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Hohe See bis Hohkönigsburg (Bd. 6, Sp. 457 bis 458)
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Artikelverweis Hohe See (freies Meer, offene, freie See) ist die große, zusammenhängende Wassermasse, die das Festland der Erde umgibt, mit Ausnahme der Meyers Küstengewässer (s. d.), der Binnenmeere, der Meerengen und der vom Küstenland aus sperrbaren Meerbusen. Sie umfaßt insbes. die fünf Weltmeere nebst ihren Teilen, besonders auch die Nordsee, die Ostsee, das Mittelländische Meer, das Marmarameer, das Irische, das Schwarze, das Adriatische, das Weiße, das Karische, das Beringmeer, das Japanische und das Chinesische Meer, das Arabische und das Rote Meer, die Meerbusen von Bengalen, Mexiko, Persien und Guinea, den Busen von Genua sowie das Bottnische und das Finnische Meer. Die h. S. ist frei und untersteht nicht der Herrschaft eines einzelnen Staates (vgl. Seegebiet); ihre Benutzung als Verkehrsstraße, der Betrieb des Fischfanges und sonstiger friedlicher Gewerbe auf ihr kann keinem Volke verboten oder beschränkt werden, soweit nicht die verschiedenen Staaten durch Verträge sich selbst Beschränkungen auferlegen, wie z B. den internationalen Vertrag vom 6. Mai 1892, betreffend die polizeiliche Regelung der Fischerei in der Nordsee außerhalb der Küstengewässer; vom 16. Nov. 1887 und 14. Febr. 1898 zur Unterdrückung des Branntweinhandels unter den Nordseefischern auf hoher See; vom 14. März 1884 zum Schutz der unterseeischen Telegraphenkabel; vom 2. Juli 1890 zur Unterdrückung des Sklavenhandels (s. Meyers Sklaverei) und vom 15. Aug. 1893 zum Schutz der Robben im Beringmeer. Alle Schiffe, die sich auf hoher See befinden, unterstehen ausschließlich der Gesetzgebung und Gerichtsbarkeit ihres Heimatstaates; nur die des Seeraubes schuldigen oder verdächtigen Schiffe kann jedes Kriegsschiff irgend eines Staates auf der hohen See anhalten, durchsuchen sowie die Seeräuber festnehmen und ihrem heimatlichen Strafrichter zur Aburteilung überliefern.

[Bd. 6, Sp. 458]



 
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Hoheslied Salomos (Canticum canticorum), poetisches Buch des Alten Testaments, im hebräischen Titel »Lied der Lieder«, d. h. schönstes Lied, wurde von Luther auf Grund der von ihm angenommenen mystischen Auslegung Hoheslied genannt. Das Hohelied ist eine Sammlung lyrischer Hochzeitslieder, wie sie noch heute am Hochzeitstag und in der Woche danach (sogen. Königswoche) von den Brautführern und von den Männern und Frauen der Umgebung, teilweise auch vom Brautpaar selbst gesungen werden. Durch die Namen Salomo und Sulamith, d. h. die Mädchen von Sulam (Sunem, die Heimat der Abisag, Davids letzter Gemahlin), wird das Brautpaar bildlich bezeichnet. Die späte Sprache, insbes. die Verwendung griechischer Ausdrücke, schließt Abfassung vor dem Ende des 4. Jahrh. v. Chr. aus. Die Aufnahme in den Kanon hat dieses wertvolle, bei frischer Sinnlichkeit doch zarte und sittige Stück der Volkspoesie der allegorischen Deutung seines Inhalts zu danken. Man sah darin nämlich eine Darstellung der Liebe Gottes zum jüdischen Volk, wozu man durch die prophetischen Vergleichungen der theokratischen Verfassung des israelitischen Volkes mit einer Ehe desselben mit Gott veranlaßt war. Schon unter den Rabbinern setzten einige an Gottes Stelle den Messias als den Liebhaber des Volkes, und seit Origenes fanden die Christen die Liebe Christi zu seiner Kirche, als der Braut, darin geschildert. Einzelne vernünftigere Gelehrte, die, wie in der alten Kirche Theodor von Mopsuestia, zur Reformationszeit Castellio, der allegoristischen Selbsttäuschung entgegentraten, hatten dafür manches zu leiden. Erst seit Herder (»Lieder der Liebe, die ältesten und schönsten aus dem Morgenland«, Leipz. 1778) besteht eine unbefangene Auslegung, die freilich bis in die neuere Zeit durch die Annahme irregeleitet wurde, das Hohelied sei ein Singspiel, das die Liebe der Sulamith (Eigenname) zu einem Hirten darstelle, dem sie, in den Harem Salomos entführt, doch treu bleibt und wieder zurückgegeben wird, nachdem sie die Liebeswerbungen des weibersüchtigen Königs abgewiesen hat. Vgl. Wetzstein, Die syrische Dreschtafel (in der »Zeitschrift für Ethnographie«, 1873); Budde, Was ist das Hohelied? (in den »Preußischen Jahrbüchern«, 1894), und die Kommentare von Budde (Freib. 1898) und Siegfried (Götting. 1898).
 
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Hohes Neujahr, sowie wie Epiphanienfest, s. Epiphania.
 
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Hohes Rad, s. Meyers Riesengebirge.
 
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Hohes Venn, s. Meyers Venn.
 
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Hohe Tátra, s. Meyers Karpathen und Tatra.
 
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Hohe Tauern, s. Meyers Tauern.
 
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Hohe Templer, s. Meyers Geheimbünde, S. 460.
 
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Hohe Wurzel, ein Gipfel des Meyers Taunus (s. d.).
 
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Hohgant, Berg, s. Meyers Emmentaler Alpen.
 
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Hohkönigsburg, große, baulich wertvolle Ruine auf hohem Berg in den Vogesen, unweit Schlettstadt. Die H. wurde noch 1480 auf Grund einer zerstörten romanischen Burg erweitert wiederhergestellt und im Dreißigjährigen Kriege zerstört. Von der Stadt Schlettstadt dem Kaiser Wilhelm II. geschenkt, wird sie jetzt auf Staatskosten neu aufgebaut. Vgl. O. Piper, Die angebliche Wiederherstellung der H. (München 1902); Ebhardt, Führer durch die H. (Berl. 1902); Hoffmann, Die H. (Freiburg 1902).

 

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