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Hohnstein bis Höjer (Bd. 6, Sp. 466 bis 467)
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Artikelverweis Hohnstein (Hohenstein), ehemalige Grafschaft in Nordthüringen, die, etwa 660 qkm (12 QM.) groß, das Gebiet im S. des Harzes zwischen der Helme, Unstrut und Leine umfaßte und einst zum großen Teil den deutschen Königen aus dem sächsischen Haus zugehörte. Die Grafen von H. stammen von einem Neffen des thüringischen Landgrafen Ludwig des Springers, Konrad von Sangerhausen, ab, der das im Dreißigjährigen Kriege zerstörte Schloß H. bei Neustadt (im Regierungsbezirk Hildesheim) erbaute, während sein Sohn Elger I. das Schloß Ilburg und sein Enkel Elger 11. das Kloster Ilfeld gründeten. Sein jüngster Sohn, Heinrich, wurde Stammvater der Grafen von Meyers Stolberg (s. d.), der älteste, Dietrich 11., pflanzte die gräfliche Linie H. fort, deren Besitz sich bald durch Sondershausen, Klettenberg, Lohra und Lutterberg vermehrte. 1289 teilte sich das Geschlecht in die Linien Sondershausen, die 1356 erlosch, worauf Sondershausen an Schwarzburg fiel, und Klettenberg; von letzterer zweigten sich im 14. Jahrh. die Linien Kelbra und Heringen ab, von denen die letzte 1417 ausstarb, nachdem sie ihre Besitzungen an Stolberg verkauft hatte. Die Linie Kelbra teilte sich 1455 in die Zweige Heldrungen und Vierraden (Schwedt), die bis 1609 gleichfalls erloschen. Die Linie H.-Klettenberg war schon 1593 ausgestorben. Die Streitigkeiten über die Erbschaft zwischen Braunschweig-Wolfenbüttel, Stolberg, Schwarzburg und dem Stift Halberstadt wurden erst im Westfälischen Frieden geschlichtet. Gegenwärtig ist der größte Teil des Gebietes preußisch, seit 1866 auch die sogen. alte Grafschaft mit dem Stift Ilfeld und den Herrschaften Lutterberg und Scharzfels, die bis dahin hannoversch waren, während das Stift Walkenried zu Braunschweig gehört. Vgl. K. Meyer, Chronik der Grafschaft H.-Klettenberg-Lohra (Nordh. 1875) und Geschichte der Burg H. (Leipz. 1897); Reichhardt, Die Grafschaft H. im 16. und 17. Jahrhundert (Nordh. 1900).

[Bd. 6, Sp. 467]



 
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Hohnstein, 1) Stadt und Luftkurort in der sächs. Kreish. Dresden, Amtsh. Pirna, an der Polenz, in der Sächsischen Schweiz und an der Staatsbahnlinie Kohlmühle-H., 308 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein teilweise in Trümmern liegendes Schloß (jetzt Korrektionsanstalt), Oberförsterei, Holzstoff-, Kork- und Blumenfabrikation und (1900) 1321 Einw. In der Nähe schöne Partien: der Brand, der Hockstein, das Polenztal etc.
   >2) Burgruine, s. Neustadt unterm Hohnstein.
 
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Hohofen (Hochofen), s. Tafel Meyers »Eisen I«, S. III.
 
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Höhr, Flecken im preuß. Regbez. Wiesbaden, Unterwesterwaldkreis, im sogen. Meyers Kannenbäckerland (s. d.) und an der Staatsbahnline Grenzau-H.-Grenzhausen, hat eine kath. Kirche, eine keramische Fachschule, Amtsgericht, Reichsbanknebenstelle, Elektrizitätswerk, bedeutende Majolika-, Steinzeug-, Tonwaren- und Tonkunstwarenindustrie, bedeutende Großhandlungen in Holz- und Tonwaren etc. und (1900) 3258 Einw. In der Nähe die aussichtsreiche Montabaurer Höhe (546 m) mit Turm. Bei der Limesforschung sind in der Gemarkung von H. zwei Römerkastelle freigelegt worden.
 
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Hohrohnen, die voralpine Grenzmarke der schweizerischen Kantone Zürich, Schwyz u. Zug, im Dreiländerstein 1190 m hoch, ein zwischen Sihl- und Lorzegebiet sich erhebender Bergstock von 1232 m Höhe. Auf der westlichen Flanke erhebt sich (zu 1141 m) der aussichtsreiche Gottschalkenberg mit Kurhaus (1903 abgebrannt). Am Fuße des Bergrückens und am Hüttensee liegt der Molkenkurort Hütten (730 m) und weiter aufwärts an der Sihl der Paß der Meyers Schindellegi (s. d.).
 
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Höhscheid, Stadtgemeinde im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Solingen, aus 132 besonders benannten Wohnplätzen bestehend, deren Zentralpunkt H. heißt, mit Haltepunkt Landwehr an der Staatsbahnlinie Gruiten-Mülheim a. Rh., hat 2 evangelische und 2 kath. Kirchen, ein Standbild Kaiser Wilhelms I., Fabrikation von Portemonnaies, Taschenbügeln, Korsettfedern und Solinger Waren, Schleiferei, Eisengießerei und (1900) 14,172 Einw., davon 2497 Katholiken. Die Gemeinde H. ist 1809 aus vier zum Amt Solingen gehörigen Honnschaften begründet und 1856 zur Stadt erhoben.
 
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Hohwacht, Dorf im preuß. Regbez. Schleswig, Kreis Oldenburg, an der Hohwachter Bucht der Ostsee, hat ein Seebad und 150 Einw.
 
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Hohwald, Dorf im deutschen Bezirk Unterelsaß, Kreis Schlettstadt, Kanton Barr, in den Vogesen, Sommerfrische mit Badeanstalt, hat eine evangelische und eine kath. Kirche und (1900) 612 Einw. Dabei prächtige Waldungen und das Hochfeld (1095 m), franz. Champ du fe (fé = Vieh).
 
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Hoike (Heuke, franz. Heuque, Huque), deutsche Benennung eines kurzen, glockenförmigen Mantels, der in Deutschland vom Anfang des 14. Jahrh. an bei den Männern, seltener beiden Frauen im Gebrauch war (s. nebenstehende Abbildung, die einen burgundischen Fürsten aus dem Anfang des 15. Jahrh. in der H. mit gezattelten Säumen darstellt). Gegen das Ende des 14. Jahrh. wurde die H. verlängert und vom Hals herab bis zum Ellbogen zugeknöpft, gegen das Ende des 16. Jahrh. mit einer Kapuze versehen, die durch Einlegen von Fischbein oder Pappe über der Stirn zu einer krummen, hornartigen Spitze verlängert war, daher Tipheuke genannt. In Niedersachsen blieb eine lange H. bei den Frauen der niedern Stände noch bis ins 18. Jahrh. als schwarzer Regenmantel im Gebrauch.
 
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Hojēda (Ojeda), Alonso de, span. Entdecker, geb. 1470 zu Cuenca in Neukastilien, gest. 1515, zeichnete sich in den Kämpfen gegen die Mauren aus und begleitete Kolumbus 1493 auf seiner zweiten Reise nach Amerika. Durch Kraft und Gewandtheit, aber auch durch hochherzige Gesinnung unter den spanischen Konquistadoren hervorragend, entdeckte H. auf Haïti die Goldlager von Cibao und nahm durch List und Entschlossenheit den Kaziken Caonabo, einen gefährlichen Gegner der Weißen, gefangen. Nach Spanien zurückgekehrt, segelte er im Mai 1499, von A. Vespucci begleitet, mit zwei Schiffen nach der Küste von Guayana, drang dann nach Süden bis über die Mündungen des Essequibo und Orinoko vor und befuhr endlich die Küste von Venezuela, die er auch 1502, 1505 sowie 150910 besuchte, ohne aber trotz blutiger Kämpfe mit den Eingebornen die gehofften Schätze zu finden. Er endete schließlich auf Santo Domingo in tiefster Armut.
 
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Höjer, 1) Magnus, schwed. Historiker und Politiker, geb. 1. März 1840 im Kirchspiel Norrbärke (Dalekarlien), promovierte 1866 in Upsala mit der Schrift »Karls XII.'s myndighetsförklaring vid 1697 års riksdag« und wurde 1879 Oberlehrer (Lektor) an einem Stockholmer Gymnasium, 1891 Mitglied der Zweiten Reichstagskammer, wo er zu den Führern der Linksliberalen zählt. Von seinen Veröffentlichungen seien genannt: »Översigt af Sveriges yttre politik 16761680« (Ups. 1875); »Konungariket Sverige« (topographisch-historisch-statistische Beschreibung, Stockh. 187284); »Lärobok i Sveriges historia« (1885, 2. Aufl. 1887); »Från franska revolutionens dagar« (1893). 187579 redigierte er die Zeitschrift »Ur folkens häfder«. Ferner bearbeitete er in »Illustrerad Verldshistoria« (1878) die Jahre 15551618, in »Sveriges historia från äldsta tid till våra dagar« (Bd. 3, 1881) die Jahre 16541718.
   2) Nils, schwed. Historiker, Stiefbruder des vorigen, geb. 17. Aug. 1853 im Kirchspiel Norrbärke, wurdel 882 Dozent der Staatswissenschaften in Upsala, 1884 Gymnasialoberlehrer in Wisby, 1898 in Stockholm. Außer den unionsgeschichtlichen Arbeiten »Norges Storting« (Stockh. 1882) u. »Statsförbundet mellan Sverige och Norge« (Wisby 1885) veröffentlichte er in der »Svenks historisk Tidskrift« wertvolle Abhandlungen, so: »Bidrag till varägerfrågan« (1883), »Norsk nationel historieskrifning« (188687) und »Dalarne och dalkarlarne« (1897).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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