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Holborn bis Hölder (Bd. 6, Sp. 473 bis 474)
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Artikelverweis Holborn (spr. höbĕrn), Verwaltungsbezirk (metropolitan borough) Londons im N. der Themse, zwischen der Waterloo- und Blackfriars-Brücke, mit (1901) 59,405 Einw. Das 8 m tiefe Tal des Fleetbaches ist seit 1869 durch den nach Haywoods Plänen angelegten Holborn-Viadukt (430 m lang, 25 m breit) überbrückt; dabei die wichtige gleichnamige Sta-: ion der London-Chatham-Dover-Eisenbahn.
 
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Holcroft, Thomas, Dramatiker und Übersetzer, geb. 10. Dez. 1745 in London, gest. daselbst 23. März 1809, war in der Jugend nacheinander Stallbursche, Schullehrer, Zeitungsschreiber, Schauspieler und begann 1778 Komödien zu schreiben, unter denen »The road to ruin« die beste ist; sie erschien 1792 und brachte es noch 1873 zu 117 Wiederholungen. Seine »Tale of mystery« (1802) gab den Hauptanstoß zum Aufwuchern des Melodramas auf der englischen Bühne. Aus dem Französischen übersetzte er unter anderm Beaumarchais' »Mariage de Figaro« u. d. T. »The follies of the day« (1784) und die nachgelassenen Werke Friedrichs II. (Lond. 1789, 13 Bde.), aus dem Deutschen das Leben von Trenck (1788), Lavaters »Physiognomik« (1793) und Goethes »Hermann und Dorothea« (eine der ersten Übersetzungen aus unsern Klassikern, 1801). Neben zahlreichen andern Schriften hinterließ er Memoiren, die W. Hazlitt herausgab (Lond. 1816, 3 Bde.; gekürzt 1852).
 
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Holcus L. (Honiggras), Gattung der Gramineen, ausdauernde Gräser mit ziemlich kleinen, bleich lilafarbenen oder hellgrünen, zweiblütigen Grasährchen, in denen die untere Blüte fruchtbar, die obere männlich und mit einer Rückengranne versehen ist. Bei der wehrlosen untern Blüte erhärtet die Deckspelze zuletzt. Die Rispen ziehen sich nach der Blüte wieder zusammen, und an den Halmen sind mindestens die Knoten sein behaart. Acht Arten in Europa und Nordafrika, eine im Kapland. H. lanatus L. (gemeines Honiggras, s. Tafel Meyers »Gräser II«, Fig. 1), ohne Ausläufer, weich behaart, mit hellvioletten Grasährchen und hakenförmigen Grannen, wächst besonders auf etwas feuchten oder moorigen Wiesen, bringt viel Heu, hat aber keinen hohen Futterwert; es eignet sich zum Besäen von ärmerem Sandland, selbst wenn dieses etwas trocken ist, aber nicht für bindigen Boden. H. mollis L. (Waldhoniggras) treibt Ausläufer, hat hellgrüne Grasährchen und gekniete Grannen, ist nur an den Halmknoten behaart, wächst auf Sandboden und Waldrändern, liefert kein Grumt, hat aber etwas größere Nährkraft.
 
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Holda (Frau H., Hulda, Holle, die »Holde, Gnädige«), nach dem z. T. noch jetzt fortlebenden Volksglauben in Franken, Hessen und Thüringen ein geisterhaftes Wesen, ursprünglich eine altdeutsche Göttin (Hypostase der Frija?). Sie weilt nach den Sagen gern an Seen oder in Brunnen und strähnt dort ihr goldiges Haar. Aber gleich Wodan fährt sie auch schreckhaft im Unwetter durch die Lüfte und gehört zum Wütenden Heer. Daran knüpft sich, daß sie, sonst ein holdes, freundliches Wesen, zuweilen auch als fürchterlich und abschreckend dargestellt wird, als eine häßliche, langnasige Alte mit struppigem Haar, gleichsam als eine alte Hexe, mit deren Namen man die Kinder schreckt. Sie steht dem Spinnen vor und hält in den sogen. Meyers Zwölften (s. d.) ihren Umzug. In den Sagen vom Kyffhäuser tritt sie neben dem verzauberten Kaiser (Wodan?) auf. Die Redeweise, wenn es schneit, zu sagen: »Frau Holle schüttelt ihr Bett«, ist fast in ganz Deutschland bekannt. Vgl. auch Frigg und Quellenkultus.
 
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Holde, soviel wie Grundholde.
 
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Holdefleiß, Friedrich Wilhelm, Agrikulturchemiker, geb. 7. Okt. 1846 zu Bernstedt im Mansfelder Seekreis, studierte in Halle, habilitierte sich daselbst 1876 als Privatdozent, wurde 1878 Direktor der agrikulturchemischen Versuchsstation des landwirtschaftlichen Zentralvereins für Schlesien in Breslau und 1881 außerordentlicher, 1892 ordentlicher Professor und Direktor des landwirtschaftlichen Instituts an der Universität, 1896 Direktor des Instituts für landwirtschaftliche Tierproduktionslehre daselbst. Er schrieb: »Über die Bestimmung des Stärkemehls in den Kartoffeln nach dem spezifischen Gewicht« (in den »Landwirtschaftlichen Jahrbüchern«, Berl. 1876); »Untersuchungen über den Stallmist« (2. Aufl., Breslau 1889); »Das Knochenmehl, seine Beurteilung und Verwendung« (Berl. 1890); »Die Rinderzucht Schlesiens« (Bresl. 1896).
 
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Holden (gute Dinger), eigentlich die guten Hausgeister, Koben- (d. h. Haus-) holden (s. Meyers Kobold). Im altdeutschen Aberglauben aber auch euphemistische Bezeichnung einer Art böser Elfen, die in Gestalt kleinen Ungeziefers, von Maden, Engerlingen etc., durch den Meyers Hexenschuß (s. d.) in den Leib eines Menschen gezaubert werden konnten etc.
 
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Holden, Edward Singleton, Astronom, geb. 5. Nov. 1846 in St. Louis (Missouri), studierte in Washington, trat 1866 in die Militärakademie zu Westpoint, wurde 1871 Artillerieleutnant und 1872 dem Ingenieurkorps zugeteilt; gleichzeitig war er Lehrer an der Militärakademie. 1873 wurde er Astronom an der Marinesternwarte in Washington, 1881 Direktor der Washburnsternwarte in Madison, 1886 Direktor der Licksternwarte auf dem Mount Hamilton, welche Stellung er 1898 niederlegte. 1901 wurde er Bibliothekar der Militärakademie in Westpoint. H. begründete die Astronomical Society of the Pacific und lieferte Untersuchungen über die Nebelflecke, speziell den Orionnebel, sowie vorzügliche Mondphotographien. Er schrieb: »Monograph of the central parts of the nebula of Orion« (Washingt. 1882); »Sir William Herschel, his life and works« (New York 1881; deutsch, Berl. 1882); »Memorials of William Cranch Bond, etc.« (1897); »Elementary astronomy« (1899); außerdem: »Mogul emperors of Hindustan, 13981707« (1894), »Primer of

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heraldry« (1898) u. a., und unter dem Namen Singleton eine Reihe belletristischer Werke.
 
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Holder, soviel wie Holunder.
 
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Holder, Alfred, Philolog, geb. 4. April 1840 in Wien, studierte 185862 in Heidelberg und Bonn, war seit 1863 Lehrer in Baden und Holland, erhielt 1867 eine Stellung an der Hofbibliothek in Karlsruhe und wurde 1870 Hofbibliothekar, 1872 Bibliothekar der Hof- und Landesbibliothek daselbst. Seine Hauptwerke sind: Ausgaben von Horaz (mit O. Keller, Leipz. 186470, 2 Bde.; Bd. 1 in 2. Aufl. 1899) und den »Scholia antiqua in Horatium« (mit O. Keller, Bd. 1: »Porfyrio«, Innsbr. 1894), von Cäsar (»Bellum Gallicum«, Freib. i. Br. 1882; »Bellum civile«, Leipz. 1898), Tacitus' »Germania« (das. 1878), Avienus (Innsbr. 1887), Jordanes (Freib. i. Br. 1881), Beda (»Historia ecclesiastica«, das. 1882), der »Inventio sanctae crucis« (Leipz. 1889), des Saxo Grammaticus (Straßb. 1886), der »Lex Salica« (Leipz. 187980, 6 Bdchn.), Einharts »Vita Karoli imperatoris« (Freib. i. Br. 1882), »Waltharius« (mit J. V. v. Scheffel, Stuttg. 1874), »Beowulf« (1. Teil, 3. Aufl., Freib. 1895; 2. Teil, 2. Aufl., das. 1899), Nithard (das. 1882), »Dat lyden ende die passie ons herren Jhesu Christi« (Groningen 1877); »Altkeltischer Sprachschatz« (Leipz. 1896ff.). Auch gab er den Nachlaß von Adolf Meyers Holtzmann (s. d. 2) und den dritten Band der »Handschriften der badischen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe« (Karlsr. 1895) heraus.
 
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Hölder, 1) Julius von, württemberg. Staatsmann, geb. 24. März 1819 in Stuttgart, gest. daselbst 30. Aug. 1887, studierte in Tübingen die Rechte, trat 1842 in den württembergischen Justizdienst, ward als Regierungsrat im Ministerium des Innern 1849 in die Zweite Kammer gewählt, wo er sich der demokratischen Partei anschloß, schied, bei den Neuwahlen 1850 wegen Opposition gegen die Regierung von Stuttgart nach Ellwangen versetzt, aus dem Staatsdienst und ließ sich als Advokat in Stuttgart nieder. 1855 wieder in die Zweite Kammer gewählt, bildete er die Fortschrittspartei, befehdete die klerikale Politik des Ministeriums Linden, förderte die deutschen Einheitsbestrebungen, brachte 1866 die Bildung der »deutschen Partei« zustande, an deren Spitze er für die Sache der deutschen Einheit wirkte, und wurde 1875 Präsident der Kammer. 187181 Reichstagsabgeordneter, gehörte er zur nationalliberalen Partei, schied 1879, da er ihre Opposition in der Zollreform mißbilligte, aus und wurde 1881 württembergischer Minister des Innern.
   2) Alfred von, Buchhändler, geb. 14. Aug. 1835 in Wimpffen am Neckar, begründete 1862 in Wien ein Verlagsgeschäft (Firma »Alfred H.«) und erwarb dazu das Sortiment der Beckschen Universitäts- und k. k. Hofbuchhandlung (gegründet 1809 daselbst), das er unter dieser Firma fortführt; Teilhaber am Sortiment sind seit 1898 seine Söhne Oskar von H. und Konstantin von H. Der Verlag, einer der bedeutendsten in Österreich, umfaßt so ziemlich alle reinen und angewandten Wissenschaften und zählt zu seinen Autoren die glänzendsten Namen. Von den im Hölderschen Verlag erscheinenden Fachzeitschriften erwähnen wir: »Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes«; »Zeitschrift für Schulgeographie«; »Zeitschrift für Privat- und öffentliches Recht«; »Tschermaks mineralogische u. petrographische Mitteilungen«; »Statistische Monatsschrift«, hrsg. von der k. k. Statistischen Zentralkommission; »Zentralblatt für das gewerbliche Unterrichtswesen in Österreich«; »Abhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien«; »Wiener klinische Rundschau«.
   3) Eduard, Pandektist, geb. 27. Nov. 1847 in Stuttgart, studierte in Tübingen, wurde 1872 außerordentlicher, 1873 ordentlicher Professor in Zürich, ging 1874 in gleicher Eigenschaft nach Greifswald, 1880 nach Erlangen und folgte nach Windscheids Tode 1893 einem Rufe als Lehrer des römischen Rechts an die Universität Leipzig. Er schrieb außer zahlreichen Rezensionen und kleinern Aufsätzen: »Die Theorie der Zeitberechnung nach römischem Recht« (Götting. 1873); »Institutionen des römischen Rechts« (Tübing. 1877; 3. Aufl., Freiburg 1893); »Beiträge zur Geschichte des römischen Erbrechts« (Erlangen 1881); »Savigny und Feuerbach« (Berl. 1881); »Das Wesen der Korrealobligation« (Freiburg 1884); »Zum allgemeinen Teil des Entwurfs eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches« (das. 1888); »Pandekten. Allgemeine Lehren. Mit Rücksicht auf den Zivilgesetzentwurf« (das. 188691) und bearbeitete in dem von ihm mit andern herausgegebenen »Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich« den allgemeinen Teil (Münch. 1900).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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