daselbst. Bei diesem und dessen Erben lebte er bis zu seinem Tod ein später immer seltener durch Paroxysmen unterbrochenes Stilleben ohne Teilnahme an den Weltereignissen, ja selbst meist ohne alle Teilnahme für Freunde und Verwandte, die er oft nicht kannte oder nicht zu kennen schien. Hölderlins »Lyrische Gedichte« wurden von Schwab und Uhland (Stuttg. 1826, 4. Aufl. 1878), seine »Sämtlichen Werke« nebst Briefen und Biographie von Ch. Th. Schwab (das. 1846, 2 Bde.), »Gesammelte Dichtungen« mit biographischer Einleitung von B. Litzmann (das. 1898, 2 Bde.) herausgegeben; »Ausgewählte Werke« erschienen daselbst 1874; »Dichtungen«, herausgegeben von Köstlin, Tübing. 1884. Ein Denkmal (von Anderson in Dresden) wurde ihm 1881 in Tübingen, ein andres 1883 in Homburg errichtet. Vgl. Jung, H. und seine Werke (Stuttg. 1848); Teuffel, Studien und Charakteristiken (Leipz. 1871); Klaiber, H., Hegel und Schelling in ihren schwäbischen Jugendjahren (Stuttg. 1877); Kelchner, Friedr. H. in seinen Beziehungen zu Homburg v. d. Höhe (Homb. 1883); Wilbrandt, Friedr. Hölderlin. Fritz Reuter (in dem Sammelwerk »Geisteshelden«, 2. Aufl., Berl. 1896); K. Litzmann, Friedr. Hölderlins Leben. In Briefen von und an H. (Berl. 1890); Müller-Rastatt, Friedr. H., mit einem Anhang ungedruckter Gedichte (Brem. 1894) und In die Nacht. Ein Dichterleben (Flor. u. Leipz. 1898); Wenzel, F. H. und John Keats als geistesverwandte Dichter (Magdeburg 1896); Grosch, Die Jugenddichtung F. Hölderlins (Berl. 1899); Klein-Hattingen, Das Liebesleben Hölderlins, Lenaus, Heines (das. 1901).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer
71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
Artikel 71 bis 80 von 183 Nächste Treffer Vorherige Treffer