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Hohenmauth bis Hohensalzburg (Bd. 6, Sp. 447 bis 449)
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Artikelverweis Hohenmauth (tschech. Vysoké Mýto), Stadt in Böhmen, qu der Loučna und der Linie Chotzen-Leitomischl der Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat einen großen Ringplatz mit Pestsäule, eine Dechanteikirche aus dem 13. Jahrh. mit gutem Altarbild, ein Obergymnasium, Fabriken für Zucker, Likör, Maschinen, Peitschen und Riemen, Bierbrauerei, Mühlen, Stickerei und (1900) mit den drei Vorstädten 9503 tschech. Einwohner. H. war ehemals königliche Leibgedingstadt.
 
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Höhenmessung (Hypsometrie), die Ermittelung der vertikalen Entfernung eines Punktes über einer horizontalen Fläche. Abgesehen von den Fällen, wo man unmittelbar mit dem Maßstab die H. vornehmen kann, benutzt man das Barometer oder das Thermometer, oder man ermittelt die Höhe durch Nivellieren oder eine trigonometrische Operation. Die barometrische H. beruht auf der Abnahme des Luftdruckes mit zunehmender Erhebung über die Erdoberfläche. Bestimmt man deshalb möglichst zu gleicher Zeit an zwei Stationen den Luftdruck mittels des Barometers, so gibt der Unterschied des Luftdruckes ein Maß für den Höhenunterschied der beiden Stationen. Die Beziehung, in der beide Unterschiede zueinander stehen, ist aber ziemlich kompliziert und vom Luftdruck selbst, der Temperatur und Feuchtigkeit der Luft sowie der geographischen Breite abhängig. Die Gleichung, die diese Beziehung angibt, die barometrische Höhenformel, ist zuerst von Laplace (1799) aufgestellt und später von Gauß, Bauernfeind, Jordan u. a. verbessert worden. Die Jordansche nimmt für Mitteleuropa (geographische Breite 50°, mittlere Höhe über dem Meere 500 m, mittlerer Dunstdruck 7,2 mm) die folgende Form an:

wo h den gesuchten Höhenunterschied der beiden Stationen in Metern, T, t die Lufttemperatur, B, b den Barometerstand an den beiden Stationen bezeichnet. Noch bequemer kann man den Höhenunterschied aus einer barometrischen Höhentafel (z. B. Jordan, 2. Aufl., Stuttg. 1886), die nach dieser Formel berechnet ist, entnehmen. Zur Bestimmung des Barometerstandes bedient man sich fast ausschließlich des Naudetschen Aneroidbarometers (vgl. Tafel Meyers »Barometer«, S. II), das auf dem Transport aber sehr sorgfältig behandelt werden muß. Ausgangspunkt

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für eine barometrische H. muß stets ein seiner Höhenlage nach bekannter Punkt sein; hier wird zuerst Lufttemperatur und Barometerstand ermittelt, dann begibt man sich zu dem ersten zu messenden Punkt und wiederholt dieselbe Operation, darauf zu einem 2., 3., 4. etc. Punkt, bis man nach Verlauf von 111/2 Stunde zum Ausgangspunkt zurückkehrt oder einen Punkt erreicht, dessen Höhe gleichfalls bereits anderweitig vorher bestimmt ist. Länger darf man die Barometermessungen nicht fortsetzen, da sonst die Schwankungen des Luftdruckes leicht die Messungsergebnisse unbrauchbar machen können. Die Höhenwerte der untersuchten Stationen werden sodann aus den erhaltenen Barometer- und Temperaturmessungen nach der Barometerformel abgeleitet oder aus der Höhentafel entnommen. Der Höhenunterschied, der bei einer Lufttemperatur von 15° einer Änderung des Luftdruckes von 1 mm bei den verschiedenen Barometerständen entspricht, ergibt sich aus folgender Zusammenstellung.

Die Barometeränderungen, die Höhenunterschieden von 100 m entsprechen, können aus der unten angegebenen Tabelle entnommen werden (Perrier stellte 1648 zu Clermont die erste barometrische H. an).
   Nach Wollastons Vorschlag (1817) kann man auch das Thermometer zu Höhenmessungen benutzen, da die Temperatur, bei der das Wasser siedet, abhängig ist von dem auf dem Wasser lastenden Luftdruck. Einem Unterschied von 1 mm im Barometerstand entspricht aber nur ein Unterschied von weniger als 0,05° im Siedepunkt, und man bedarf deshalb zu diesen Messungen besonders genauer Thermometer. Fig. 1 stellt ein solches Siedethermometer (Hypsothermometer) von Danckelman dar, wie es bei Forschungsreisen viel benutzt wird. A ist das aus Kupfer gefertigte Siedegefäß, in dessen Dampfrohr B das Siedethermometer T eingehängt ist. L deutet die Spirituslampe an. G ist ein durch eine Zwischenwand getrennter Doppelbehälter für die Aufnahme von Spiritus und den Wasservorrat, während F das Futteral zur Aufnahme der einzelnen Teile beim Transport veranschaulicht. Um umständliche Rechnungen zu vermeiden, gibt die Skala des Thermometers unmittelbar den Barometerstand von 2 zu 2 mm an, so daß eine Genauigkeit von 0,2 mm im Barometerstand erreicht werden kann. Der abgelesene Stand ist gleich dem auf 0° Temperatur und 45° geographischer Breite reduzierten Barometerstand. Vgl. Frischauf, Das Höhenmessen mit dem Siedethermometer (in der »Österreichischen Alpen-Zeitung«, 1894, Nr. 394 und 403). Die folgende Tabelle gibt die den verschiedenen Höhen entsprechenden Barometerstände und Siedepunkte des Wassers.

Zur trigonometrischen H. benutzt man das Fernrohr und mißt den Vertikalwinkel, dessen Spitze im Aufstellungspunkt des Fernrohrs liegt, und dessen Schenkel die Horizontale und die Visierlinie nach dem Punkte, dessen Höhe gemessen werden soll, bilden. Die zu messende Höhe bildet die dritte Seite eines Dreiecks, und man kann dieselbe berechnen, sobald der genannte Höhenwinkel α (Fig. 2) und eine Seite gemessen sind. Die Seite ist entweder die horizontale Kathete oder Hypotenuse. Liegt eine Meßtischaufnahme oder eine Karte zugrunde, in welcher der Ausstellungs- und der Höhenpunkt bereits angegeben sind, so ist der Abstand beider die horizontale Kathete b und die gesuchte Höhe h = b tang α. Ist b nicht bekannt, so muß die Hypotenuse a gemessen werden, und es ist dann h = a sin α. Das Messen der Hypotenuse geschieht entweder mit den gewöhnlichen Längenmeßinstrumenten (Meßkette, Meßband) auf dem Terrain oder mit der entfernungmessenden Meyers Kippregel (s. d.), und es wird damit gleich das Messen des Winkels α verbunden. Der Höhenwinkel allein kann mit der gewöhnlichen Kippregel oder dem Theodoliten (s. d.) gemessen werden. Bei Entfernungen von 1000 m und darüber muß in der Rechnung auch der Einfluß der Erdkrümmung und der Refraktion berücksichtigt werden. Erstere bewirkt, daß die berechneten Höhenunterschiede zu klein gefunden werden; letztere wirkt im entgegengesetzten Sinne, jedoch nur in einem Betrage von 1/7-1/8 (nach Gauß 0,13) des Einflusses der Erdkrümmung. Auf 1000 m Entfernung beträgt die Korrektion wegen Erdkrümmung +8 cm, wegen

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Refraktion -1 cm, so daß der ermittelte Höhenunterschied im ganzen um 7 cm zu verbessern ist. Diese Verbesserung wächst mit der Entfernung im quadratischen Verhältnis. Zum Handgebrauch bei den Höhenmessungen dienen die Koten- oder Höhentafeln, in denen für gegebene Werte von α und b die Stücke h, a sowie auch die erforderlichen Korrektionen (Erdkrümmung und Strahlenbrechung) tabellarisch verzeichnet sind. Die so ermessene Höhe eines Punktes bezieht sich nur auf seine Höhe über dem Standpunkt des Messenden (relative Höhe), zu der die Höhe des letztern über dem Meeresspiegel noch addiert werden muß, um die absolute Höhe des Punktes zu erhalten.
   Die geometrische H. s. bei Nivellieren. Die Höhe eines Baumes, Turmes etc. läßt sich praktisch sehr einfach ermitteln. In den Dreiecken a b e und a c d (Fig. 3) verhält sich a b : a c = b e : c d. In dieser Proportion ist c d die zu messende Höhe x, mithin x = (ac. be)/(ab). Mißt man also vom Stamm des Baumes die Linie a c, stellt sich in a auf und läßt einen Stock, der um b e länger ist als die Höhe des Auges über dem Erdboden, so lange in der Richtung zum Baum senkrecht fortbewegen, bis man über sein oberes Ende die Spitze des Baumes sieht, so ist nur noch die Entfernung des Beobachters bis zum Stock zu messen, um die bekannten Größen der obigen Proportion zu haben, aus der c d, die zu messende Höhe, sich sofort berechnen läßt, zu der aber noch die Höhe des Auges über dem Erdboden addiert werden muß. Auf diesem Prinzip beruht die Konstruktion vieler Höhenmesser für gewerbliche Zwecke, z. B. der Höhenmesser von Faustmann (Spiegelhypsometer), von Weise (Rohrhypsometer), Stahl (Höhenmeßbrett), Preßler (Meßknecht) u. a., die so eingerichtet sind, daß man nach Einstellung des Instruments die zu messende Höhe sofort am Index ablesen kann. Vgl. Artikel »Aufnahme, topographische«, und die dort angeführte Literatur; außerdem Bauernfeind, Beobachtungen und Untersuchungen über die Genauigkeit barometrischer Höhenmessungen (Münch. 1862) und Beobachtungen und Untersuchungen über die Eigenschaften und praktische Verwertung der Naudetschen Aneroidbarometer (das. 1874); Herzog, Praktische Anleitung zum Höhenmessen mittels Dosenbarometer (2. Aufl., Leipz. 1874); Schreiber, Handbuch der barometrischen Höhenmessungen (2. Ausg., Weim. 1883); Liznar, Die barometrische H. (Wien 1904); auch Literatur bei Artikel »Barometer«.
 
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Hohenmölsen, Stadt im preuß. Regbez. Merseburg, Landkreis Weißenfels, unweit der Rippach, an der Staatsbahnlinie Korbetha-Deuben bei Zeitz, 106 m ü. M., hat eine evang. Kirche, Amtsgericht, Braunkohlengruben, Mineralöl- und Paraffinfabrikation, Dampfziegelei und (1900) 3101 Einw. Zwischen H. und der Elster fand 15. Okt. 1080 die Schlacht statt, in der Heinrich IV. zwar von Otto von Nordheim besiegt, aber sein Gegenkönig Rudolf von Schwaben tödlich verwundet wurde.
 
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Hohennagold, Burgruine, s. Meyers Nagold.
 
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Hohenneuffen, s. Meyers Jura, Deutscher, und Neuffen.
 
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Hohenofen, Dorf, s. Meyers Neustadt (an der Dosse).
 
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Höhenparallaxe, s. Meyers Parallaxe und Meyers Horizont.
 
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Höhenrauch (Heerrauch, Hehrrauch, Herauch, Haarrauch [»Haaren« heißen in einigen Gegenden Anhöhen in der Nähe von Mooren], auch Heiderauch, Land-, Moor-, Sonnenrauch), eine Trübung der Atmosphäre, die während des Höhenrauches in der Regel sehr trocken ist und von einem rauchartigen, bläulichgrauen Dunst durchzogen wird, wodurch die Ferne nebelförmig verschleiert wird. Bei größerer Stärke der Trübung erscheint die Sonne strahlenlos, als eine gelblichrote, rötliche oder bräunlichrote Scheibe. Derartige Erscheinungen sind vielfach beobachtet, besonders 1783, wo sich diese Trübung zuerst vereinzelt, vom 18. Juni an in dem größten Teil Europas, ja bis nach Asien und Afrika hin zeigte und erst gegen Ende September vollständig verschwunden war. Am häufigsten treten diese Trübungen in Nordwestdeutschland und in Holland auf und zwar im Mai, Juni und Juli; sie erstrecken sich aber auch auf die anstoßenden Länder, und in allen Erdteilen ist das Phänomen zeitweise beobachtet worden. Ebenso wie der H. des Jahres 1783 aus den großartigen vulkanischen Ausbrüchen in Kalabrien und Island erklärt wird, erscheint der in Nordwestdeutschland auftretende H. meist als Folge des Moorbrennens. Wird auf den Mooren stark gebrannt, so ist gegen Mittag der Rauch an der Erde häufig so dicht, daß man in einer Entfernung von 100 Schritt keinen Gegenstand mehr erkennen kann. Da das Moorbrennen nur bei heiterm Wetter stattfindet und dann meist nördliche Winde herrschen, wird der Rauch weit nach Süden fortgetrieben. Daß H. und Moorrauch meist identisch sind, kann zunächst aus ihrer Gleichartigkeit in bezug auf Geruch, Schwächung der Sonnenstrahlen und Färbung der Sonnenscheibe geschlossen werden sowie aus dem häufigern Auftreten des Höhenrauchs in Gegenden, die den Hauptmooren näher liegen, als in solchen, die entfernter von ihnen sind; sodann kann man den H. mit der Windrichtung verfolgen und beobachten, wie er in größern Entfernungen immer später auftritt. H. wird auch durch zufällig entstehende Moor- und Waldbrände erzeugt. Der Rauch erregt die Geruchsorgane durch seinen brenzlig-bituminösen, etwas stechenden Geruch. Eine schädliche Wirkung des Höhenrauches ist nicht konstatiert. Bisweilen ist aber der H. eine rein optische Trübung, s. den Abschnitt »Durchsichtigkeit« im Art. »Atmosphäre«. Vgl. Müttrich, Entstehung und Verbreitung des Höhenrauchs sowie über den Einfluß desselben auf Gewitter, Niederschläge, Winde und Temperatur und über die der Landwirtschaft erwachsenden Schäden (im »Archiv des Deutschen Landwirtschaftrats«, 1882). Vgl. auch Moor.
 
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Hohenrechberg, s. Meyers Jura, Deutscher.
 
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Hohensalza, s. Meyers Inowrazlaw.
 
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Hohensalzburg, ehemal. Festung, s. Meyers Salzburg.

 

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81) Johann
 ... krönte Karl den Kahlen ungeachtet der Ansprüche der deutschen Karolinger Weihnachten 876 zum Kaiser, offenbar mit dem Anspruch, über die Kaiserkrone
 
82) Johannisfest
 ... Johannistag, Johannisnacht ), das von der abendländischen Kirche früh dem Weihnachtsfest gegenübergestellte Geburtsfest Johannis des Täufers (24. Juni), kirchlich jetzt meist
 
83) Jūlfest
 ... Julbrot etc., an das alte heidnische Fest (s. Weihnachten ). Vgl. Bilfinger , Das germanische J. (Stuttg.
 ... Gelübde abzulegen. An die Stelle des Julfestes trat später unser Weihnachtsfest; aber noch heute erinnern im skandinavischen Norden sowie im frühern
 ... die Namen verschiedener Gebräuche und Gerichte, wie der Julklapp (Weihnachtsgeschenk, das vom Geber heimlich, aber mit lautem Schall ins Haus
 
84) Jundt
 ... lebe Frankreich!, die französischen Internierten verlassen die Schweiz und der Weihnachtsbaum. Jundts Arbeiten atmen Poesie, Natürlichkeit und Humor. Auch als Karikaturenzeichner
 
85) Kalender
 ... Januar, Epiphanias 6. Januar, Johannis 24. Juni, Michaelis 29. September, Weihnachten 25. Dezember, teils beweglich. Die beweglichen Feste richten sich sämtlich
 
86) Karageorgiević
 ... Alexander 23), der vom 14. Sept. 1842 bis Weihnachten 1858 Fürst von Serbien war, und Michael, der 1875 eine
 
87) Karl
 ... die Großen um sich, hier feierte er am liebsten das Weihnachtsfest (19 mal in Aachen, nur 6 mal in Gallien). Stets
 ... Herrschaft brachte endlich die Tatsache zum Ausdruck, daß ihm am Weihnachtstage (25. Dez.) 800 Leo III. in der Peterskirche zu Rom
 
88) Kinderlieder
 ... Gebiet. Luther z. B. dichtete »ein sein Kinderlied, auf die Weihnacht zu singen« (»Vom Himmel hoch, da komm' ich her« etc.);
 
89) Kirchenjahr
 ... - und Festtage. Das K. mit seinen drei Festzyklen, dem Weihnachts - , Oster - und Pfingstfestkreis, beginnt, unabhängig vom bürgerlichen
 
90) Knecht
 ... zottiger Kleidung, mit einer Rute und einem Sack versehen, vor Weihnachten den Kindern erscheint und den ungehorsamen mit Schlägen droht, den
 
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