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Hoftaue bis Hogendorp (Bd. 6, Sp. 437 bis 438)
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Artikelverweis Hoftaue, s. Meyers Takelung.
 
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Höfte, s. Meyers Hafen, S. 603.
 
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Hoftitel, s. Meyers Hofprädikat.
 
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Hoftrauer, s. Meyers Trauer.
 
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Hof- und Gerichtsadvokat bedeutete in Österreich einen Advokaten, der nicht nur bei den niedern Gerichtsbehörden auftreten durfte (Gerichtsadvokat), sondern auch bei den sogen. Hofstellen installiert war, was den günstigen Erfolg eines besondern, bei der Regierung abzulegenden sehr strengen Examens voraussetzte. Schon 1780 übrigens wurde den Gerichtsadvokaten gestattet, die bei den untern Instanzen eingeleiteten Geschäfte auch bei den höhern Behörden durchzuführen. Heute ist die Bezeichnung H. nur noch eine Titulatur.
 
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Hofwil (Hofwyl, früher Wilhof), Landgut nebst Schloß im schweizer. Kanton Bern, zur Gemeinde Münchenbuchsee gehörig, 8 km von der Stadt Bern, berühmt durch Meyers Fellenbergs (s. d.) Lehranstalten, die, 180408 gegründet, in den 20er oder 30er Jahren einen europäischen Ruf hatten, aber 1848, wenige Jahre nach dem Tode des Gründers, zum größern Teil eingingen. Seit 1884 ist H. Sitz des staatlichen Lehrerseminars.
 
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Höganäs, Gemeinde im schwed. Län Malmöhus, am Sund und durch Zweigbahn mit der Linie Malmö-Engelholm verbunden, mit kleinem Hafen, bedeutenden Steinkohlengruben und 2600 Einw.
 
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Hogarland, s. Meyers Ahaggar.
 
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Hogarth (spr. hō-), William, engl. Zeichner, Maler und Kupferstecher, geb. 10. Nov. 1697 in London, gest. 26. Okt. 1764 auf seinem Landgut Chiswick bei London, kam zu einem Goldschmied, Elias Gamble, in die Lehre, bei dem er Wappen, Namenszüge, Halbfiguren und Arabesken auf goldene und silberne Gefäße gravierte. Zugleich besuchte er eine Zeichenakademie, forschte aber bald auf den Straßen und in den Kneipen nach Originalen für seinen satirischen Stift. Um seinen Unterhalt zu erwerben, stach er dabei Etiketten, Wappen und andre Gegenstände und kam dadurch bald mit Buchhändlern in Verbindung. So stach er 13 Blätter zu Aubry de la Motrayes »Travels through Europe etc.« (Lond. 1723), 12 für Butlers »Hudibras« und mehrere für den »Don Quijote«. Hierauf versuchte er sich im Porträtieren und verschaffte sich auch darin, namentlich durch sein Talent zu treffen und Familienbilder gut zu gruppieren, viele Kundschaft. Um diese Zeit wurde er von seiner Wirtin wegen einer Schuld in das Gefängnis gebracht; aus Rache stellte er diese Frau in einer karikierten Zeichnung dar. Der gewonnene Beifall veranlaßte ihn zu einer ähnlichen Darstellung, die auf die Schwärmerin Maria Tosts Bezug hatte (1726). Von dieser Zeit an reiste in ihm der Entschluß, die Torheiten und Gebrechen der Menschen in zusammenhängenden Bilderreihen darzustellen und zu geißeln. Alle seine Arbeiten dieser Art sind ein zusammenhängendes Sittengemälde, ein Spiegel der menschlichen Leidenschaften in geistreicher und witziger Auffassung. Am bedeutendsten sind seine zyklischen Sittenbilder, die, meist in Öl gemalt und in Kupferstich reproduziert, politische und gesellschaftliche Krebsschäden seiner Zeit, mit der absichtlichen, auch in der künstlerischen Darstellung sich äußernden Übertreibung des Satirikers, an den Pranger stellten. Hogarths berühmteste Werke dieser Art sind: The harlot's progress (das Leben einer Buhlerin), 6 Blätter; The rake's progress (das Leben eines Liederlichen), in 8 Blättern; Southwark fair (der Jahrmarkt in Southwark); A modern midnight conversation (die Punschgesellschaft); The distressed poet (der unglückliche Dichter) und Strolling actresses in a barn (die Komödiantinnen in der Scheune). Dabei wollte H. aber auch einen Rang unter den Geschichtsmalern einnehmen; die Satire war ihm jedoch so sehr zur Gewohnheit geworden, daß er seiner Neigung, zu karikieren, wider seinen Willen in seinen ernsthaften Kompositionen freien Lauf ließ, wie dies seine Bilder. der Teich von Bethesda, der barmherzige Samariter u. a. beweisen. Nachdem er wieder ganz die ihm eigentümliche Richtung eingeschlagen, erschienen von ihm: The enraged musician (der wütende Musikant. 1741); The marriage à la mode (die Heirat nach der Mode, 1745), in 6 Blättern (Originalgemälde in der Nationalgalerie zu London); The effects of industry and idleness (die Folgen des Fleißes und des Müßiggangs, 1747); The march to Finchley (der Marsch nach Finchley in Schottland, 1748); The gate of Calais (das Tor von Calais, 1749, eine Satire gegen die Franzosen); The stages of cruelty (die Grade der Grausamkeit, 1751), in 4 Blättern. 1753 gab er seine von seinen Zeitgenossen mit Recht lächerlich gemachte »Zergliederung der Schönheit« (deutsch von

[Bd. 6, Sp. 438]


Mylius, Berl. 1754) in Druck, worin er die Schlangenlinie als die angenehmste Form für das Auge darstellte und sogar die Linien bestimmen wollte, welche die Form des Schönen enthielten. Hierauf erschienen: Four prints of an election (die Wahl eines Parlamentsmitgliedes, 1755), in 4 Blättern, und The times (die Zeitläufe, 1762), eine beißende Satire auf Pitt. Sein lächerliches Bild: Sigismunde trauert über das Herz des Guiscardo (1757), das der schwach gewordene Kunstter als ein Gegenstück zu einem Bild von Correggio betrachtet sehen wollte, zog ihm viele Kränkungen zu. Die fortwährenden Kämpfe mit seinen zahlreichen Gegnern zerrütteten seine ohnehin schwache Gesundheit und beschleunigten seinen Tod.
   Merkwürdige Gemälde Hogarths wurden 1819 in einem Hause zu London entdeckt, wo sie, am Getäfel eines Zimmers befindlich, von H. während seiner Mußestunden in der Zeit der schönsten Blüte seines Geistes gefertigt worden waren. Sie stellen in fünf Abteilungen die Schicksalsgöttin dar, wie sie aus höherer Region ihre günstigen wie ihre unheilbringenden Gaben auf die Bewohner der sublunarischen Welt herabfallen läßt. Ein andres, um dieselbe Zeit wieder entdecktes Werk Hogarths ist eine launige und belebte Darstellung eines Bacchantenzugs. 1825 entdeckte man in London ein drittes Bild: Garrick bei der Probe eines neuen Stückes, mit den Bildnissen der Mrs. Abington, Popes, Macklins, Palmers etc. Das Beste und Unvergänglichste hat H. in Bildnissen (Selbstbildnis, die Schauspielerin Miß Felton und Mrs. Solter, seine Schwester, in der Nationalgalerie zu London, und Garrick und seine Frau im Schlosse zu Windsor) und in Genrefiguren (das Crevettenmädchen in der Londoner Nationalgalerie) geleistet. Hogarths satirische Werke bedürfen eines Kommentars, um in ihren historischen und moralischen Beziehungen erfaßt werden zu können. Noch zu Lebzeiten Hogarths erschienen die »Lettres de Mr.*** (Rouquet) à un de ses amis à Paris, pour lui expliquer les estampes de M. H.« (Par. 1746). Dann gab J. Trusler eine ähnliche Arbeit von größerm Umfang heraus: »H. moralised« (Lond. 1768, mit 76 Kupfern; neue Auflagen 1831 u. 1841). Später erschienen teils als Erklärung, teils als vollständige Kommentare zu Hogarths Werken: Gilpins »Essay on prints«; Nichols' »Biographical anecdotes of W. H.« (2. Aufl. 1782); »H. illustrated by John Ireland« (Lond. 1791, 3 Bde.) und die »Graphic illustrations of H., from pictures, drawings etc.« (das. 1794, 4 Bde., mit 60 Kupfern). Alle diese Kommentatoren übertraf aber G. Chr. Lichtenberg (s. d.) durch seine witzige »Ausführliche Erklärung der Hogarthschen Kupferstiche« (Götting. 1794). Eine schöne Ausgabe von Hogarths Werken nach den von Heath retouchierten Originalplatten erschien unter Nichols' Leitung (Lond. 182022); andre Ausgaben erschienen in Leipzig (zuletzt 1886), in verkleinerten Kopien von Riepenhausen (neue Ausg., Götting. 1897, 88 Blätter), mit der Lichtenbergschen Erklärung von Kottenkamp (3. Aufl., Stuttg. 1873, 87 Blätter). Vgl. Sala, William H. (Lond. 1866); J. Beavington-Atkinson in Dohmes »Kunst und Künstler« (Leipz. 1880); Dobson, William II. (neue Ausg. 1898); Benoit, Hogarth (Par. 1904).
 
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Hog-cholera (auch Hog-fever, spr. -sīwer, Hogplague, spr. -plēgh, engl.), s. Schweineseuche.
 
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Hogendorp, 1) Dirk, Graf van, holländ. General, geb. 13. Okt. 1761 in Rotterdam, gest. 29. Okt. 1822 bei Rio de Janeiro, diente seit 1785 als Beamler der Ostindischen Kompanie, wurde in Indien verhaftet, entfloh aber 1799 in seine Heimat, wo er sich mit Studien zur Kolonialregierung beschäftigte. 1803 ging er als Gesandter nach Petersburg, kehrte 1805 nach Holland zurück, wurde 1807 vom König Ludwig zum Kriegsminister, in demselben Jahre zum Gesandten in Wien, 1809 in Berlin, 1810 in Madrid ernannt. Nach der Einverleibung Hollands trat er 1811 als Divisionsgeneral und Adjutant des Kaisers in die französische Armee, erhielt von Napoleon den Grafentitel und wurde 1812 zum Gouverneur von Königsberg, später von Wilna, 1813 von Hamburg ernannt. Nach Napoleons Sturz zog er sich nach Holland zurück, trat aber 1815 wieder in Napoleons Dienste. Nach dem Fall seines Kaisers blieb er in Paris, und 1816 ging er nach Südamerika. Vgl. »Mémoires du général v. H.« (Haag 1887) und Sillem, Dirk van H. (Amsterd. 1890).
   2) Gijsbert Karl, Graf van, niederl. Staatsmann, Bruder des vorigen, geb. 27. Okt. 1762 in Rotterdam, gest. 5. Aug. 1834 im Haag, wurde, wie Dirk, im preußischen Kadettenhaus erzogen, trat in preußische Militärdienste und machte als Fähnrich den Bayrischen Erbfolgekrieg mit. Heimgekehrt, wurde er 1782 in der Garde des Erbstatthalters angestellt, studierte aber später in Leiden die Rechte. 1787 stand er während der Unruhen auf oranischer Seite und wurde nach deren Unterdrückung Pensionär von Rotterdam, trat jedoch nach der Eroberung Hollands durch die Franzosen 1795 zurück, um in Amsterdam ein Kaufmannsgeschäft zu übernehmen. Er leitete 1813 die Befreiung Hollands vom französischen Joch, indem er nach der Schlacht bei Leipzig die Anhänger des Prinzen von Oranien im Haag vereinigte und bis zur Ankunft des Prinzen von Oranien vorläufig die Regierung übernahm. Als Präsident der Kommission, die mit der Entwerfung der neuen Verfassungsurkunde beauftragt war, übte er einen großen Einfluß aus. Darauf erhielt er das Departement der auswärtigen Angelegenheiten, wurde Vizepräsident des Staatsrats und 1815 Graf, nahm aber schon 1816 seine Entlassung. Als Mitglied der Zweiten Kammer der Generalstaaten gehörte er zur Opposition gegen das autokratische System des Königs. Seit 1826 zog er sich von den Geschäften zurück. H. schrieb: »Beiträge zur Staatshaushaltung des Königreichs der Niederlande« (Delft 181829, 10 Bde.;. 2. Aufl., hrsg. von Thorbecke, Zalt-Bommel 18541856, 5 Bde.), in holländischer Sprache; »Lettres sur la prospérité publique« (Amsterd. 1830, 2 Bde.), »La séparation de la Hollande et de la Belgique« (das. 1830) u. a. Vgl. »Brievenen gedenkschriften van H.«, herausgegeben von seinem Sohn und seinem Enkel (Haag 18661903, 6 Bde.).

 

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71) Herloßsohn
 ... (das. 1842, 3. Aufl. 1872); »Wallensteins erste Liebe« (das. 1844); »Weihnachtsbilder« (das. 1847); »Die Mörder Wallensteins« (das. 1847). Auch veröffentlichte
 
72) Heyse
 ... Es folgten: »Der Roman der Stiftsdame« (1886, 12. Aufl. 1903), »Weihnachtsgeschichten« (1891), »Aus den Vorbergen« (1892), »In der Geisterstunde und andre
 
73) Hildebrandt
 ... (1830), die seine realistische Tendenz nicht zu beeinflussen vermochten. Der Weihnachtsabend (1840), Empfang des Kardinals Wolsey im Kloster (1842), Doge und
 
74) Hirsch
 ... gelt sind, auch mehr, Spießer etwa ebensoviel und Kälber zur Weihnachtszeit 2025 kg. Die Zahl der Enden entscheidet nicht sicher
 
75) Hofmann
 ... frische Gelegenheitsdichtungen und durch schriftstellerische Unternehmungen zu wohltätigen Zwecken (»Weihnachtsbaum für arme Kinder«, 25 Jahrgänge) verdient. Eine Auswahl seiner Gedichte
 
76) Homilĭus
 ... der Kreuzschule daselbst. H. war seinerzeit als Komponist hochgeschätzt (Passionen, Weihnachtsoratorien, Motetten, Kantaten u. a.), schrieb auch ein Lehrbuch des Generalbasses.
 
77) Hutzelbrot
 ... Hutzelbrot ( Hutzel - , Birnenwecken ), süddeutsches Weihnachtsgebäck aus Roggenmehlteig mit zerschnittenen getrockneten Birnen und Pflaumen ( Hutzeln
 
78) In
 ... süßem Jubel«), Anfangsworte eines alten, halb deutsch, halb lateinisch geschriebenen Weihnachtsliedes, das früher dem Petrus Dresdensis (gest. 1440) zugeschrieben wurde, in
 
79) Jensen
 ... schwerer Vergangenheit«, ein Geschichtenzyklus (das. 1888, 3. Aufl. 1901), »Vier Weihnachtserzählungen« (das. 1888), »Jahreszeiten« (das. 1889), »Sankt - Elmsfeuer« (das. 1889),
 
80) Jesus
 ... die aufblühende Kultur des Bürgertums gefördert wurde (s. Weihnachtsspiele , Passionsspiele , Osterspiele). Neues Leben
 
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