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Höhlenwohnungen bis Hohlhippen (Bd. 6, Sp. 464 bis 465)
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Artikelverweis Höhlenwohnungen, künstliche Aushöhlungen von Felsen, Erweiterungen natürlicher Spalten und unterirdische Bauten für Zufluchts- und Wohnungszwecke, findet man in sehr vielen Ländern, und ihr Gebrauch läßt sich von der Steinzeit bis zur Gegenwart verfolgen. Mitunter haben solche H. wohl nur als Schlupfwinkel im Kriege gedient, wie die Viktoria- und Alberthöhle der Königsklippe bei Settle, die durch Mauerwerk geschlossen waren, und in denen man zahlreiche Reste römischen und samischen Geschirres, Münzen von Trajan und Konstantin gefunden; andre dienten als Wohnungen für Klausner und Anachoreten in den ersten christlichen Zeiten, noch andre aber bildeten durch die größere Zahl der nebeneinander in die Felsmasse ausgearbeiteten Wohnungen förmliche Höhlendörfer oder -Städte. Eine solche, seit langem verlassene Höhlenstadt fand de Baye 1874 im Tale des Petit Morin (Depart. Marne) auf; die H., deren er 120 untersuchte, sind in den Kreidefelsen mit Feuersteinwerkzeugen ausgehöhlt und haben teils als Grabstätten, teils als Wohnungen gedient. Die Eingänge sind so angelegt, daß sie nötigenfalls leicht maskiert werden konnten. Treppen führen zu ihnen, und die Abnutzung der Stufen und des Fußbodens zeugt von der langen Dauer der Besiedelung. Im Innern findet man Wandgesimse mit allerlei Waffen, Geräten und Schmucksachen von Muscheln und Schnecken, auch Geschirr, aber keine Spur von Metallgegenständen. Die Wände sind mehrfach mit Skulpturen bedeckt, die Streitäxte und auch menschliche Figuren darstellen, darunter einige weibliche Gestalten (eine davon mit Vogelkopf), die an Hausgötzen erinnern. Der Kulturzustand der Bewohner scheint dem der Clissdweller Amerikas verwandt gewesen zu sein. Ähnlichen Charakters ist die merkwürdige Felsenstadt bei dem Dorfe Bubniska unweit Stry in Galizien, wo ein Kreidefelsen von bedeutender Höhe in ein förmliches Familienhaus mit zahlreichen viereckigen Zimmern, die nur durch hohe Treppen zugänglich sind, verwandelt ist. Derartige kleinere Anlagen finden sich im ganzen Dnjestrtal. Auch Südfrankreich und die Pyrenäen sind reich an solchen künstlichen H., und in Spanien fand Roßmäßler eine solche noch heute bewohnte Felsenstadt auf. In Deutschland hat Koch in der Gegend von Wismar am Abhang einer kleinen Hügelkette Spuren von mehr als 50 H. gefunden; die sogen. Heidenlöcher bei Überlingen am Bodensee stellen Anlagen aus jüngerer Zeit dar, und am Regenstein im Harz findet sich unterhalb der zerstörten Burg Langenstein die seit dem Mittelalter bewohnte, aus Stube, Küche, drei Kammern und Stall bestehende Burghöhle, die ganz mit Türen und Fenstern aus dem Felsen gehauen ist und eine so gesunde, von der Ortschaft vermietete Wohnung abgibt, daß in neuerer Zeit daselbst noch sieben ähnliche Felswohnungen ausgemeißelt und bezogen worden sind.
   Eine andre Art künstlicher H., die gänzlich unterirdisch sind und ihre Eingänge meist von Brunnenschächten oder Bauernkellern nehmen, sind die namentlich in den Keltenländern verbreiteten Erdställe, Erdlöcher, Erdgebäude, Hauslöcher oder Hinterkeller. Am häufigsten sind diese bereits von Cäsar, Plinius, Florus und Balderic erwähnten gallischen Minenbauten in Beauce, der Champagne und in Artois, wo ein weicher Fels die Anlage langer Gänge von 1,85 m Höhe und 0,80 m Breite erleichterte; sie laufen meist 45 m unter der Oberfläche und führen zu geräumigen, mit Luftschächten versehenen Grotten und Sälen mit Wandnischen, die viele Menschen und Tiere für längere Zeit bergen konnten. Schräge Gänge führen zu einem mit Steinplatten bedeckten und wohlverborgenen Ausgang, durch den man in Kriegszeiten wahrscheinlich das Vieh hinabführte, dann die Öffnung verbarg und durch einen Brunnenschacht hinabstieg. Schon Cicero gedenkt in seinen Reden für Cäcina und Murena der Minengänge, durch welche die Gallier unter Brennus 392 v. Chr. Rom einzunehmen gedachten, und in den Erdställen Frankreichs fand man zahlreiche gallische und gallo-römische Gefäße sowie Münzen, die bis zur Zeit Neros hinabreichen. Die meisten dieser H. wurden beim Fundament- und Brunnengraben entdeckt. Morin hat ausführlich die 1860 bei Balatre (Loir-et-Cher) aufgefundenen Gänge,

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Terninck die in Artois entdeckten beschrieben, von denen die bei Hermies 8 Wege und 300 Zellen ohne alles Mauerwerk enthalten, während diejenigen von Morchies gar in drei Galerien übereinander liegen. Sie sind als Zufluchtsorte vortrefflich ausgedacht, da sie fast stets zu einem Brunnen führen und in den Gängen kleinere Öffnungen von halber Manneshöhe enthalten, durch die man nur kriechend vorwärts kommen kann, so daß eindringende Feinde Mann für Mann daselbst vernichtet werden konnten. In Deutschland wurden solche Erdställe zu Almerich bei Mühldorf und zu Kissing (Bayern) sowie im Hausberg bei Sironegg (Niederösterreich), bei Erdberg in Mähren und bei Olbersdorf im großen Manhartsberge gefunden. Die an gotische Bogen erinnernde Wölbung der Gänge, Nischen und Säle hat an Zufluchtsorte für geheimen Gottesdienst, wie in den römischen Katakomben, denken lassen; allein dafür fehlen alle genauern Anhaltspunkte, und das Wahrscheinlichste bleibt, daß man an sorgfältig vorbereitete Schlupfwinkel für Kriegszeiten zu denken hat. Solche Erdställe sind auch bei den heutigen Naturvölkern nichts seltenes. Das Wohnen in Höhlen ist in Abessinien so häufig, daß Bruce von abessinischen Troglodyten sprechen konnte; es findet sich am Westufer des Victoria Niansa, im südlichen Kongobecken etc. Die interessantesten Formen Afrikas sind jedoch die sogen. versenkte Tembe in dem abflußlosen Gebiet im Südosten vom Victoria Niansa und die Erdgebäude im Sudân. Jene sind von O. Baumann, diese von H. Frobenius beschrieben worden. Die versenkte Tembe ist entweder nur teilweise in den festen Lateritboden eingelassen worden und dient dann nur zum Schutz gegen die heftigen Winde, oder sie ist ganz unterirdisch und soll dann als Schlupfwinkel gegen äußere Feinde dienen. Die sudânischen Erdgebäude dienen anscheinend nur dem letztern Zweck. Vorwiegend Höhlenbewohner waren die Meyers Guanchen (s. d.); auch auf dem Nordrand Afrikas sind H. heute noch nicht selten. Vgl. J. Ranke und Rüdinger, Beiträge zur Anthropologie und Urgeschichte Bayerns, Bd. 2 (Münch. 1879); Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle (Berl. 1894); Frobenius, Die Erdgebäude im Sudân (Hamb. 1897).
 
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Hohle See, soviel wie Dünung.
 
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Hohles Karree, s. Meyers Karree.
 
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Hohle Wand, s. Meyers Hufkrankheiten.
 
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Hohlflitter, s. Meyers Flitter.
 
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Hohlflöte (Hohlpfeife), in der Orgel eine offene Labialpfeifenstimme von weiter Mensur und dunkelm, weichem Ton (etwas hohl, daher der Name), meist zu 8 oder 4 Fuß. Als Quintstimme heißt sie Hohlquinte.
 
Artikelverweis 
Hohlgeschoß, soviel wie Bomben, Granaten und Schrapnells, s. Meyers Geschoß, S. 689.
 
Artikelverweis 
Hohlgeschwür, soviel wie Fistel.
 
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Hohlglas, im Gegensatz zu Tafelglas alle aus Glas gefertigten Erzeugnisse, die eine hohle Form erhalten haben (Zylinder, Flaschen, Gläser etc.).
 
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Hohlhering, s. Meyers Hering, S. 209.
 
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Hohlhippen (Hippen), röhrenförmiges Gebäck aus dünnem (Oblaten-) Teig, zu Eiscreme etc.

 

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82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
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 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
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 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
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